Eine Sprache für die Sprachlosigkeit
Oft konzentriert sich aller Schmerz in kurzen, grellen Momenten. So auch in dem „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész. Ein Lesebericht.
Oft konzentriert sich aller Schmerz in kurzen, grellen Momenten. So auch in dem „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész. Ein Lesebericht.
Die Arbeitermetropole Manchester hat ein Auge auf die sexuelle Identität und ein Ohr für die Klassenfrage: Thomas Ostermeier und Nina Hoss adaptieren Didier Eribons Roman „Rückkehr nach Reims“.
Er hatte Augen für den Schrecken und das Glück, völlig unbesorgt darum, ob nicht sein Ruf als seriöser Autor für ein erwachsenes Publikum durch das Schreiben für Kinder leiden könnte. Ein Nachruf.
Der vielfach ausgezeichnete Autor ist am Montag im Alter von 83 Jahren in Rüsselsheim gestorben. Peter Härtling lag vor allem ein Genre wie kaum einem anderen Schriftsteller am Herzen.
Untreue Ehemänner, Leberschäden und mysteriöse Reitunfälle? Bei Prominenz und Adel geht es dramatisch zu. Wer trotzdem reich und berühmt werden möchte, sollte ein Angebot aus dem Hause Kardashian annehmen.
Vor dem G-20-Gipfel laufen die Vorbereitungen in Hamburg auf Hochtouren. Die Luxushotels halten sich bereit – und Angela Merkel setzt in ihrer Geburtsstadt auch auf die Kraft der Symbolik.
Salomon Korn traf Helmut Kohl zahlreiche Male – und erlebte dabei stets, wie elementar die Geste der Versöhnung in Helmut Kohls Denken und Wirken war. Ein Gastbeitrag.
Durch so viele Räume geschritten und nie war ein Gang umsonst: Mikhail Baryshnikov spricht und tanzt unter der Regie von Alvis Hermanis Gedichte von Joseph Brodsky.
Bisher stand der Name des Vaters in Spanien meist an erster Stelle. Ein neues Gesetz soll den Eltern nun mehr Freiheit geben.
In den Umfragen zur Bundestagswahl stürzt die SPD immer weiter ab. Vor dem Parteitag der Sozialdemokraten greift der Spitzenkandidat die Bundeskanzlerin nun persönlich an – und kündigt noch einen Termin an.
Seele zum Ausquetschen: Eine Überlegung zur Nichtfixierbarkeit und Rezeptionsästhetik der Pop-Lyrik anhand von Peter Igelhoff und den Red Hot Chili Peppers.
Warum ist Enis Berberoglu zu 25 Jahren Haft verurteilt worden? Die größte türkische Oppositionspartei mobilisiert zum Protest. Ihr Vorsitzender macht sich zu Fuß auf den Weg zum Gefängnis seines Abgeordneten.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung setzt mit der Auszeichnung für den in Berlin lebenden Lyriker Jan Wagner wieder ein markantes Qualitätszeichen.
Als sähe man die Welt zum ersten Mal: Der Lyriker Jan Wagner erhält den Georg-Büchner-Preis. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit.
Hör-Spiel: Olaf Nicolai hat für die Documenta ein akustisches Kunstwerk geschaffen, mit dem er der Frage nach der Beziehung von Klängen und ihrem Kontext nachgeht.
Sie stammt aus der W-Lan-freien Zone, half im elterlichen Restaurant – und hatte mit siebzehn schon 375 Songs geschrieben. Mit denen auf ihrem Debütalbum „Gilded“ könnte Jade Jackson der leuchtende Stern am Countryrock-Himmel werden.
Digitales Lernen wird immer wichtiger. Das Thema steht auch auf der Agenda des IT-Gipfels der Bundesregierung. Aber muss wirklich jedes Grundschulkind Codes schreiben können?
Als Student pflegte der spätere Revolutionär eine rege lyrische Produktion. Viel ist darin von Liebe die Rede. In seinen besseren Gedichten dominiert ein Gefühl existentieller Verlorenheit. So auch in diesem.
Was will uns der Musiker damit sagen? Bob Dylan hat seine Nobelpreisvorlesung gehalten. Sie wirkt nur auf den ersten Blick wie ein Witz, tatsächlich gibt sie tiefe Einblicke in seine Poesie.
Wer die Nachtseite des amerikanischen Traums dokumentiert sehen wollte, der war in seinen Büchern genau richtig. Jetzt ist der Schriftsteller Denis Johnson mit siebenundsechzig Jahren gestorben.
Kirill Petrenko und Klaus Florian Vogt wagen sich an der Staatsoper München erstmals an Richard Wagners „Tannhäuser“ – fast ohne Personenregie. Zu sehen gibt es Ausstattungstheater als Sieg der Ausstattung über das Theater.
Im Manga „Unlucky Young Men“ füllen Eiji Otsuka und Kamui Fujiwara die biographische Lücke eines Serienmörders mit einer wilden Spekulation, die etliche Rätsel des japanischen Krisenjahrs 1968 löst.
Mit einem witzigen Bettvideo wurde Oren Lavie bekannt. Jetzt hat er ein ganzes Album zum Thema gemacht: „Bedroom Crimes“. Ist denn ein Duett mit Vanessa Paradis ein Verbrechen?
Dieses Gedicht wurde eigens für den öffentlichen Vortrag beim March for Science geschrieben. Herausgekommen ist die perfekte Verschmelzung von Naturliebe und politischer Aufklärung, voller Aktualität.
Wenige Forscher oder Künstler können das Neue und Fremde besser erklären – aber noch besser, als er seine Wunder erklärt, erzählt er von ihnen: Dem Schriftsteller Herbert W. Franke zum Neunzigsten.
Sie erklärte sich für ausgeschrieben und gab ihre späten Gedichte nicht mehr frei. Nun erscheint die nachgelassene Lyrik der großen Christine Lavant – ungeschützte, radikale „Lästergebete“.
Als New Wave noch geholfen hat: Die englische Band XTC hat mit „ I Bought Myself A Liarbird“ eine seltene Vogelart in den Kosmos des Brit-Pop eingeführt. Man könnte auch sagen: sie hat ihm ein Kuckucksei ins Nest gelegt.
Die türkische Politik gleicht einem gordischen Knoten: Präsident Recep Tayyip Erdogan sagt, er wünsche sich eine kritische Jugend. Doch wer kritisch denkt, der wird bestraft.
Wir wissen gar nicht, wie groß die Angst in Bosnien-Herzegowina schon wieder ist: Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hält ihre Frühjahrstagung in Sarajevo ab.
Da wandert einer niesend durch die Felder und beschwört seine lyrischen Vorbilder herauf. Wie bei Hölderlin wirft die scheinbare Sommeridylle ihre Schatten voraus.
Das Berliner Ensemble feiert mit einem schrägen Bob-Dylan-Abend den Meister. Vor lauter Ehrfurcht und Mitgefühl vergaßen seine Schöpfer Leander Haußmann und Sven Regener die entscheidende Frage.
Höchst erstaunlich, aber wahr: auch die Literaturwissenschaft hat keine plausiblen Antworten auf die Frage, was die Funktion von Versen, Strophen und Reimen sein könnte. Versuch einer Lösung des Problems.
Während Walt Whitman den Klassiker „Leaves of Grass“ verfasste, arbeitete er noch an einem anderen Werk. Um jene rührselige Waisengeschichte ist nun ein erbitterter Verleger-Wettstreit entbrannt.
Die Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer war schon immer sehr dreidimensional – Wort, Sound, Bild – und dabei sehr Tarantino. Jetzt bringt sie mit Philipp Scholz im Hörspiel „Peng Peng Peng“ Lyrik und Jazz zusammen.
In seinem Gedicht fordert Johannes Bobrowksi Schutz für einen verletzlichen Begriff ein, der ihn in seinem kurzen Leben bis zuletzt umtrieb. An diesem Sonntag wäre der Dichter hundert Jahre alt geworden.
Zurückspulen und sich die Lügen des Sommers noch einmal anhören: Die Liedermacherin Aimee Mann taucht mit einem brillanten Album aus der Versenkung auf. Es heißt „Mental Illness“.