Das Ende des Mythos’ vom deutschen Sonderweg
Der Vatikan wirft den deutschen Katholiken einen Sonderweg vor. Doch Bischofskonferenzen aus anderen Ländern berichten über die gleichen Probleme.
Der Vatikan wirft den deutschen Katholiken einen Sonderweg vor. Doch Bischofskonferenzen aus anderen Ländern berichten über die gleichen Probleme.
Die jüngste Erklärung aus dem Vatikan zum Reformprojekt Synodaler Weg hat den Streit zwischen dem Vatikan und der katholischen Kirche in Deutschland neu befeuert.
Kein Sonderweg für deutsche Katholiken: Laien und Bischöfe zeigen sich erstaunt über die Rüge, die der Vatikan erteilt hat – aus ihrer Sicht beweist der Brief des Papstes „keinen guten Stil“.
Erst hat die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) die Aufhebung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche begrüßt. Dann zeigte sich, dass nicht das ganze Komitee hinter der Aussage steht.
In Stuttgart wurde so freimütig debattiert wie seit 1968 nicht. Doch die Zeit läuft der katholischen Kirche davon.
Beim Katholikentag in Stuttgart geht es um Pandemie und Krieg. Vor allem aber ringen die Gläubigen um die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch.
Schon zum Auftakt ist gewiss, dass der 102. Deutsche Katholikentag nicht an vergangene Erfolge anknüpfen kann. Die Veranstalter verweisen auf die Corona-Pandemie, den Krieg in der Ukraine - und die Krisenstimmung in der katholischen Kirche.
Nicht nur Kleriker, sondern auch Laien müssten sexuelle Gewalt in der Kirche entschiedener aufarbeiten, mahnt die neue Missbrauchsbeauftragte. Bisher gebe es nur wenige Beispiele für eine gute Betroffenenbeteiligung.
Der Kölner Kardinal Woelki hat dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken fordert eine rasche Entscheidung des Papstes.
Enttäuscht bis entrüstet: Das sind die meisten Reaktionen auf einen Brief Benedikts XVI., in dem er sich für Fehler im Umgang mit Missbrauchsopfern entschuldigt. Nur sein Privatsekretär springt ihm bei.
Das katholische Reformprojekt Synodaler Weg will beim Papst erreichen, dass Homosexualität nicht mehr als Sünde gilt. Die Bischöfe waren geteilter Meinung.
Angesichts des Missbrauchsskandals fordert die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, drastische Veränderungen in der katholischen Kirche. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter mahnt eine zügige Aufarbeitung an.
Nun fordern auch Bischöfe grundstürzende Reformen der Kirche: Ämter auf Zeit, verheiratete Priester. Aber auch das Reformprojekt Synodaler Weg ist außer Kontrolle geraten.
Es gab zwar einen Gegenkandidaten zu Irme Stetter-Karp, der Vizepräsidentin des deutschen Caritasverbandes. Aber diesmal sollte kein Mann mehr an die Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gelangen.
Irme Stetter-Karp wurde mit 149 von 190 Stimmen gewählt. Sie sprach sich deutlich für den sogenannten Synodalen Weg aus. In der Kirche gebe es seit 50 Jahren einen „immensen Reformstau“.
Die katholische Kirche träumt von einem obersten nationalen Leitungsgremium, geschlechter- und generationengerecht besetzt. Aber solch ein Synodaler Rat trägt nur zur Aufblähung der Apparate bei. Ein Gastbeitrag.
Die Mitglieder des katholischen Reformprojekts „Synodaler Weg“ beraten über mehr Mitspracherechte für Gläubige in der Kirche. Doch die Papstentscheidungen zu Kardinal Woelki und Erzbischof Heße überschatten die Versammlung.
Unterstützt der Papst den „Synodalen Weg“ oder nicht? Das fragten sich viele, nachdem Franziskus den deutschen Katholiken vor mehr als zwei Jahren einen Brief geschrieben hatte. Nun gibt er selbst die Antwort.
Die deutschen Katholiken und der Papst haben sich voneinander entfremdet. Denn der Vatikan hat verlernt, was einmal als Markenzeichen der katholischen Kirche galt.
Inklusiv und gerecht soll sie sein, die gendergerechte Sprache. Und wenn sie exklusiv und ungerecht ist?
Das ZdK will künftig an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Raum Kirche mitwirken. Die läuft bislang nur schleppend an. Und auch Laien haben den Missbrauch durch bereitwilliges Wegsehen erleichtert
Der Streit um die Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen in der Kirche reißt nicht ab. Der Limburger Bischof Georg Bätzing stellt sich auf die Seite der Kritiker Roms – und bekommt Zustimmung.
Haftungsgemeinschaft +++ Dominanz eines Kultursystems +++ Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
Nach den neuen Corona-Beschlüssen rechnet der Handel um Ostern mit Andrang in Supermärkten. Die Schließung am Gründonnerstag sei kontraproduktiv. Kritik kommt auch von Handwerkern und Veranstaltern. Die Reisebranche ist erleichtert.
Seit 2002 treibt das Thema Missbrauch die katholische Kirche in Deutschland um – und nicht nur die Kirche. Eine Chronik.
Der Vatikan wird für sein Nein zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare heftig kritisiert. Das Schriftstück der Glaubenskongregation enttäuscht mehrere deutsche Zusammenschlüsse von Katholiken.
Auch aus der Politik wird die Kritik am Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsvorwürfen immer lauter. Eine Gruppe Katholiken will nun mit einer Online-Befragung zu Reformen Druck erzeugen.
Wer von sexueller Gewalt Betroffene benutzt, um die eigene Glaubwürdigkeit oder die der Institution Kirche wiederherzustellen, hat nichts begriffen. Ein Gastbeitrag.
Die Vorwürfe gegen das Erzbistum Köln wegen der Zurückhaltung eines Gutachtens über sexualisierte Gewalt werden immer lauter. Doch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken findet keine klare Haltung dazu.
Nach Informationen der F.A.Z. will Stefan Heße sein Amt als Geistlicher Assistent des Zentralkomitees der deutschen Katholiken vorerst nicht mehr ausüben. Dem Hamburger Erzbischof wird in Bezug auf die Missbrauchsfälle von 2010 und 2011 schwere Rechtswidrigkeit vorgeworfen.
Dürfen Frauen Priesterinnen werden? Darüber streiten Katholiken beim „Synodalen Weg“. Der Reformprozess könnte eine letzte Chance für ihre Kirche sein.
Die katholische Kirche will sich reformieren. Der „Synodale Weg“ geht nun weiter – vor allem eine Frage wird diskutiert: Hat die katholische Kirche angemessen auf die Pandemie reagiert?
Katholische Gemeinden sollen grundsätzlich von Priestern geführt werden, sagt der Vatikan. Was, wenn es nicht genug Priester gibt?, fragen viele. Dann trotzdem, heißt es in der jüngsten Verlautbarung aus Rom. Die deutschen Bischöfen sind nicht amüsiert.
Nicht mal mehr 60 Männer empfangen dieses Jahr in Deutschland die Priesterweihe – viel zu wenig, um die Lücken zu schließen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken fürchtet eine „Katastrophe“ und fordert eine drastische Reform.
Sechs Jahre wurden die deutschen Bischöfe von dem Münchner Kardinal Reinhard Marx geführt, jetzt haben sie einen Nachfolger gewählt: Georg Bätzing, Bischof von Limburg, wird ihr neuer Vorsitzender.