Österreich, wo Selbstmitleid zur Touristenattraktion wird
Österreicher sind nicht gut im Gewinnen. Sie teilen gern mit, was ihnen fehlt. Ihr Humor ist ein Umgehungshumor: Auszug aus einer Poetikvorlesung über die Kunst des Verlierens.
Stumpfsinniges Provinznest oder Welthauptstadt der Hochkultur: An Salzburgs Janusköpfigkeit rieb sich schon der berühmte Dramatiker Thomas Bernhard. Und sie ist seither nicht weniger geworden.
Österreicher sind nicht gut im Gewinnen. Sie teilen gern mit, was ihnen fehlt. Ihr Humor ist ein Umgehungshumor: Auszug aus einer Poetikvorlesung über die Kunst des Verlierens.
Wenn die Geschenke verteilt sind oder beim Warten auf das Christkind ist Zeit für Kino, Kunst und Workshops in Frankfurt und Rhein-Main.
Das Wiener Burgtheater und das Akademietheater bieten radikalkomödiantische Abende von Thomas Bernhard und Werner Schwab. Mit Verweis auf das nationalsozialistische Erbe Österreichs.
Susanne Kuhns „Drei Wochen mit Thomas Bernhard in Torremolinos“ erzählt von einer Reise mit dem Bruder kurz vor dessen Tod. Nikolas Mahler hat das Buch brillant illustriert.
Eine wenig beachtete Seite Claus Peymanns: Als Intendant war er, ohne davon viel Aufhebens davon zu machen, ein kluger Kulturpolitiker.
Claus Peymann ist gestorben. Seine langjährige Mitarbeiterin Christiane Schneider erinnert sich an einen ganz besonderen Moment an seiner Seite. Und an die Magie, die nur das Theater entwickeln kann.
Johann Scheerer hat einen Roman über einen Musikproduzenten und einen exzessiven Rockstar geschrieben, in dem man an Pete Doherty denkt. Ein Besuch im Studio.
Er kann auch spontan auf sein riesiges Publikum reagieren: „Regen“, eine Erzählung von Ferdinand von Schirach, ist jetzt ein Bühnenstück, gespielt von ihm selbst. In der Alten Oper Frankfurt macht er das grandios.
Es ist erreicht: Mit „Das Kind“ schließt der österreichische Zeichner Lukas Kummer die bemerkenswerte Adaption der autobiographischen Bücher seines Landsmannes Thomas Bernhard ab.
Mit Thomas Bernhards „Alte Meister“ führt das Staatstheater Wiesbaden sein Publikum für ein Stündchen ins benachbarte Museum.
Wie mich Siegfried Unseld in seinen Orden aufnahm: Zum hundertsten Geburtstag des Verlegers am 28. September 2024 erinnert sich der Suhrkamp-Autor Thomas Meinecke an den Mann, seinen Verlag und seine Häuser.
Erst der Skandal, dann das Vergnügen: Als sein Roman „Holzfällen. Eine Erregung“ 1984 erschien, löste Thomas Bernhard einen Eklat aus. Heute ist Nicholas Ofczareks szenische Lesung mit Musikbegleitung ein großer Genuss.
Wie viel kann eine Mutter ertragen? Gabriele Hochleitners Film „Trog“ bringt eine österreichische Familie zum Sprechen – über Nazi-Gräuel und Kindesmissbrauch.
Lauter reizende Leute: Felix Metzner inszeniert Thomas Bernhards letzten Roman „Auslöschung. Ein Zerfall“ am Staatstheater Darmstadt als Horrormärchen.
Szenen im Untergrund oder eben sonst wo: Am Burgtheater phantasiert Frank Castorf über Thomas Bernhards „Heldenplatz“. Ein Skandal ist das wirklich nicht.
Immer habe ich schweigsam weinen dürfen: Zur kleinen Renaissance des früh verstorbenen österreichischen Dramatikers Werner Schwab, dessen vergessene Stücke viel Radikales zur Zeit im Angebot haben.
Dieter Bohlen hat Songs von universeller Verständlichkeit geschrieben. Das macht ihm kaum einer nach. Als Darsteller seiner selbst ist er ohnehin der Beste. Ein Glückwunsch zum 70.
Claus Peymann, 1976 Regisseur der Uraufführung, inszeniert am Münchner Marstall noch einmal Thomas Bernhards „Minetti“. Manfred Zapatka legt sich in der Titelrolle richtig ins Zeug.
Vielen Prominenten werden Aussagen unterstellt, die nicht von ihnen stammen. Ob Goethe, Merkel oder Schmidt – der Wiener Zitatforscher Gerald Krieghofer deckt die Fälschungen auf.
Neue Regiehoffnung aus Frankreich: Julien Gosselin arrangiert in „Extinction“ an der Volksbühne Texte von Arthur Schnitzler, Thomas Bernhard und Hugo von Hofmannsthal zu einem fulminanten, aber zu technischen Abend.
Vielhuberei, Simplhuberei, Dumpfhuberei? Von wegen: Johannes Freumbichlers 1936 erschienener Bauernroman „Philomena Ellenhub“ ist eine Offenbarung, weil er zeigt, dass auch in diesem anrüchigen Genre ein Kunstwerk möglich ist.
Iris Mönch-Hahn musste im Jahr 2020 die letzte deutsche Buchhandlung in Paris schließen. Nun ist sie zurück – und verkauft ihre Bücher direkt an der Seine.
Ein profundes und klug kommentiertes Buch nimmt sich Wiens als Lebensort von Thomas Bernhard an: Martin Huber und Wolfgang Straub haben alle ihre Expertise hineingepackt.
Nicolas Mahlers humoristischer Höhenflug in einem neuen Band, der etwas anderes bietet, als sein Titel erwarten lässt. Aber das ist mehr als genug. Heute ist in Berlin Buchpremiere.
Seiner Heimat Österreich in Hassliebe verbunden: Bernadette Reinhold fördert in ihrer gründlich recherchierten Biographie Oskar Kokoschkas bisher größtenteils Unbekanntes über den Maler als Homo politicus zutage.
Nach langen Verhandlungen übergibt der Universalerbe des Schriftstellers Thomas Bernhard, Peter Fabjan, den gesamten Nachlass an die Österreichische Nationalbibliothek. Manches bleibt vorerst nur eingeschränkt zugänglich.
Die größte Kraftschauspielerin an den deutschsprachigen Bühnen: Stefanie Reinsperger gibt am Berliner Ensemble mit all ihrer Wucht den Rampentyrann schlechthin, Thomas Bernhards „Theatermacher“ Bruscon.
Zwei Kammerspiele, wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten: Thomas Bernhards „ Am Ziel“ und „Nebenan“ von Daniel Kehlmann als Uraufführung am Burgtheater in Wien.
Das Kreuzworträtsel von Christian Meurer erscheint jede Woche am Freitag.
Heimatliebe und wohlfeile Lethargie: Bei einer Vorstellung seiner Besonderheiten läuft sich Österreich als literarisches Gastland der nächsten Leipziger Buchmesse warm, die nun Ende April 2023 stattfinden soll.
Mitteleuropäische Eleganz trifft amerikanischen Individualismus: Peter Demetz’ literarische Essays
Die Hürlimann-Apokalypse: Mit „Der Rote Diamant“ hat der Schweizer Schriftsteller ein Meisterwerk geschaffen. Es beruht auf eigenen Erfahrungen, führt seine Erzählung aber weit über alles hinaus, was man erwarten darf.
Wiedergehört: Fulminante „Prosastimmen“ von Elias Canetti bis Herta Müller.
Reisebuch
Spielwelt im Pfingst-Rausch: Drei Berliner Bühnen riskieren Premieren. Die Volksbühne, die Schaubühne und das Deutsche Theater bieten alles auf, um wieder mehr Besucher zu locken.
Poetische Bekenntnisse, faule Ausreden und große Pläne: Die historisch-kritische Stifter-Ausgabe widmet sich nun den Briefen.