Schmerzensgeld-Klage gegen Documenta
Eine Frau jüdischen Glaubens fordert nach dem Antisemitismus-Eklat auf der Documenta fifteen Schmerzensgeld. Vor Gericht kam es zu keiner Einigung. Die Entscheidung soll am 15. April fallen.
Drogenkriminalität in Frankfurt, Kürzungspläne für Demokratieprojekte, Klage nach Documenta-Skandal und Ende der Musikmesse. Der F.A.Z.-Podcast Rhein-Main Feierabend-Briefing informiert über die Themen der Region.
Die documenta ist die weltweit bedeutendste Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Sie findet alle fünf Jahre statt und dauert jeweils 100 Tage. Sie wird auch als Museum der 100 Tage bezeichnet. Die erste documenta wurde 1955 veranstaltet und geht auf die Initiative des Kasseler Kunstprofessors und Designers Arnold Bode zurück. Die documenta-Ausstellung präsentiert einen Querschnitt durch die aktuelle Kunst aus dem Blickwinkel des jeweiligen Kurators, der künstlerischer Leiter genannt wird. Die Besucherzahlen der documenta steigen regelmäßig. Der Name der Ausstellung ist ein Kunstwort. Die Bezeichnung trägt den Anspruch insbesondere der ersten documenta, eine Dokumentation über die moderne Kunst zu sein, die den Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus nicht zugänglich war.
Die documenta nutzt unterschiedliche Ausstellungsorte innerhalb des Stadtgebietes von Kassel. Fester Ort seit 1955 ist das Fridericianum. Seit der documenta 9 im Jahr 1992 kam die neu erbaute documenta-Halle hinzu. Daneben werden auch andere Museen in Kassel für die Dauer der Ausstellung zum Bestandteil. Hinzu kommen Gebäude, die regulär nicht für Ausstellungszwecke genutzt werden und daher über den Aspekt der ausgestellten Kunst weiteren Einblick gewähren etwa als technische oder infrastrukturelle Anlagen. Neben den künstlerischen Arbeiten, die innerhalb von Gebäuden präsentiert werden, sind auch Werke unter freiem Himmel fester Bestandteil der documenta. Standort dieser Außenarbeiten ist traditionell der Friedrichsplatz vor dem Fridericianum, sowie die innerstädtische Parkanlage Karlsaue. Aber auch andere Örtlichkeiten innerhalb der Stadt wurden bereits genutzt.
Organisiert wird die Weltausstellung zeitgenössischer Kunst durch die documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH, eine gemeinnützige Gesellschaft, die von der Stadt Kassel und dem Land Hessen als Gesellschafter getragen und finanziert und zudem durch die Kulturstiftung des Bundes finanziell unterstützt wird.
Der jeweilige Oberbürgermeister der Stadt Kassel ist der Vorsitzende des Aufsichtsrates.
Nach einer Idee von Arnold Bode entstand 1961 in Kassel das documenta Archiv, bestehend aus einer Spezialbibliothek zur Gegenwartskunst und den vollständigen Akten und Materialien aus dem Umfeld der documenta-Organisation. Das Archiv beherbergt eine Videothek mit Ausstellungs- und Aktionsdokumentationen, Künstlerporträts zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts sowie Kunstvideos aus den vergangenen 30 Jahren.
Die documenta 16 soll vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel stattfinden.
Eine Frau jüdischen Glaubens fordert nach dem Antisemitismus-Eklat auf der Documenta fifteen Schmerzensgeld. Vor Gericht kam es zu keiner Einigung. Die Entscheidung soll am 15. April fallen.
Von der Documenta bis zur Berlinale: Sowohl Aktivisten als auch Kulturpolitiker bedrohen die Kunstfreiheit. Wie durchbricht man diese gefährliche Dynamik? Ein Gespräch mit Meron Mendel und Saba-Nur Cheema.
Kassel verfügt über eine der größten Kunstausstellungen der Welt. Die Restaurantkultur ist weniger weit entwickelt, findet unser Kritiker. Das zeigt sich etwa im spanischen Restaurant „El Erni“.
Er weiß, wie man aus anonymen Situationen einen optisch opulenten Ort macht: Im Atelier des österreichischen Medienkünstlers Peter Kogler.
Ihr Werk widersetzt sich allen stilistischen Einordnungen und verschränkt Zeitschichten miteinander. Das Kunstzentrum Wiels in Brüssel widmet der in Berlin lebenden Künstlerin Nairy Baghramian eine umfassende Schau.
Jan Böhmermann sitzt zwischen den Stühlen. Zuerst wiegelt er Bedenken des Kulturstaatsministers gegen ein Rapper-Konzert am 7. Oktober ab. Dann streicht er den Auftritt. Nun hat er die Polit-Blase gegen sich, die ihn sonst bejubelt. Und was macht das ZDF?
Welche deutschen Intellektuellen erklären uns die Gegenwart am besten? Wer hat die schärfsten Analysen, Thesen und Theorien, um die komplexe Wirklichkeit zu durchdringen? Das F.A.S.-Feuilleton hat 28 Denkerinnen und Denker gekürt.
Die nordhessische Stadt bietet mehr als man den Kasselern zutraut – und sie sich selbst. Hinter der Mainmetropole Frankfurt braucht sie sich jedenfalls nicht zu verstecken.
Ein Kreis schließt sich – und bleibt doch offen: Das Castello di Rivoli bei Turin richtet Rebecca Horn die erste große Retrospektive nach dem Tod der Künstlerin aus. Entstanden ist eine eindrucksvolle Überblicksaustellung.
Der Streit über einen Vortrag des Antisemitismusforschers Michael Rothberg in Berlin wirft ein Schlaglicht auf die Debatte über Holocaust-Vergleiche. Rothbergs Kollege Peter Jelavich trifft mit seinem Widerspruch ins Schwarze.
Die Documenta will nach den Verwerfungen von 2022 neu anfangen. Auch dafür steht die Girlandenaktion zum Jubiläum in Kassel: Kommunikation ist wesentlich.
Nach den Skandalen der Documenta 15 feiert Kassel mit „7000 Palmen“ die Gründung der Kunstschau vor 70 Jahren. Die neue Kuratorin Naomi Beckwith blickt optimistisch nach vorn.
Recht allein ist keine Hilfe: Der Deutsche Museumsbund packt das Problem der politischen Rolle von Museen kleinmütig an. Neutralität verlangt die Verfassung von ihnen nicht.
Wetten, dass: Ihn wird man auf der nächsten Documenta wiedersehen – Rashid Johnson überzeugt im Guggenheim.
Künstler aus der DDR überquerten häufig die Grenze in den Westen. Von dort erhielten die Ostkünstler auch schon mal hohen Besuch. Wie kam das?
Die Stadt Kassel steht für Aufklärung, große Ideen und bemerkenswerte Schicksale. F.A.Z.-Redakteur Mark Fehr hat über diese „Geniestreiche aus Kassel“ ein Buch geschrieben. Einen Auszug daraus lesen Sie hier.
Am Wissenschaftszentrum Berlin nimmt man die vergangene Documenta zum Anlass für wuchtige Thesen und handfeste Vorwürfe. Antisemitische Kunst ist da nur eine Petitesse.
Martha Jungwirths Karriere kam spät richtig in Schwung. Heute gilt sie als Grande Dame der Malerei. Daran hat die Galerie Thaddaeus Ropac, die ihr nun wieder eine Schau widmet, entscheidenden Anteil.
Seine Kunst ist extrem und bissig in jeder Hinsicht: Ein Atelierbesuch in Madrid bei Santiago Sierra, dem wohl umstrittensten Künstler der Gegenwart.
Die vergangene Documenta sorgte mit einem Antisemitismus-Skandal für Aufsehen. Hessens Kunstminister Timon Gremmels (SPD) verurteilt das klar und ist trotzdem optimistisch, was die Zukunft der Kasseler Kunstausstellung angeht.
Eine Polemik des Kritikers Dean Kissick wirbelt die Kunstszene auf: Stimmt es, dass die Kunst der Gegenwart durch ihre Politisierung zerstört wurde? Oder erkennen wir bloß nicht, wie interessant die aktuelle Kunst ist?
Naomi Beckwith, designierte künstlerische Leiterin der nächsten Documenta, stellt kein Konzept vor, sondern ihren Lebenslauf und ihre Arbeitsbiographie. Was auch Schlüsse zulässt.
Die documenta fifteen war von einem Antisemitismus-Skandal überschattet worden. Nun soll in etwas mehr als zwei Jahren die nächste Ausgabe stattfinden. Was sagt die neue Kuratorin?
Er gehörte zu den originellsten Kreativen des zwanzigsten Jahrhunderts, doch heute ist er fast vergessen: Zum hundertsten Geburtstag des Dichters und bildenden Künstlers Werner Schreib.
Die Kunst der untergegangenen DDR musste sich immer wieder neu gegen den politischen Druck des Regimes behaupten. Daraus entstand ihre einzigartige Qualität. Das zeigt eine Ausstellung in Potsdam.
Wie hältst Du’ s mit dem Grundgesetz? Der nun veröffentlichte Code of Conduct der Documenta ist das Papier nicht wert, auf dem er nicht steht.
Hat man aus den Antisemitismen der letzten Documenta gelernt? Unter den nun designierten Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats für die Weltkunstschau jedenfalls ist eine Museumsdirektorin aus Tel Aviv, sind Experten für Konfliktforschung und deutsch-jüdisches Zusammenleben sowie für die Rassifizierung von Kunst
Die Amerikanerin Naomi Beckwith ist zur künstlerischen Leiterin der Documenta 16 ernannt worden. Statt des einseitig postkolonialen Blick der letzten Skandalschau verspricht das eine Rückkehr zu ästhetischen Kategorien.
Erfahrungen mit internationalen Kunstschauen hat sie schon bei der documenta 12 und 13 gesammelt. In zwei Jahren wird die Kuratorin Koyo Kouoh der Kunstbiennale in Venedig ihren Stempel aufdrücken.
Zäsur in Kassel: Das Documenta Institut soll zur unabhängigen Forschungseinrichtung werden – und sich auf die Förderung von Wissenschaft im Bereich des Ausstellungswesens zeitgenössischer Kunst konzentrieren.
Sechs Köpfe für ein Halleluja: Die Stadtverordnetenversammlung Kassel beschließt eine Änderung des Documenta-Gesellschaftervertrags und setzt offizielle wissenschaftliche Beiräte für die nächste Ausgabe ein.
Er ist durch die Installation „Der Bevölkerung“ im Berliner Reichstag bekannt: Einen Überblick über das ganze Schaffen des politischen Künstlers gibt jetzt die Frankfurter Schirn.
Wann es eine Documenta 16 geben wird, war zuletzt fraglich. Das Land Hessen aber hält am Zeitplan für die Weltkunstausstellung in Kassel fest: Bis zum Jahreswechsel soll eine künstlerische Leitung gefunden sein.
Antisemitische Parolen, gewaltsame Proteste, dämonisierende Kritik: Orna von Fürstenberg spricht darüber, warum Juden sich an deutschen Hochschulen nicht mehr sicher fühlen – und wie sich islamistischer von israelbezogenem Antisemitismus unterscheidet.
Kunst als politische und lesbare Form, vom Nahen Osten bis Indien: Die begnadete Ausstellungsmacherin Catherine David wird siebzig.
Politisch engagierte Kunst setzt einen Schwerpunkt auf der Art Week in Berlin: Vier sehenswerte Ausstellungen des Gallery Weekend und ein Blick auf die Positions Art Fair im Flughafen Tempelhof.