Wenn der „Führer“ kein Bärtchen trägt
Zwischentöne statt Parolen: Zehn Darmstädter Fotografen setzen sich mit dem Unwort des Jahres 2016 auseinander - „Volksverräter“. Zu sehen an der Technischen Universität.
Zwischentöne statt Parolen: Zehn Darmstädter Fotografen setzen sich mit dem Unwort des Jahres 2016 auseinander - „Volksverräter“. Zu sehen an der Technischen Universität.
Die Klagen über die Modebranche häufen sich. Kritiker werfen großen Marken gezieltes „white washing“ in der Wahl der Models vor. Doch die Designer wehren sich gegen die Rassismusvorwürfe.
In Würzburg herrscht Empörung über als Flüchtlinge verkleidete Rassisten, der geköpfte Donald Trump als Faschingsmotiv gefällt nicht jedem, und in Fulda solidarisieren sich Narren mit dem „Südend-Neger“. Über ernste Debatten an närrischen Tagen.
Normalerweise äußern sich frühere Präsidenten nicht zur aktuellen Regierung. Offiziell tut das auch George W. Bush nicht – doch was er in einem Interview äußert, ist trotzdem eindeutig.
Im Internet zeigt sich eine rechtsradikale Partei immer wieder erfreut über Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte. Auf Karnevalsumzügen trägt sie ihren Hass auf die Straße. Und schafft es damit sogar in eine Live-Übertragung.
Jahrelang hat Karnevalist Wolfgang Schuster in Fulda beim Umzug den „Neger vom Südend“ gemimt. Dieses Jahr bleibt er nach Rassismusvorwürfen ungeschminkt. Die Polizei hat gleichwohl Hinweise auf „erhöhte Gefährdung“.
Weil sie sich als Schwarze verkleiden, wird Mitgliedern eines Fastnachtsverein die Verharmlosung von Völkermord vorgeworfen. Fuldas Oberbürgermeister sagt, die Kritiker hätten „von der Fastnacht keine Ahnung“. Der „Neger vom Südend“ ist traurig.
Der Kopp-Verlag wurde mit Ufo-Büchern groß. Dann kam die Flüchtlingskrise. Seither sammeln sich um den Verlag Ufologen, Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker. Ein Besuch, der die Augen öffnet.
Soldatinnen dürfen in der türkischen Armee nun ein Kopftuch tragen. Die Entscheidung löst Kontroversen im Land aus.
Lutz Bachmann soll auf Facebook zu Mord angestiftet haben, lautete der Vorwurf. Die Staatsanwaltschaft sieht das nun anders.
Eine Lehrerin trägt Kopftuch und möchte in der Grundschule unterrichten. Sie bekommt eine Absage. Dafür muss ihr das Land Berlin jetzt eine Entschädigung zahlen – und macht ihr ein Angebot.
Dresdens Oberbürgermeister Hilbert hatte die Kunstaktion eines deutsch-syrischen Künstlers verteidigt und wurde heftig attackiert. Auch bei der Eröffnung skandieren Pegida-Anhänger.
Der Autor Akif Pirinçci sprach in einer Rede von „Umvolkung“, Flüchtlingen und KZs. Darin sah das Gericht den Vorwurf der Volksverhetzung erfüllt.
Wie gedenkt man der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg? Die Stadt versucht, mit einem Kunstwerk eine Brücke zu schlagen zum Leid der Zivilisten in aktuellen Kriegsgebieten. Die Reaktionen sind heftig – bis hin zu Morddrohungen gegen den Oberbürgermeister.
Im Müllcontainer wird ein toter Säugling entdeckt, und die Polizei hat nur eine Verdächtige: Liza Codys meisterlicher Krimi „Miss Terry“ ist ein Lehrstück über alltäglichen Rassismus – ein Buch der Stunde.
Im Saarland bringt sich die Parteispitze der CDU für den bevorstehenden Bundestagswahlkampf in Stimmung. Die Kanzlerin richtet in ihrer Rede eine Botschaft an Pegida und Co.
Nach „Gutmensch“ im Jahr 2015 ist das Unwort des Jahres 2016 „Volksverräter“. Das Wort sei ein „Erbe von Diktaturen“ unter anderem der Nationalsozialisten, hieß es in der Begründung.
Die Pegida-Bewegung, die sich radikalisiert hat, profitierte nicht von der Flüchtlingskrise, jedoch die AfD. Der trotzige Protest verlagere sich von der Straße in die Parlamente.
Was sagt uns heute eine Serie über den Mordprozess, in dem 1995 ein Football-Star nach spektakulärem Fehlurteil freikam? „The People v. O. J. Simpson“ sagt viel. Es ist ein großer Kommentar zur Lage der amerikanischen Nation.
Alpha Dia ist 24 Jahre alt, Model und lebt in Hamburg. Bilder von ihm in einem Lidl-Katalog haben in Tschechien eine Flut rassistischer Kommentare ausgelöst. Er ist darüber schockiert.
Verkehrsminister Dobrindt fordert, der Staat müsse die Bürger besser vor nordafrikanischen Intensivtätern schützen – und verwendete die umstrittene Abkürzung „Nafris“. Für Linken-Chefin Kipping ist das „rassistisch“.
Ein Tweet der Kölner Polizei in der Silvesternacht löste eine Debatte über das Codewort „Nafri“ aus. Grünen-Vorsitzende Simone Peter sah darin möglichen Rassismus. Damit macht sie es sich zu einfach.
Kölner Polizisten haben Nordafrikaner in der Silvesternacht vorübergehend festgesetzt und als „Nafris“ bezeichnet. Grünen-Chefin Simone Peter findet das „völlig inakzeptabel“ – und erntet dafür viel Widerspruch. Nun lobt auch sie den Polizeieinsatz.
Wer der richtig und entschlossen handelnden Kölner Polizei Rassismus vorwirft, setzt die Handlungsfähigkeit des Staates aufs Spiel. Und das wegen ein paar haltloser Tweets. Ein Kommentar.
Wo es eine starke Identität gibt, scheint unweigerlich auch die Abwehr einer von außen aufgedrängten Veränderung dieser Identität besonders stark zu sein. Da steht Sachsen nicht allein.
Die Jugend geht vielleicht nicht auf die Straße, aber zum Chaos Communication Congress nach Hamburg – zusammen mit Computerbastlern, Aktivisten und ganzen Familien.
Schon zwei Stunden nach dem Anschlag in Berlin twitterte Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann, interne Polizeiermittlungen deuteten auf einen tunesischen Verdächtigen hin. War das nur geraten?
Wieder ist ein Jahr um, das nicht gut gelaufen ist für Sachsen. Häme ist aber eine schlechte Idee: Was die Leute in Dresden, Heidenau und Bautzen schon lange beschäftigt, geht alle an.
Das Weihnachtsfest soll Dresden die von Pegida verhagelte Touristenbilanz retten. Auf dem Striezelmarkt könnte das sogar klappen: Mit Tradition – und ganz viel Liebe.
Die Polizei hat einen Tatverdächtigen für die Anschläge auf eine Dresdner Moschee und das Kongresszentrum ermittelt. Der 30 Jahre alte Mann war bei „Pegida“ aktiv und ist laut FAZ.NET-Informationen bisher nicht einschlägig vorbestraft.
Hajo Funke ist ein Mahner und gehört als solcher nicht zu denen, die ihre Worte klein und verschämt wählen, sondern in großen Lettern mit Ausrufezeichen. So wird aus dem Rechtsradikalismus eines Björn Höcke bei Funke schnell ein „völkisch-nationalistischer Extremismus eines autoritären Agitators“.
Die Rassismusdebatte um den Begleiter vom Nikolaus schwelt seit langem. Jetzt hat sich auch die niederländische Regierung zu der Kontroverse geäußert.
Der Grünen-Politiker Volker Beck hat versucht, juristisch gegen Morddrohungen durch Pegida-Anhänger vorzugehen. Über die Entscheidungen der zuständigen Staatsanwaltschaften äußert er sich enttäuscht.
Bei Sandra Maischberger ging es um den Kampfbegriff „Lügenpresse“. Ob es tatsächlich einen Vertrauensverlust zwischen Bürgern und Journalisten gibt, wäre ein schönes Thema gewesen. Leider wohnten wir einer Realsatire bei.
Wenn er in Berlin an der Ampel wartet, wird er nach Drogen gefragt. Auch sonst hört der Afroamerikaner Isaiah Lopaz die absurdesten rassistischen Sprüche. Die „Besten“ hat er jetzt auf T-Shirts drucken lassen. Ein Interview.
Sandra Maischberger versucht aus dem starren Korsett der üblichen Talkshows auszubrechen. Sie gibt dem Publikum das Wort – und zeigt was passiert, wenn Islamkritiker, junge Musliminnen und ein syrischer Flüchtling aufeinandertreffen.