Sanktionen statt Lyrik
Auf den „Islamischen Staat“ und seine Sympathisanten im Westen wirken die Staaten, deren Bürger sie angreifen, nicht gerade wie wehrhafte Demokratien. Dschihadisten können frei herumlaufen.
Auf den „Islamischen Staat“ und seine Sympathisanten im Westen wirken die Staaten, deren Bürger sie angreifen, nicht gerade wie wehrhafte Demokratien. Dschihadisten können frei herumlaufen.
Wie wird man den Dingen und vor allem dem östlichen Europa gerecht? Das war ein Hauptthema des in Tilsit geborenen Lyrikers Johannes Bobrowski. Sein Gedicht „Immer zu benennen“ gibt eine Antwort.
Raucherecken, früher dick umwölkt, sind an den Schulen auf dem Rückzug. In diesem Gedicht wird ihnen und dem verschworenen Lungenzug ein Denkmal gesetzt.
Geschenke mit Suchtfaktor oder von bleibender Bedeutung, kostbare und köstliche Präsente, Gaben, die zu Herzen gehen, den Verstand schärfen oder das Kinderherz erfreuen: Redakteure des F.A.Z.-Feuilletons empfehlen Bücher, CDs und DVDs.
Bunte Oberfläche, sozialkritische Tiefe: Die Band Erdmöbel revolutioniert das Genre des Weihnachts-Popsongs auf Deutsch. Ist das nun ein Geschenk vom Spaßwichtel?
Am 1. Dezember vor hundert Jahren schrieb die russische Dichterin Marina Zwetajewa diese poetische Liebeserklärung an Deutschland. Gegen den Hass in ihrer Heimat. Wie kam es zu diesen rührenden Versen?
Dunkles Timbre, schwarze Ästhetik: Die Liedermacherinnen Kira Skov und Marie Fisker haben in einer Waldhütte ein Album aufgenommen, das folgerichtig „The Cabin Project“ heißt.
Dichtung ist längst auch digital: Auf der Suche nach E-Books abseits des Mainstreams führt der Weg in Deutschland vor allem nach Berlin. Doch die engagierten Spezialverlage haben auch spezielle Probleme.
Sie nehmen die vorderen Plätze bei Lyrikpreisen ein und spannen gleichzeitig Netze auf, damit keine weiteren Arbeiter bei Foxconn in den Tod springen: Die schreibenden Wanderarbeiter Chinas.
Wäre Rainer Maria Rilke nicht auf Capri gewesen, er hätte die Insel erfinden müssen. In seinem Gedicht „Lied vom Meer“ entdeckt er die betörenden Gesänge der Sirenen wieder.
Christopher Nolans Science-Fiction-Film „Interstellar“ rettet die Ehre der Tricktechnik. Und nicht nur das: Lange hat kein Film mehr den Reichtum des naturwissenschaftlich-technischen Weltbilds derartig bildmächtig genutzt.
Tote Insekten sind von Lyrikern oft besungen worden. Doch niemals so wie in der unverbrauchten Sprache Ernst Jandls. Unseren Interpreten hat das zu Tränen gerührt.
Lyrik auf der Grundlage von Redensarten: Der Marburger Lars Ruppel ist mit seinem Text „Alter Schwede“ neuer deutschsprachiger Meister im Poetry Slam geworden.
Wo sind die Heldinnen der Wirtschaft? Die strahlendste Chefin kommt aus dem Maschinenbau und liebt Thomas Mann. Eine unschlagbare Mischung.
Sind nicht die besten Werke des Tanzes jene, die wie Gedichte lesbar scheinen? Da draußen in den Stadttheatern arbeiten aber meistens Prosaisten. Kann das gutgehen?
Friedrich Hölderlin, einst der Liebling national bewegter - und dann links-„progressiver“ - Jugend, ist am Exil der Klassiker-Regale angekommen. Recht so. Denn nun wird der Blick auf die Schönheit seiner Sprache frei.
Neben dem Krieg auf den Schlachtfeldern hetzen auch die Künstler ringsum mit ihren Sprachrohren gegen Deutschland. Die Frankfurter Zeitung berichtet am 18. Oktober 1914 über das Ausmaß und appelliert zugleich, nicht wie jene zu werden.
Nach der Buchmesse ist vor der Buchmesse: Indonesien wird 2015 als Gastland seine Literatur präsentieren. Sie ist besonders - vor allem in ihrer Darbietung.
Am Wochenende schoben sich zwar die Menschen durch die Gänge: Insgesamt muss die Frankfurter Buchmesse aber ein Besucherminus verschmerzen. Am glücklichsten war der Ehrengast Finnland.
Klangkunst und Sprachspiel: Die Lyrik hat es auf der Frankfurter Buchmesse nicht leicht. Außerhalb des Messegeländes präsentiert sie sich aber stark und zeigt, dass sie in unsere Gegenwart gehört: ins Eventzeitalter.
Mit Romanen und Lyrik aus Indonesien sind die wenigsten Deutschen vertraut. Der Malaiologe Berthold Damshäuser empfiehlt fünf Bücher zum Einstieg.
In Freibeuter-Manier baute Udo Reiter als Intendant einen ganzen Sender auf. Er war ein brillanter Mann mit brillanter Karriere - und ein Pionier mit Humor. Heute ist er im Alter von siebzig Jahren verstorben.
Vierzig Jahre lang wurden in der Frankfurter Anthologie unter der Redaktion von Marcel Reich-Ranicki ausschließlich deutschsprachige Gedichte besprochen. Jetzt ist Zeit für eine Öffnung.
Zwischen Buchpreis und Nobelpreis: Eine Studie über den Ursprung des Rankings in der Kunst- und Literaturkritik zeigt, wie komisch es sein kann, alles in Tabellenform zu bringen.
Kurz vor der Verleihung rätselt die ganze Welt, wer diesmal den Literaturnobelpreis erhalten wird. Es gibt klare Favoriten - und populäre Autoren, die bei Lichte betrachtet aber wohl doch nicht in Frage kommen.
Er hat Finnland ins Herz geschlossen: Der Frankfurter Soundpoet Dirk Hülstrunk präsentiert während der Frankfurter Messe die Spoken-Word-Dichter des Gastlands in einem Dampfbad.
Aus der Reihe, in die Großstadt, in die Zukunft: Die Buchmesse ist ein verwirrender Wahnsinn in sechs Hallen. Unser Guide für den Sonntag.
Der Lyriker Lutz Seiler hat die Auszeichnung für den besten Roman des Jahres erhalten. Damit geht der Deutsche Buchpreis erstmals an einen Dichter.
Mit „Kruso“ gewinnt pünktlich zum 25. Jahrestag des Mauerfalls ein Roman den kassenträchtigsten Buchpreis für deutschsprachige Literatur, der von den letzten Monaten der DDR erzählt. Ort der Handlung: die Insel Hiddensee. Literarischer Rang: eher zweifelhaft.
Ein traurigeres Gedicht als dieses lässt sich kaum denken: Zwei Menschen lieben sich am Rande des Untergangs. Joseph Brodsky in der Frankfurter Anthologie.
Seine Texte gehören zum Kulturgut. Aber viele halten ihn für einen Schlagerfuzzi. Heute wird Bernd Meinunger 70 Jahre alt. Was geht in einem Menschen vor, der sich Lieder wie „Himbeereis zum Frühstück“ oder „Dschingis Khan“ ausdenkt? Ein Besuch.
Die Schriftstellerin Hilary Mantel regt mit ihrer militanten Thatcher-Phantasie die Briten auf. Warum gehen deutsche Literaten solche Risiken nicht ein?
Hanser stellt das Programm vor, mit dem sein neuer E-Book-Verlag am 1. Oktober starten wird. Erfolgreich werden soll er mit literarisch Bewährtem. Und hoher Schlagzahl.
Vor der Höhle des russischen Bären ist ein Sicherheitsabstand einzuhalten, sonst greift er an. Dennoch braucht Europa Russland – und die Ukraine eine Finnlandisierung.
„Kruso“ von Lutz Seiler, Anwärter auf den Deutschen Buchpreis, ist der Roman eines Lyrikers. Der Leser braucht einen langen Atem, dann aber wird er förmlich verzaubert.
Szenisch groß entdeckt: Arnold Schönbergs „Gurrelieder“ sind an der Amsterdamer Oper zu sehen. Ein großer toter Goldfisch taucht darin auf, ein Bonsai entblättert sich und etliche verhungerte Pferde liegen herum.