Opel Alle Nachrichten und Informationen der F.A.Z. zum Thema

Blogs | Stützen der Gesellschaft

Nullsummenspiel zwischen Frankfurt, Washington, Berlin und Rüsselsheim

Typisch deutsch, kleinlich und absolut nicht grosszügig ist jene Debatte, mit der sich hierzulande gegen die Förderung von General Motors und Opel gewehrt wird. Statt den einzig wirklich guten Grund vorzubringen - es gibt in Deutschland schon zu viele hässliche Strassenblockaden von Opel und Ford - kapriziert man sich auf ein paar lumpige Milliarden. Eben jene Milliarden, die die Amerikaner mannhaft und ohne Wimpernzucken selbst vor kurzem nach Deutschland überwiesen. Dieses Land soll sich nicht so haben - es hat schon alles seine Ordnung, wie es ist.

Don Alphonso
08.12.2009 22:55 Uhr
Blogs | Ad hoc

Zum IT-Gipfel: Informationstechnologie als Katalysator

Die jährlichen Gipfeltreffen der IT-Industrie erfüllen einen guten Zweck. Sie bringen zwar kaum unmittelbar greifbare Ergebnisse. Aber sie schärfen den Blick für die Bedeutung, die die Informationstechnologie für das Wirtschafts- und Alltagsleben erreicht hat. Und sie rücken eine Branche in das Blickfeld von Politik und Gesellschaft, die im Vergleich zur alles dominierenden Auto- oder Energieindustrie zu häufig in ihrer Bedeutung unterschätzt wird. Das gilt besonders für das zu Ende gehende Jahr.

Carsten Knop
07.12.2009 19:27 Uhr
Blogs | Ad hoc

Unser Geld, unsere Politiker und unsere Quelle

Man wird aber das Gefühl nicht los, dass die teure Krise das Volk wenigstens etwas wacher gemacht hat. Das gilt zum einen mit Blick auf die Unterstützungsorgien für Unternehmen wie Opel oder Quelle, die nicht gut ankommen, wenn der eigene Arbeitgeber mit Bordmitteln durch die Krise kommen muss. Und das gilt auch für die Koalitionsverhandlungen: Jedenfalls scheitern die Politiker doch wieder etwas häufiger damit, dem interessierten Teil der Bürger ein X für ein U vormachen zu wollen.

Carsten Knop
24.10.2009 08:13 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Die Entdeckung des Nachdenkens in der leicht verstörten Provinz

Man kann nicht immer nur gewinnen bei jenem Roulettespiel, das da Globalisierung genannt wird. Heute noch spottet man über das Schicksal der Opels und Chryslers dieser Welt, und morgen zieht einem deren Finanzierer das nächste Sakko aus. Natürlich ist man froh, wenn man insgesamt als Sieger aus dem Krieg um Geld und Vermögen hervorgeht, aber in solchen Momenten erfährt man, dass dabei für jeden schmerzliche Verluste hinzunehmen sind. Mal verliert man den Schneider, mal die Amerikaner ihr Vermögen, und Chinesen wechseln vom Ausbeuter, der unter Qualitätsdruck steht, zum letzten Schinder, dem das alles egal ist. Immerhin, man denkt nach. Das ist auch schon was.

Don Alphonso
12.10.2009 16:48 Uhr
Blogs | Chaos as usual

Man trägt jetzt wieder "Proletarier"

Ein Satz aus Frank Walter Steinmeiers gestriger Parteitagsrede ist bei mir hängen geblieben, weil er in meinen Augen das ganze Dilemma der Politik, insbesondere sozialdemokratischer Politik in der Ära nach Schröder, verkörpert: „Ich habe den Opelanern in die Augen geschaut. Ich habe ihre Angst gesehen, ihre Hoffnung. Ich sage niemandem in Not: "Du bist nicht systemrelevant." Er hätte es ihnen besser gesagt! Er hätte sich verkneifen sollen, sich selbst für einen modernen Regenmacher zu halten und der Welt etwas vorzumachen: Im Kapitalismus steht jedes Unternehmen jederzeit zur Disposition, und mit ihm seine Arbeitsplätze. Fährt Herr Steinmeier Opel? Hat sich der klatschende SPD-Parteitag jüngst massenweise neue, bunte Opels zugelegt? Nein? Ah, da schau her. Aber selbst wenn: Der Krieg um Marktanteile und Gewinnmargen in der Automobilindustrie würde kein bisschen anders verlaufen. Steinmeier hätte - wenn er ehrlich wäre - den Opelanern stattdessen sagen müssen, dass es den Markt nicht interessiert, ob er oder irgendjemand sonst sie für systemrelevant hält: er, der Markt, entscheidet, welche Unternehmen und Arbeitsplätze im Konkurrenzkampf überleben. Und an diese ernüchternde Botschaft hätte er - vor der Agenda 2010 - anschließen können, dass - wenn der Markt den Daumen nach unten dreht - sich trotzdem keiner um seine private Zukunft Sorgen zu machen braucht: Sozialsysteme wie auch Arbeitsmarktpolitik würden dafür sorgen, dass jeder, der arbeiten will, auch Arbeit finden wird; und dass bis dahin für ihn und seine Familie gesorgt werden wird. Doch das kann Steinmeier heute natürlich nicht mehr, denn es waren Gerd Schröders - und damit seine - Reformen unter dem Schlagwort „Hartz IV", die jegliche Gewissheit über die eigene Zukunft im Falle des Arbeitsplatzverlusts zerstörten. Und allen gruppendynamischen Übungen in Sachen „kämpferische Parteitagsstimmung" zum Trotz: Der einstmals sozialdemokratische Wähler wird ihm das nicht vergessen.

Thomas Strobl
15.06.2009 13:08 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Der Wohlstand der Regionen oder Man möchte kein Bochumer sein

Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm, sagt Brecht. Solange es nicht Wohlstand in Bochum ist, sage ich. Ich nämlich sage, dass man Deutschlands bessere Gesellschaft als Sanierungsfall betrachten muss, wenn ihre Heimatregionen ebenfalls zum Sanierungsfall werden. Wenn Städte untergehen, schwimmen die Patrizier zwar immer noch oben - aber es gibt angenehmere Orte in solchen Zeiten, wie die Geschichte lehrt.

Don Alphonso
29.05.2009 12:08 Uhr
Blogs | Das Fernsehblog

Erde an ZDF: Die 90er Jahre sind vorbei!

Der "Bergdoktor" ist schon im Programm, im Juli läuft die Fortsetzung zu "Kommissar Rex" – beim ZDF bedient man sich munter im Sat.1-Fundus für alte Serienideen. Und zeigt jetzt auch noch die "Wochenshow". Jedenfalls erinnerte die Premiere der "heute show", einer neuen "Nachrichtensatire" mit Oliver Welke, in vielerlei Hinsicht an die Sat.1-Version von vor zehn Jahren.

Peer Schader
27.05.2009 09:28 Uhr

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Blogs | Ad hoc

Opel, GM und die Chinesen

Fiat, der Auto-Zulieferer und -Auftragsfertiger Magna, der Finanzinvestor RHJ International - sie alle wollen mit umfassender staatlicher Hilfe Opel übernehmen. Und nun ist ein vierter Bieter für Opel auf den Plan getreten: Wie zu hören ist, hat die Beijing Automotive Industry Holding Corp. (BAIC) schon vor einiger Zeit ein Angebot für Opel und GM Europe vorgelegt. Aber die Chinesen sind spät dran - mal wieder. Erinnern Sie sich noch an die Dresdner Bank-Übernahme?

Carsten Knop
27.05.2009 06:58 Uhr
Blogs | Chaos as usual

Ist die ZEIT reif für die Post-Wachstums-Ökonomie?

In der jüngsten Ausgabe der ZEIT beschäftigt sich Wolfgang Uchatius sehr eingehend mit dem Thema „Wirtschaftswachstum"; oder besser: mit der Abwesenheit desselbigen, denn sein Beitrag mit dem Titel „Wir könnten auch anders" dreht sich ausschließlich um die Frage, ob eine Post-Wachstums-Gesellschaft vorstellbar wäre, und wenn ja wie. Ich halte seinen Beitrag insgesamt für sehr gut, zudem verständlich auch für Leser ohne Doppeldoktor in Ökonomie und Sozialwissenschaften, daher will ich mich gerne etwas eingehender damit beschäftigen. Die Kollegen von der ZEIT haben sicherlich nichts dagegen, wenn ich die sagenhafte Popularität der FAZ-Website dazu nutze, einem gelungenen Artikel wie diesem zu einem deutlich höheren Share of Voice zu verhelfen.

Thomas Strobl
21.05.2009 11:28 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Mille Miglia I - Brescia

Ja. Zugegeben. Es stinkt, es ist laut, und am Abend hat man vom Kohlenmonoxid Kopfschmerzen. Es geht um Geschwindigkeit in ihrer unsichersten Form, und wenn man liegen bleibt oder einen Unfall hat, ist es weniger schön. Und wenn man es bleiben lässt und alles richtig macht und nur an die Sicherheit denkt, krepiert man wie Opel. Warnende Beispiele, wie das mit dem Autofahren wirklich geht, bringt die Mille Miglia in Brescia.

Don Alphonso
16.05.2009 10:12 Uhr
Blogs | Ad hoc

Hoffentlich ist GM bald pleite

Die Zahlen sprechen für sich: Der amerikanische Autokonzern General Motors hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 30,9 Milliarden Dollar gemacht. Das Unternehmen hat die 13,4 Milliarden Dollar, die der amerikanische Staat bisher zur Verfügung gestellt hat, um das Unternehmen vor dem unmittelbaren Untergang zu retten, schon nahezu vollständig verbraucht. Erkennbare Schritte zur Lösung des Problems wurden seitdem nicht gegangen. Stattdessen steht der Wunsch im Raum, doch bitte bald weitere 16,6 Milliarden Dollar zu überweisen. Dass die amerikanische Regierung vor diesem Hintergrund inzwischen ein Insolvenzverfahren als beste Option für die angeschlagenen Autokonzerne General Motors (GM) und Chrysler sieht, ist der richtige Weg - und muss für die Mitarbeiter der deutschen GM-Tochtergesellschaft Opel kein größeres Horrorszenario sein als die zur Verfügung stehenden Alternativen

Carsten Knop
31.03.2009 18:55 Uhr
Blogs | Ad hoc

Patentübertragung von Opel an GM völlig normal?

Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Übertragung der Opel-Patente auf die Muttergesellschaft General Motors, die in diesen Tagen auch den Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in den Vereinigten Staaten beschäftigt, ist unterstellt worden, dass eine solche Übernahme ausbeuterisch und steuerlich unzulässig sei. Dazu kam soeben ein interessanter Hinweis eines Lesers in die Redaktion, der bis zu seiner Pensionierung Leiter der europäischen Patent- und Lizenzabteilung eines amerikanischen Großkonzerns in Deutschland war: Die Unterstellungen im Zusammenhang mit GM und Opel sind nach seiner - berechtigten - Ansicht sachlich falsch, den deutsch-amerikanischen Beziehungen, dem Ruf von Opel und dem der deutschen Steuerverwaltung abträglich. Zur Lösung der rechtlichen Verkettung empfiehlt aber auch dieser Leser, sich mit einer Insolvenz auseinanderzusetzen.

Carsten Knop
16.03.2009 20:18 Uhr

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