Absprachen und Ausreden
Der Rundfunk Berlin Brandenburg stellt die Absage des geplanten Films "Thilo Sarrazin - ein Jahr danach" von Güner Balci und Nicola Graef (F.A.Z. vom 28. Juli) als normalen vertragstechnischen Vorgang dar.
Der Rundfunk Berlin Brandenburg stellt die Absage des geplanten Films "Thilo Sarrazin - ein Jahr danach" von Güner Balci und Nicola Graef (F.A.Z. vom 28. Juli) als normalen vertragstechnischen Vorgang dar.
Die Journalistin Güner Balci sollte einen Film drehen. Unter Vorwänden wird ihr der Auftrag entzogen. Nebenbei wird ein Einbruch erfunden, der Diebstahl von Tonbändern. Erklärung: „Notlüge“. In diese Not hat sich eine Öffentlichkeit begeben, die es nicht schafft, die Wahrheit über ein Buch auszusprechen.
Professor Heinz Haber, der große Fernsehprofessor, zeigte uns in der Kinderstunde einmal, wie eine Kettenreaktion funktioniert. Auf dem Tisch lagen unzählige Mäusefallen. Haber, wie immer im weißen Kittel, ließ einen Tischtennisball ...
Schade, dass Thilo Sarrazin das nicht miterlebt: Das junge türkische Paar, das sich im Internetcafé laut streitet, trägt den Ehekrach akzentfrei in deutscher Sprache aus.höv.
Für den Liedermacher Franz-Josef Degenhardt beschreiben die drei Strophen des Deutschlandliedes recht genau den deutschen Nationalcharakter "zwischen Großmannssucht, Gemütlichkeit und treudoofer Glückserwartung".
Schwaben sind klüger, Katholiken sind dümmer, und alle Einwanderer sind Muslime, wenn sie aus Afrika kommen: Thilo Sarrazin denkt sich „gruppenbezogene Unterschiede“ aus, die Migrationsforschung überflüssig machen.
FRAGE: Wer mit Thilo Sarrazin nach Kreuzberg geht, muss mit Ärger rechnen - so etwa lautet der Vorwurf, den man Ihnen macht. Wollten Sie einen Eklat inszenieren? ANTWORT: Wir wollten, dass Sarrazin und die Menschen, über ...
Thilo Sarrazin, hieß es in den Springer-Medien, sei in Kreuzberg angepöbelt und gemobbt worden. Nun zeigte das ZDF just diesen Kreuzberg-Besuch im Sarrazin-Film von Güner Belci. Und siehe da, nicht nur für die Autorin stellte sich manches anders dar.
Thilo Sarrazin ist wieder da. Diesmal als gefühlter BBC-Reporter, der über den "wahren Frontverlauf" der "Integrationsfront" berichtet und für sich und Necla Kelek in Anspruch nimmt, von dem Migrationsforscher Klaus Bade und dessen Kollegen der "Integrationskraftzersetzung" angeklagt zu werden.
Zwei einigen sich, erneuern ihren Bund; der Dritte, um den es eigentlich ging, ist außen vor. In den Parteigremien der SPD wie auch im Freundeskreis Sarrazin sind wieder alle happy; über und zu den türkischen Migranten, die durch den Parteiausschluss symbolisch Genugtuung erfahren hätten, kein Wort. Ihnen wird einmal mehr die Rolle des Parasiten zugewiesen.
Am vergangenen Mittwoch war der umstrittene Buchautor bei "Stern TV" und behauptete, seine Thesen und Fakten seien "unbestritten" und bis heute auch nicht "hinterfragt". Moslems dürften in Deutschland leben, wenn sie sich integrieren, sich an die Gesetze halten und ihr Brot selbst verdienen. Günther Jauch, der vom nächsten Jahr an Nachfolger von "Anne Will" werden soll, gab ein schlechtes Bild ab.
Kurt Tucholsky empfahl einmal, mit der Wahrheit - im höchsten Masse feuergefäherlich - wegzubrennen, was da morsch ist - "und wenn's dein eigner Bruder Schorsch ist". Was er nicht empfohlen hat: Sich selbst mit seinen Ressentiments zu übergiessen und dann anzuzünden. Aus gutem Grunde, möchte ich sagen. So vor aller Augen verkohlt kommt man bei uns nicht zum Tee, weshalb ich ja auch meiner Bohnenfrau vom Wochenmarkt den Vorzug vor Thilo Sarrazin geben möchte.