Zwei Zwiespaltspiele
Mit Susanne Kennedys „Women in Trouble“ enttäuscht die Berliner Volksbühne, deren alter Hausgeist Frank Castorf derweil mit „Les Misérables“ Victor Hugo ins Wort fällt. Sieben Stunden lang. Weil er es kann.
Mit Susanne Kennedys „Women in Trouble“ enttäuscht die Berliner Volksbühne, deren alter Hausgeist Frank Castorf derweil mit „Les Misérables“ Victor Hugo ins Wort fällt. Sieben Stunden lang. Weil er es kann.
Prinz Harry will eine bürgerliche Amerikanerin heiraten, die obendrein geschieden ist. Ist die Royal Family damit in der Moderne angekommen? Nicht ganz.
Mit dem neuen Pro Hijab will Nike muslimischen Athletinnen zu mehr Gleichberechtigung verhelfen. Eine von ihnen ist die vierfache Berliner Boxmeisterin Zeina Nassar.
Finanzielle Unterstützung für die freie Theaterszene Frankfurts: Eine Zwei- und Vierjahresförderung von mehr als 3 Millionen Euro soll unter anderem dem Stalburg Theater und dem Antagon Theater zustehen.
Noch ist genug Zeit für die wirklich wichtigen Dinge: Die Feuilleton-Redaktion empfiehlt Filme, Bücher, Platten, Serien, Ideen, Haltungen, Hoffnungen und Hits.
Die deutsche Fahrrad-Metropole lockt mit historischen Bauten und junger Bevölkerung. Trotz der hohen Lebensqualität gehen nicht nur die hohen Mieten manchem Bewohner auf die Nerven.
Marc Jongen, Bundestagsabgeordneter und Parteiphilosoph, durfte in einem angesehenen amerikanischen College sprechen. Professoren protestieren dagegen.
Das soll Aufklärung sein? Helmut Ortner schreibt eine Geschichte der Todesstrafe als Panoptikum des Schreckens. Dabei bedient er sich einer heiklen Gefühlsmelange – angesiedelt zwischen moralischer Entrüstung und heimlichem Vergnügen.
.
.
Mal ist es Theater, mal Erpressung, mal blanke Not: Wenn jemand nicht mehr mitmachen will, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben – von Christian Lindner bis Karlsson vom Dach.
Wenn einer aus Büchern Personen und Schätze herauszaubert: „Tintenherz“ im Frankfurter Schauspielhaus.
Neapel entdeckt die Katakomben unter dem Stadtteil Sanità neu und belebt den Tourismus mit einer überirdisch guten Idee. Aber kann das auch die Mafia vertreiben?
Wegen „Subversion“ gegen die Staatsgewalt muss der chinesische Menschenrechtler Jiang Tianyong zwei Jahre ins Gefängnis. Er hatte sich als Anwalt unter anderem für Tibeter eingesetzt.
Steuervermeidung ist eine feine Sache: Sie ist legal, hilft den Aktionären und dem Image. Manager sollten uns nur nicht vorgaukeln, sie wollten die Welt verbessern. Ein Gastbeitrag.
Wir sind die Klasse, er ist das Opfer in dieser Schule: „Versetzung“ von Thomas Melle wurde am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt.
Was können Intellektuelle gegen Trump aufbieten? Der Politologe Claus Leggewie hat einige Vertreter seiner Zunft beim Umgang mit dem Präsidenten beobachtet. Ein Gastbeitrag.
An der Oder kann man die Überreste einer deutschen Kleinstadt besichtigen. Der Krieg hat sie zermalmt. Aber viele Keller sind erhalten und erzählen Geschichten der früheren Hausbewohner. Wenn man nur ein bisschen gräbt.
Kritik am Präsidenten von Mainz 05 wächst, er selbst bietet nun an den Weg zu Neuwahlen frei zu machen. Dass er sich dabei noch einmal zur Wahl stellt, ist nicht ausgeschlossen.
Die UN-Klimakonferenz in Bonn ist die erste, auf der die Delegierten über eine „Null-Toleranz“-Politik hinsichtlich sexueller Belästigung informiert werden. Das kommt anscheinend nicht bei jedem an.
Seit zwanzig Jahren überragt Norman Fosters Turm die Frankfurter Innenstadt. Er ist der schönste Gipfel dieses Hochgebirges der Banken. Beim Näherkommen allerdings offenbart er seine dunkle Seite.
Von Brasilien lernen: Mit „Tropical Underground“ fragt ein virtueller Frankfurter Kulturcampus nach der Revolution in Kunst, Kino und Kulturanthropologie. Findet sich eine experimentelle Moderne oder gar wilder Kannibalismus?
Mindestens 20 Personen soll Oscar-Preisträger Kevin Spacey am Londoner Old Vic Theater belästigt haben. Betroffen waren insbesondere junge Mitarbeiter und junge Schauspieler.
Das Wort „aufgeregt“ gibt es für sie nicht, behauptet der Klavierlehrer: Hochbegabte Musikschüler sprechen über ihren durchgetakteten Alltag und ihre Träume.
Das „Barbican“ in London polarisiert. Doch es funktioniert, seit Jahrzehnten. Wer hinter die Betonmauern blickt, entdeckt ein Refugium inmitten Londons, voll Licht und Luft, Wasser und Pflanzen.
Als sie sich 1933 in Paris trafen, versuchten sich Bertolt Brecht und Walter Benjamin an einem gemeinsamen Kriminalroman. Nun kann man ihn erstmals lesen, denn Steffen Thiemann hat aus den Entwürfen einen Comic gemacht.
Eine Beleidigung der Zuschauer und Darsteller: Die Neue Volksbühne eröffnet das alte Haupthaus mit „Live-Situationen“ von Tino Sehgal und drei Beckett-Einaktern.
Die Toten Hosen gehen auf Argentinien-Tour. Was suchen sie da? Warum lieben die Fans sie dort so sehr? Unterwegs mit der Düsseldorfer Band in Stadien, Clubs und Wohnzimmern.
Der Regisseur Kirill Serebrennikow steht in Russland unter Hausarrest. Jetzt deutet alles darauf hin, dass die russische Filiale der Korruptionsbekämpfer von Transparency International daran nicht unschuldig ist.
Weil der Schauspieler Kevin Spacey Jungs sexuell belästigt haben soll, wird er nun auch von der Leinwand verbannt. Ist das wirklich die angemessene Strafe? Oder nur Heuchelei?
Die Golfstaaten lieben Megaprojekte. Von heute an ist der Louvre Abu Dhabi für das Publikum geöffnet. Das Emirat lässt sich das spektakuläre Museum Hunderte Millionen Dollar kosten.
Im November hatte das Kölner Schauspielhaus nach dreijähriger Sanierung in originalgetreuem Glanz erstrahlen sollen – vor zwei Jahren. Jetzt wird die Wiedereröffnung abermals vertagt. Und der Intendant will nicht mehr warten.
Bei der Wahl haben noch alle gesagt, dass sie regieren wollen. Dass es Zeit ist, dass sich was ändert. Und jetzt dauert es ewig, bis vier Parteien geklärt haben, ob und wie sie zusammen regieren könnten. Wieso bloß?
Er ließ die Dämonen seines Bühnenwitzes auf die Figuren los, bis sie in ihrer Schwärze hell funkelten in Seelenfegefeuern: Zum Tod des Schauspielers Hans-Michael Rehberg.
Millionen kennen ihn als Bischof Hemmelrath in „Pfarrer Braun“: Das Fernsehen hat ihn – zumeist in Nebenrollen – bekannt gemacht, auf der Bühne war er groß: Hans-Michael Rehberg ist gestorben.
Gartenschauen kämpfen gegen Besucherschwund und Rentnerimage. Lohnt sich der Aufwand? Aber ja! Jedenfalls, wenn Städte die neugestalteten Flächen langfristig nutzen.