Spiralen der Entrüstung
Wer die Eskalation sucht, wählte den NS-Vergleich. Das gilt bis hin zu den Corona-Demonstranten. Der Historiker Willibald Steinmetz untersucht dessen Geschichte.
Wer die Eskalation sucht, wählte den NS-Vergleich. Das gilt bis hin zu den Corona-Demonstranten. Der Historiker Willibald Steinmetz untersucht dessen Geschichte.
Ein F.A.Z.-Redakteur recherchiert die Geschichte seines Großvaters und erfährt, dass der früher Teil der Holocaust-Mordmaschine war. Über Familiengeheimnisse und ihre späte Aufarbeitung.
Ernst Hemicker starb, bevor ich auf die Welt kam. Doch seine Beteiligung am Holocaust lässt mich nicht los.
Wenn Identitätspolitik die Erinnerung an den Holocaust kapert, sieht es düster aus. Pauschale Zuschreibungen behindern auch unsere Arbeit in der Bildungsstätte Anne Frank. Ein Gastbeitrag.
Dass jüdisches Leben etwa in Frankfurt wieder aufblüht, ist erst seit der Jahrtausendwende herum sicher. Ein Symposium des Jüdischen Museums ergründet nun, wie Juden derzeit in Europa leben.
Die Besitzerin musste das Gemälde „Rosen unter Bäumen“ verkaufen und wurde im Holocaust ermordet. Jahrzehnte später kaufte es das Musée d’Orsay. Nun will der französische Staat es zurückerstatten.
Wie kann man heute über den Holocaust schreiben, wenn man ihn selbst nicht erlebt hat? Takis Würger erzählt in seinem neuen Buch vom Leben Noah Kliegers, der sich in Auschwitz für einen Boxer ausgab, um zu überleben.
Georg Falk und Ulrich Stump haben die Rechtsprechung der Zivilsenate am Oberlandesgericht Frankfurt in der NS-Zeit untersucht. Sie fanden schockierende Schicksale und mutige Urteile.
Auschwitz kennt jeder, Haslach und Hameln nicht. Zwei alte Männer pflegen unbekannte Erinnerungsorte und fürchten: Wir sind die Letzten.
Das Erbe der Juden in Deutschland wird in diesem Jahr groß gefeiert. Auf Youtube entsteht eine Datenbank mit Musik ihrer Komponisten. Doch die Kategorien sind strittig.
Die Frankfurter Polizei erinnert sich an drei Beamte, die sich dem NS-Staat widersetzt haben. Das hat auch mit der Gegenwart zu tun.
Die AfD gibt sich trotz ihrer Zerrissenheit einhellig empört über die Einstufung als Verdachtsfall einer rechtsextremistischen Bestrebung. Der Ko-Vorsitzende Jörg Meuthen steht unter Druck.
Blicken wir zurück auf Köln im Jahre 321: Warum das Gedenkjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ eine zweifelhafte historische Kontinuität suggeriert. Ein Gastbeitrag.
Ist die deutsche Art, der eigenen Verbrechen zu gedenken, borniert? Muss die Ermordung der europäischen Juden aus postkolonialer Perspektive betrachtet werden? Über den neuen Historikerstreit.
Wie feiert man, wenn Menschenansammlungen verboten sind? Die jüdische Chabad-Gemeinde in Frankfurt hat sich etwas einfallen lassen. Das laute und bunte Purimfest wird dieses Jahr zum Drive-in.
In der Kleinstadt Nowogrudok entlässt das Museum eine verdiente Historikerin. So wie sie werden im ganzen Land unabhängig denkende Figuren der Kulturszene verfolgt.
Gruppenbild mit Kontrasten: Jay H. Geller folgt in seiner Biographie „Die Scholems. Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie“ den Lebensläufen der gleichnamigen Brüder ins Exil.
Im Kölner Dom gibt es zahlreiche antijüdische Bildzeugnisse. Nicht alle sind Relikte aus dem Mittelalter, manche sind keine 60 Jahre alt. Wie soll man mit ihnen umgehen?
Zum Auftakt des Jubiläums-Festjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ würdigt Bundespräsident Steinmeier den großen Beitrag von Juden in allen Bereichen der Gesellschaft – und warnt vor neuem Antisemitismus.
Über Kindheit und Jugend Adolf Hitlers lag lange ein dichter Schleier des Nichtwissens. Neue Quellen ermöglichen einen völlig anderen Blick auf sein Familienleben – besonders auf seinen Vater, der den größten Einfluss auf ihn hatte. Ein Essay.
An der Synagoge in Bad Homburg entsteht ein Tauchbad für die Jüdische Gemeinde. Bisher müssen die Mitglieder zur rituellen Reinigung ins benachbarte Frankfurt fahren.
Migranten, Juden, Kopftuchträgerinnen: Hassbotschaften nehmen nicht nur im Netz zu. Verbände sind alarmiert. Denn Hass zielt immer auf Vernichtung.
Im zumeist von strenggläubigen Juden bewohnten Bnei Brak in Israel verteilen die Behörden Pizza als Belohnung, um die Menschen zu einer Corona-Impfung zu bewegen.
Der „Tatort: Hetzjagd“ thematisiert Rechtsradikalismus – wie so oft in der Krimi-Reihe – auf wenig raffinierte Art und Weise und bleibt hinter der aktuellen Diskussion zurück.
Daniel Barenboims West-Eastern Divan Orchestra hat einen exzellenten Ruf als Friedensprojekt. Aber bewirkt es im Nahen Osten überhaupt irgendetwas?
Der Zentralrat der Juden führe keine Gespräche mit der AfD, sagt dessen Präsident Josef Schuster. Wenn eine Partei sich aus taktischen Gründen „besonders proisraelisch“ gebe, sei das billig und verachtenswert.
Zwei Historiker schreiben, ein polnischer Ortsvorsteher habe an der Ermordung von Juden unter deutscher Besatzung mitgewirkt. Nun sind sie in Warschau dazu verurteilt worden, für die Aussage um Entschuldigung zu bitten.
In Hamburg soll die Bornplatzsynagoge wieder aufgebaut werden, ein neoromanischer Bau von 1906, der 1939 von den Nazis abgerissen wurde. Befürworter und Gegner des Projekts überbieten sich in Erwartungen und Befürchtungen.
Israel erlebt eine der längsten Protestbewegungen der Geschichte. Unter den Demonstranten, die Woche für Woche vor Netanjahus Sitz zusammenkommen, sind Militärs, Spitzendiplomaten, Linke. Wird ihre neue Partei etwas ausrichten?
Der Zweite Weltkrieg als Waffe: In Belarus vergleichen sowohl Opposition als auch die Staatsmacht den Gegner mit Faschisten.
Mit einem neuen Gesetz will Emmanuel Macron auf Radikalisierung und islamistischen Terror reagieren und Parallelgesellschaften verhindern. Die Kirchen warnen vor gefährlichen Kollateralschäden für die Religionsfreiheit.
Ins Exil getrieben: Der Offenbacher Ehrenbürger Siegfried Guggenheim ist vor 60 Jahren gestorben. Der Kunstmäzen und Rechtsanwalt starb 1961 im Amerikanischen Exil.
Noch gibt es letzte Überlebende des Holocaust. Wer sind diese Menschen, wie gehen sie mit ihrer Geschichte um, wie konnten sie ihr Leben weiterführen?
Jüdisches Leben ist seit mehr als 1700 Jahren prägend für die europäische Kultur. Und doch verblasst die Aufklärung über den Holocaust, der Antisemitismus nimmt stark zu. In der Schule muss früh angesetzt werden.
Vor einer Woche führte ein Dialog zweier Pinguine zum Shitstorm bei „Le Monde“. Jetzt zeichnen Frankreichs Karikaturisten auffällig brav. Zugleich bezichtigt ein Medienkritiker die Zunft des Kulturkampfs gegen Minderheiten.
Die Auseinandersetzung mit dem NS-System muss zur Pflicht in der Juristenausbildung werden. Ein Gastbeitrag.