Wie man als versklavte Person lebt: Frank B. Wildersons Buch „Afropessimismus“
Eine radikale Theorie über das Schwarzsein: Wolfgang Matz im Gespräch über Frank B. Wildersons Abhandlung „Afropessimismus“ – und drei Sachbuch-Empfehlungen.
Eine radikale Theorie über das Schwarzsein: Wolfgang Matz im Gespräch über Frank B. Wildersons Abhandlung „Afropessimismus“ – und drei Sachbuch-Empfehlungen.
Distinktion um ihrer selbst willen hilft am Ende auch keinem: Die Kulturwissenschaftlerin Hanna Engelmeier sucht und findet Trost in Texten aller Art.
Hört auf die Töne der Wildnis: John Muirs Buch über den Yosemite-Park erscheint erstmals auf Deutsch. Ganz ohne Irritation lässt es sich heute allerdings nicht mehr lesen.
Kapitalismus ist das Problem und nicht die Lösung: Wir sollten aufhören, Begriffe wie „Klimawandel“ und „CO2-Ausgleich“ zu benutzen – und endlich handeln. Ein Gastbeitrag.
Eine kaum überbietbare Zuspitzung der Rassismus-Polemik: Frank Wildersons „Afropessimismus“ beruht auf radikal kompromisslosen Annahmen – und ist ein Meilenstein in der großen Debatte unserer Zeit.
Ein Ärgernis für engagierte Ökologen: George Monbiot fordert, man möge die Natur Europas in Ruhe und der Verwilderung ihren Lauf lassen.
Blicke von weit oben: Robert Macfarlane hat in seinem Buch manches zur Frage beizutragen, warum Menschen auf die Gipfel hoher Berge steigen.
Die Longlist des Deutschen Buchpreises verzichtet auf ein markantes Profil. Alles schön ausgeglichen, allerdings stellen große Verlage die Mehrzahl der nominierten Romane. Was auffällt, sind eher die fehlenden als die vertretenen Bücher.
Das symbolische Kapital dieser Branche ist der Glamour: Giulia Mensitieri wirft einen ernüchternden Blick hinter die Fassade der Modeindustrie.
Paranoiker zu täuschen ist ziemlich schwer: Milton Rokeach berichtet über sein fragwürdiges Experiment mit drei psychiatrischen Patienten, die sich für Jesus Christus hielten.
Schutzmaßnahmen allein reichen nicht – wir brauchen neue Erzählungen, sagt die Medienökologin Birgit Schneider. Im Interview spricht sie über die Darstellung des Klimawandels und die Kluft zwischen Wissen und Handeln.
Dieses poetische Porträt des alten Chinas ohne jede pittoreske Exotik ist immer noch gültig: Paul Claudels „Connaissance de l’Est“, ein Klassiker aus dem Jahr 1907, erscheint in neuer Übersetzung.
Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ ist vielleicht der größte, ganz sicher der längste Gesellschaftsroman der Weltliteratur. Schriftstellerinnen und Schriftsteller antworten auf die Frage, ob sie alle sieben Bände geschafft haben.
Stadttauben stehen im Ruf, dumm zu sein und Krankheiten zu übertragen. Tatsächlich jedoch geht von ihnen kein großes Gesundheitsrisiko aus. Dafür sind sie so klug, dass sie Rechtschreibregeln lernen können. Zeit für eine Rehabilitierung.
Auf welchen Pfaden könnte eine Künstliche Intelligenz Wirklichkeit werden, die ihren Schöpfer abhängt? Murray Shanahan, der zu kognitiver Robotik forscht, gibt Antworten.
Im vergangenen Jahr machte die Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Doch jetzt wurde im Humboldt Forum in Berlin zum ersten Mal der Deutsche Sachbuchpreis vergeben.
Von Kannibalen hat nicht nur der Westen unruhig geträumt: Heike Behrend gewinnt aus einem Rückblick auf die Irrungen und Wirrungen ihrer Feldforschungen in Afrika eine autobiographische Erzählung besonderer Art.
Die Preise der Leipziger Buchmesse sind vergeben: Sie gehen an Iris Hanika, Heike Behrend und Miklós Szentkuthy. Alle drei Bücher erschienen bereits 2020.
Grandiose alternative Gedichtschreibung: Die bretonisch-senegalesische Autoren Sylvie Kandé vermählt in einem literarischen Versepos Afrika und Amerika, noch bevor die beiden Kontinente so genannt wurden.
Am Ende geht es um alles: In ihrem Buch „Die Unsterblichen“ berichtet Anne Boyer von ihrem Krebsleiden und schafft eine neue Form des Erzählens.
Mir dem Welthit „Missing“ wurde Tracey Thorn, Sängerin von Everything But The Girl, Mitte der neunziger Jahre ein Star. Heute schreibt sie Bücher über die Psychogeographie ihrer englischen Herkunft.
Ein führender Adorno-Kritiker erhält den Adorno-Preis: Wussten die Kuratoren, was sie taten, als sie Klaus Theweleit für die Auszeichnung vorsahen, den Autor des Erfolgsbuchs „Männerphantasien“?
Im Juni dieses Jahres wird der Deutsche Sachbuchpreis zum ersten Mal verliehen. Nun hat die Jury aus 240 Büchern acht Titel nominiert, die für die Auszeichnung in Frage kommen.
Ich ist viele andere: Die Ethnologin Nastassja Martin erzählt in einem eindringlichen Überlebensbericht von ihrer Selbsterkenntnis in der Wildnis.
Sanftes Raunen von der Revolution trifft platte Kritik: Wolfgang Engler hält mit beim großen Neoliberalismus-Bashing. Seine Belesenheit hilft ihm dabei nicht weiter.
In der Corona-Krise verschmilzt die Figur des Experten mit der des Aktivisten. So entsteht der Eindruck, in Forschungsbefunden liege der Schlüssel zu politischem Handeln. Für die Demokratie ist das gefährlich. Ein Gastbeitrag.
Was ist Nature Writing – eine Erfolgswelle, ein Phänomen unserer Zeit, eine Art, über die Welt nachzudenken? Judith Schalansky und Solvejg Nitzke diskutieren das literarische Schreiben über Pflanzen, Tiere und Schleim.
Die Verschwörungstheoretiker stellen die Demokratie auf eine neue Weise auf die Probe – indem sie deren rationale Grundlagen anzweifeln. Soziologisch sind sie viel schwerer zu fassen als die Rechtspopulisten.
Auf den Corona-Frühling folgt ein Weihnachten mitten im Sommer: So ein Jahr hatte der Buchhandel noch nie. Welche Bilanz ziehen die Verlage aus der Krise?
Körper kommen im wirklichen Leben „allein“ nicht vor: Sie werden real durch Verschaltung mit anderen Körpern, durch Gitarren, Radio, Leinwand, Computer, Freundschaft und Kooperation. Ein Gastbeitrag.
Hungerstreik, Schlaflosigkeit, Flucht, Träumen: Iris Därmann erzählt in ihrer Studie „Undienlichkeit“ eine Geschichte des passiven Widerstands gegen Gewalt und Sklaverei seit der Antike. Ein Gespräch.
Anne Weber bekommt den diesjährigen deutschen Buchpreis für „Annette, ein Heldinnenepos“. Sie schildert darin das Leben einer französischen Widerstandskämpferin in freien Versen. Was macht diese Form so bezwingend?
Eine starke Finalistenrunde findet sich im notgedrungen schwach besetzten Kaisersaal des Frankfurter Römers ein. Dort wird der Roman bekanntgegeben, der den diesjährigen Deutsche Buchpreis gewinnt: „Annette, ein Heldinnenepos“ von Anne Weber. Und plötzlich ist da eine andere Geschichte präsent.
Die Jury findet „atemberaubend, wie frisch hier die alte Form des Epos klingt“: Anne Weber erhält den Deutschen Buchpreis 2020. Ihr Buch „Annette, ein Heldinnenepos“ erzählt die Geschichte einer Widerstandskämpferin.
Zuletzt muss die Neurowissenschaft herhalten: Klaus Theweleit vollendet sein ambitioniertes „Pocahontas“-Projekt zum Kolonialismus, formuliert dabei aber eine windige Großthese.
Es ist ein ungewöhnlicher Zeitpunkt, um einen Verlag zu gründen. Der Übersetzer Frank Henseleit versucht das mit „Kupido“ in Köln. Im Programm sind viele zweisprachige Ausgaben und Reiseberichte.