Juncker: „Maßlos überzogen“
Die Ratingagentur Standard & Poor’s droht Deutschland und vierzehn Euro-Staaten eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit an. Berlin und Paris reagieren gelassen darauf. Eurogruppen-Chef Juncker indes findet deutliche Worte.
Die Ratingagentur Standard & Poor’s droht Deutschland und vierzehn Euro-Staaten eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit an. Berlin und Paris reagieren gelassen darauf. Eurogruppen-Chef Juncker indes findet deutliche Worte.
30 Milliarden Euro soll das italienische Sparpakte in den kommenden drei Jahren bringen. Kräftige Einschnitte gibt es bei den Renten. Für Luxusobjekte wurden die Steuerregelungen geändert.
Es ist wie im September 2008, als Lehman Brothers pleiteging: Die Banken misstrauen einander und leihen sich kein Geld mehr. Es bleiben nur Kredite von der Notenbank. Die Angst regiert.
Früher haben griechische Statistiker die Haushaltszahlen geschönt und Defizite zu niedrig angegeben. Dem neuen Chef des Statistikamts wird nun vorgehalten, er habe die Haushaltszahlen für 2009 künstlich nach oben geschraubt.
Am Londoner Finanzplatz wird darauf gewartet, dass die Politik und die EZB die Schuldenkrise löst. Die meisten Vorschläge aus der City führen aber nicht zum Ziel.
Der Euro-Krisenfonds EFSF lässt sich nicht so stark hebeln wie geplant - jetzt wollen die Euro-Finanzminister den Internationalen Währungsfonds stärker einbeziehen. Denn der Druck der Finanzmärkte auf den Euroraum nimmt weiter zu.
Die Eurogruppe hat die nächsten Notkredite von acht Milliarden Euro für Griechenland freigegeben. Ohne das Geld wäre Athen noch im Dezember in den Bankrott gestürzt.
Die Ratingagentur Moody’s befürchtet weitere Staatspleiten und einen Zerfall der Währungsunion. EFSF-Chef Regling sieht derzeit keine Möglichkeit für eine Hebelung des Fonds auf eine Billion Euro.
Auch zur Wochenmitte gibt es wieder Neues zur Euro-Schuldenkrise: Die Euro-Länder wollen zur Verstärkung ihrer Krisenabwehr den IWF mit mehr Finanzkraft ausstatten. Und die Euro-Finanzminister haben eine weitere Nothilfe an Griechenland freigegeben. Auf Unternehmensebene hat die Deutsche Telekom weiter Probleme beim Verkauf von T Mobile USA. Denn die Einwände der amerikanischen Regulierer an AT&T gehen noch viel weiter als bisher bekannt. Erwähnenswert ist ansonsten auch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Großbanken durch Standard & Poor“s.
Staatsanleihen sind sicher, haben wir lange geglaubt. Heute sind wir klüger. Die jüngste Auktion einer zehnjährigen Bundesanleihe zeigt, dass der Staat höhere Zinsen bieten muss, um Anleger zu locken. Der Spielraum für Defizite wird immer geringer. Eine Analyse von Holger Steltzner.
Fitch bestätigt Frankreichs Spitzenote, Moody’s die der Vereinigten Staaten, dagegen wachsen beim IWF und S&P die Sorgen um Japans Schulden. Die Raiffeisen Bank International senkt ihre Prognosen und HTC begibt eine Umsatzwarnung. Suzuki ruft im Streit mit VW den Schiedsgerichtshof an, Microsoft blickt in Yahoos Bücher. Die Talsohle ist für Griechenland noch nicht erreicht und Experten bezweifeln den Erhalt des Euroraums in seiner heutigen Form.
Enttäuschende Konjunkturdaten aus China belasten den Aktienmarkt. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex fiel auf 48 Punkte und damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Mit Anleihekäufen hat die Europäische Zentralbank ihr Mandat überschritten, kritisiert Bankenverbandschef Andreas Schmitz. Steigende Zinsen seien richtig, um schlechte Regierungen aus dem Amt zu drängen.
Nach sechs Handelstagen mit Kursverlusten stiegen die Aktienkurse wieder. „Dies ist aber nur ein kurzes Aufbäumen“, heißt es mit Blick auf das lange Wochenende in Amerika.
Der Gewinn von Hewlett-Packard bricht ein, die Weltbank warnt vor Risiken für das Wirtschaftswachstum in Ostasien, aber in China könnte die Geldpolitik lockern. Hochtief verhandelt nur noch mit Chinesen über seine Flughäfen, die Börsen in Tokio und Osaka wollen fusionieren. Spanien verstaatlicht eine weitere Bank, Griechenland weitet die Staatsgarantien für seine aus. Nach MF-Global-Konkurs fehlen 1,2 Milliarden Dollar an Kundengeldern und der ehemalige AIG-Chef verklagt die Regierung wegen der Rettung des Unternehmens.
Den griechischen Banken stehen künftig 60 Milliarden Euro an Garantien zur Verfügung, das sagte Finanzminister Evangelos Venizelos. Bislang übernahm der griechische Staat die Garantie über 30 Milliarden Euro.
Die Reichen wollen immer mehr haben. Damit wecken sie den Erfindergeist. So wurde die industrielle Revolution möglich. Am Ende profitieren die Armen.
Bei der kleinen griechischen Proton Bank ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Geldwäsche und Veruntreuung von 700 Millionen Euro. Warum musste die Bank vom Staat gerettet werden?
Die Nachrichtenlage gestaltet sich am Freitagmorgen eher ruhig. Auf Unternehmensebene scheinen die Nachricht, wonach Suzuki weiter die Partnerschaft mit VW beenden will, noch am spannendsten. Interessant klingt auch der Einstieg von BMW beim Carbon-Hersteller SGL. Und bei den Wirtschaftsnachrichten gilt das für die Meldung, wonach in Deutschland der Preisauftrieb auf Erzeugerebene im Vormonat leicht rückläufig war.
Die Verhandlungen über den Schuldenschnitt für Griechenland verlaufen zäh. Die bisherigen Vorschläge des internationalen Bankenverbands reichen der neuen griechischen Regierung noch nicht.
Wenige Tage vor der Parlamentswahl musste Spaniens Regierung die Wachstumsprognose für 2011 deutlich senken. Die Finanzlage des Landes wird immer prekärer.
Wirecard und Philip Morris erhöhen die Prognosen, Ahold verdient mehr, der Umsatz von Applied Materials übertrifft die Erwartungen, Highlight bekräftigt das Gewinnziel. Air Berlin rechnet nicht mehr mit einem Betriebsgewinn, Voestalpine senkt die Prognose und BHP Billiton warnt befürchtet Belastungen durch Preisschwankungen. Moody’s stuft mehrere Landesbanken herab und Portugal wird 2012 wohl tiefer in die Rezession rutschen.
Lucas Papademos ist jetzt auch formell neuer griechischer Ministerpräsident. Das griechische Parlament sprach ihm das Vertrauen aus. Weniger ruhig könnte es auf den Straßen zugehen. Die Polizei rüstet sich für neue Krawalle.
Die Angst vor der Euro-Krise hält die Anleger weiter vom Aktienmarkt fern. Für Unruhe sorgt vor allem, dass das Misstrauen nun auch auf Kern-Europa übergesprungen ist.
Die Macht der Ratingagenturen sei zu groß, sagt EU-Kommissar Michel Barnier. Bonitätsprüfer sollen für schwere Fehler haften. Das Benotungsverbot von Euro-Wackelkandidaten ist allerdings erstmal vom Tisch.
Die Furcht der Anleger vor einer Ausbreitung der Schuldenkrise setzt den Aktienkursen weiter zu. „Die nervösen Investoren sind sich der Ansteckungsgefahren nur allzu bewusst“, heißt es.
Bundesbankpräsident Weidmann fordert ein Ende der Anleihenkäufe und wehrt sich gegen politischen Druck. Italien kann seine Anleihen nur mit Mühe plazieren.
Der ungarische Wirtschaftsstaatssekretär rechtfertigt die umstrittene Politik der nationalkonservativen Regierung. Dazu gehört ein Eingriff in privatrechtliche Verträge.
Die Deutsche Bundesbank wird immer mehr zum Gläubiger der Euro-Krisenländer. Der sogenannte Target-2-Saldo ist per Ende Oktober gegenüber dem Vormonat um 15,9 Milliarden Euro gestiegen.
Während sich in Griechenland eine neue Übergangsregierung bereit macht und Italien auf einen neuen Regierungschef zusteuert, sind viele Fragen zur Schuldenkrise weiter offen. Ein Überblick.
Wie gut waren führende Finanzpolitiker an der Uni? Eine Studie liefert ein überraschendes Ergebnis: Finanzminister aus Krisen-Staaten hatten überdurchschnittliche Abschlüsse.
In der Eurozone droht nach Ansicht der EU-Kommission eine Rezession. Das Jahreswachstum für 2012 wird bei nur noch 0,5 Prozent erwartet. Die Schulden Griechenlands könnten völlig aus dem Ruder laufen. Fünf Ländern droht ein EU-Defizitverfahren.
Die Eurogruppe macht die Auszahlung der nächsten Kredittranche für Griechenland von einer schriftlichen Verpflichtung der neuen Regierung zum Sparprogramm abhängig. Die Instrumente zur EFSF-Hebelung sollen derweil bis Ende November verfügbar sein.
Irlands Haushaltsloch ist größer als das in Griechenland oder Italien. Dennoch versinkt Dublin nicht im Chaos. Der harte Sanierungskurs zahlt sich aus. Dennoch könnte Irland bald weitere Hilfen benötigen.
Der ehemalige EZB-Vize Lukas Papademos gilt als international anerkannter Finanzfachmann. Nun soll der 64 Jahre alte promovierte Wirtschaftswissenschaftler die Übergangsregierung in Athen führen.
Während die Finanzminister der Eurogruppe über die Einzelheiten zur Abwendung der Staatspleite Griechenlands beraten, rückt Italien in den Fokus. Die Risikoprämien für italienische Staatsanleihen erreichen neue Rekorde - ähnlich wie zuvor im Fall Griechenlands, Portugals und Irlands.