Die Jahre, die wir nicht kannten
Lange konnte man sich auf Deutsch kein angemessenes Bild der Literatur Georgiens machen. Der Gastlandauftritt auf der Buchmesse ändert das alles.
Lange konnte man sich auf Deutsch kein angemessenes Bild der Literatur Georgiens machen. Der Gastlandauftritt auf der Buchmesse ändert das alles.
Roberto Bolaño ist eine Legende der lateinamerikanischen Literatur. Seinen Mammutroman „2666“ will Claudia Bossard nun in radikal kondensierter Form in die Darmstädter Kammerspiele bringen.
Sein riesenhafter Nachlass war für den Ruhm des chilenischen Schriftstellers Roberto Bolaños mit verantwortlich. Das Romanexperiment „Der Geist der Science-Fiction“ führt an den Beginn seines Werks.
Das kommt zur richtigen Zeit: Ein Sammelband hebt zwanzig Schätze der Holocaustliteratur. Darin wird auch die alte Frage neu aufgeworfen, wie Schreiben nach und über Auschwitz möglich ist.
Als aus dem „Summer of Love“ der Herbst der Geschichte wurde: Lutz Seilers Hiddensee-Roman „Kruso“ ist auch als Fernsehfilm eine echte Herausforderung.
Seit zwei Jahrzehnten blüht die deutschsprachige Dichtung. Es gibt eine Fülle hochkarätiger Lyrikbände. Was hat sich da entfaltet?
Nun ist Plastikmüll auch bei Sandra Maischberger Thema. Trotz fachkundiger Gäste kommt man über Appelle kaum hinaus. Das Problem ist der Massenkonsum, doch es fehlen konkrete Beispiele, was Deutschland besser machen kann.
In Sehnsucht leben: Eine Münchner Tagung erörtert die literarisch-spiritistischen Kosmiker um Alfred Schuler und Ludwig Klages als Phänomen der Mode einer Zeit, die sich selbst bekämpfte.
Niemand hat die Lyrik von Horaz so meisterhaft übersetzt wie Friedrich Hölderlin. In diesen Versen geht es um die Stellung des Dichters in der Gesellschaft – eine Frage, die beide Schriftsteller verbindet.
Die neue Gesamtausgabe der Gedichte Paul Celans verbindet den Epochenzusammenhang mit der Werkwelt – eine Lehrstunde über fremdartige Kunst, Kitsch und das Unsagbare.
Die Gedichte Jan Volker Röhnerts bilden das Gegenstück zur Lyrik und Prosa Rolf Dieter Brinkmanns, in denen Aggressivität dominiert. Diese Zeilen sind eine freimütige Liebeserklärung, inspiriert von Goethe.
Schreiben können nur wir Menschen: Michael Lentz erzählt mit „Schattenfroh“ seinen Vater und seine zerstörte Heimatstadt zurück ins Leben.
Friedmar Apel betrachtet Literatur als kritische Instanz und würdigt sie im Kontext ihrer Entstehungszeit. Regelmäßig schreibt er Rezensionen für die F.A.Z. Heute wird der Literaturwissenschaftler siebzig.
Serien wie „Game of Thrones“ und Filmreihen wie „Thor“ sind ohne germanische Erzählstoffe nicht denkbar. Warum sind sie so populär, auch bei Mittelalter-Festen in der Realität? Interview mit einem Kulturwissenschaftler.
Ein Liebeswestern für die Ewigkeit: „Nuestro Tiempo“ von Carlos Reygadas überstrahlt im Wettbewerb von Venedig hellstens den Beitrag der Coen-Brüder – und selbst den schönen „The Sisters Brothers“ von Jacques Audiard.
Gärten für die Ewigkeit: Die botanischen Wunder des nordirischen County Down verdanken sich dem mildem Klima und Generationen besessener Gärtner.
Hiltrud Herbst gibt mit einer befreundeten Autorin und einer Romanistin jedes Jahr einen Lyrik-Kalender heraus. Das inspiriert viele.
Eugen Gomringers umstrittene Verse an der Fassade der Alice Salomon Hochschule werden im Herbst mit einem Gedicht der Lyrikerin Barbara Köhler überschrieben. Ganz verschwinden soll „Avenidas“ dann aber doch nicht.
Liebe und Tod, Eltern und Kinder, das Gericht: Ian McEwans „Kindeswohl“ schrie geradezu danach, auf die Leinwand gebracht zu werden. Trotzdem geht der Film an der Idee des Buches vorbei.
Die kubanischen Wurzeln in Bizets Oper „Carmen“ faszinierten den britischen Regisseur Christopher Renshaw schon lange. Nun kommt „Carmen la Cubana“ als kubanische Fassung in die Alte Oper nach Frankfurt.
Die Faszination für altchinesische Weisheiten wurde bei Hermann Hesse durch einen seiner Vetter geweckt. Diese Verse verhandeln die Kraft des Schweigens und Innehaltens.
Die Lyrik-Charts werden leider immer noch von bereits verstorbenen Dichtern angeführt. Ob es den Lyrikern der Gegenwart wohl helfen könnte, wenn man ihre Werke öfter in Fernsehfilmen aufsagte? Ein paar Vorschläge.
Farce der russischen Computernerd-Szene: Mit seinem Roman „Dunkle Zahlen“ wagt sich Matthias Senkel an die Königsdisziplin aller Romanautoren – das unlesbare Buch.
Die Schule ist für viele Kinder längst kein sicherer Ort mehr. Zwar ist die körperliche Züchtigung längst abgeschafft, jedoch wächst die verbale Gewalt. Ein Gastbeitrag.
Er wusste, dass die Welt nie ist, was sie scheint, und dass man als Dichter eingeladen ist, sie zu verwandeln, mit ihr zu spielen. Am 5. August 2018 ist der irische Weltdichter Matthew Sweeney gestorben. Ein Nachruf.
Welimir Chlebnikow ist ein Sonderling der Weltpoesie. In diesem Gedicht, das von einem zweifachen Tod berichtet, erprobt der russische Dichter die Grenzen der Lyrik.
Die erstaunliche Ausstellung „Coder le monde“ im Pariser Centre Pompidou zeigt, was die Welt des Digitalen mit der Kunst anstellt – und fragt, ob Computer die besseren Entwerfer sein werden.
Michel Houellebecq wollte sich für immer zurückziehen. Doch zum Erscheinen von „Unterwerfung“ in Georgien war der französische Schriftsteller in Tiflis eingeladen – und er kam.
Zu ihrem 200. Geburtstag gibt Emily Brontë ihren Bewunderern immer noch Rätsel auf. Versteht man ihren Roman „Sturmhöhe“ richtig, wenn man ihn als größte Liebesgeschichte aller Zeiten verfilmt?
Konrad Weiß war ein Sprachkünstler, der sich keiner literarischen Strömung zuordnen lässt. In seinem letzten Gedicht setzt er sich mit dem Tod auseinander, dem er auch helle Seiten abgewinnt.
Elis Regina sang „Aguas de Março“, als Brasilien mitten in der Militärdiktatur steckte. Bei ihr werden die lange erwarteten Regengüsse in Rio de Janeiro zum Moment der Hoffnung.
Was passiert, wenn ein Lyriker sich die Phantasie an der Macht vorstellen kann? Nachbemerkungen zu Stefan George, der Doppeldeutigkeit von Faszination und einem abgesagten Festakt zum Geburtstag des Dichters.
John Burnside sind seine Gedichte ebenso wichtig wie seine Prosa. In diesen Zeilen skizziert der schottische Dichter im Blankvers das rätselhafte Bild eines Nachbarn.
Trotz der jüngsten Debatte um Missbrauchsfälle in seinen Kreisen bleibt der Lyriker Stefan George eine Größe seiner Zeit. Elf Lyriker erklären in der F.A.Z. seine lyrische Wirkung.
Joy Divisions „Love Will Tear Us Apart“ ist ein Song, bei dem der Schmerz am musikalischen Arrangement förmlich abzuperlen scheint. Und doch erfasst er die Agonie des Abschieds wie kein zweiter.
Friederike Mayröcker kann mit wenigen Worten einen enormen Spannungsbogen aufbauen. In drei Versen verhandelt sie das Schreiben und den Tod, das Vergängliche und das Wiederkehrende.