Ein Vorläufer Sarrazins? Otto Seeck und die „Ausrottung der Besten“
Man muss kein großer Denker sein, um zu merken, dass „Deutschland sucht den Superstar“ niemanden anderen reich gemacht hat als RTL, Simon Fuller, den Erfinder des Konzepts, und mit Abstrichen Dieter Bohlen. Dennoch meldeten sich 2010 so viele zum Vorhampeln wie nie zuvor, 35000 Menschen. Es ist natürlich möglich, dass sie alle zu rückstandslos enthirnt sind, als dass sie begreifen könnten, dass DSDS nicht der Weg zu Geld und Ruhm ist. Aber wahrscheinlicher ist, dass sie ihrem Wertesystem zufolge ganz genau richtig handeln.
Zärtlicher Körperkontakt ist außerhalb von Paarbeziehungen tabu. In der Netzkultur ist kuscheln hingegen auch in Freundschaften erlaubt: vertraute Kommunikation kommt in der virtuellen Welt selten ohne Küsse und Umarmungen aus.
Thema diesmal: Hurts! Lästige Listen! Flinke Zungen im Inerview! Erdmöbel! Und der beste Spruch von 1981.
In einer fast unwirklichen Pressemitteilung kündigt RTL 2 an, "Maßnahmen zur Sicherung der Programmqualität" einführen zu wollen. War der Trash die ganzen Jahre nur ein schrecklicher Irrtum? Werden die Zuschauer das Programm noch wiedererkennen? Fragen über Fragen.
Seit es in allen größeren und kleineren Städten lärmende, johlende, grölende, Grimassen schneidende Fangruppen in organisierten Versammlungen gibt; seit kein Fernsehsender mehr ohne Liveberichterstattung von diesen ewig gleichen und ziemlich albern herumhopsenden Menschen auszukommen glaubt; seit das Feiern der Fans vom sekundären Begleitphänomen zum Event selbst aufgerückt ist, das sich nachrichtentauglichen Ereignischarakter anmaßt; seit man diesen weitgehend inhaltsleeren und restlos gedankenfreien Fernsehbildern wirklich nicht mehr entgeht, denke ich darüber nach, warum mir bewegte Aufnahmen der Fans durchweg peinlich sind, Fotos von Fans dagegen oft beeindruckend erscheinen.
Ein Fuß ziert die Titelseite. ARD bringt einen Brennpunkt. Eigentlich hätte auch Angela Merkel die Diskussion um den Rettungsschrim in Höhe von 800 Mrd. € abbrechen und/oder um einen Rettungsschirm „Die Fußballnationalmannschaft nach Michael Ballacks Verletzung“ erweitern müssen. Doch der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ wäre kein wirklicher Reiseführer, würde er nicht im „Aus für Ballack“ irgendwo (a) ein grundlegendes Prinzip und (b) eine wirkliche Chance sehen.
Die Wirtschaftskrise hat dem deutschen Mittelstand im vergangenen Jahr zugesetzt. Für das laufende Jahr rechnen viele Unternehmen nun aber mit einer Konsolidierung ihrer Geschäfte. Spätestens 2011 soll es wirtschaftlich wieder bergauf gehen: 60 Prozent der Mittelständler rechnen dann mit einer Verbesserung und nur noch 4 Prozent mit einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Das geht aus einer Umfrage unter gut 4000 Unternehmen des deutschen Mittelstands im Rahmen der Studie „Unternehmer-Perspektiven" hervor, die im Auftrag der Commerzbank erstellt worden ist.
Thema diesmal: Bärte, Indie-Filme, Depressionen und das Leid der Liste.
Jetzt ist es geschehen. Eines der größten deutschen Unternehmen führt eine Frauenquote ein. Auch wenn die Gründe für diesen Schritt der Deutschen Telekom offen bleiben, nimmt der Reiseführer „Per Anhalter durch die Arbeitswelt“ klar dazu Stellung und warnt davor, diesen Schritt zu kopieren.
iPhone, Twitter, Facebook, Google - ein Bericht über das Nachrichtengeschäft erwähnt heute Produkte und Unternehmen, die vor ein paar Jahren in diesem Metier noch keine Rolle gespielt haben. All dies sind Instrumente für die drei großen Trends im Nachrichtengeschäft, die das Pew Internet & American Life Project in seinem Report „Understanding the Participatory News Consumer" identifiziert hat: Nachrichten werden persönlich, mobil und die Menschen wollen am Nachrichtengeschehen teilnehmen. Das klingt erst einmal harmlos, ist es aber nicht.
Warum die Blogger nicht viel anders ticken, als Verleger, warum die radikalen Netzapologeten nicht radikal genug denken, warum Information kein Angebot mehr ist, sodern vor allem ein Nachfrager und warum Google der Robin Hood der Aufmerksamkeit ist. Der Leser schlägt um sich, mit der Macht seines neuen Mentalen Exoskeletts und lässt wenig übrig von den Gewissheiten verlegerischer Refinanzierungsmodelle. Willkommen im Zweiten Markt.
In Frauenmagazinen geht es um Mode, Diättips und Prominente. Manche Menschen machen den Fehler, von diesen Themen auf die Interessenslage der Durchschnittsfrau zu schließen, aber das ist fatal. Und darum geht es auch nicht. Es geht auch nicht um "echte" Frauen und um solche, die nur Dekoration sind. Es geht ganz einfach um Originalität und um Kunst. Und darum, daß Künstlichkeit gar nichts schlechtes ist. Wenn wir jetzt bitte einmal den Opfer-Stempel wieder einpacken und nicht weiter über Gewichtsprobleme diskutieren könnten? Danke.
Die Nuller Jahre: Ein Jahrzehnt macht schlapp. Was war, was wird bleiben. Außerdem: Eine Schmähung des Stilmittels „Liste“, sowie zwei völlig unnötige Erwähnungen David Bowies.