Die besten Köpfe ihrer Generation
Kann es wirklich sein, dass ein Roman, der den Niedergang Londons beschreibt, zugleich zart, liebevoll und brutal ist? Über Kate Tempest, eine Schriftstellerin, die fast alles kann.
Kann es wirklich sein, dass ein Roman, der den Niedergang Londons beschreibt, zugleich zart, liebevoll und brutal ist? Über Kate Tempest, eine Schriftstellerin, die fast alles kann.
Je mehr Bücher, desto besser: Zum achten Mal veranstaltet die Stadt Frankfurt im Juni das Festival „Literaturm“.
Was macht ein Ultraläufer, wenn er nicht gerade läuft? Ein Buch über Ultraläufer lesen. #Nilsläuft hat sich Joe Kelbels „100 km für ein Bier“ vorgenommen – und ist auf einen überraschenden Typen gestoßen.
Dieses Gedicht über den Tod Marilyn Monroes stammt aus einer Phase, in der Bob Dylan nicht wusste, ob er zum Songwriter oder zum Poeten berufen sei. Das bestimmende Thema dieser frühen Verse blieb.
An einem kuriosen Thementag auf Arte will der Künstler Friedrich Liechtenstein beweisen, dass Tankstellen die romantischsten Orte der Welt sein können – zum Beispiel, wenn man dort Algensuppe zapft.
Die Melodie am Ende des Lärms: Mit ihrem Album „A Moon Shaped Pool“ kehren Radiohead vorsichtig zu klassischen Songstrukturen zurück. Was bleibt, sind Technikmelancholie und der rettende Septakkord.
Im Spiel mit der Sprache fand er die Freiheit in der Kriegsgefangenschaft. Und auch seinen Lesern gewährt er jede Freiheit. Zum neunzigsten Geburtstag des großen konkreten Dichters Franz Mon.
André Hellers Debütroman erstickt im Zuckerguss der Manier und leidet an einer Extraportion Poesie. Auch wenn es schöne Momente und Sätze gibt, ertrinkt man im Meer des Zuviel.
Dieses Gedicht versetzt den Leser in einen Wachtraum des Glücks. Er wird selber zum Buch, er verschwindet in ihm, er muss es nur wollen.
Zum „Othello“ sollte es nicht mehr kommen: Über Shakespeare, sein Theater der Überwältigung und den Regisseur Luc Bondy.
Am 22. April 1966 fuhr die Gruppe 47 nach Princeton. Es wurde die berühmteste Klassenfahrt des deutschen Literaturbetriebs. Ein Gespräch mit dem Schriftsteller F. C. Delius, der dabei war.
Er ist doch vor allem ein Schmusesänger: Herbert Grönemeyer, der Musiker, Schauspieler, Mensch großer Gefühle und nicht zuletzt Bananentexter wird sechzig Jahre alt.
Wie weiblich war der Dadaismus? Die Ausstellung „Dada anders“ des Museums Haus Konstruktiv in Zürich präsentiert die Werke von drei herausragenden Künstlerinnen – und bleibt doch viele Antworten schuldig.
Ein unbekümmertes, fast schlagerhaftes Gedicht von Gottfried Benn. Doch die Fülle der Bezüge und biographischen Anspielungen geht weit über ein bloßes Evergreen-Parlando hinaus.
In Deutschland war er so beliebt wie in seiner schwedischen Heimat. Mit Lars Gustafsson ist ein großer Schriftsteller gestorben, der als Lyriker, Romancier und Essayist gleichermaßen virtuos war.
Die deutsche Nachwuchsband AnnenMayKantereit ist gerade in aller Munde. Aber wofür stehen eigentlich ihr selbstmitleidiger Habitus und ihre leicht missglückte Lyrik?
Die Galerie Jocelyn Wolff in Paris widmet der Künstlerin Colette Brunschwig eine Einzelausstellung. Ihre Papierarbeiten aus Tusche bestechen durch teils abstrakten Visionen.
Bei E-Readern sorgt schon die einfache Umstellung der Schriftgröße für neue Zeilenumbrüche: für Lyriker ein Problem. Doch einfallsreiche Verleger finden Wege, wie man E-Books für Gedichte fit macht.
Gleich zwei Preise gehen an den Frankfurter Schöffling Verlag: Guntram Vespers Roman „Frohburg“ und als Übersetzerin Brigitte Döbert mit ihrem „serbischen Ulysses“. Man darf in Leipzig, so zeigen diese Entscheidungen, ruhig mit dem Überraschenden rechnen.
Gedichte eröffnen einen Raum, in dem die Regeln wanken lernen. Das begreifen Kinder am besten. Aber Jugend und Poesie finden immer seltener zueinander: Eine Bestandsaufnahme.
Marion Poschmann reist in ihrem Gedichtband „Geliehene Landschaften“ von Helsinki über Berlin bis nach Kyoto. Ihre Landschaftspoesie versetzt den Leser in einen wunderbaren Zustand der Schwerelosigkeit.
Der ungarische Regisseur László Nemes, der gerade den Oscar für den besten ausländischen Film gewann, spricht im Interview über seine gewagte Idee, in „Son of Saul“ aus Sicht eines einzelnen Auschwitz-Häftlings zu erzählen.
Nach zehn Jahren kehrt Zubin Mehta an die Staatsoper München zurück.Den „Maskenball“ von Giuseppe Verdi dirigiert er mit traumhaften Sängern.
Nichts ist in dieser „Traumstadt“ wirklich, alles aber wahrscheinlich. Ihr Dichter ist ziemlich verrückt nach Musik und hat mit politischer Korrektheit nichts am Hut. Man muss ihn einfach lieben.
Erinnerungen, schwer wie Zuckersäcke: Im meisterlichen Roman „Der Überläufer“ schildert Siegfried Lenz den Krieg an der Ostfront. Erst jetzt erscheint das 1952 geschriebene Buch aus dem Nachlass.
Die Urheberrechtsnovelle soll die Autoren stärken – doch das ist ein Trugschluss. Im belletristischen Buchgeschäft schadet sie allen Beteiligten. Es droht die Entsolidarisierung von Autoren und Verlegern. Ein Gastbeitrag.
Von ihm konnte man lernen, wie Sprache und Literatur als Mittel der Völkerverständigung taugen. Der große Übersetzer Karl Dedecius ist in Frankfurt im Alter von 94 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
Michel Houellebecq, der an diesem Freitag sechzig Jahre alt wird, ist reif für eine Gesamtausgabe. In jedes Detail dieser unkritischen Edition mischt sich der Schriftsteller ein – auf seine ureigene Art.
Rein maschinell verfasste Lyrik ist schon für menschliche Literatur gehalten worden: Das künstliche Schreiben greift um sich. Ein Romancier beruft sich auf Borges – und will doch sein Buch beworben wissen.
Warum wird eigentlich nie über Chris Isaak gesprochen? Dieser altmodische Rocker, der nie richtig rockt, macht gute Platten, auch jetzt wieder eine.
Nichts darf vorhersehbar sein in der Lyrik von Shakespeares Zeitgenossen John Donne. Ort der Handlung dieses Gedichts: das Bett am Morgen nach der Liebesnacht.
Was für eine Art von Lyrik sind eigentlich diese vier reimlosen Verse über die Unendlichkeit, an die Bertolt Brecht nur bedingt glaubte?
Ist Russland der einzige Akteur im syrischen Bürgerkrieg, der noch erfolgreich eigene Ziele verfolgt? Findet Amerika zu einer neuen Rolle? Und wieso zitiert die Verteidigungsministerin Gedichte falsch?
Er ist seinem Protagonisten ziemlich ähnlich und gibt es zu: Ben Lerner spricht in New York über seinen Schriftsteller-Roman „22:04“ und das Leben als Zusammenprall konkurrierender Fiktionen.
Er war in Russland Investigativjournalist auf verlorenem Posten und wurde darum Schriftsteller. In seinen Büchern jagt er die jüngere Geschichte seines Landes, als sei sie eine giftige Schlange. Eine Begegnung mit Sergej Lebedew.
Warum lässt es der sonst so kritisch reflektierende Walter Benjamin in diesem Gedicht an jeglicher Distanzierung fehlen? Die Erklärung liegt in einer persönlichen Beziehung.