Der Mann, der Frankreich enteilt
Emmanuel Macron hat seine Idee für ein neues Europa vorgestellt. Derweil sind Frankreichs Intellektuelle entsetzt, wie der Präsident das eigene Land umkrempelt. Ihre Tiraden bestimmen das Bild in der Presse.
Emmanuel Macron hat seine Idee für ein neues Europa vorgestellt. Derweil sind Frankreichs Intellektuelle entsetzt, wie der Präsident das eigene Land umkrempelt. Ihre Tiraden bestimmen das Bild in der Presse.
1977 war das blutigste Jahr des Terrors der Rote Armee Fraktion. Höhepunkt der Mord- und Entführungsserie der RAF war der „Deutsche Herbst“ mit der Todesnacht von Stammheim. Im FAZ.NET-Interview erinnert sich einer der Chefermittler der Bundesanwaltschaft an jene Zeit.
Frankreich als Beute einer „extremen Mitte“, die es mit dem neuen kleinen Napoleon Macron hält? So stellten Pascale Fautrier und Claus Josten unlängst die französischen Verhältnisse nach der Wahl im Nachbarland dar. Eine Replik.
Frankreichs neue „extreme Mitte“ steht in unguter Tradition. Der neue Präsident betreibt keine Post-, sondern Anti-Politik. Gewählt wurde er nur von einer Minderheit.
Das Berliner Ensemble feiert mit einem schrägen Bob-Dylan-Abend den Meister. Vor lauter Ehrfurcht und Mitgefühl vergaßen seine Schöpfer Leander Haußmann und Sven Regener die entscheidende Frage.
Das dritte Geschlecht in der französischen Politik heißt Emmanuel Macron. Er ist weder links noch rechts, aber sowohl als auch. Ist er Klon seiner Vorgänger oder Ödipus in Merkels Bett?
Noch immer steht sie auf der Bühne, spielt und formt ihre Lieder nach Herzenslust: Die Chanson-Legende Juliette Gréco feiert heute ihren neunzigsten Geburtstag.
Der Bildtheoretiker W.J.T. Mitchell sprach in Genf über den „amerikanischen Albtraum“. Dabei versprühte er bei allen kulturpessimistischen Bedenken eine ansteckenden Lust, die den Schock fast überwindbar werden ließ.
Der Rollkragenpullover galt lange Zeit als Symbol der Künstler und Kreativen. Aber in diesem streng beginnenden Winter nutzt er auch denen, die lieber weniger denken. Denn das Kleidungsstück hat sich entscheidend verändert.
Mit Kritik an ihrer Entscheidung, Bob Dylan den Literaturnobelpreis zu geben, hatten sie wohl gerechnet. Aber dass er sich noch immer nicht geäußert, geschweige denn bedankt hat, stört ein Mitglied der Schwedischen Akademie nun gewaltig.
Zum Achtzigsten legt Wolf Biermann seine Autobiographie vor – das ironische und selbstironische Dokument eines Geschichtsgewinners, geschmückt mit fabelhaften Anekdoten.
Das Münchner Residenz- und das Cuvilliés-Theater drehen zur Spielzeiteröffnung am ganz großen Rad der politischen Dramatik. Mit Schillers „Die Räuber“ und Sartres „Die schmutzigen Hände“ geht das gewaltig schief.
Urlaub bedeutet oft: hässliche Mietwagen. Doch jetzt kann man sich günstig schöne Oldtimer mieten und in eine andere Epoche fahren. Zwei Selbstversuche in Paris
Als Kind war er selbst ein Flüchtling, später rettet er Bootsflüchtlinge im chinesischen Meer. Heute morgen ist Rupert Neudeck, Journalist und Gründer von „Cap Anamur“, mit 77 Jahren gestorben.
Brände in Frankreich, Proteste im ganzen Land: Der Kopf dahinter ist Philippe Martinez. Sein Aufstieg in der Gewerkschaft CGT verlief schnell, er gilt als Meister der Selbstinszenierung. Und wird selbst zum Brandstifter. Ein Portrait.
Zwei Doppelbetten, zwei Garderoben, zwei Kühlschränke: Einige Ehepaare leben freiwillig in getrennten Wohnungen. Aber sind sie durch die neu geschaffenen Freiräume auch glücklicher?
Der französische Filmemacher Claude Lanzmann zeigt uns sein journalistisches Frühwerk, das voller Überraschungen steckt. Sogar den Pantomimen Marcel Marceau brachte er zum Reden.
Michel Onfray, Philosoph, Schriftsteller, einst Regierungssprecher unter Mitterrand, will sich aus den öffentlichen Debatten zurückziehen. Keine schlechte Idee: Einer seiner Tweets war nach den Anschlägen von Paris vom IS aufgegriffen worden.
Mit Aufarbeiten und Bewältigen hat sein Erinnern an die Schoa nichts zu tun. Es ist ein einziger Kampf gegen den Tod der Toten: Dem Dokumentarfilmkünstler Claude Lanzmann zum neunzigsten Geburtstag.
Der Philosoph André Glucksmann ist in Paris gestorben. Mit dem Ex-Maoisten begann die Überwindung des Marxismus in Frankreich. Unvergessen ist sein Streit mit den deutschen Pazifisten.
Frankreichs nächster Präsident wird erst 2017 gewählt. Doch schon jetzt werden die Medien darauf eingestellt: Reiche Freunde von Nicolas Sarkozy kaufen Sender, François Hollandes Leute gründen welche.
Wie steht es um Gastfreundschaft oder Fremdenfeindlichkeit im eigenen Land? Und was macht der Nachbar? Frankreich blickt mit Skepsis und Bewunderung auf die deutsche Flüchtlingspolitik.
Für den Roman „Der stille Don“ erhielt Michail Scholochow 1965 den Literaturnobelpreis. Doch hinter dem Buch steckte nicht er, sondern ein Projekt des Geheimdienstes.
Das Pariser Viertel Saint-Germain-des-Prés war in der Nachkriegszeit der intellektuelle Mittelpunkt Europas. Und die Spuren sind bis heute sichtbar.
Menschenrechtsverletzungen? Aber nein! Schwarze Listen? Niemals! Wie man bei den Europaspielen in Aserbaidschans Hauptstadt Baku mit missliebigen Journalisten und unangenehmen Fragen umgeht.
Von 1944 bis zum Beginn des Kalten Kriegs schrieb Albert Camus für „Combat“, die Zeitung der Résistance. Jetzt liegen seine Artikel in deutscher Übersetzung vor. Es sind Meisterwerke.
Frankreich verweigert dem großen Komponisten Henri Dutilleux das Gedenken wegen seiner Nähe zum Vichy-Regime. Nach den Kriterien, die dabei angelegt werden, müssten viele Ehrungen zurückgenommen werden.
Aus einer angesehenen Professur soll eine angesehene Juniorprofessur werden. Für die Universität Freiburg ist Tradition ein alter Hut.
Zwischen Parodie und Tragödie, Blödelei und ergreifenden Momenten: Alexander Eisenach inszenierte Sartres Drehbuch „Das Spiel ist aus“ an den Frankfurter Kammerspielen.
Er sei in seinem Buch „nicht weit genug gegangen“, sagt Michel Houellebecq. Im Gespräch erklärt er die Liebe der Deutschen zu ihm. Und seine eigene zu Balzac, Flaubert und Huysmans - also zum neunzehnten Jahrhundert.
Attentat zum Erscheinungstermin: Die Schüsse auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ fielen am Tag der Auslieferung von Michel Houellebecqs Islam-Roman „Unterwerfung“.
Der Autor des „Kapitals im 21. Jahrhundert“ will nicht von der Regierung ausgezeichnet werden. Damit reiht er sich ein in eine Riege prominenter Trotzköpfe.
Mit Patrick Modiano gewinnt ein Schriftsteller den Literaturnobelpreis, den die Geister der Vergangenheit nicht ruhen lassen. Seine Erzählkunst ist für französische Verhältnisse eher konventionell, sein flüssiger Schreibstil aber hat Furore gemacht.
Ein Meilenstein der deutschen Literaturgeschichte ist jetzt komplett: Reiner Stachs dreibändige Kafka-Biographie. Wie sie entstand und was sie fast verhindert hätte, erzählt der Autor beim Besuch.
Nie konnte er Ruhe geben, ob als Einbrecher, Polizist, Notar, Geizkragen, Feinschmecker, Steuerberater, Verleger, Kunsthändler, falscher Rabbi oder Dirigent. Heute wäre der große Louis de Funès hundert Jahre alt geworden.
Ein transnationaler, sich gegenseitig verstärkender Radikalisierungsprozess führte von den Studentenrevolten in der Bundesrepublik, in Italien und in Frankreich bis zu den tödlich beendeten Entführungen Hanns Martin Schleyers und Aldo Moros.