Postdemokratisch?
Die Pleite Griechenlands begann mit den Versprechen der Politiker an ihre Wähler. Was jetzt passiert, ist ein furchterregendes Ergebnis von Demokratie.
Die Pleite Griechenlands begann mit den Versprechen der Politiker an ihre Wähler. Was jetzt passiert, ist ein furchterregendes Ergebnis von Demokratie.
Paris und Berlin nehmen die Bundesbank in die Zange. Die Reserven der Deutschen sollen für den Euro geopfert werden.
Ökonom Barry Eichengreen hält ein Nachdenken über die Drachme für gefährlich und fordert im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mehr Opfer von Deutschland.
Die Ankündigung einer Volksbefragung schockt die Börsen. Was gut ist für die Menschen, muss nicht gut sein für die Anleger. Verschiedene Interessen prallen aufeinander.
Paris und Berlin nehmen die Bundesbank in die Zange. Die Reserven der Deutschen sollen für den Euro geopfert werden.
Trotz der Diskussionen über Griechenland sind die deutschen Unternehmen glänzend durch das vergangene Quartal gekommen. Vieles wirkt stabiler als 2008.
Die G-20-Partner haben sich darauf verständigt, dass Italien sein Reformprogramm vom IWF und der EU-Kommission überwachen lässt. Keine Einigung gab es über die Instrumente zur Ausweitung von Kompetenzen und der finanziellen Ausstattung des IWF.
Die Botschaft von Cannes ist klar: Der Austritt aus dem Euro ist kein Tabu mehr. Es gibt gemeinsame Regeln, an die sich alle halten müssen.
Der ehemalige Bundesbankpräsidenten geht davon aus, dass die Staatsschuldenkrise noch ein Jahrzehnt andauern wird. Sie könnte auch auf andere Länder außerhalb Europas übergreifen.
Zu Amtsbeginn des neuen Präsidenten Draghi senkt die EZB überraschend den Leitzins auf 1,25 Prozent. Auf die Frage, was er von einem möglichen Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion halte, antwortet der Italiener kühl.
In Rom tut Berlusconi das, was er schon immer getan hat: Er versucht, Zeit zu gewinnen. Das Kalkül zielt darauf, dass sich Europa nicht neben Griechenland noch einen zweiten Krisenherd leisten kann.
Seine erste Ratssitzung als neuer Präsident der Europäischen Zentralbank leitet Mario Draghi unter erschwerten Bedingungen: Die Rettung Griechenlands dominiert alles. Und Draghi steht unter besonderer Beobachtung.
BMW, Fuchs Petrolub ProSiebenSat1, SGL und Swiss Re steigern den Gewinn. Der von Heidelbergcement, Qiagen und Sanofi-Aventis fällt. Adidas hebt die Jahresziele an, Rheinmetall und Pfeiffer Vacuum senken diese, Metro stellt die Prognose unter Vorbehalt. Die Griechenlandkrise trifft die BNP Paribas voll, die ING tritt auf die Kostenbremse. Die amerikanische Notenbank stellt eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht, der Euro-Rettungsschirm verschiebt eine geplante Irland-Anleihe
Abschreibungen auf Griechenland-Anlagen bescheren der Commerzbank tiefrote Zahlen. Ansonsten liegen am Freitagmorgen zunächst vor allem neue Unternehmensergebnisse aus Amerika vor. Die wichtigsten davon sind Rekordzahlen von Starbucks, eine Prognoseerhöhung von LinkedIn, Entlassungen bei AMD und herbe Verluste bei AIG. Das Internet-Rabattportal Groupon hat zudem den Ausgabepreis für den eigenen Börsengang festgelegt. In Griechenland muss sich unterdessen Ministerpräsident Papandreou einer Vertrauensabstimmung stellen.
Die Angst vor einer Ausweitung der Euro-Schuldenkrise belastet am Donnerstag die europäischen Aktienmärkte. Griechenland soll vorerst keine weiteren Hilfen aus dem internationalen Rettungspaket erhalten.
Deutschland und Frankreich haben den Druck auf Griechenland vor einem möglichen Euro-Referendum Anfang Dezember massiv erhöht. Auch auf einen Austritt Athens aus der Währungsunion sei die EU vorbereitet. „Wir sind gewappnet“, sagte Bundeskanzlerin Merkel.
Im Euro-Drama waren die Risiken noch nie so groß wie jetzt - für Griechenland wie für ganz Europa. Die meisten Ökonomen hoffen, dass die Griechen die Kurve kriegen, doch es wachsen die Zweifel.
Europas Streit um die Rettung Griechenlands überschattet alles. Doch stehen auf dem Gipfel in Cannes eine Reihe anderer Themen auf der Tagesordnung, die geklärt werden sollen.
Um sich nicht vom Ausgang des Referendums in Griechenland abhängig zu machen, muss man jetzt einen Ersatzplan vorbereiten: Griechenlands Abschied vom Euro.
Nur mit Mühe konnten eine Einigung über Griechenland erzielt werden, nun gerät alles ins Stocken. Die deutschen Banken machen ihre Zustimmung zum Schuldenschnitt für Griechenland vom Ausgang der geplanten Volksabstimmung abhängig.
Der Deutsche Bankenverband BdB warnt davor, dass die Unsicherheit über den Ausgang des Referendums die Stabilisierung gefährdet. Zudem ist fraglich, ob der Internationale Währungsfonds einem 8-Milliarden-Kredit zustimmt.
Der größte griechische Rentenfonds hat im vergangenen Jahrzehnt bis zu acht Milliarden Euro für Tote überwiesen. Profitiert haben meist die Angehörigen.
Dass die Chinesen überschuldeten Euro-Ländern wie Griechenland mit riesigen Summen zur Hilfe eilen, halten viele Ökonomen für Wunschdenken. Vor einer Beteiligung des IWF am Euro-Rettungsfonds stehen hohe Hürden.
Den Schuldenerlass für Griechenland fordert bei der HRE-Bad Bank eine Abschreibung von 5 Milliarden Euro. Es ist auch ein Verlust der Steuerzahler.
Nach zähen Verhandlungen wurde in Brüssel ein Schuldenschnitt von 50 Prozent verkündet. Manches Detail ist aber noch offen. Und die Sorge bleibt, ob die Lösung hält.
Griechenland wird der halbe Schuldenberg erlassen - stehen die Banken das ohne neue Staatshilfe durch? Deutsche und französische Institute möchten den Kapitalbedarf aus eigener Kraft decken.
Die Beschlüsse auf dem EU-Gipfel bilden eine Zäsur. Die Gläubiger müssen Griechenland Schulden erlassen. Das Land darf im Euroraum bleiben. Ein solcher Fall war von den Gründervätern des Euro nicht vorgesehen. Wer glaubt, die Krise habe ihren Höhepunkt überschritten, irrt.
Vorstandschef Blessing will möglichst alle Kredite an Staaten loswerden. Das Vorhaben sei aber schwierig, da es einen „Käuferstreik“ gebe. Kritik an seinem Vorhaben wollte Blessing nicht gelten lassen.
Die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion haben sich mit den Banken darauf geeinigt, Griechenland rund die Hälfte seiner Schulden zu erlassen. Zudem soll die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF auf eine Billion Euro ausgeweitet werden. Hinzu kommen die Rekapitalisierung von Banken und ein Sparprogramm in Italien.
Die Staats- und Regierungschefs haben eine höhere Eigenkapitalquote für Banken beschlossen. Bis Mitte nächsten Jahres sollen die Institute ihr Kernkapital auf neun Prozent aufstocken.
Die EZB will die Sondermaßnahmen für das Finanzsystem fortsetzen. Der künftige Präsident Draghi bezeichnete zudem die Lage in Italien als dramatisch. Vor allem sein Heimatland müsse in der Krise handeln.
Die Griechenland-Krise brach 2010 aus. Die Politik wollte damals von einer Umschuldung nichts wissen, sondern hoffte, das Land werde auf den rechten Weg zurückfinden. Dieser Traum ist ausgeträumt.
Griechische Banken sind von der Krise schwer getroffen. Der Wertverlust in den letzten zwei Jahren ist enorm. Die Zahlungsfähigkeit ist nur durch großzügige EZB-Kredite gewährleistet.
Griechenland benötigt Reformen. Aber es hat keinen Sinn, den öffentlichen Dienst völlig zu „enthaupten“, sagt der griechischstämmige Ökonom Michael Haliassos im F.A.Z.-Interview.
Die Verunsicherung durch die Schuldenkrise belastet die Wirtschaft. Die Binnenkonjunktur könnte die Flaute ausgleichen. Der monatliche Konjunkturbericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Die Euro-Schuldenkrise will nicht enden - trotzdem rechnen die Deutschen mit mehr Geld im eigenen Portemonnaie. Das wollen sie auch ausgeben. Nur die Entwicklung der Konjunktur sehen sie mit Sorgen.