Ausflüge in die Gärten der Erinnerung
Wer Friedhöfe besucht, kann sich Geschichte aus einer anderen Perspektive erschließen. Sie sind Grünflächen der besonderen Art, Kunstwerke der Vergänglichkeit.
Wer Friedhöfe besucht, kann sich Geschichte aus einer anderen Perspektive erschließen. Sie sind Grünflächen der besonderen Art, Kunstwerke der Vergänglichkeit.
Der Franzose dominiert mit seinen Texten die Spielpläne der deutschsprachigen Theater. Warum ist er in seinem Heimatland verhasst, aber im Ausland so beliebt?
Noch nie war uns die Gesellschaft so dicht auf den Leib gerückt wie heute: Rüdiger Safranski widmet sich anspruchsvollen Konzepten der Selbstverwirklichung.
Der Holocaust dürfe nicht zum Gegenstand von Vergleichen gemacht werden, heißt es. In der Wissenschaft und in der politischen Rhetorik ist es trotzdem geschehen. Die Empathie mit Opfern anderer Verbrechen hat das nicht gefördert.
Jean-Paul Sartre würde heute wohl zu Hause bleiben: Existentialphilosophisch korrektes Reisen war kaum je so schwierig wie im Zeitalter von Flugscham und Instagram.
Die Sprache von innen angreifen: Der Band mit den politischen Essays Jean Genets in der deutschen Werkausgabe offenbart wildes Denken.
In Deutschland halten sich viele Intellektuelle aus der operativen Politik heraus. Ganz anders in Frankreich. Da „halten sich Politiker für Schriftsteller“, schreibt der Finanzminister – in einem Roman.
Von der Pariser Kommune bis zum Modernisierungsschub der fünfziger Jahre: Wie die Literaturwissenschaftlerin Kristin Ross die Voraussetzungen der Demokratie freilegt.
Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es. Ein neues Museum in Berlin sagt: Ekel bildet.
Der Literaturredakteur James Campbell verschafft den Lesern des Times Literary Supplement tiefe Einsichten über preiswürdige Autoren – und erfand gleich selbst ein paar Preise dazu. Jetzt wird er siebzig Jahre alt.
Der kanadische Psychologe Jordan B. Peterson ist einer der populärsten Wissenschaftler unserer Zeit. Er beglaubigt seine Thesen mit den Leiden der eigenen Seele. Was verrät sein Erfolg über die Erwartungen an die Wissenschaft?
Alice Schwarzer ist Deutschlands bekannteste Feministin. Hier spricht sie über die Waffen einer Frau, die Schwächen der Männer, die Freuden der Populärkultur, den Machtmissbrauch durch Prostitution und Pornografie als Vergewaltigung.
Wohin geht’s wirklich? Hans-Jürgen Heinrichs legt mit „Der kürzeste Weg führt um die Welt“ eine enervierend-faszinierende Autobiographie vor.
Geistreiche Frauen traktiert man am besten mit einem Rüdesheimer: Ein kleines Buch über Wein ist im Jahr 1933 eine der letzten, großen Manifestationen der deutsch-tschechisch-jüdischen Kulturelite in Prag.
Wirtschaftswachstum +++ Kompetenz Europäische Union +++ sexuelle Freizügigkeit +++ Ausstellung Wunderblock +++ Sterbehilfe
Das letzte Tabu: Enthüllungsbücher über Inzest und Pädophilie in der Elite erschüttern Frankreich. Die höchsten Kreise des Landes sind alarmiert.
„Feuer der Freiheit“ ist ein erfolgreiches Buch, das in diesem Jahr unter vielen Weihnachtsbäumen liegen wird: Vier Frauen retten darin die Philosophie in Zeiten des Krieges. Warum beginnt man dennoch, dem Autor zu misstrauen?
Manfred Geier verknüpft in „Die Liebe der Philosophen“ Leben und Werk von Sokrates, Foucault und anderen Gelehrten mit sexual-biographischen Untersuchungen. Dabei verpasst er eine Chance.
Wolfram Eilenberger widmet sich in seinem neuen Buch „Feuer der Freiheit – Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933–1943)“ vier Autorinnen und ihren philosophischen Denkstilen.
Der frühere Chef von Labour, Jeremy Corbyn, ist aus seiner Partei geflogen, weil unter ihm Antisemitismus zum Normalzustand wurde. Corbyn Reaktions zeigt, dass er seine eigene Haltung und deren katastrophale Folgen nicht ansatzweise erkennt.
„Man darf nicht als Besiegter gehen, sondern als Sieger“, sagte sie, kurz bevor sie zum letzten Mal in Deutschland auftrat. Das ist ihr gelungen: zum Tod der Sängerin Juliette Gréco.
Sie war die Grande Dame des französischen Chansons: Die Sängerin Juliette Gréco ist tot. Sie starb im Alter von 93 Jahren im Kreis ihrer Familie. Als Muse der Existenzialisten prägte sie eine ganze Generation.
Alle Anfeindungen ließ sie hinter sich: Kate Kirkpatrick hat eine vorzügliche intellektuelle Biographie über Simone de Beauvoir geschrieben.
Alle Präsidenten der Fünften Republik haben die Lust der Franzosen am Königsmord zu spüren bekommen. Gegen Emmanuel Macron erreicht der Hass aber immer neue Dimensionen.
Literaturpreis-Jurys haben es nicht leicht: Man streitet, wird unter Druck gesetzt, oder der Preisträger lehnt ab. Jetzt kann ein Vorstoß mehrerer Schriftsteller für Entlastung sorgen – in elf und dreizehn Jahren.
Der Philosoph Michel Onfray gründet eine Zeitschrift und will damit die linken und rechten Souveränisten vereinigen. Schuld am Corona-Debakel ist, natürlich, die Unterwerfung unter das Diktat Brüssels.
Im Mai 1970 gründete sich die „Rote Armee Fraktion“. Geschichte ist sie nicht. Noch immer harren zahlreiche Morde der Aufklärung. Aber die Propaganda verfing niemals. Ein Essay.
Das Coronavirus wird die Welt nicht verändern, nur der Marxismus kann sie noch retten: Das ist die Überzeugung des Philosophen Alain Badiou. Ein Besuch in Paris.
Eltern im Homeoffice, Kinder im Homeschooling, Sofa im Belagerungszustand: Wie kann man auch kleine Wohnungen so gestalten, dass sich jedes Familienmitglied mal zurückziehen kann und es nicht ständig Streit gibt?
Auf der ganzen Welt liest man jetzt „Die Pest“ von Albert Camus. Doch in dem Buch steckt viel mehr als die Beschreibung einer Seuche. Es stellt auch unsere Zukunft in Frage.
Unser Autor wurde 1959 nach Paragraph 175a wegen „versuchter Verführung“ verurteilt. Dem Schwulenhass in Deutschland entfloh er nach Paris.
Frankreichs berühmtestes Nachrichtenmagazin „L’ Express“ wagt einen Neuanfang: In sachlicher Aufmachung ahmt es den erfolgreichen „Economist“ nach. Der Start ist dank wachsender Umsatzzahlen vielversprechend.
Mehr als siebzig Jahre nach der Erstausgabe liegt David Roussets Erfahrungsbericht über die Welt der Konzentrationslager auf Deutsch vor. „Das KZ-Universum“ führt uns in den „Abgrund der Lager“.
In seinen Büchern ließ sich der französische Schriftsteller Gabriel Matzneff jahrelang über seine Vorliebe für Sex mit Minderjährigen aus. Jetzt hat die Pariser Staatsanwaltschaft endlich Ermittlungen gegen ihn aufgenommen.
Ein Jahr nachdem die „Gelbwesten“ die revolutionären Leidenschaften Frankreichs neu entfesselt haben, folgen ihnen Intellektuelle. Ein Aufruf zum Widerstand gegen die „Offensive“ der „neoliberalen und autoritären Regierung“.
Der amerikanische Schriftsteller nahm vor 75 Jahren an der grausamen Schlacht bei Aachen teil. Seine traumatischen Erlebnisse im Hürtgenwald brachte er aber nur in Ansätzen zu Papier. Ein Storytelling aus dem vergangenen Dezember.