Der Zettelkasten des Weisen von Mailand
Spricht man vom Teufel: Umberto Eco hat die größte aller Verschwörungstheorien in ein Buch gepackt. Aber ist „Der Friedhof in Prag“ ein Roman?
Spricht man vom Teufel: Umberto Eco hat die größte aller Verschwörungstheorien in ein Buch gepackt. Aber ist „Der Friedhof in Prag“ ein Roman?
Umberto Eco scheitert an seinem Spieltrieb, Alfred Döblin bekommt endlich eine grandiose Biographie, Kurt Flasch nennt Fäkalien in Dantes Werk beim Namen, und Michael Lentz liest und lebt und lebt und liest: Zwölf F.A.Z.-Literaturempfehlungen zur Buchmesse.
lu. MAIN-KINZIG-KREIS. Ein Besuch des alten jüdischen Friedhofs am Ufer der Kinzig steht für morgen im Begleitprogramm der Ausstellung "Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945" des Fritz ...
Frankfurt - Berlin - Breslau - Moskau - Berlin-Ost - Frankfurt. Dies sind vermutlich die Stationen einer Irrfahrt dreier Ölbilder gewesen, die nun eine neue Heimat im Jüdischen Museum gefunden haben. Jahrzehntelang lagerten die Porträts ...
Vor siebzig Jahren wurden hier mehr als 33.000 Menschen umgebracht. In nur zwei Tagen. Hier, in dieser Schlucht.
KIEW, 28. September. Ein Park in der Sonne, welliges Land. Omas mit Enkelkindern auf den Knien, junge Paare auf Bänken, im Gebüsch geleerte Wodkaflaschen, im Hintergrund die Blocks der Vorstädte - das ist Babij Jar in Kiew.
Arno Lustiger hat sich auf die Suche gemacht. Der Historiker fahndete in 30 Ländern nach "unbesungenen Helden". Er wollte Menschen finden, die in den Zeiten der nationalsozialistischen Judenvernichtung die Verfolgten unterstützten.
Wohldosiert gibt der BND zu, früheren Kriegsverbrechern Schutz geboten zu haben. Nun hat der Nachrichtendienst Aktenstücke zu Walther Rauff, einem tatkräftigen Mitorganisator des Holocaust, freigegeben. Stolz muss er darauf nicht sein.
Unbekannt ist Walther Rauff nicht. Das Amtsgericht Hannover stellte im Jahr 1961 einen Haftbefehl gegen ihn aus, da er des Mordes an 97 000 Juden beschuldigt wurde. Die chilenische Regierung verweigerte jedoch seine Auslieferung mit der Begründung, die Taten seien verjährt.
Tel Aviv. Wenn Abraham Ribak zum Stoß ansetzt, kann man sich vorstellen, wie es einst klang, als die Mauern von Jericho zu Fall gebracht wurden. Aus dem Instrument in den Händen des 72 Jahre alten Mannes tönt ein urzeitliches Gejaule, das durch Mark und Bein dringt.
Howard Jacobsons „Die Finkler-Frage“ ist eine hochkomische Tragikomödie, Marlene Streeruwitz entwirft ein bedrohliches Szenario und Urs Widmer betreibt „Stille Post“. Dies und mehr in den F.A.Z.-Romanen der Woche.
dll. GELNHAUSEN. Die Besucher der Baustelle trauten ihren Augen und Ohren nicht, als sie nach der Besichtigung wieder aus dem Gebäude heraustraten und plötzlich von den Bauarbeitern draußen im Chor beschimpft wurden.
Wer kennt den Briten Howard Jacobson? Nicht nur, weil er den Booker-Preis gewonnen hat, sollte man „Die Finkler-Frage“ unbedingt lesen: Der Roman ist großartig komisch und klug.
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Bei einer Begegnung in Paris erzählt er, warum er seine Heimat nicht verlässt.
Irans Präsident Ahmadineschad hat wieder einen Eklat in der UN-Vollversammlung provoziert. Den Westen machte er für Kriege, Massenmord und Armut verantwortlich. Amerika warf er vor, die Anschläge vom 11. September selbst angezettelt zu haben.
F.A.Z. NEW YORK/RAMALLAH, 22. September. Der iranische Präsident Ahmadineschad hat wieder für einen Eklat in der UN-Vollversammlung gesorgt. "Einige europäische Länder nutzen jetzt noch, nach sechs Jahrzehnten, den Holocaust als Ausrede, die Zionisten in Israel mit Geld zu versorgen", sagte er.
Zum Programm des ersten Tages gehörte für Benedikt XVI. auch eine Begegnung mit Vertretern des Judentums. Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, wertete das Gespräch nachher als „Impuls für eine neue Nähe“.
Zum Fußballbuch des Jahres 2011 hat eine zwölfköpfige Jury (elf Spieler und Trainer Hans Meyer) der Deutschen Akademie für Fußballkultur zu Nürnberg die Studie "Der FC Bayern und seine Juden" des westfälischen Historikers Dietrich Schulze-Marmeling gewählt.
Immer neue Bedrohungen seit Bismarcks Kulturkampf haben dem Berliner Katholizismus ein ganz eigenes Aroma verliehen. Die „Hauptstadt des Atheismus“ empfängt den Papst im Olympiastadion - und alle Karten sind vergeben.
Der Schriftsteller Steve Sem-Sandberg hat einen Roman über das Leben im Getto und die Schoa geschrieben, in dem er historische Quellen mit Ausgedachtem mischt.
Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt und jene in anderen deutschen Städten waren lange Gemeinschaften auf Widerruf. Unglaublich, wie sich die Verhältnisse geändert haben.
Seit einem Jahr ist der Frankfurter Dieter Graumann Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Konnte er seine Ankündigung wahr machen, ein frisches Judentum zu präsentieren?
Wer hätte sich in den Nachkriegsjahren vorstellen können, dass sich in Deutschland wieder eine jüdische Gemeinde ansiedeln würde? Nicht einmal die größten Optimisten. Die Jüdische Gemeinde in Frankfurt und jene in anderen deutschen Städten waren lange Gemeinschaften auf Widerruf.
rieb. Frankfurt. Das Judentum hat nach Worten des Zentralrats-Präsidenten Dieter Graumann in Deutschland wieder ein Zuhause. Die Jüdischen Gemeinden hätten hier definitiv eine Zukunft, und zwar eine sehr vielversprechende, sagte Graumann im Gespräch mit dieser Zeitung.
FRAGE: Sie wollen ein frisches, fröhliches Judentum zeigen. Sind zumindest Sie persönlich nach einem knappen Jahr als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland fröhlicher geworden?ANTWORT: Aber ja - und wie sogar! ...
rieb. FRANKFURT, 16. September. Deutschland solle wieder mehr jüdische Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion ins Land lassen. Dies hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, im Gespräch mit dieser Zeitung gefordert.
Es ist", sagt Steve Sem-Sandberg irgendwann im Laufe unseres Gesprächs, "als sähe man den Holocaust in Zeitlupe." Dann stockt er kurz und ergänzt seinen filmischen Vergleich: "Jeder Schrecken wird aus allen Richtungen ausgeleuchtet." ...
Die erste Klage war bereits eingereicht, als Apple endlich reagierte: Die in Frankreich erhältliche App "Wer ist Jude?" (F.A.Z. vom 15. September) wurde kommentarlos zurückgezogen. Der Zentralrat der Juden hatte mit Empörung auf das "Gesellschaftsspiel" reagiert.
Einst sagte Heiner Geißler, der Pazifismus habe Auschwitz erst möglich gemacht. Jetzt reicht Götz Aly in seinem neuen Buch „Warum die Deutschen? Warum die Juden?“ den Schwarzen Peter an die SPD weiter.
Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül spricht im Interview mit der F.A.Z. über Deutschland, das akzeptieren müsse, ein Einwanderungsland zu sein, über Israelis, die sich schuldig gemacht haben und über die Vorbildfunktion seines Landes.
Noch nie schien dieses Land so verhasst, angreifbar und isoliert wie heute: Israel ist als Sündenbock nützlicher, als es als Friedenspartner sein kann - auch für Ägypten. Derweil driften Europa und Israel immer weiter auseinander.
Am übelsten sind die Statistiken: Die häufigsten Namen, die häufigsten Vornamen weiblichen und männlichen Geschlechts. Sarah, Ruth, David. Sie werden den Nationen zugeteilt: Am zahlreichsten sind sie in Amerika, dann in Frankreich.
Der Geist von Assisi, den die Gemeinschaft Sant' Egidio zum Friedenstreffen nach München getragen hat, soll nicht die Differenzen aufheben, sondern eine „Einheit in der Verschiedenheit“ ermöglichen.
Viele Israelis zieht es an den Rand der Wüste Negev. Auch dort soll jüdisches Leben blühen. Dafür müssen die Leute den Gefahren aus dem Gazastreifen trotzen - und aus Ägypten.
Einst sagte Heiner Geißler, der Pazifismus habe Auschwitz erst möglich gemacht. Jetzt reicht Götz Aly in seinem neuen Buch „Warum die Deutschen? Warum die Juden?“ den Schwarzen Peter an die SPD weiter.
Als Raphael Gross die Leitung des Jüdischen Museums in Frankfurt angetragen wurde, hat er gründlich überlegt, ob er es auf sich nehmen sollte, nach Deutschland überzusiedeln. Schließlich waren Mitglieder seiner Familie im Namen dieses Landes während des Holocausts ermordet worden.