Selbstoptimierung durch Entmannung
Als Verbeugung angelegt, als schwergängiges Reenactment auf die Bühne gebracht: Jürgen Kuttner und Tom Kühnel zeigen Brechts „Hofmeister“ am Deutschen Theater.
Als Verbeugung angelegt, als schwergängiges Reenactment auf die Bühne gebracht: Jürgen Kuttner und Tom Kühnel zeigen Brechts „Hofmeister“ am Deutschen Theater.
Im Gespräch mit dem legendären Regisseur Hans-Jürgen Syberberg, der sich in seinen Filmen mit der „deutschen Schuld“ auseinandergesetzt hat und neben Fassbinder, Schlöndorff und anderen als Vertreter des Neuen Deutschen Films gezählt wird.
Seine Filme über Wagner, Hitler und Ludwig II. haben ihn berühmt gemacht. Heute lebt er in seinem Geburtshaus in Nossendorf, Vorpommern. Hans-Jürgen Syberberg gehört zu den deutschen Epochenkünstlern der Nachkriegszeit. Hier spricht er über ein Land, das sich vor seinem Erbe wegduckt.
Wenn Wilderei die Evolution bestimmt: In Mosambik haben sich Elefanten auf überraschende Weise an den Menschen angepasst.
Die Oper "Die Verurteilung des Lukullus" von Paul Dessau und Bertolt Brecht kam 1951 in der DDR nur gegen starken Widerstand der Partei auf die Bühne. In Stuttgart wird sie nun neu zur Diskussion gestellt.
Von Bertolt Brecht zu Adolf Hitler mit einem Umweg übers Humboldt-Forum: Der legendäre Filmregisseur Hans-Jürgen Syberberg über seine ländliche Heimat in Mecklenburg Vorpommern, seinen künstlerischen Aufstieg in der Welt und seine liebsten deutschen Albträume.
Florian Illies sucht für sein neues Buch nach „Liebe in Zeiten des Hasses“ in den Jahren zwischen 1929 und 1939. Mit Pathos spart sein Appell an die Gegenwart nicht.
Die Staatsoper Unter den Linden zeigt „Così fan tutte“ als ästhetisierte 68er-Geschichte, an der Komischen Oper wird moralisches Theater zelebriert.
Überforderung ist in das Werk einkomponiert: Ricardo Muti dirigiert bei den Salzburger Festspielen erstmals Beethovens alle Extreme verschränkende „Missa Solemnis“.
Bei den Salzburger Festspielen überzeugt Morton Feldmans Oper „Neither“ als eine zum Psychoterror gesteigerte Irritation. Jan Lauwers hingegen ertränkt Luigi Nonos „Intolleranza 1960“ in linkem Kitsch.
Vor hundert Jahren wurde der beste Regisseurs Europas geboren: Eine Erinnerung an den Mailänder Theaterzaren Giorgio Strehler. Auch Bertolt Brecht war von ihm fasziniert.
Die liberale polnische Abgeordnete Marta Wcisło streitet gegen Versuche der PiS-Regierung, den Fernsehsender TVN zu enteignen. Dabei bedient sie sich einer martialischen Formel.
Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“ wird am Mainzer Staatstheater gegen den Strich gebürstet. Die Darsteller überzeugen, die Inszenierung mit ihrer Dekonstruktion des Stücks nicht immer.
In diesem bislang unveröffentlichten Text von 1983 beschreibt Erich Fried aus eigener Katastrophenerfahrung, wie manche gar nicht anders können, als politisch zu dichten. Das bedeute aber keine Abwertung eskapistischer Kunst.
In Italien nannte man sie „la rossa“, nach ihrem roten Haar. Ihr Repertoire reichte von Brecht und Weill bis Morricone und Astor Piazzolla. Sie war Sängerin und Schauspielerin, Muse und Star. Ein Nachruf auf die Künstlerin Milva.
Eine tiefe Jugendfreundschaft verband Caspar Neher und Bertolt Brecht, die selbst durch die Mitwirkung des Bühnenbauers an der NS-Propaganda nicht bröckelte. Der Bruch kam später, wie bislang unbekannte Briefe zeigen. Ein Gastbeitrag.
Die Sendeleiter bei den Kulturwellen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk fürchten einen Generationenabriss. Jetzt richten sie die Inhalte an Hörerprofilen aus, die empfindlich mit den Interessen des Stammpublikums kollidieren.
Belarussische Kontroversen: Die Theatertruppe Kupalauzy ergründet mit Brechts „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ das Wesen des Faschismus. Präsident Lukaschenka warnt indessen vor einem Genozid am belarussischen Volk – durch die Protestbewegung.
Ausgehend von Bertolt Brechts „Furcht und Elend im Dritten Reich“ hat die belarussische Theatergruppe Kupalauzy ihr Stück „Strach“ (Furcht) produziert.
Im Herbst 1933 kam der Fotograf Fred Stein nach Paris. Dort traf er auf die Geisteselite der deutschen Emigration. Nach dem deutschen Einmarsch flüchtete Stein nach New York. Eine Auswahl seiner Fotos aus beiden Städten ist jetzt zu sehen.
Am 22. Dezember 1920 gab es die erste deutsche Rundfunksendung: ein Weihnachtskonzert. Bald war das Radio tonangebend. Doch konnte es sich in Deutschland nie richtig entfalten. Woran liegt das? Ein Essay.
Lange erwartet und nun auch auf Deutsch: Howard Eilands und Michael W. Jennings’ umfassende Biographie Walter Benjamins wird für lange Zeit Standard bleiben. Doch gravierende Mängel schließt das nicht aus.
Ein makabres Nachspiel: Der „Stürmer“ vermeldete am 16. Januar 1941 den Tod Walter Benjamins, mehr als ein Vierteljahr nach dem Suizid. Wie kam es dazu?
Ist Sport der feindliche Bruder der Literatur oder selbst eine Kunstform, für die es keine Worte gibt? Tendenz: unentschieden. Eine Spurensuche dort, wo die Welt des Fußballs und die des Geistes sich berühren.
Ein sozialdemokratisches Kampflied hat eine wechselhafte Geschichte. Sein Autor bedichtete auch Hitler und wurde von den Nazis mit Preisen überhäuft.
Vor hundert Jahren wurde es erfunden, heute ist es beliebter denn je, daran ändert auch Corona nichts – im Gegenteil. Von der Renaissance eines Experiments mit der Unterhaltung.
Das digitale Sommersemester ist ein Probelauf für die Hochschule der Zukunft. Die neuen Rollen der bekannten Akteure werden wie im Lehrstück verteilt. Ein Gastbeitrag.
Zwei Münchner Premieren rufen die spannungsreiche Verbindung von Marieluise Fleißer und Bertolt Brecht in Erinnerung: „Der starke Stamm“ und „Im Dickicht der Städte“.
1924 begann in Frankfurt die Ära des Rundfunks. Die „Radio-Runde“ lässt diese Zeit mit einem ungewöhnlichen Programm wieder lebendig werden.
Diskursschleifchen für ein unsichtbares Theater: René Pollesch inszeniert sein neues Stück „(Life on earth can be sweet) Donna“ am Deutschen Theater Berlin. Das ist unterhaltsam auf hohem Niveau.
Für den sinnlichen Einsatz eines Kleidungsstücks präsentiert Bertolt Brecht hier, in typisch ironischer Weise, eine Art Gebrauchsanleitung. Das Gedicht war einst an die eigene Gattin adressiert.
Bertolt Brecht, gelesen von Thomas Huber.
Ausdrucksstarke Interpretationen: Ute Lemper verbeugt sich in der Alten Oper vor Brecht, Weill und Marlene Dietrich. Das Programm ist vielfältig. Und weist einige Parallelen zur Gegenwart auf.
Kunstvoll illustrierte Bücher, historische Briefe und ein Paar goldene Schuhe werden bei der Auktion mit Büchern und Autographen bei Bassenge in Berlin feilgeboten.
Moscheen, Medresen, Mausoleen: Das märchenschöne Usbekistan öffnet sich dem Tourismus, springt mit seiner Geschichte aber nicht gerade sanft um.
Auf trunkenen Poetenpfaden: Ersan Mondtag inszeniert Bertolt Brechts Stück „Baal“ am Berliner Ensemble – gespielt von Stefanie Reinsperger.