Warum in Kassel kein Dialog stattfindet
„Antisemitismus in der Kunst“ hieß in Kassel eine Veranstaltung. Schon der Titel war falsch: „Antisemitismus auf der Documenta fifteen“ wäre richtig gewesen.
„Antisemitismus in der Kunst“ hieß in Kassel eine Veranstaltung. Schon der Titel war falsch: „Antisemitismus auf der Documenta fifteen“ wäre richtig gewesen.
Die Worte des ukrainischen Botschafters in Deutschland über den Nationalisten Stepan Bandera seien inakzeptabel, heißt es aus Warschau. Eine Entschuldigung von Andrij Melnyk sei nicht notwendig.
Reform der Sterbehilfe +++ judenfeindliche Schmähbilder +++ Ostpolitik der SPD +++ Abhängigkeit der EZB
Die Documenta diskutiert über den Antisemitismus, die Kuratoren von Ruangrupa verweigern die Aussage. Sie wollen dieses seltsame Deutschland erst noch studieren.
Rafael Seligmanns mitreißender biographischer Roman „Rafi, Judenbub“ schärft die Sinne für den nie untergegangenen Antisemitismus.
2021 wurden in Deutschland über 2700 antisemitische Vorfälle erfasst – deutlich mehr als 2020. Vor allem die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen mit ihren Juden-Vergleichen prägten das Bild.
Auch unscharfes Denken gefährdet die Kunstfreiheit: Die Präsidentin der deutschen Abteilung des International Council of Museums hat zum Documenta-Skandal eine schlecht redigierte Stellungnahme publiziert.
Mehr als Zweitausend Nachkommen zwangsläufig emigrierter NS-Verfolgter haben bisher das Angebot der Wiedergutmachungseinbürgerung wahrgenommen.
Schon vor der Documenta hätte klar sein können, dass Vorurteile gegen Juden in Indonesien verbreitet sind. Sogar von einem Holocaustmuseum distanzierten sich Politiker umgehend.
Nach dem Documenta-Desaster: Sogar der Bundeskanzler fordert Konsequenzen, aber die Verantwortlichen klammern sich an ihre Posten. Jetzt soll die Ausstellung nach antisemitischen Werken durchsucht werden. Reicht das?
Der ehemalige Bundeswehr-Soldat Tim F. soll ein rechtsextremes Manifest geschrieben und Waffen gehortet haben. Er habe geplant, die Regierung zu stürzen und die Welt zu „säubern“. Nun stehen er, sein Vater und sein Bruder vor Gericht.
Zu spät erkannte Bedrohung von rechts: Martin Sabrows brillante Studie über die Ermordung Walther Rathenaus erscheint in einer neuen Ausgabe.
Vor hundert Jahren erschossen zwei rechtsradikale ehemalige Offiziere den Reichsaußenminister Walther Rathenau. Der Mord erschütterte die Grundlagen der Weimarer Republik. Ein Essay.
Kann man ein Hetzbild zum Denkmal umwidmen? Was die indonesischen Schöpfer der antisemitischen Figuren der Documenta planten, hat der Bundesgerichtshof im Urteil zur Wittenberger „Judensau“ vorgezeichnet.
Der Streit über antisemitische Kunstwerke auf der Documenta zeugt von Freiheit, nicht von Zensur. Doch alle Menschenrechte finden ihre Schranke in den Rechten anderer.
Das Debakel der Documenta zeigt: Wer sich dem Postkolonialismus kritiklos hingibt, bekommt häufig den Antisemitismus gleich mitgeliefert.
Der Augenspiegel, in dem sich der Kosmopolit und Humanist Johannes Reuchlin für den Erhalt der jüdischen Tradition einsetzte, wurde 1520 verboten.
Der Bundestag berät über ein neues Dokumentationszentrum zur Geschichte der deutschen Besatzungsherrschaft im Zweiten Weltkrieg. Das Projekt ist groß angelegt – und teuer.
Von fünf- und sechszackigen Sternen und siebenarmigen Leuchter: Leonid Zypkins Erzählung über sowjetischen Antisemitismus.
Es darf jetzt von einer Documenta der Verschlagenheit gesprochen werden: Die Schau und ihre Macher offenbaren ihren Antisemitismus und sind rechthaberisch bis zum Schluss.
Ein antisemitisches Werk wird erst nicht erkannt und dann lange nicht abgebaut: Was muss noch passieren, bis Konsequenzen gezogen werden?
Das antisemitische Wandbild des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi wird abgehängt. Zuvor hatte es für massive Kritik gesorgt.
Vorige Woche noch hielt die hessische Kulturministerin Dorn Warnungen vor Antisemitismus auf der Documenta 15 für abwegig. Nun ist sie geläutert.
Ungeeignet für politische Vereinnahmung: Der Band „Wandernde Sterne“ zeigt die Vielfalt von Isaak Babels Werk in Dramen, Drehbüchern und Selbstzeugnissen.
Die Erschütterung über Vorwürfe wegen sexualisierter Belästigung am Abraham Geiger Kolleg ist groß. Doch die Aufklärung der Zustände an der Ausbildungsstätte für liberale Rabbiner fängt erst an.
Am Samstag eröffnet die Documenta, überschattet vom Verdacht auf Antisemitismus. Unter denselben Verdacht stellt das Deutsche Historische Museum die allererste Documenta. Trifft er zu?
Als die Bücher des amerikanischen Historikers übersetzt wurden, griffen französische Kollegen Robert Paxton als Ausländer an. An seinem neunzigsten Geburtstag hat er in Frankreich den Status eines Nationalhelden, weil er die Nation von der Vichy-Apologetik befreit hat.
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die „Judensau“ an der Stadtkirche von Wittenberg hängen bleiben darf. Ein jahrelanger Rechtsstreit ist damit beendet.
Alte, falsche Botschaften dürfen nicht einfach so stehen bleiben. Es gibt aber kein allgemeines Recht auf Beseitigung unserer Fundamente.
Der Abiturient Noam Petri hat mit seinen 18 Jahren schon mehrere Preise für sein Engagement gewonnen. Der Frankfurter setzt sich gegen Antisemitismus und Rassismus ein. Das ist manchmal auch schmerzhaft.
An der Wittenberger Stadtkirche hängt seit dem 13. Jahrhundert ein antisemitisches Relief. Es darf hängen bleiben, wie nun der Bundesgerichtshof entschieden hat.
Er war zusammen mit Amos Oz der bedeutendste israelische Schriftsteller der Gründerjahre. Jetzt ist Abraham B. Jehoschua im Alter von 85 Jahren gestorben.
Im Streit um die antijüdische Schmähplastik an der Wittenberger Stadtkirche fällt das BGH-Urteil. Die Deutschen wollen auch beim Urlaub sparen. Und: Sensationeller Fund vor der britischen Küste. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter.
Am 9. April ist der Schauspieler Michael Degen verstorben. Im Alter von 90 Jahren, dachte man. Dabei war er älter. Seine Mutter hat sein Geburtsdatum verändert, aus einem existenziellen Grund, von dem die „Bild“-Zeitung nichts wissen will.
Als Erbin eines früheren Kaufhaus-Königs wurde sie reich, als Kunstsammlerin bekannt: Im Alter von 84 Jahren ist Heidi Goëss-Horten gestorben – nur wenige Tage nach Eröffnung ihres Privatmuseums in Wien.
Im Irak ist es künftig verboten, Kontakt zu Menschen aus Israel zu haben. Das Gesetz gilt selbst für ausländische Besucher. Dass es erlassen wurde, liegt nicht allein am wachsenden iranischen Einfluss.