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Blogs | Sanchos Esel

Vom Nutzen und Nachteil des Bloggens für das Leben

Kürzlich wurde in einem Kommentar die Frage gestellt, ob und wie das Blogschreiben den Blogger verändert. Dieselbe Frage ließe sich den Kommentator(inn)en stellen, denn auch sie begeben sich im Fall von Sanchos Esel in einen Raum des Austauschs über spanisch-deutsche Themen, bei dem die Definition dessen, was da überhaupt ausgetauscht wird, das Unwichtigste ist. (Es kann auch von China oder dem Alpenvorland gesprochen werden.)

Paul Ingendaay
06.09.2009 16:12 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Von Kunst, Besitz und Berufen ohne Wert

In der sattsam bekannten Sage vom menschlichen Flugversuch stieg Ikarus zu nah an die Sonne, wo seine aus Wachs und federn gefertigten Flügel schmolzen, und der junge Herr zu Tode stürzte. Nachdem sich auch Geschichten als Farce wiederholen, möchte ich hier den Blick auf Zeitgenossen richten, die sich redlich einen abflatterten, ziemlich viel über das Erklimmen gesellschaftlicher Höhen nachdachten und nun, mangels Tragfähigkeit ihrer Vorstellungen, nicht wirklich dort ankommen, wo sie hin wollten. So ist es nun mal: Die einen verlieren in der Krise das geld, das sie haben, und die anderen jenes, das sie nun nie bekommen werden.

Don Alphonso
03.09.2009 19:45 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Vom Wesen des Unglücks im Reichtum

Typischerweise steht man an einem Grab, lässt das ganze Elend so eines Lebens Revue passieren - und bei dieser Revue fliegen in der Regel keine Frauenbeine - und fragt sich: Wie konnte es bei all dem Reichtum letztlich nur so enden. Wieso hat der verstorbene nicht besser gelebt, was hat ihn davon abgehalten, seine Vorzüge zu nutzen? Darauf gibt es viele Antworten, aber zumeist ist eine dabei, die eine ganz bestimmte, in besseren Kreisen weit verbreitete Krankheit zum Thema hat: Das Unglück in Form von Persönlichkeiten, die für den kleinsten eigenen Nutzen anderen ohne Bedenken den grössten Schaden zumuten. Typisch für die Oberschicht wie ein Konto in der Schweiz, aber leider weder strafbar noch dortselbst im Schliessfach zu vergessen.

Don Alphonso
29.08.2009 15:26 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Die beste Untertanentradition der Kanzlerin

Gross sind die Klagen wegen jenes kleinen Essens, das die Kanzlerin für den Chef der deutschen Bank gab; eine Petitesse jedoch ist der Aufwand gegen den Schaden, den nun das bankenfeindliche Geplärre anrichtet. Frau Merkel darf sich jedoch historisch auf der richtigen Seite wissen, denn sie hat sich exakt so verhalten, wie es das alte Herkommen verlangt. Alldieweil und sintemalen wir hier grössten Wert auf Anstand und Sitte legen, betrachten wir es als angebracht, uns als Palladin für die Ehre und Tugend von Frau Merkel auf der Wallstatt der Publizistik zu verwenden - wenngleich wir auch finden, dass es ruhig etwas mehr hätte sein können

Don Alphonso
25.08.2009 07:25 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Der Gesellschaftsfinger. Lob eines aussterbenden Distinktionsmerkmals

Es gibt Themen, mit denen macht man sich keine Freunde. Und es gibt Trennendes, an dem die deutsche Klassengesellschaft schmerzlich im einfachsten Gegensatz zum Vorschein kommt: ich schon. Du nicht. Nun ist dieses Blog vor 99 Beiträgen damit angetreten, eine offene Aussprache über den deutschen Elitenbegriff, genauer, den Elitenbegriff des alten Westdeutschlands anzufachen, und ich möchte nicht 100 Beiträge schreiben, ohne nicht zumindest einmal den Fressfeinden, die an den Stützen der Klassengesellschaft nagen und schmatzen, ins Auge zu blicken und genau das sagen: Ich schon immer. Ihr niemals. Und ihnen damit meinen Gesellschaftsfinger in die Augen zu rammen.

Don Alphonso
06.08.2009 08:58 Uhr

Verwandte Themen

Blogs | Chaos as usual

Aufschwung ohne Ende oder Game over?

Während meines Studiums standen Lehrbuchklassiker wie „Economics" von Samuelson/Nordhaus auf der Tagesordnung und Gott weiß, was ich in meinem Leben alles hätte werden können, wenn ich der lehrplanmäßigen Lektüre die gebotene Demut entgegengebracht hätte. Habe ich aber nicht, denn viel spannender waren die Texte von Marx und Minsky, Kalecki und Robinson, und vor allem die eines deutschen Sachbuchautors namens Paul C. Martin. Der schrieb obendrein frech wie Oskar und goss den Spott in Kübeln über die Weisheiten der reinen Lehre. So unterhaltsam seine Bücher waren, für das Literaturverzeichnis der Diplomarbeit eigneten sie sich definitiv nicht. „Cash - Strategie gegen den Crash" oder „Der Kapitalismus - ein System das funktioniert" - nur zwei der zahlreichen Titel des ehemaligen Friedman-Schülers Martin, mit denen er seine gänzlich „andere" Sicht der Wirtschaft vehement in die Öffentlichkeit trug. Immer wiederkehrende Motive bei Martin sind der Staatsbankrott und das finale „Game over" des kapitalistischen Systems - Topoi also, die im Zuge der Krise wieder verstärkt ins Blickfeld geraten sind. Ich habe mich mit Paul C. Martin kürzlich unterhalten:

Thomas Strobl
06.07.2009 18:01 Uhr
Blogs | Chaos as usual

Neocons als Aperitif, Stamokap zum Dessert - Ein Abendessen mit Robert Misik

„Was willst Du hören?", frage ich, als wir in mein Auto steigen und ich nach meinem iPod greife. „Was hast Du denn anzubieten?", antwortet Robert Misik mit der unvermeidlichen Gegenfrage. „Alles, was gut ist", sage ich, und entscheide mich kurzerhand für die Stones. Und so machen wir uns also zu „Gimme shelter" auf den Weg, vom Hamburger Schanzenviertel, wo der österreichische Journalist und Schriftsteller gerade eine Lesung seiner „Politik der Paranoia" hinter sich gebracht hat, in das gar nicht weit entfernte Szenelokal. Eigentlich wäre es ja auch in der Kneipe am Veranstaltungsort weiterhin ganz nett gewesen, im „Haus 73", mit der charmanten Dame von der Heinrich-Böll-Stiftung neben mir und dem freundlichen Herrn vom Radio gegenüber; aber einerseits war es mir an dem Abend zu fröstelig geworden, um weiterhin draußen zu sitzen und Astra-Bier aus der Flasche zu trinken, und andererseits gibt es Dinge, die Ösis in der Fremde wirklich nur unter vier Augen besprechen können...

Thomas Strobl
13.05.2009 14:28 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Vom Versuch, die bessere Gesellschaft noch besser zu machen

Natürlich soll es den Kindern mal besser gehen. Die Frage ist nur, wie es Kindern noch besser gehen soll, wenn es den Eltern eigentlich schon sehr gut geht. Konkret: Wie geht der soziale Aufstieg weiter, wenn man an der Spitze des Sozialprestiges angekommen ist? Darauf gibt es eine Antwort, die nicht gerade ein angenehmes Licht auf meine Kreise wirft, aber immerhin: Wir wohnen weiterhin am See.

Don Alphonso
25.03.2009 08:53 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Die Renaissance der Apanage. Ein Krisenidyll.

Was tut man, wenn das Kind arbeitslos wird? Früher hätte man gesagt: Such Dir eine neue Stelle. Im Moment ist das aber nicht so einfach, die Arbeitsagenturen sind auch nicht gerade der Ort, an denen man die Tochter sehen möchte, und nur so ist es zu erklären, warum bessere Eltern heute wieselflink alte Traditionen und Einstellungen ändern, und eigentlich ganz reizend sind. Sehr zum Ärger der Sozialneider.

Don Alphonso
14.03.2009 13:37 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Die Renaissance der Apanage. Ein Krisenidyll.

Was tut man, wenn das Kind arbeitslos wird? Früher hätte man gesagt: Such Dir eine neue Stelle. Im Moment ist das aber nicht so einfach, die Arbeitsagenturen sind auch nicht gerade der Ort, an denen man die Tochter sehen möchte, und nur so ist es zu erklären, warum bessere Eltern heute wieselflink alte Traditionen und Einstellungen ändern, und eigentlich ganz reizend sind. Sehr zum Ärger der Sozialneider.

Don Alphonso
14.03.2009 13:37 Uhr

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