Weltbank

Die Weltbank wurde wie ihre Schwesterorganisation, dem Internationalen Währungsfond, 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet und sollte ursprünglich den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg voranbringen. Heute ist die Kernaufgabe der Weltbankgruppe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Weltbank und IWF, beide verleihen Geld an finanzschwache Staaten und sollen sich dabei ergänzen. Die Weltbank verleiht Mittel für Infrastrukturprojekte vor allem an Schwellen- und Entwicklungsländer. 2016 verlieh die Weltbank 64,2 Milliarden Dollar für Straßenbau, Kraftwerke oder Staudämme. Teile dieser Kredite können auch zinslos oder sogar ganz erlassen werden, wenn ein Staat zu arm ist. Doch er musst umstrittenen Bedingungen zustimmen, wie zum Beispiel die Öffnung der Märkte oder den Verkauf von Staatsbetrieben.

Die fünf Organisationen der Weltbankgruppe

Die erste ist die 1994 gegründete International Bank for Reconstruction and Development (IBRD). Sie besteht aus 188 Mitgliedern und vergibt Kredite zu Markant-Konditionen an kreditwurdige Länder. Die zweite ist die 1956 gegründete International Finance Corporation (IFC). Sie besteht aus 183 Mitglieder und hat die Aufgabe, die Entwicklung des Privatsektors in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Zu diesem Zweck offeriert sie Darlehen, Eigenkapitalbeteiligungen, Garantien und eine Reihe innovativer Finanzierungsprodukte zu kommerziellen Bedingungen. Die dritte ist die 1960 gegründete International Development Association (IDA). Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der weltweiten Armutsbekämpfung und ist in rechtlicher und finanzieller Hinsicht selbstständig. Die vierte ist das 1966 gegründete Internationales Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID). Das Schiedsgericht der Weltbank schlichtet Investitionsstreitigkeiten zwischen Regierungen und ausländischen Investoren und übernimmt Beratungsdienste, Forschungs- und Publikationsaufgaben. Die letzte jüngste Organisation der Weltbank ist die 1988 gegründete Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA). Die hinter der Schaffung der MIGA stehende Idee ist, dass ausländische Direktinvestitionen einen nachhaltigen Beitrag zur Lösung des internationalen Verschuldensproblems leisten können.

Die Macht an der Spitze der Weltbank

Seit dem 2. Juni 2023 ist Ökonom Ajay Banga Präsident der Weltbank. Banga hatte zuvor den Vorsitz der internationalen Handelskammer in Paris inne. Einen Großteil seiner Karriere bestritt er im privatwirtschaftlichen Sektor, was ihn von seinen Vorgängern an der Spitze der Weltbank unterscheidet, die zuvor alle primär im öffentlichen Sektor tätig waren.

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