Kollektiv zu den Kollektiven
Die Documenta 15 will die westlichen Konzepte von individueller Autorschaft und Verkäuflichkeit hinter sich lassen. Wir sind gemeinsam nach Kassel gefahren, um uns das als Feuilleton-Gruppe anzusehen.
Die Documenta 15 will die westlichen Konzepte von individueller Autorschaft und Verkäuflichkeit hinter sich lassen. Wir sind gemeinsam nach Kassel gefahren, um uns das als Feuilleton-Gruppe anzusehen.
Die Präsentation antisemitischer Bilder bei der Documenta war nach Ansicht der Grünen im Hessischen Landtag ein „inakzeptabler Tabubruch“. Sie fordern Konsequenzen.
Meron Mendel, der Leiter der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, sollte für die Documenta einen Dialog über Antisemitismus initiieren. Schon nach zwei Wochen tritt er frustriert als Berater zurück. „Wir sehen vor einem Scherbenhaufen“, sagt er.
Eine Hauptverantwortliche des Documenta-Desasters kommt im Bundestag ungeschoren davon, ein Hoffnungsträger der Aufarbeitung hingegen schmeißt hin. Mit ihm geht auch die Documenta-Künstlerin Hito Steyerl. Was ist da los?
Antisemitismus-Skandal, Absage von Veranstaltungen und niemand, der Verantwortung für all die Fehlschläge übernehmen will: Ein Besuch auf der beschädigten Documenta Fifteen in Kassel.
Kontrolldesaster: Im Antisemitismus-Skandal der Documenta 15 in Kassel forderte die CDU/CSU-Fraktion Donnerstagabend im Bundestag eine „lückenlose Aufklärung“ der Hintergründe und Verantwortung. Was kam dabei heraus?
Scharfe Kritik im Bundestag: Der Kulturausschuss berät über Kassel. Die Bundeskulturministerin fordert ein klares Einstehen für das, was nicht verhandelbar sei, die Adressaten der Kritik aber fehlten in Berlin größtenteils.
Der Sprecher des Künstlerkollektivs Ruangrupa entschuldigt sich im Bundestag für die antisemitischen Motive auf der Documenta. Claudia Roth fühlt sich von den Organisatoren betrogen. Der Zentralrat der Juden formuliert noch wesentlich härter.
Die Abgeordneten des EU-Parlaments entscheiden über eine kontrovers diskutierte Frage. Boris Johnson muss sich Fragen zur Sex-Affäre stellen. Und: Auftaktspiel der Fußball-EM der Frauen mit 74.000 Fans. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter.
Das Musikfest ION in Nürnberg verzeichnet große Besucherzuwächse im Vergleich zur Vor-Pandemie-Zeit. Wie gelingt das? Ausgerechnet durch eine bedarfsgerechte Wiederbelebung geistlicher Musik.
Von wegen Zensur: Kasseler Grünenpolitiker stellen sich in der Documenta-Debatte gegen Oberbürgermeister Geselle und dessen Amtsvorgänger von der SPD.
Sicherheit gegen Putin +++ Streit über Documenta +++ Waffenstillstand brächte keinen Frieden +++ Geschlechtsangleichungen
Der Antisemitismus-Skandal bei der Documenta ist bisher weitgehend ohne personelle Konsequenzen geblieben. Schlimmer noch: In Kassel übt man sich in einer besonderen Form der modernen Kunst. Der des Spurenverwischens durch gespielte Empörung.
Von Hanau über Frankfurt, Darmstadt und Köln nach Nürnberg: Mit Gerhard Bott ist ein Hauptakteur der Museumsexpansion der Nachkriegszeit gestorben. Sein Leben lässt noch einmal darüber staunen, welche Chancen die Flakhelfergeneration nutzen konnte.
Wer „westliche Werte“ vertreten will, wie es jetzt immer heißt, muss auch für den Individualismus des Westens kämpfen. Die Documenta jedenfalls ist ein Dokument des Antiliberalismus.
Bevor Antisemitismus die Documenta 15 diskreditierte, sollte kollektives Handeln ihr Großthema werden. In der „Lumbung Gallery“ wird Kunsthandel zum Sozialprojekt.
Der Hamburger Kultursenator Carsten Brosda unterstützte den Protest deutscher Kulturinstitutionen gegen die BDS-Resolution des Bundestags. In einem Artikel zum Documenta-Skandal warnt er jetzt vor einer absolut gesetzten Kunstfreiheit.
Ist es besser, Corona vom bayerischen Wirtschaftsminister zu bekommen als von Martin Semmelrogge? Oder ist schon die Frage ungehörig?
„Antisemitismus in der Kunst“ hieß in Kassel eine Veranstaltung. Schon der Titel war falsch: „Antisemitismus auf der Documenta fifteen“ wäre richtig gewesen.
Seit bei der Documenta antisemitische Bilder „entdeckt“ wurden, ist die Aufregung groß. Dabei muss jedem klar gewesen sein: Wer sich die BDS ins Bett holt, wacht mit Karikaturen aus dem Stürmer auf, schreibt Benjamin Graumann im Gastbeitrag.
Die Bundeskulturministerin hat ein neues Documenta-Narrativ. Claudia Roth will vor der Antisemitismus-Gefahr früh gewarnt haben. Hat sie das? Der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle kocht indes sein eigenes Süppchen.
Die Documenta diskutiert über den Antisemitismus, die Kuratoren von Ruangrupa verweigern die Aussage. Sie wollen dieses seltsame Deutschland erst noch studieren.
Die hessische Kunstministerin Angela Dorn springt ihrer Berliner Parteifreundin Claudia Roth bei: Sie fordert Platz für den Bund im Aufsichtsrat der Kasseler Kunstschau.
Mehr Einfluss Berlins bei der Documenta? Der Kasseler Oberbürgermeister spricht von einem „Ausdruck kaum zu überbietender Arroganz“. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht strafbaren Verhaltens.
Antisemitismus-Debatte Documenta +++ antisemitisches Relief Stadtkirche Wittenberg +++ Judensau-Skulptur +++ russische Kriegsverbrechen
Auch unscharfes Denken gefährdet die Kunstfreiheit: Die Präsidentin der deutschen Abteilung des International Council of Museums hat zum Documenta-Skandal eine schlecht redigierte Stellungnahme publiziert.
Doppelte Standards: Die Debatten über die Beauftragte für Antidiskriminierung und der Documenta-Skandal haben mehr miteinander zu tun, als man meinen könnte.
Schon vor der Documenta hätte klar sein können, dass Vorurteile gegen Juden in Indonesien verbreitet sind. Sogar von einem Holocaustmuseum distanzierten sich Politiker umgehend.
Lauter Skandale: Documenta, ein Oberbürgermeister im Selbstgespräch und eine Bahn, die nicht kommt.
Nach dem Documenta-Desaster: Sogar der Bundeskanzler fordert Konsequenzen, aber die Verantwortlichen klammern sich an ihre Posten. Jetzt soll die Ausstellung nach antisemitischen Werken durchsucht werden. Reicht das?
In einer Erklärung von Donnerstagabend entschuldigen sich die Documenta-Kuratoren von Ruangrupa für die antisemitischen Bilder eines von ihnen eingeladenen Kollektivs. Das jedoch hält den Skandal nach wie vor nur für ein interkulturelles Interpretationsproblem.
Von allen deutschen Städten bietet Frankfurt die beste Lebensqualität. Und Oberbürgermeister Peter Feldmann sorgt mal wieder für Gesprächsstoff. Die F.A.Z-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.
Kann man ein Hetzbild zum Denkmal umwidmen? Was die indonesischen Schöpfer der antisemitischen Figuren der Documenta planten, hat der Bundesgerichtshof im Urteil zur Wittenberger „Judensau“ vorgezeichnet.
Angela Dorn heißt die Forderung der Bundeskulturbeauftragten gut, neue Strukturen für die Documenta zu schaffen. Und fordert Generaldirektorin Sabine Schormann unmissverständlich zum Handeln auf.
Das Documenta-Kuratorenkolletiv Ruangrupa entschuldigt sich. Man habe „darin versagt“, in dem Werk der Gruppe Taring Padi „die antisemitischen Figuren zu entdecken“. Die zum Rücktritt aufgeforderte Documenta-Chefin Sabine Schormann will bleiben.
Kein Anschluss unter diesem Kollektiv oder: Von der Kunst, es nicht gewesen zu sein. Die Verantwortlichen für den Skandal der Documenta 15 geben die Verantwortung ringsum weiter.