Das Ende einer jüdischen Geschichte
Lange weigerte sich Zebulon Simentov, Afghanistan zu verlassen. Nun muss der letzte Jude des Landes aus seiner Heimat fliehen. Doch es ist nicht die Angst vor den Taliban, die ihn ins Exil treibt.
Lange weigerte sich Zebulon Simentov, Afghanistan zu verlassen. Nun muss der letzte Jude des Landes aus seiner Heimat fliehen. Doch es ist nicht die Angst vor den Taliban, die ihn ins Exil treibt.
Seit mindestens 1700 Jahren ist jüdisches Leben ein Teil deutscher Geschichte. Wo zeigt sich das heute in einer Stadt wie München? Mit Charlotte Knobloch auf der Suche.
Die Fußballer verlieren wie Marine Le Pen, und Nazis werden zu Schutzengeln: Im französischen Sommer bestimmten die Geister der Vergangenheit die Debatten des Landes.
Historiker streiten über etwaige Bezüge zwischen Kolonialismus und Holocaust. Hat es literarische Fiktion da einfacher? Ein Besuch im Schloss Miramare bei Triest, dem Schauplatz von Claudio Magris’ jüngstem Roman, hält interessante Lehren parat.
Diese Kindergeschichte erzählt von einem Ort, an dem es keine Kindheit geben konnte, sondern nur die Erinnerung daran: dem Ghetto während des Holocaust.
Israel ist so groß wie Hessen. Statt sechs Millionen Einwohnern hat Israel allerdings neun – und es werden immer mehr. Bis zuletzt hat der Staat hohe Geburtenraten gefördert.
Zsolt Balla ist der erste Militärrabbiner der Bundeswehr. In seinem neu geschaffenen Amt will er nicht nur gegen Antisemitismus kämpfen, sondern auch für mehr religiöse Vielfalt.
Mit einer Ausstellung und einem neuen Denkmal erinnert Frankfurt an jüdische Kinder, die nach 1938 aus der Stadt fliehen konnten. Ihre Eltern, die bleiben mussten, haben den Holocaust meist nicht überlebt.
Warum hat er nicht einfach die Wahrheit gesagt? Die Debatte um den Publizisten Max Czollek berührt eine offene Frage der jüdischen Tradition. Ein Gastbeitrag.
Das Jüdische Museum Frankfurt zeigt mit seiner neuen Wechselausstellung die erste Schau überhaupt zur Nachkriegszeit. Aufbauend auf einem Forschungsprojekt macht das Museum die Geschichte greifbar.
Die Attacke des australischen Historikers Dirk Moses auf das Holocaust-Gedenken folgt einem eingespielten postkolonialen Muster. Das Ziel ist der maximale Opferstatus.
1962 schrieb Paul Celan in Frankreich ein Gedicht, das seine Erinnerung an die Toten der Schoa zum Ausdruck brachte. Dabei werden mehrere seiner lyrischen Konzeptionen gebündelt.
Manche Menschen haben Angst, anderen zu sagen, woran sie glauben. Das fühlt sich schrecklich an. Aber es hat seine Gründe. Auch heute noch. Sogar bei uns.
Wie man aus der Welt eine bessere macht? Die Schweden hatten in dieser Frage schon immer einen eigenen Kopf und lassen sich auch jetzt nicht beirren. Drei spätsommerliche Beobachtungen aus Saltsjöbaden, Stockholm und Sörmland.
Wir erleben eine Selbstverstümmelung des Westens: Was unser Einsatz in Afghanistan bewirkt hat – und welche Katastrophe unser Rückzug anrichtet. Ein Gastbeitrag.
Maxim Billers „Der falsche Gruß“ ist kein Schlüsselroman über neurotische Gegenwartsdebatten: Er zieht sein Publikum in die mörderischen Ideologien des 21. Jahrhunderts. Und ist so sentimental wie spielerisch.
Dani Dayan wird Leiter der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Der Besetzung war eine Kontroverse vorausgegangen. Yad Vashem zu leiten, sagt er, sei „mehr als eine Position; es ist eine Mission, die ich mit Ehrfurcht und Ehrerbietung übernehme“.
Die Tänzer vor der Frankfurter Gedenkstätte sollen umziehen. Denn die Erinnerung an die Deportation von jüdischen Bürgen soll nicht gestört werden. Der Kirchendezernent fordert ein Verbot als Ultima Ratio.
Südöstlich von Lublin haben israelische Forscher die sterblichen Überreste von 60 Juden gefunden, die während des Nationalsozialismus dort vergraben wurden. Unter den Leichen fand man auch 20 Kinder.
Der Holocaust dürfe nicht zum Gegenstand von Vergleichen gemacht werden, heißt es. In der Wissenschaft und in der politischen Rhetorik ist es trotzdem geschehen. Die Empathie mit Opfern anderer Verbrechen hat das nicht gefördert.
Auf dem Kulturcampus in Bockenheim entsteht die Jüdische Akademie des Zentralrats der Juden. Die künftige Ko-Leiterin Sabena Donath erklärt, was Besucher in der Institution erwartet und warum sie so wichtig ist – nicht nur für Frankfurt.
In erster Instanz waren sie verurteilt worden, weil Nachfahren eines möglichen Täters sich an einer Passage störten. Nun hob ein Berufungsgericht das Urteil gegen die zwei polnischen Historiker auf.
Fridolin Schley rollt in seinem aufwühlenden Roman „Die Verteidigung“ den Nürnberger Prozess neu auf, in dem Richard von Weizsäcker seinen Vater mit verteidigte.
Die israelische Regierung hat scharf auf ein vom polnischen Präsidenten Andrzej Duda unterzeichnetes Restitutionsgesetz reagiert. Warschau droht Israel mit einer Verschlechterung der bilateralen Beziehungen.
Seit Mai steht der Soldat Franco A. wegen Terrorverdachts vor dem Frankfurter Oberlandesgericht. Dass er Anschläge verüben wollte, bestreitet er. Doch die Richter haben viele Fragen.
Die Justiz und die Nicht-Aufarbeitung der Nazizeit. Eine Analyse über Bayern.
Nahe der Europäischen Zentralbank wird regelmäßig getanzt – an einem Ort, der eine Gedenkstätte ist. Das sagt viel darüber aus, wie schwach ausgeprägt die Erinnerungskultur in der Frankfurter Bevölkerung ist.
Von der Frankfurter Großmarkthalle aus wurden einst Tausende von Juden deportiert. Ein Teil der Gedenkstätte bei der EZB ist öffentlicher Raum, den Streetdancer für sich erobert haben. Das führt zu Diskussionen.
Immer mehr Menschen kiffen und koksen, die Profite der organisierten Kriminalität steigen, die Politik sagt aber: Weiter so! Die Drogengesetzgebung dient einer Ideologie, sagt der Autor Norman Ohler.
Die britische Politik lobt das geplante Holocaust-Denkmal in London, doch es gibt auch viele Kritiker. Manche befürchten sogar, es könne den Antisemitismus befördern.
Katharina Wagner ist es gelungen, die Bayreuther Festspiele musikalisch und szenisch auf hohem Niveau zu konsolidieren. Die Wiederaufnahmen von „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tannhäuser“ beweisen es.
Es sei Zeit, damit zu beginnen, die wahre Geschichte über die Antisemiten zu erzählen: Der israelische Außenminister Jair Lapid kündigt einen geschichtspolitischen Kurswechsel an – und erntet heftige Kritik von rechter Seite.
Hochgradig kriminell und fremdenfeindlich: Drei mutmaßliche Mitglieder der antisemitischen „Goyim-Partei“ müssen sich in Düsseldorf verantworten. Der Prozessauftakt zeigt eine unendliche Flut des Hasses.
Die drei SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz sind das erste jüdische UNESCO-Welterbe in Deutschland. Zum rund 1000 Jahre alten jüdischen Erbe gehören unter anderem die beiden Friedhöfe „Judensand“ und „Heiliger Sand“ in Mainz und Worms.