Wir stören
Nach Jahren der Öffnung und Blüte sind die Jüdischen Studien heute wieder Zielscheibe des Antisemitismus. Beobachtungen zu ihrer kurzen Geschichte in Deutschland. Ein Gastbeitrag.
Nach Jahren der Öffnung und Blüte sind die Jüdischen Studien heute wieder Zielscheibe des Antisemitismus. Beobachtungen zu ihrer kurzen Geschichte in Deutschland. Ein Gastbeitrag.
Manche Gläubige negieren wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine Medizinethikerin erklärt, welche Konflikte das bringt, wo der Glaube im Leid helfen kann und wie man Patienten hilft, denen die Vorstellung eines strafenden Gottes zur Last wird.
Die israelischen Siedler im Westjordanland blicken voller Hoffnung auf den 1. Juli. Wird die Regierung ihre Ankündigung wahrmachen, palästinensische Gebiete zu annektieren – und wenn ja, welche? Ein Besuch vor Ort.
Kant war ein Rassist. Aber was folgt aus dem Befund, dass der Kritiker der Vorurteile seinen Universalismus nicht zu Ende dachte – und was nicht? Ein Gastbeitrag.
Alle reden von Verschwörungstheorien – aber ist das nicht ein ganz falsches Wort? Zwei Autorinnen schlagen neue Begriffe für das Phänomen vor, das durch Corona eine neue Blütezeit erlebt.
Zuletzt kam es etwa in Göttingen zu Corona-Ausbrüchen in Roma-Familien: Romani Rose vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma warnt davor, das Virus in Verbindung mit Abstammung zu bringen. Den Fehler habe man vor Jahrhunderten schon bei der Pest gemacht.
„Entschuldigen“ sich die Deutschen zu schnell von ihrer historischen Verantwortung? Samuel Salzborn hat eine ganz klare Meinung.
Der Philosoph stellte Theorien über Unterschiede zwischen den Menschen auf. Sie müssen als Beiträge zur Wissenschaft verstanden werden, bevor über gedankliche Schuld geurteilt werden kann.
Im Dokumentarfilm „Nous sommes tous juifs allemands“ stellt Daniel Cohn-Bendit sich Israel, dem Land, in dem er niemals leben wollte – und legt dabei viele seiner Zweifel offen.
Viele Nachkommen von NS-Verfolgten kämpfen um einen deutschen Pass, doch die Behörden legten die Regeln lange eng aus. Nun hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt, dass das in vielen Fällen unrecht war.
Nur ihre ersten Kindheitsjahre verbrachte Anne Frank in Frankfurt. Und doch gilt sie als die größte Tochter der Stadt.
Viele Deutsche wissen fast nichts von der Geschichte unserer Nachbarn. Nicht das Gute, nicht das Furchtbare. Unser Vergessen hat Methode, und das nimmt man uns in Polen übel.
In einer bundesweiten Aktion sind Menschen am Sonntag auf die Straße gegangen, um gegen Diskriminierung und Rassismus zu demonstrieren. Die Polizei sprach von vorbildlichen Teilnehmern.
Ein neuer Vorschlag für einen Gedenkort in Berlin vereint bisher widersprüchliche Konzepte. Doch der Streit in der großen Koalition ist damit wohl noch nicht zu Ende.
Denkverbot im Namen der Erinnerungskultur: Die Debatte um Achille Mbembe kommt nicht zur Sache – und zeigt dadurch, wie nötig die Kritik der kolonialen Denkungsart ist. Ein Gastbeitrag.
Seidenraupen gegen Kartoffelkäfer: Jan Mohnhaupt hat die Rolle von Tieren im Nationalsozialismus analysiert. Die Nazis waren genauso wenig Tierfreunde, wie sie Menschenfreunde waren.
Die meisten Menschen gehen in München und Berlin gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße. Nach einer friedlichen Kundgebung gibt es in Berlin fast 100 Festnahmen. Auch in anderen Ländern kommt es zu Großprotesten – entgegen der Empfehlung von Behörden.
Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen sind ein Sammelbecken für Verschwörungsmythiker und Vertreter extremer Haltungen. Diese Mischung ist brandgefährlich. Ein Gastbeitrag.
Der Streit um den vom nationalsozialistischen Staat gekauften Welfenschatz sollte in Deutschland verhandelt werden. Mit einer Eingabe an den Obersten Gerichtshof springt die amerikanische Regierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bei.
Schnappschüsse und Propaganda: Gerhard Paul schärft mit seinem Buch „Bilder einer Diktatur“ den Blick auf die Bilderwelt des Nationalsozialismus.
In der „Weiberschlucht“ bei Kiew wurden im Krieg hunderttausend Menschen von Deutschen ermordet. Jetzt wollen Oligarchen dort ein neuartiges Museum finanzieren. Wie aber sieht ein würdiger Gedenkort aus?
Über Richmonds prächtigstem Boulevard thront ein bronzener Robert E. Lee mit anderen Repräsentanten der Südstaaten. Für viele Afroamerikaner symbolisieren sie andauernde Unterdrückung. Auf einmal kommen die Statuen weg.
Der Polizist, der das gesagt hat, konnte erst nach Jahren aus dem Dienst entfernt werden. Bis vor wenigen Tagen war er AfD-Politiker. Braucht es wieder einen Radikalenerlass?
Das Staatsoberhaupt Irans hat wieder einmal erklärt, es wünsche sich „die Eliminierung des zionistischen Regimes“. Doch woher kommt dieser Auslöschungs-Antisemitismus? Der Historiker Matthias Küntzel beleuchtet in seinem Buch „Nazis und der Nahe Osten“ bisher wenig beachtete Aspekte.
Was, wenn die Vereinigten Staaten einen Faschisten zum Präsident gewählt hätten? David Simon adaptiert Philip Roths „The Plot Against America“ als Serie. Kein Spiel mit historischen Analogien – ein Appell, sich einzumischen.
Von den Nationalsozialisten verfolgt, von den Briten auf dem Flüchtlingsschiff Exodus angegriffen: Esther Shakine erzählt ihre Geschichte auf ungewöhnliche Weise – als Comic.
Abraham Weintraub verunglimpft Hausdurchsuchungen der brasilianischen Bundespolizei bei Politikern als „Kristallnacht“. Jüdische Organisation zeigen sich empört.
Warum ein gefährliches Virus die Ausbreitung wahnhafter Verschwörungstheorien begünstigt und wie wir das verstehen können. Ein Gastbeitrag.
Intellektuelle aus Afrika sollen in Berlin für Achille Mbembe interveniert haben, siebenhundert an der Zahl. Welche Namen stehen auf der Liste?
Was für Gemeinsamkeiten gibt es zwischen der Literatur über den GULag und der über den Holocaust? Die Slawistin Renate Lachmann plädiert für ein „europäisches kollektives Gedächtnis“.
Der Historiker Brendan Simms sieht Adolf Hitler bis zuletzt vom Westen besessen und breitet diese These auf über tausend Seiten aus. Dabei fehlt nicht nur die Gegenprobe, sondern auch der historische Kontext.
Mit antiisraelischen Äußerungen hat Irans Führung international Kritik auf sich gezogen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Benny Gantz warnten davor, Israel herauszufordern.
Proust, antijüdisch? Ein französischer Literaturwissenschaftler studiert die damalige jüdische Rezeption – und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.
Spreadshirt druckt Wunschmotive auf T-Shirts. Das haben auch Impfgegner und Verschwörungstheoretiker für sich entdeckt – was dem Leipziger Unternehmen am Wochenende einen veritablen Shitstorm einbrachte.
Der Dokumentarfilm „Germans & Jews: Eine neue Perspektive“ fragt danach, wie Deutsche und Juden heute mit der gemeinsamen Geschichte leben. Heute läuft er in den Kinos an – online.
Sein „Stellvertreter“ löste den größten Theaterskandal der Nachkriegszeit aus. Er blieb kritisch gegenüber etablierten Autoritäten, spöttisch und jederzeit kampagnenbereit. Zum Tod des Dramatikers und literarischen Provokateurs Rolf Hochhuth.