Schäuble und IWF streiten über Griechenland
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland ab. IWF-Chefin Christine Lagarde will Athen zwei Jahre mehr Zeit für das Reformprogramm geben
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland ab. IWF-Chefin Christine Lagarde will Athen zwei Jahre mehr Zeit für das Reformprogramm geben
Griechenlands Coca-Cola-Abfüller ist das größte Unternehmen des Landes. Die Aktie wird bislang an der Börse in Athen gehandelt. Doch künftig will das Unternehmen primär in London notiert sein.
IWF-Chefin Christine Lagarde hat noch deutlicher als sonst dafür geworben, Griechenland zwei Jahre mehr Zeit zu geben. Wolfgang Schäuble ließ durchblicken, dass er von dem Vorstoß wenig hält. Er hat Recht.
Griechenland braucht nach Ansicht von IWF-Chefin Lagarde zwei Jahre mehr Zeit. „Ein Aufschub von zwei Jahren ist notwendig, um das Konsolidierungsprogramm zu bewältigen“, sagte sie auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds. Finanzminister Schäuble hat sich unterdessen gegen einen Schuldenerlass für Griechenland ausgesprochen.
Angela Merkel besucht Griechenland, und sie weiß genau: Das Hilfsgeld, das Deutschland zahlt, kommt vor allem uns selbst zugute. Mit dieser Zahlung kann man auch aufhören. Ein Kommentar
Die Anleihen von Zypern sind inzwischen eine hochspekulative Anlage. Die Ratingagentur Moody’s senkte die Kreditwürdigkeit des Euro-Krisenlandes um gleich drei Noten. Und es droht eine weitere Herabstufung.
Antonis Samaras hat die Rolle des Schurken im Schuldendrama als Ministerpräsident abgelegt. Wenn er an diesem Dienstag Kanzlerin Merkel in Athen empfängt, dürfte er vor allem für Rücksicht auf die Nöte der Griechen werben.
Steuerfahnder in Griechenland überprüfen einem Zeitungsbericht zufolge mindestens 60 Politiker auf Steuerhinterziehung, illegale Bereicherung und Geldwäsche. Auch ein lange verschollener USB-Stick sorgt für Wirbel: Er enthält die Namen zahlreicher Griechen mit Schweizer Konten – und war lange verschwunden.
Der Religionssoziologe Hans Joas ist einer der wichtigsten deutschen Soziologen. Im Interview spricht er über die Sakralisierung Europas, die Probleme des Euro und wie sich das Rad der Geschichte zurückdrehen lässt.
Erstmals seit dem Ausbruch der Griechenland-Krise vor drei Jahren reist die Kanzlerin nach Athen. Sie will sich dort am Dienstag mit Griechenlands Ministerpräsident treffen. In einem Interview sagte Samaras, die Lage seines Landes sei vergleichbar mit dem Ende der Weimarer Republik.
„Die griechische Demokratie steht vor ihrer vielleicht größten Herausforderung“, sagt Griechenlands Ministerpräsident Samaras. In dieser Situation setzt Samaras auch auf Unterstützung aus Deutschland. Am Dienstag reist Bundeskanzlerin Merkel nach Athen.
Steingrímur Sigfússon, Islands Industrieminister, bewirbt sein Land als Beispiel für Krisenbewältigung. Die Regierung reklamiert erstaunliche Fortschritte für sich. Taugt Island auch als Vorbild für andere Staaten?
Im kommenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt nach Einschätzung der Regierung um 4 Prozent zurückgehen. Derweil hat die Troika nach einer Woche Pause ihre Kontrollen in Athen wieder aufgenommen. Wichtiger Streitpunkt: Die Zukunft von etwa 15.000 Staatsbediensteten.
Die Krise hinterlässt tiefe Spuren am Arbeitsmarkt. In Südeuropa ist inzwischen jeder vierte Erwerbsfähige ohne Job. Die Menschen in Spanien und Griechenland gehen aus Protest auf die Straße. Vor allem junge Leute haben kaum Aussicht auf Arbeit.
Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will Griechenland bei der Bewältigung seiner Schuldenkrise mehr Zeit einräumen. Auch ein drittes Rettungsprogramm schließt er nicht aus. Athen werde sich in den kommenden sieben bis acht Jahren nicht selbst Geld leihen können: „So lange werden wir helfen müssen“.
Londons Immobilienmarkt gilt seit längerer Zeit als Magnet für ausländische Steuerflüchtige. Laut einem Medienbericht hilft Großbritannien den griechischen Behören bei der Suche nach Steuersündern. Athen prüft nun eine Liste mit 400 Namen potenzieller Steuersünder.
Die griechische Koalitionsregierung hat sich grundsätzlich auf weitere Sparmaßnahmen im Umfang von fast 12 Milliarden Euro geeinigt. Die linkspopulistische Oppositionspartei Syriza will unterdessen Reparationsforderungen an Deutschland prüfen lassen.
Nach den Inseln nun die Wettbüros: Unter dem Druck der internationalen Geldgeber stellt Griechenland seine Anteile am profitabelsten Staatsunternehmen, dem Wettanbieter OPAP, zum Verkauf.
Griechenland muss sich auf einen weiteren Preissturz auf dem Markt für Wohnimmobilien einstellen. Vor allem teure Immobilien verlieren an Wert
Begleitet von einem landesweiten Streik haben Millionen Griechen gegen das Sparprogramm der Regierung Samaras protestiert. Vereinzelt kam es zu Ausschreitungen. Angeblich steht die Koalition vor der Einigung auf weitere Reformen.
Der künftige ZEW-Chef Fuest sieht die Reformbemühungen in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien äußerst skeptisch. Einem neuen Gutachten zufolge rechnet er mit „quälend langsamen“ Fortschritten bei dem Versuch, die Staatsfinanzen zu sanieren.
Die EZB lehnt einen Forderungsverzicht für Griechenland ab, die Hannover Rück prüft eine höhere Dividende. Die Deutsche Bank sieht Besserung im Investmentbanking, Conergy schreibt hohe Verluste.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie hat sich im Konflikt um den Kurs der Notenbanken in der Eurokrise eindeutig hinter Bundesbankpräsident Jens Weidmann gestellt. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel warnte die Bundesregierung davor, die Bundesbank zu schwächen.
Griechenland verfehlt offenbar abermals die Vereinbarungen mit seinen Gläubigern. Nach einem Bericht schafft es Athen nicht, wie vereinbart ab 2015 seinen Haushalt ohne zusätzliche Hilfen finanzieren. Brüssel und europäische Notenbanken sehen demnach eine Finanzierungslücke von rund 30 Milliarden Euro.
Die Euroländer erwägen, den Rettungsfonds ESM notfalls auf zwei Billionen Euro zu hebeln. Im Staatshaushalt der Griechen fehlen derweil angeblich weitere 20 Milliarden Euro. Zu diesem Schluss kommt einem Medienbericht zufolge die Troika. Dies wäre fast doppelt so viel wie bislang vermutet.
Dass die Rezession in Griechenland, die viel tiefer ist als gedacht, die ursprünglichen Zahlen des Sanierungsplans schon wieder alt aussehen lässt, dürfte Fachleute nicht überraschen. Griechenland muss endlich die ursprünglichen Pläne erfüllen. Und das muss mit größtmöglicher Seriosität geschehen.
Die Kontrolleure der internationalen Geldgeber Griechenlands unterbrechen ihre Arbeit in Athen - nun bereits zum dritten Mal. Der Zeitplan gerät damit immer weiter in Verzug.
In der Finanzwirtschaft gibt es neue Zweifel, ob Griechenland ohne einen zweiten Schuldenschnitt finanziell wieder auf Kurs zu bringen ist. Commerzbank-Chef Martin Blessing heizte eine entsprechende Diskussion an.
Deutschland ist mit einem Defizit von knapp 9 Milliarden Euro auch 2011 wieder mit Abstand der größte Nettozahler der EU gewesen. Die größten Profiteure in der EU sind Polen, Griechenland und Ungarn.
Mit gutem Beispiel voran: Der Präsident der griechischen Zentralbank und seine beiden Stellvertreter verzichten freiwillig auf ein Drittel ihres Gehalts. Sie wollen so einen Beitrag dazu leisten, dass Griechenland wettbewerbsfähiger wird.
Die Troika bewertet derzeit das Reformprogramm Griechenlands. Ihr Bericht ist Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche aus dem Rettungsprogramm. Griechenlands Finanzminister gibt bereits zu: Vollständig werde das Land die Sparvorgaben nicht erfüllen.
Seit Ausbruch der Krise haben Irland, Spanien und Portugal ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Griechenland kommt nur schwer voran. Italien bemüht sich um Reformen, doch vieles bleibt Stückwerk.
Griechenland will mehr Zeit, um seine Schulden an die internationalen Geldgeber zu begleichen. Österreichs Finanzministerin sagt, das könne gehen. Mehr Geld soll es allerdings nicht geben. IW-Chef Michael Hüther fordert insgesamt zehn Jahre Zeit.
Die Finanzminister der 17 Eurostaaten haben die von den Karlsruher Richtern formulierten Bedingungen für die Ratifizierung des ESM-Vertrags gebilligt. Alle seien sich einig gewesen, sagt Eurogruppenchef Juncker.
Die Eurozone steht vor der Wahl: Entschuldung durch Inflation oder Schuldenschnitt für einzelne Krisenländer. Inflation ähnelt einem Flächenbombardement, das jeden trifft. Gezielter wirkt ein Schuldenerlass, allerdings nur, wenn er noch rechtzeitig kommt. Die EZB hat es in der Hand.
Griechenland braucht Geld, um die Bedingungen für die Rettungspakete zu erfüllen. Der Ruf nach einem Verkauf von Inseln war schon oft zu hören. Ein direkter Verkauf sei gesetzlich nicht möglich und auch nicht gewollt, sagt die Privatisierungsbehörde. Sie setzt auf langfristige Pachtverträge.