Tot und trocken wie ein hundertjähriger Keks
Mit „Königin der Wüste“ liefert Werner Herzog auf seine alten Tage banales Mainstreamkino. Nicole Kidman spielt botoxglatt die Abenteurerin Gertrude Bell und bleibt dabei ganz Nicole Kidman.
Mit „Königin der Wüste“ liefert Werner Herzog auf seine alten Tage banales Mainstreamkino. Nicole Kidman spielt botoxglatt die Abenteurerin Gertrude Bell und bleibt dabei ganz Nicole Kidman.
Der Dichter August Stramm ist einer der wichtigsten Söhne der Stadt Münster. Der Existenzialist fiel im Ersten Weltkrieg, dessen Schrecken er eindrücklich beschrieb. Eine Strammstraße gibt es in Münster dennoch nicht.
Von wem stammen bloß die Liebesgedichte in dem alten Koffer, den Kristin geschenkt bekommen hat? Der Film „Eine Handvoll Briefe“ glaubt zu wissen, was Frauen über Vierzig vom Leben erwarten.
Vergangenheitsverklärung war ihm suspekt, wie seine Figuren war er immer offen für einen Neuanfang: Zum Tod des großen Germanisten, Literaturkritikers und Erzählers Walter Hinck.
Emily Dickinson, die „Einsiedlerin von Amherst“, wurde als Stimme Amerikas erst spät entdeckt. In diesem Gedicht, einem von fast zweitausend, zeigt sie ihre ganze Radikalität.
Blogs haben wieder Konjunktur. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Netzwerkkonzern ausgerechnet seine Uraltfunktion „Notizen“ entstaubt und zu einer Konkurrenz zu Wordpress oder Tumblr ausbauen will.
Polnische Lyrik erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit. Zur jüngsten Autorengeneration zählt Tadeusz Dabrowski, der in dem Gedicht „Auflösung“ neue Bilder für die alte Liebe findet.
Wer alles mit links macht, kämpft nach wie vor mit dem Vorurteil, er sei ein geborener Tolpatsch. Oder Schlimmeres. Ist er das wirklich? Eine Selbstbetrachtung zum heutigen Tag der Linkshänder.
Wie schmeckt Lautréamont? Pur ein wenig schleimig, mit Wodka geht es. Und was passiert, wenn man den Geist des Buches getrunken hat? Ein Dada-Abend im Kunstverein Familie Montez.
Im Staatssozialismus war für den ehrgeizigen Ibrahim Böhme die SED karrierebestimmend. Sie hielt den psychisch labilen Genossen am Gängelband.
In Landau zieht der Poetry Slam Hunderte Besucher an. Das ist auch gut so. Wo spricht man denn sonst noch über Texte?, fragt die Veranstalterin
Es ist eines der kürzesten Gedichte der Weltliteratur. Aber sind die beiden Verse Ezra Pounds überhaupt ein Gedicht? Die Antwort fällt nicht schwer, sie rührt an das Grundprinzip von Lyrik.
Die Documenta erinnert an ein fintenreiches Vorbild und widmet Marcel Broodthaers eine Retrospektive im Museum Fridericianum. Hier werden Menschen aber nicht einfach mit Kunst beschossen. Es bleibt auch etwas hängen.
Was haben Wetter und Popmusik miteinander zu tun? Britische Universitäten liefern Ergebnisse in Maschinenprosa.
Es gibt Menschheitsrätsel, die im Gegensatz zu dem notorischen Verschwinden von Taschentüchern nicht gelöst sind. Völlig rätselhaft ist nach wie vor die wundersame Schlüsselvermehrung.
In einem Mehrfamilienhaus hat sich ein dreizehn Jahre alter Junge in den Tod gestürzt. Wer trägt die Schuld? Am Ende gar der Leser? Eine Verschwörungskomödie mit vielen offenen Fragen.
Bei sonnigen Höchsttemperaturen bekommen beim Bachmannpreis in Klagenfurt gleich mehrere Autoren die Schärfe des Kritikerurteils zu spüren. Von Bonsai-Barock und einem riesigen Floskel-Haufen war da die Rede.
„Freude“ ist ein Wort, das wir mit der „Neunten Symphonie“ assoziieren, aber nicht mit dem Alltag des 21. Jahrhunderts. Wer könnte sich ein Fest der Freude über das Bestehen der Europäischen Union vorstellen?
Vergangenes Jahr wurde er verprügelt, als er das Parlament in Charkiw verteidigte. Jetzt verteidigt er die Freiheit mit Musik – auf Tour mit dem ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan und seiner Band.
Lust und Last der Konzentration: Das E-Book-Projekt „Fiktion“ will anspruchsvoller Literatur einen Weg ins Digitale bahnen und setzt dabei auf eine neue Darstellungstechnik – mit gemischtem Erfolg.
Er ist nicht nur für Fußball zu haben: Im Münchner Literaturhaus trägt Pep Guardiola Gedichte des im Jahr 2003 verstorbenen katalanischen Lyrikers Miquel Martí i Pol vor. Eine Geste der Freundschaft und der Liebe zur Poesie.
Reisesegen für die verflossene Geliebte: Die kalifornische Band Dawes hat in Nashville ein großes Rock-Album aufgenommen, das kein Pathos scheut.
Poetikvorlesungen sind bei manchen verrufen. Wenn sie gelingen, entsteht jedoch eine ganz besondere Gattung. Das hat Lutz Seiler in Heidelberg exemplarisch gezeigt.
Wo man noch nicht einmal sein Bier mit in den Saal nehmen darf: Patti Smith beschwört in der Frankfurter Alten Oper die Anfänge des amerikanischen Punk.
Natur, Popmusik und der Tod: Bei den vierten Lyriktagen, die noch bis Samstag laufen, beschäftigen sich Dichter mit Gegenwartsgedichten - auch in ihrer musikalischen Form.
Literatur für junge Leser ist beliebt. Und wird gern belächelt. Taugt sie trotzdem als Forschungsgegenstand?
Sanfte Godzillas bitten zum Tanz: In schwerelosen Folkpopsongs feiern Die Zikaden auf ihrem Album „Die neue Landschaft“ die Schönheit des Unbestimmten.
In diesem Gedicht trauert Giuseppe Ungaretti einem ägyptischen Freund nach, der zugrunde ging, weil er sich zumutete, ein anderer zu sein als er war. Was fehlte diesem Mohammed Sheab?
Wer dieser Tage nach Iran reist, erlebt eine Gesellschaft im Umbruch. Ist das die erhoffte Tauwetterperiode? Spielerisch testet das Land aus, was erlaubt ist. Der Fortschritt ist in Zentimetern freier Frauenhaut pro Saison zu messen.
Der Gedichttitel benennt den paradiesischen Kindheitsort Chamissos in der Champagne. Die Familie musste später vor der Revolution fliehen und kam nicht mehr zurück. Umso mehr überrascht die Versöhnlichkeit der letzten Strophen.
Wie viele Identitäten bekommen wir zusammen – abseits von sozialen Netzwerken und mittendrin? Über die Erfindung des einheitlichen Bewusstseins im europäischen Roman und über sein Ende in den Zeiten des Internets.
Das Schmachten der Ritter: Warum man den Minnesang nicht mit der Realität verwechseln sollte.
Bei seinem Auftritt in der Alten Oper umgarnt der Altstar Roland Kaiser die weiblichen Fans. Die sind so verrückt nach „ihrem Roland“, dass nach dem letzten Lied Abschiedstränen kullern.
Barockmusik und Gedichte gaben den Rahmen einer Trauerfeier in Lübeck, wie Günter Grass sie sich gewünscht haben mag. Das schönste und schlichteste Abschiedswort sprach der Präsident seiner Geburtsstadt Danzig.
Ihr neues Album schielt auf den Pop-Olymp, die gleichzeitig erscheinende Bandchronik eher auf die Schillerhöhe: Bei Tocotronic gibt es offenbar schon jetzt ein ausgeprägtes Nachlassbewusstsein.
In Leipzig ist Literatur zu hören, Haldern erwartet den besten Singer-Songwriter des Jahres, und die Dächer von New York verwandeln sich in ein Freiluftkino: die Sommer-Empfehlungen des Feuilletons.