Wunschlos kritisch
Wie war Marcel Reich-Ranicki als Literaturchef dieser Zeitung? Er hatte ein Programm und Handreichungen für seine Rezensenten. Ihre Integrität war ihm so wichtig wie seine eigene.
Wie war Marcel Reich-Ranicki als Literaturchef dieser Zeitung? Er hatte ein Programm und Handreichungen für seine Rezensenten. Ihre Integrität war ihm so wichtig wie seine eigene.
Er war Mentor für viele, Herausgeber der Zeitschrift „manuskripte“ und Autor: Der Grazer Lyriker Alfred Kolleritsch ist mit 89 Jahren gestorben.
Politisch mag Thomas Mann eine große Läuterung in seinem Leben durchgemacht haben. Aber an der Unvergleichlichkeit der Deutschen hielt er bis zum Schluss fest, besonders in der Kunst des Liedes. Ist sein Urteil legitim?
Marcel Reich-Ranicki, der am 2. Juni hundert Jahre alt geworden wäre, war der Begründer dieser Anthologie. Keinen anderen Autor ließ er öfter besprechen als Goethe. Aber Bewunderung machte ihn nicht blind für dessen Schwächen.
Auch nach den Sommerferien wird der Unterricht anders sein als gewohnt. Drei Szenarien sind denkbar. Die Friedrich Ebert Stiftung schlägt nun vor, Prüfungs- und Lehrinhalte zu reduzieren. Streit ist programmiert.
Kuratoren auf Sinnlichkeits-Suche: Marbach widmet dem 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins eine Ausstellung, die ganz auf Dichtersprache setzt. Geht das gut?
Geschlossene Theater, verschobene Aufführungen: Die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Pandemie ändern für Kulturschaffende viel. Was tun die Theaterregisseure jetzt?
Karibische Avantgarde: Das Museum für Moderne Kunst zeigt von Samstag an eine Retrospektive auf das Werk von Frank Walter.
Zwischen Klopstock und Cloudrap: Beim Blick in die Geschichte des literarischen Vortragens kann man immer wieder streiten, was Kunst ist und was nicht. Eine ihrer zentralen Fragen lautet: Wie hältst Du’s mit dem Pathos?
Was ist wahr an einer Geschichte, wenn ein Demenzkranker sie erzählt? Mit den „Aufzeichnungen eines Serienmörders“ überzeugt Young-ha Kim mit einem an Alzheimer erkrankten Serienmörder.
Was können wir verstehen? Im doppelten Gedenkjahr mit hundertstem Geburts- und fünfzigstem Todestag erscheinen zahlreiche neue Studien und Erinnerungen an den Dichter Paul Celan.
Cholera, Pest und die Revolution von 1848: Dieses Gedicht eines freiheitsliebenden Grafen ist hoffnungslos anachronistisch und zugleich erstaunlich aktuell.
Seine Gemeinde verspottete ihn. Dann wurde Michael Bergrab überraschend Bürgermeister von Lisberg. Nun sagen viele: Der kann es. Folge 6 unserer Serie „Jung und politisch“.
Der dänische Lyriker Yahya Hassan ist tot. Er wurde nur vierundzwanzig Jahre alt. In seinen Gedichten schilderte er das Leben von Einwanderern mit aller Härte. Damit machte er sich viele Feinde. Er wurde bedroht. Am Mittwoch fand man ihn tot in seiner Wohnung.
In dem Song „Not With a Lover's Lyre“ verbindet die große Country-Sängerin Iris DeMent ihre eigene Geschichte mit einem Gedicht von Anna Achmatowa. Es entsteht ein kleines Stimmenwunder.
Es ist vermutlich das früheste Gedicht des Dichters der "Todesfuge": ein meisterlicher Beginn, der wie viele der nachfolgende Werke kaum auszudeuten ist, sondern seine Rätsel bewahrt.
Ergebnisse der Frühjahrsauktion mit Büchern und Autographen bei Bassenge.
Seit Monaten verstrickt sich Chile in Debatten über Schuld und Sühne. Die Gefängnisse sind überfüllt mit Tätern und Opfern der jüngeren Geschichte. Ein Gespräch mit Andrea Brandes, die mit Inhaftierten Gedichte schrieb.
Auch karge Landschaften haben ihren Reiz. Es muss nur einer kommen, der sie beschreibt: ein Spaziergang auf den spanischen Feldern der Poesie.
Wie geht man in den Zeiten von Corona richtig? Markus Söder und Hubert Aiwanger führen es uns vor.
Vom Glück der Einsamkeit: England feiert den 250. Geburtstag von William Wordsworth. Für seinen Biographen Jonathan Bate war er nicht nur ein Dichter, sondern jemand, der die Welt verändert hat.
Ungekrönte Königin des lyrischen Import-Gewerbes: Zum Tod der Übersetzerin und Essayistin Eva Hesse, die Ezra Pounds Monumentalwerk ins Deutsche übertrug.
Wertvolle Bücher und Autographen werden bei Bassenge versteigert. Darunter ist bemerkenswertes Material des Dichters Georg Heym aus dem Nachlass eines Hamburger Germanisten.
In mehrfacher Hinsicht ist dieser Bürger und Bewohner des 18. und 19. zum ausschließlichen Autor des 20. Jahrhunderts geworden: Wie die Philosophie und Literaturwissenschaft der Moderne Hölderlin wieder- und neu entdeckt hat.
Den Krieg bezeichnete er als existentielles literarisches Erlebnis, den Extremismus als seine persönliche Wahrhaftigkeit. Zum Tod des Autors Eduard Limonow.
Warum blühen Pflanzen? Wie erwachen sie aus ihrem Winterschlaf? Wie kommen die unterschiedlichen Bedürfnisse von Pflanzen zustande? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine britische Molekularbiologin, der unserer Autorin gerne einen Blütenkranz aufsetzen würde.
Ganz woanders und so peinlich inszeniert wie nur möglich: Die Preise der in der vergangenen Woche abgesagten Leipziger Buchmesse sind diesmal in Berlin vergeben worden.
Der Hype um Basketball-Profi Zion Williamson ist gewaltig. Schon in seiner ersten Saison wird er mit Superlativen überhäuft – jetzt steht das Spiel der Spiele an. Warum reden in der NBA alle über einen 19-Jährigen?
Gradmesser eines gebeutelten Planeten: Zehn Jahre nach dem verheerenden Erdbeben wirft der haitianische Autor James Noël einen poetischen Blick auf die Vorstellungswelten seiner Heimatinsel.
In der Serie „The New Pope“ zieht Paolo Sorrentino alle Register. Es geht um Dekadenz, Macht, Prunk und Sex. Aber dann doch auch um das Göttliche. Mittendrin schürzt ein großartiger John Malkovich die Lippen.
Ein visuelles Weltraumgedicht: Der schwedische Film „Aniara“ haucht dem gleichnamigen Epos des Literaturnobelpreisträgers Harry Martinson ein völlig neues, hochpolitisches Bilderleben ein.
Ingeborg Bachmann war als Schriftstellerin die erste große Europäerin ihrer Zeit: Ein Gespräch mit der Biographin Andrea Stoll und dem Bruder Heinz Bachmann über das Visionäre ihrer Poetik und die Dramatik ihres Lebens.
Wie lange noch rückt der Thesaurus Linguae Latinae dem Lateinischen zu Leibe? Der Gründer hatte 1894 angenommen, das Wörterbuch in zwanzig Jahren abzuschließen. Noch immer schwärmen die Redaktoren von ihrer Arbeit.
Fünf Mal war er NBA-Champion, 18 Mal spielte er im All-Star-Team, zwei Mal holte das Ausnahmetalent olympisches Gold: Mit Kobe Bryant ist einer der besten Basketball-Spieler aller Zeiten gestorben. Ein Nachruf.
Peter Weibel hört beim ZKM in Karlsruhe nicht auf. Warum auch? Seine Retrospektive zeigt, dass er stets vorausahnte, was der Gesellschaft blüht. Als nächstes wären das die „Biomedien“.
Gefängnisaufenthalt, Tod des Vaters und Flucht vor dem Nationalsozialismus: Heitere Leichtigkeit in der Sprache macht sie genauso aus wie ihre teils dunklen Hintergründe. Die Wiederentdeckung der Dichterin Lessie Sachs.