Das Spiel heißt: 14 aus 22
Frauen und Männer, Linke und Rechte, Lutheraner und Reformierte. Die Kandidatenliste für die EKD-Ratswahl ist da.
Frauen und Männer, Linke und Rechte, Lutheraner und Reformierte. Die Kandidatenliste für die EKD-Ratswahl ist da.
Die Stimme der SPD in der Kirche fliegt aus dem Bundestag
Die Kirche will im Internet mit evangelisch.de endlich ein Bein auf die Erde bekommen. Damit die Seite ein Erfolg wird, wird einiger Aufwand getrieben. Welche Chancen hat das Projekt?
Der Familienurlaub hinterläßt Spuren. Er sorgt dafür, daß Landschaften als elysische Felder vergangener Kindheitsträume in Erinnerung bleiben. Er kann aber dazu führen, daß man eine Abneigung gegen Hotels und Alpenwiesen entwickelt.
Die öffentliche Meinung ist der festen Überzeugung, dass man zwar nicht über Klassen reden sollte, die Oberschicht jedoch alles tut, um unter sich zu bleiben. Unten das gemeine Volk, oben jene, die sie davon abhalten, so wie sie zu werden. Ich glaube nicht, dass diese Sicht richtig ist. Genausowenig, wie ich von einem starken Raucher nicht hören will, dass er zu wenig Geld hat, möchte ich mir sagen lassen, dass man gezielt ausgeschlossen wird. Es gäbe durchaus Möglichkeiten der Annäherung - sie werden nur nicht genutzt.
Nach über einer Woche Kirchen und in Ländern, in denen die katholische Kirche immer noch fast die Staatsreligion ist, haben wir viel gesehen und doch nichts verstanden. Man kann darüber streiten, ob Glaube alles ist, oder nichts - in jedem Fall ist es zu viel, um es als Aussenstehender zu begreifen. Gerade in einer Zeit, die manche als gottlos und andere nur als profan erachten, aber auch angesichts der Kirchen, in denen diese Entwicklung selbst seit Jahrhunderten angelegt ist. Kurz: Wir wissen es nicht. Aber wir habewn was zu verlosen.
Die Romreise neigt sich dem Ende entgegen, und so stellt sich angesichts des unveränderten Unglaubens und der unausweichlichen Verdammnis die Frage, was man denn letztendlich gelernt und erreicht hat. Vermutlich nichts. Denn die Hölle sind immer noch die anderen.
Man kann der Kirche vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie im Umgang mit dem irdischen Ende nicht schon lange reichlich modern ist - zumindest, wenn man das Vergnügen hat, der richtigen Schicht anzugehören. Den Stachel des Todes jedenfalls kann man in Roms Seitenaltären lange und vergeblich suchen.
irchen sind Zweckbauten. Und als solche werden sie von der Gemeinde vereinnahmt: Mit Bildern, Schleifen, Täfelchen bricht das Leben ein ins kunsthistorische Denkmal und zeigt, wem das hier eigentlich alles gehört.
Scheidungen sind ein Sakrileg, sagt der Papst. Scheidungen sind aber auch vollkommen normal, sagen diejenigen, die ihm seit Generationen gern gefolgt sind. Am Gründonnerstag jedoch stellt die Kirche erneut fest, dass ihr der Auftrag erteilt wurde, Scheidungen abzulehnen. Und ich habe das Vergnügen, in Rom von einem "Ach" zu erzählen, das man nicht unterschätzen sollte.
In den Petersdom kann jeder gehen. "The winner takes it al", und in diesem Zusammenhang nimmt er alle Touristen. Die wirklich spannenden Kirchen Roms, die mit der nicht glattpolierten Geschichte, mit dem Plunder und dem versagen an der Kunst, werden gemieden. Das ist schade, denn sie sind zwar nicht schön, aber dafür um so geschichtsträchtiger. Wie Santa Maria della Scala in Trastevere.
Natürlich fragt man sich, was den Papst dazu bringt, einer extremen Bruderschaft mit Judenfeinden die Hand zur Versöhnung zu reichen. Nach ein paar Tagen in Rom denkt man sich: Vielleicht ist es einfach die Abscheu vor allen Lauen, den Mitläufern und den Gewohnheitsgläubigen, die Verachtung für die postmoderne Beliebigkeit, die vom Religionskitsch bis in die Kirchen reicht, und die für das Entschlossene und Reine keinen Platz lässt, so dass echter Haltung selbst der alte Erzketzer mit seiner Todesverachtung näher steht, als all die Halbheiden der Gegenwart. Ketzer, finde ich, sind gar nicht so schlecht für die Kirche
Wer gerade bei einer Bank entlassen wird, oder vergeblich Büroraum in Frankfurt zu vermieten sucht, oder Finanzminister ist, und nun glaubt, er sei arm dran und sein Schicksal sei einzigartig schlimm, der fahre einfach nach Siena. Dort sind die Reste der grossen Pleite alt, schön und vor allem sehr lehrreich. Sie sind keinesfalls allein.
Im Dom von Siena kann man schon ins Gruebeln kommen. Ueber das Verhaeltnis von Kirche und Kunst zum Beispiel und darueber, warum beide sich inzwischen so entfremdet haben.
Ab und an tauchen Menschenkinder auf, die der Geschichte eine Wendung geben. Für eine Weile darf man glauben, dass Wissen und Bildung wichtiger sind, als Geld und Macht, wie es der Renaissancegelehrte Leon Battista Alberti auszudrücken beliebte, Wie weit es damit her ist, kann man sich in Mantua an seiner Kirche S. Andrea und dem Palazzo del Te anschauen.
Wir sind unterwegs nach Rom, und, wie es sich für distanzierte Beobachter gehört, sind wir auch in der Lage, die Niedrungen der kirchlichen Propaganda zu würdigen: All das, was in unseren Augen die finstere Zeit der Barock so schlimm und anders macht,als das lichtdurchflutete Idyll von Weisheit und Aufklärung, deren Teil wir als Reporter natürlich auch sind, betrachten wir kritisch und setzen es in Relation zu unseren himmelfern weiterentwickelten Epochen wahren Glücks und Fortschritts.
Wer glaubt, Manager seien arrogant und elitär, würden Firmen in Schlachten führen und rücksichtslos nach ihren Zielen streben, kennt vermutlich die Geschichte der Gesellschaft Jesu nicht. Dieser Orden, dem meine Heimat und der Ausgangspunkt meiner Romreise vieles verdankt, war wirklich elitär. Manager sind da allenfalls Chorknaben.
Die Gastautorin meldet sich zu Wort und erzählt ein wenig von ihrer Heimatstadt: Frankfurt, wo die Geldtürme die Kirchtürme überragen. Hier geht man mit Religion – anders als im katholischen Bayern – sehr pragmatisch um, denn auf keinen Fall hat das Heilige dem Handel im Weg zu stehen.
Es ist noch gar nicht so lang her, da hatte die Kirche noch echten Einfluss in Bayern. Da konnte man nicht im Gottesdienst fehlen, ohne das böse Gerede zu bekommen. Wer zu den richtigen Kreisen gehören wollte, musste reich, angesehen und katholisch sein. Schon seit immer. Heute jedoch reicht die Kirchensteuer aus, um vom Glauben abzufallen, und ich hänge einen barocken Putto über mein Bett. Da hat sich etwas grundsätzlich verändert.
Die Bedrängnis der Armenier in der Türkei nimmt kein Ende: Patriarch Mesrob ist geistig umnachtet. Der Journalist Hrant Dink wurde erschossen. Auch innerhalb der armenischen Community gibt es Spannungen.
250 Kilometer, 4 Nationen, 3 Pässe und auf jedem Meter die Gefahr, einem Zöllner zum Opfer zu fallen: Aber was tut man nicht alles, um bei der Menschenjagd in den Bergen am Abend am Kachelofen zu sitzen, einen Tee in der Hand, und zufrieden im Wissen, es auf den Spuren des Geldes der besseren Gesellschaft mal wieder geschafft zu haben. Ab heute sind wir alle Graubündner.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass alles Glatte langweilig und alles Neue frei von Geschichte ist. Städte wie Wien und Venedig leben von ihrem Verfall, so wie Berlin und Bochum daran zugrunde gehen. Woraus man schliessen kann, dass die baufälligen Jugendstil-Ruinen an der schönen braunen Donau etwas anderes sein dürften, als die im Müll stehenden Investitionsruinen an der verseuchten Spree. Es gibt feine Unterschiede, die ich im Folgenden betrachten möchte.
Die bessere Gesellschaft ist reichlich nervös und anfällig gegenüber Veränderungen ihres Wertekanons. So ist etwa die Kreditkrise nicht nur eine Katastrophe in den Depots, sondern auch eine schwere Vertrauenskrise. Und im Moment kommt sehr viel Unerquickliches in sehr kurzer Zeit exakt an den zentralen Stützen der Gesellschaft. Man zeigt ja nicht mit dem Finger auf Leute, aber nachdem wir hier auch über Dinge reden, über die man nicht spricht, möchte ich doch einige Vertreter derjenigen vorstellen, die die Axt an unsere Fundamente legen.
Ein bisschen unfair ist das schon: Während katholische Bischöfe jeden Skandal gelassen aussitzen könnten, müssen sich evangelische Pfarrer einer neuen Umfrage zufolge mächtig anstrengen - denn Protestanten sind zum Teil ihrer Zahnpasta treuer als ihrer Kirche.
Stéphane Heuet betreibt das ambitionierteste Comicvorhaben der Gegenwart: Er will Prousts "Suche nach der verlorenen Zeit" zeichnen. Fünf Bände sind fertig. Ich treffe mich mit ihm in einem Pariser Restaurant zum Mittagessen und lasse mir erzählen, wie es weitergehen wird. Und warum jetzt erst einmal eine Pause eingelegt wird.
Die Kindergärtnerin einer Kirchengemeinde hat sich scheiden lassen, die Diakonie-Krankenschwester ist aus der Kirche ausgetreten. Immer öfter gibt es Streit, zum Teil auch vor Gericht, über die Besonderheiten des kirchlichen Dienstrechts. Jetzt hat das Bundesverfassungsgericht in einem Beschluss im Grundsatz geurteilt: Die Kirche ist weitgehend frei in ihrem Vorgehen.
Während die Hamas über die Weihnachtstage ihre Raketenangriffe verstärkt, quillt Bethlehem über vor religiösen Pilgern. Ich entfliehe den Menschenmassen und fahre an einen leeren Strand auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel. Fernab von allem klärt mich dort ein Sudanese darüber auf, warum sich die Israelis hier besonders gerne berauschen und mir reicht der Sternenhimmel, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Doch kaum über die Grenze zurück in Israel holt mich der Alltag ein: Bombenalarm.
Medienbeschimpfung seitens (mancher) katholischer Bischöfe gehört seit Jahren zum guten Ton, richte sich deren Interesse doch nur auf das Außergewöhnliche, das Spektakuläre und Skandalöse. Hier nun der neueste außergewöhnlich-spektakuläre Skandal:
Alexander Ogorodnikov ist den Folterkellern des Gulag entkommen, Ingrid Betancourt wurde vor wenigen Wochen nach sechseinhalb Jahren Geiselhaft aus der Gewalt der kommunistischen Farc-Guerrilla befreit. Das Friedenstreffen der Gemeinschaft Sant' Egidio führte sie am Dienstag zusammen.
Vier Jahre nach dem Tod von Johannes Paul II ist die Erinnerung an des Eintreten dieses Papstes für den Dialog der Religionen lebendiger denn ja: Muslime, Juden und Christen aller Konfessionen sprechen von ihm als einem "Propheten des Friedens".
Seit mehr als zwanzig Jahren läft die Gemeinschaft Sant´ Egidio Repräsentanten aller großen Religionsgemeinschaften der Welt zu Friedenstreffen "im Geist von Assisi" und setzt so die Tradition fort, die Johannes Paul II im Jahr 1986 begründet hat. In diesem Jahr findet das Friedenstreffen in Nikosia statt, an der Nahtstelle von Ost und West, Christentum und Islam.
Wären Synoden ein Ort der Offenheit, hätte man als Schwerpunktthema: „Wer wird 2009 Nachfolger von Wolfgang Huber?" wählen müssen. Während drinnen in der Bremer Messehalle die EKD-Synodalen Kundgebung um Kundgebung eine bessere Welt herbeidekretierten, war die Nachfolge Huber an den Bistrotischen das auf der EKD-Synode drängendste Thema.
Ein katholischer Pfarrer wurde gemaßregelt, weil er zwei Männer kichlich gesegnet hatte die eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen waren. Ist das auch gut so?
Seit zwei Jahren geistern Pläne durch die katholische Kirche in Deutschland, einen eigenes Fernsehen zu gründen. Dass es "Der schwarze Kanal" heißen soll, ist leider nur ein Gerücht.