Tellkamps Jammern
Obwohl sein neuer Roman große mediale Aufmerksamkeit genießt, wird Uwe Tellkamp nicht müde, sich als Opfer der Cancel Culture zu begreifen. Wie kann das sein?
Obwohl sein neuer Roman große mediale Aufmerksamkeit genießt, wird Uwe Tellkamp nicht müde, sich als Opfer der Cancel Culture zu begreifen. Wie kann das sein?
Kendrick Lamar kann das Persönliche grandios mit dem Gesellschaftlichen kurzschließen. Doch auf seinem neuen Album „Mr. Morale & The Big Steppers“ hat ihn die Psychoindustrie bekehrt.
Die größte spanische Tageszeitung, „El País“, hat die Stierkampfkritik stillschweigend vom Papier ins Digitale verbannt: Symptom einer schwierigen gesellschaftspolitischen Debatte.
Hilfe für die Ukraine ist das Gebot der Stunde. Der Pianist Alexander Melnikov findet: Das Verbot russischer Kunst im Westen verletzt elementare Grundrechte der Zivilisation. Ein Gastbeitrag.
Einen Monat lang sah es so aus, als könnte Russlands Armee jeden Moment Kiew einnehmen. Nun füllen sich die Straßen wieder mit Leben. Doch die Stadt und die Menschen sind vom Krieg gezeichnet.
Als Reaktion auf den Krieg Russlands setzt Polen einen Totalboykott russischer Kultur im eigenen Land durch. Sogar russischsprachige Redakteure beim Mickiewicz-Institut wurden entlassen.
Der amerikanische Dirigent Lawrence Foster darf in Polen weder russische Musik aufführen noch russische Solisten einladen. Er ist zerrissen zwischen Mitgefühl mit der Ukraine und der Ablehnung einer nationalistischen Kunstzensur.
Gewalt, Race, Gender: In Amerika lassen Konservative immer mehr Bücher aus Bibliotheken entfernen. Diejenigen, die die sogenannte Cancel Culture beklagen, canceln hier interessanterweise selbst.
Ausreise, Isolation, innere Emigration: Die russische Regierung will das intellektuelle Leben der Staatsdoktrin unterwerfen. An Schulen soll das Bewusstsein militarisiert werden.
Vereinsamung der Avantgarde: Die Moskauer Verlegerin Irina Prochorowa erklärt, warum Bücher über Geschichtsschreibung in Russland heute populär sind, und warum russische Intellektuelle derzeit von zwei Seiten bedroht werden.
Für die Models von Heidi Klum geht es in dieser Woche früher als üblich ins Nacktshooting. Dabei hat eine Angst, sich die Arme zu brechen, eine andere fühlt sich nicht wohl – und möchte die Show verlassen.
Wissenschaftsminister Björn Thümler spricht im Interview über die Exzellenzinitiative, Niedersachsens Sparkurs bei den Hochschulen und die neuen Pläne für die VW-Millionen.
Francesco Risso entwirft für das italienische Label Marni Mode, die vor allem menschlich sein soll. Oder wie er sagt: voll Erotik-Schalla-Malla-Wall-Aba-Dam-Dom-Dum. Ein Gespräch.
Die EU hat die russischen Staatsmedien verboten. Als Teil der Sanktionen. Ist das der richtige Weg, Kriegshetze einzudämmen? Hamburgs Mediensenator Carsten Brosda hat Bedenken. Ein Interview.
„In den letzten Jahren stand man als mittelalter weißer Mann ganz schön unter Druck“, schreibt Tobias Haberl – und verteidigt in seinem neuen Buch den „gekränkten Mann“. Unser Autor hat es gelesen und fühlt sich gekränkt.
Sieben Monate vor den Kongresswahlen verändert der Ukrainekrieg die politische Stimmung in Amerika. Ob Präsident Biden davon profitiert, ist aber ungewiss.
McDonald’s, Coca-Cola und andere westliche Ketten stoppen ihr Geschäft in Russland. Es ist das Ende eines Gesellschaftsmodells. Für Putins Reich hat das immense Symbolkraft.
Mit der satirischen Serie „Diener des Volkes“ wurde Wolodymyr Selenskyj bekannt. Darin spielte er den Präsidenten der Ukraine, noch bevor er das Amt tatsächlich bekleidete. Wer die Serie heute schaut, dem bleibt das Lachen im Hals stecken.
„Der Feind heißt Putin, nicht Puschkin“: Die Schriftstellervereinigung PEN warnt vor einem Boykott russischer Literatur.
Europäische Kulturinstitutionen überschlagen sich geradezu mit der Ausladung russischer Künstler. Sind es weise Entscheidungen?
Sind manche Themen für Forschung und Lehre inzwischen tabu? Mit dieser Frage hat sich eine Diskussion an der Universität Frankfurt befasst. Eine Ethnologin ist besorgt, eine Genderforscherin warnt vor falschem Alarm.
Ein Mädchen geht freiwillig, eines heult und am Ende wird eine Kandidatin rausgeworfen: So teasert Heidi Klum die neue Folge an. Die entscheidende Lektion: Mittelfristig hat man es als 1,54 Meter großes Model schwer.
Wie tief kann man noch sinken? Ein ahnungsloser Regisseur versucht sich am Berliner Maxim Gorki Theater an „King Lear“ und veralbert eine große Schauspielerin.
In Frankfurt wird die Umbenennung der Miquelallee diskutiert. Käme es dazu, wäre es eine Schande. Den Namensgeber sollte man aus vielen Gründen besser kennen als wegen eines dunklen Flecks im Lebenslauf.
CNN befindet sich nach dem Rücktritt seines Chefs Jeff Zucker in einer schweren Krise. Es geht nicht nur um eine verheimlichte Beziehung. Kungelt der Sender mit Joe Bidens Demokraten?
Ein Mainzer Kolloquium belegt in eindrucksvollen Beiträgen, was das Büchermachen heute bedroht: übertriebene Vorsicht angesichts von Identitäts- und Diversitätspolitik.
Der Europäische Gerichtshof gibt Deniz Yücel mit der Klage gegen seine Haft in der Türkei größtenteils Recht. Ganz zufrieden ist der Journalist aber nicht.
Rund ein Jahr war der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in türkischer Haft. Eine Anklageschrift wurde ihm allerdings nicht vorgelegt. Yücel klagte dagegen vor dem Menschenrechtsgericht in Straßburg – mit Erfolg.
Früher hätten die Grünen eher die Spaltung riskiert, als jemanden wegen missliebiger Meinungsäußerungen auszuschließen. Im Fall des Tübinger Oberbürgermeisters Palmer ist das anders.
Vorsicht! Die Zahl der Unzufriedenen in Deutschland ist nicht gering. Und weder Soziale Marktwirtschaft noch Demokratie sind unabänderlich.
Zu seinen Lebzeiten war Norman Mailer ein weltberühmter Autor. Jetzt bemerkt sein Verlag, dass Mailer einst das N-Wort verwendet hat – und sagt ein Buchprojekt ab. Ein Skandal wird leider nicht daraus.
Der Papst wirft internationalen Organisationen „ideologische Kolonisierung“ vor. Im Namen des Schutzes der Diversität werde der Sinn für jede Art von Identität ausgelöscht.
Dan Bongino war beim Secret Service. Er wollte in die Politik. Nun macht er Radio und mischt das Netz auf. In kurzer Zeit avancierte er zum wichtigen Einpeitscher im Trump-Lager. Stationen einer steilen Karriere.
Die Hetzkampagne gegen den Germanisten Klaus Kinzler wegen angeblicher Islamophobie bleibt für die Täter folgenlos. Kinzler hingegen wird von seiner Universität suspendiert.
An der Universität Halle soll der Arbeitskreis Antifaschismus wegen angeblicher Transfeindlichkeit verboten werden. Ein Lehrstück in studentischer Cancel Culture.
Die politische Korrektheit nagt auch am legendären britischen Humor. Dagegen tritt jetzt der Komiker Andrew Doyle auf den Plan. Er will sich seine Witze nicht von den woke-Aktivisten verbieten lassen.