Unser Fritz
Friedrich der Große könnte sich vom nationalen Mythos vollends in eine geschichtslose Ikone verwandeln. Es gibt nichts, was er nicht war. Auch Preußen ist kaum wiederzuerkennen.
Friedrich der Große könnte sich vom nationalen Mythos vollends in eine geschichtslose Ikone verwandeln. Es gibt nichts, was er nicht war. Auch Preußen ist kaum wiederzuerkennen.
Christian Wulff bewegt sich dieser Tage in zwei Welten. Die eine ist die Welt des Bundespräsidenten, die andere ist die Welt der Vorwürfe. Manchmal geraten beide ganz ungewollt durcheinander.
Friedrich der Große als Vorbild? Richard von Weizsäcker kennt niemanden, der ihm nacheifert. Zu Christian Wulff schweigt der Altbundespräsident bei „Anne Will“.
Bundespräsident Christian Wulff ehrt Friedrich den Großen: Das klingt nach viel Mailbox und wenig Glanz, war dann aber doch ein kurzweiliger Nachmittag. Auch wenn der Wunsch nach einem anderen Staatsoberhaupt hier und da nicht verstummen mochte.
Vor dreihundert Jahren wurde Friedrich der Große geboren. Er wird gefeiert, ausgestellt, beschrieben. Doch je mehr über ihn geredet wird, desto weniger hat er uns zu sagen.
Ein Feldherr, ein Dichter und ein Landesvater auch: Aus Anlass des dreihundertsten Geburtstags von Friedrich dem Großen widmen sich neue Bücher allen Facetten des Preußenkönigs.
Wenn es jemals einen Philosophen auf dem Thron gegeben hat, dann den preußischen König, dessen dreihundertster Geburtstag am 24. Januar gefeiert wird.
Nicholson Baker lädt zu pornographischer Neugierde ein, und in seiner neuen Novelle „Sire, ich eile“ betrachtet Hans Joachim Schädlich Friedrich II. und Voltaire : die F.A.Z.-Romane der Woche.
Ein seltsames Paar: In seiner neuen Novelle „Sire, ich eile“ betrachtet Hans Joachim Schädlich Friedrich II. und Voltaire. Der preußische Monarch und der französische Philosoph geben sich ein literarisch höchst ergiebiges Stelldichein.
Die ARD zeigt zum Jubiläumsjahr: „Friedrich - Ein deutscher König“. Anna und Katharina Thalbach spielen; es ist leider eine Karikatur.
Thomas Macho widmet sich Vorbildern, Tobias Hürter der Schlafforschung und Maria Pottmeyer der Debatte um religiöse Kleidung in Schulen. Dies und mehr in den F.A.Z.-Sachbüchern der Woche.
Von positivistischen Heiligen, inszenierten Schädeln, bösen Helden und noch einigem mehr: Thomas Macho widmet sich detailreich und brillant dem Thema „Vorbilder".
Vor zehn Jahren bin ich nach Potsdam gezogen, geblendet von der Schönheit der Stadt. Doch dann ist sie mir fremd geworden. Ein Tag als Touristin in der Heimat.
Karl May, Erich Honecker und Friedrich der Große: Bassenge in Berlin bringt eine bunte Mischung aus Büchern, Graphik und Autographen zum Aufruf.
Im Januar wird Friedrich der Große dreihundert Jahre alt. Grund genug, dass jetzt Biografien mit ganz divergierenden Akzentuierungen erscheinen.
Was für ein wunderbares Buch! Eine Schatzkammer von Anekdoten, Episoden, Histörchen, ein ungehemmt fließender Strom der Gelehrsamkeit, eine Weltgeschichte im Plauderton. Und das Wunderbarste daran: wie dieses Buch, je länger man in ihm liest, ein Eigenleben, einen eigenen Willen entwickelt.
Keine Gnade für den bürgerfeindlichen Klotz der Hohenzollern! Dieter Hildebrandt hat die schönste von allen Polemiken gegen den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses geschrieben.
"Hütet Euch vor den Schmeichlern" steht über der ganzseitigen Anzeige, die vergangene Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien. Ein Privatmann, der als "Bankier a. D." unterschrieb, fordert die Politiker darin zu mehr Sparsamkeit auf.
Wer unter Friedrich dem Großen seinen Namen vor Zeugen schreiben konnte, war des Lesens und Schreibens kundig. In Deutschland galt der Analphabetismus seitdem als beseitigt. Doch in Deutschland leben heute siebeneinhalb Millionen Analphabeten.
Mit großem Interesse habe ich in den schönen und instruktiven Artikel von Andreas Kilb über Friedrich den Großen und das Neue Palais gelesen (F.A.Z., "Bilder und Zeiten" vom 30. Juli). Gleich zu Beginn ist von dem Bildnis des Königs ...
Emanuel Prince, später Herzog von Croÿ, 1718 geboren und 1784 gestorben, stammte aus einer der großen Adelsfamilien Frankreichs. Er war Grundbesitzer, Marschall, Höfling sowie Beobachter und Chronist seiner Zeit.
Das vorrevolutionäre Frankreich hatte einen heimlichen Chronisten: Emanuel Herzog von Croÿ. Was der gut vernetzte Höfling seinem Tagebuch anvertraute, hat der Romancier Hans Pleschinski nun ans aufgeklärte Licht geholt.
Zu den Leserbriefen in der F.A.Z. vom 24. Juni "Friedrich der Große als Kriegsfinanzier" von Dr. Helge Strasser und "Eine überragende Gestalt unserer Geschichte" von Eckehardt Westphal: Friedrich der Große hat nicht etwa wegen seiner ...
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Sternenhimmel nicht nur größer - nämlich als Folge der Entdeckungsreisen in südlichen Meeren -, sondern auch voller. Das Teleskop brachte auch am Nordhimmel allerlei Neues zum Vorschein, und manches ...
Wenn man seinen Namen ausspricht, sieht man sein Bildnis schon vor sich. So haben ihn Graff und Röchling gemalt, Menzel gezeichnet, Otto Gebühr gespielt, Andy Warhol gedruckt: mit Dreispitz, Adlernase und Adlerblick, den Stern vom ...
Und nachdem sie sehr lange überlegt hatten, was sie den Medien sonst noch an Vorzügen sagern konnten, neben den üblichen Worthülsen und dem Versprechen, dass der neue Präsident Fussball mag und nach Südafrika zum Endspiel will, und in Rockkonzerte geht und bürgernah ist - ganz zum Schluss stiessen sie beim Googlen nach Ideen auf ein Wort namens "Denkfabrik". Von Bildung hatten sie schon mal was gehört, beim Zappen hatten sie ein paar Intellektuelle für ein paar Sekunden reden gehört, dann suchten sie sich noch ein paar Namen alter Denker raus, die kaum einer kennt, klebten ein wenig Preussengloria dazu - und schickten Christian Wulff dergestalt gerüstet ins Interview mit der Gossenpresse. Zu dumm aber auch, dass es andere gelesen haben, für die Bildung mehr als ein Asset ist.