Geld lässt sich nicht einfach festhalten
Kapitalverkehrskontrollen lösen in der Finanzwelt Angst aus. Ein möglicher Austritt Griechenlands aus dem Euro lässt nun aber Politiker in Hellas wie in der Schweiz genau darüber nachdenken.
Kapitalverkehrskontrollen lösen in der Finanzwelt Angst aus. Ein möglicher Austritt Griechenlands aus dem Euro lässt nun aber Politiker in Hellas wie in der Schweiz genau darüber nachdenken.
Der litauische Ministerpräsident Andrius Kubilius sieht keinen Gegensatz zwischen Wachstum und Sparen. Konsolidierte Staatsfinanzen seien die Basis gewesen für Litauens Wirtschaftserholung.
Griechenland steht vor Neuwahlen. Der radikale Linke Alexis Tsipras will mit seiner Syriza-Partei stärkste Kraft werden - dem Wahlsieger winken im griechischen Wahlsystem 50 zusätzliche Sitze als Mehrheitsprämie. Die traditionellen Parteien könnten ihm das im Falle seines Wahlsiegs heimzahlen.
Die bisherige Euro-Rettungspolitik kann die Krise nicht nachhaltig lösen. Auch Eurobonds und Inflation kommen nicht in Frage. Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft plädiert stattdessen für einen Vier-Punkte-Plan.
Die Bundesregierung hat offenbar einen Plan für mehr Wachstum in Europa entwickelt. Einem Magazinbericht zufolge gibt sie ihren Partnern sechs Ratschläge. Einer empfiehlt Sonderwirtschaftszonen. Ansonsten sollen sich die kriselnden Euro-Länder Deutschland als Vorbild nehmen.
Als Preis für ihre Zustimmung zum Fiskalpakt im Bundestag verlangen SPD und Grüne eine Vergemeinschaftung der Schulden im Euroraum. Sie setzen dabei aber weniger auf Eurobonds, sondern denken an einen Schuldentilgungspakt, wie ihn der Sachverständigenrat vorgeschlagen hat.
Anleger schichten ihr Geld in Dollar, Yen und Franken um. In der Schweiz verhindern nur die Notenbank und Gerüchte über Strafzinsen eine Aufwertung des Franken zum Euro.
Die Bundesregierung steht mit ihrer kritischen Haltung gegenüber Eurobonds nicht alleine: auf dem EU-Gipfel in Brüssel sprach sich nur eine kleine Minderheit für die Einführung gemeinsamer Staatsanleihen aus.
Ganz Griechenland debattiert in diesen Tagen über die Frage, ob es bald wieder zum Drachmenland wird. Übergangs-Ministerpräsident Pikrammenos versucht zu beruhigen: Es gebe keine Pläne für einen „Grexit“.
Mit seiner Forderung, den mühsam geschlossenen Fiskalpakt neu zu verhandeln, legt der neue französische Präsident Hollande die gesamte EU lahm. Doch die Bundesregierung hat schon Konsequenzen gezogen, und spricht nun selbst davon, dass Sparen allein die Krise nicht löse.
Die Flut schlechter Nachrichten aus der Eurozone drückt nun auch die Stimmung der Manager in Deutschland. Das wichtigste Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklimaindex, ging erstmals seit Monaten zurück.
Nach freundlichem Start tendieren die wichtigsten deutschen Aktienindizes am Donnerstag wenig verändert. Der Dax verliert leicht und fällt auf 6283 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index verliert 0,2 Prozent auf 1374 Punkte. Der EU-Sondergipfel in Brüssel habe keine konkreten Beschlüsse zu Tage gefördert, so die Meinung der Helaba-Experten. „Es war ein Versuch der Annäherung.“
Rund vier Wochen vor der Neuwahl stellt die Übergangsregierung in Athen die Spar- und Strukturreformen ein. In der Notenbank arbeitet man bereits an Notfallplänen für den Fall, dass der Staat die Eurozone verlässt.
Ausgerechnet ein so winziges Land wie Griechenland könnte dem Riesenreich China ein Bein stellen. Während die Weltbank vorerst nur ihre Prognose senkt, warnt Chinas größte Investmentbank vor einem Exporteinbruch und vor dem schwächsten Wachstum seit 20 Jahren.
An den deutschen Aktienmärkten haben die Anleger vor dem EU-Gipfel wieder eine vorsichtige Haltung eingenommen. Außerdem enttäuschten negative Daten zur Verbraucherstimmung in Italien die Märkte.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognose für den Euroraum gesenkt und erwartet nun einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Möglich sei aber auch eine schwere Rezession.
Die Analysten zahlreicher Banken fordern, die „Brandschutzmauer“ des europäischen Stabilisierungsfonds vor einem Griechenland-Austritt massiv zu erhöhen. Sogar die Einführung einer griechischen Parallelwährung zum Euro, dem „Geuro“, ist im Gespräch.
Nicht erst der Euro hat für ein Zusammenwachsen der europäischen Finanzmärkte gesorgt. Doch seit Beginn der Griechenland-Krise fällt Europa immer stärker auseinander.
Der Bankrott und das drohende Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum dominieren die Märkte. Noch immer fürchten viele Anleger Ansteckung auf den gesamten Euroraum. Der Bericht vom internationalen Finanzmarkt.
Hollande nähert sich vorsichtig der Kanzlerin. Das erste Zusammentreffen war eher von aufgesetzter Höflichkeit und Freundlichkeit geprägt - doch die Griechenland-Krise zwingt die beiden Regierungschefs zu einer gemeinsamen Haltung.
Nicht nur in Brüssel, auch im amerikanischen Camp David ist die Lage in Griechenland zentrales Thema. Auf ihrem Gipfeltreffen machen die acht führenden Industrienationen klar: Das Land soll in der Eurozone bleiben. Aber nicht in jedem Fall.
Mitte Juni haben die Griechen abermals die Wahl: Für den Wandel oder für das Ausscheiden aus der Eurozone - welch’ dramatische Alternative. Es geht um weit mehr als die Frage, wer das Land regiert.
Viele europäische Schuldenstaaten träumen von Eurobonds, für die Bundesregierung aber sind sie ein Schreckgespenst. Dennoch hat das Europaparlament solche Gemeinschaftsanleihen nun in einen Gesetzestext geschmuggelt.
Der höchste Verwaltungsrichter Griechenlands, Panagiotis Pikrammenos, soll als Übergangsregierungschef die Parlamentswahlen am 17. Juni vorbereiten. EU-Kommissionspräsident Barroso warnte die Griechen davor, sich bei der Wahl vom Euro abzuwenden.
Das politische Spiel zwischen Griechenland und den übrigen Euro-Ländern hat sich geändert: Inzwischen halten alle ein Überleben des Euros ohne Athen für möglich. Das begrenzt das griechische Erpressungspotential, auf das nicht zuletzt die Radikale Linke setzt.
Die anstehenden Neuwahlen in Athen spalten Europa: Während Eurogruppenchef Juncker Nachverhandlungen am Hilfspaket nicht ausschließt, bleibt Finanzminister Schäuble hart.
Gute Exportzahlen und hohe Inlandsnachfrage - im ersten Quartal ist das Bruttoinlandsprodukt überraschend deutlich gewachsen und konnte gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent zulegen. Nur das kräftige Wachstum in Deutschland verhindert eine Rezession im Euroraum.
Warum reden Politiker öffentlich, vor allem im Fernsehen, stets so, dass wir sie nicht verstehen? Marietta Slomka plädiert in einer Preisrede für Klartext. Wenig später lieferte Horst Seehofer ihn.
An heißen Themen besteht beim Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel kein Mangel. Beispiel Griechenland: Tritt das Land aus dem Euro aus? Diese Frage wird längst nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand gestellt.
Die EU-Kommission hat sich für einen Verbleib Griechenlands im Euroraum ausgesprochen. Auch die Griechen selbst wollen am Euro festhalten. Sie hoffen auf die Solidarität der Europäer und Beschäftigungsprogramme.
Auch der Vermittlungsversuch des griechischen Staatspräsidenten Papoulias hat bisher keinen Erfolg. Die radikale Linke weigert sich weiter, eine Koalitionsregierung einzugehen. Am Montag will Papoulias einen weiteren Anlauf unternehmen. Scheitert er, sind Neuwahlen unausweichlich.
Bundesbankpräsident Jens Weidmann beteuert: „Die Inflationsentwicklung wird in Deutschland nicht aus dem Ruder laufen.“ Doch der Druck auf die Bundesbank steigt, je mehr sich die Schuldenkrise durch das Euro-System frisst.
Das erpresserische Bild vom Dominospiel, in dem Griechenland als erster Stein die ganze Währungsunion zum Einsturz bringt, hat seine Gültigkeit verloren. Wenn Griechenland fällt, dann alleine. Für die Griechen könnte diese Wahrheit bitter werden.
Ein Ausscheiden der Griechen aus dem Euro wird wahrscheinlicher. Aber wie könnte das funktionieren?
Noch spricht viel dafür, dass die Griechen den Euro behalten. Weder sie noch andere Regierungen dürfte ein Austritt interessieren. Aber was geschieht, wenn sich das Blatt wendet?
Einige europäische Länder haben die Währungsunion als Paradies für Wohlstand ohne Anstrengung missverstanden. Doch ohne solide Staatsfinanzen und Strukturreformen geht es nicht. Die EZB kann die Probleme nicht lösen. Sie muss aufpassen, dass sie nicht den Boden der nächsten Krise bereitet.