Das geheime Leben der Vorstädte oder Ein Besuch in Aubervilliers
Thema diesmal: Bands auf Parkhausdächern, Musik auf Verlegergeburtstagen, Trubel und burlesker Unfug auf der c/o-Pop und die liebenswerten musikalischen Vorlieben des Philipp Lahm
Und nachdem sie sehr lange überlegt hatten, was sie den Medien sonst noch an Vorzügen sagern konnten, neben den üblichen Worthülsen und dem Versprechen, dass der neue Präsident Fussball mag und nach Südafrika zum Endspiel will, und in Rockkonzerte geht und bürgernah ist - ganz zum Schluss stiessen sie beim Googlen nach Ideen auf ein Wort namens "Denkfabrik". Von Bildung hatten sie schon mal was gehört, beim Zappen hatten sie ein paar Intellektuelle für ein paar Sekunden reden gehört, dann suchten sie sich noch ein paar Namen alter Denker raus, die kaum einer kennt, klebten ein wenig Preussengloria dazu - und schickten Christian Wulff dergestalt gerüstet ins Interview mit der Gossenpresse. Zu dumm aber auch, dass es andere gelesen haben, für die Bildung mehr als ein Asset ist.
Selten sind sie geworden, die wirklich feierlichen Anlässe, die Bälle in großer Robe. Viele von ihnen wurden durch informelle Parties oder andere Formen des Zusammenkommens ersetzt, aber für einen Ball gibt es im Grunde keinen Ersatz. Er ist der textile Ernstfall, die größtmögliche Anstrengung in Eleganz, und dabei sogar generationenübergreifend. Eins steht jedenfalls fest: Mit Coolness kommt man dort nicht weit.
Nun stehen wir also wieder am Beginn eines innereuropäischen Konflikts, der den Kontinent auseinander reissen wird. Wir werden nicht aufeinander schiessen und uns dennoch als Feind betrachten, wir werden dem anderen den Untergang an den Hals wünschen und selbst unsere Schätze vor den anderen verstecken, wir werden einander am Wegesrand krepieren lassen, auch wenn wir dort gerne Urlaub machten. Das ist schlimm, und deshalb habe ich eine Idee über Concerti Grosso von Avison über Themen von Scarlatti.
Manche Männer sehen im Anzug besonders elegant aus. Daniel Hartwich erinnert eher an einen moderierenden Schrankkoffer. Dabei war es kein schlechter Start, den der 32-Jährige am Freitagabend bei "Let's Dance" erwischt hat. Und die Sticheleien gegen Tanzjuror Joachim Llambi pflegt er auch schon.
Manche Männer sehen im Anzug besonders elegant aus. Daniel Hartwich erinnert eher an einen moderierenden Schrankkoffer. Dabei war es kein schlechter Start, den der 32-Jährige am Freitagabend bei "Let's Dance" erwischt hat. Und die Sticheleien gegen Tanzjuror Joachim Llambi pflegt er auch schon.
Die alten Anhänger der Nazis sterben, aber ihr Besitz bleibt. Urgrossmutters Tischdecken kann man verwenden, Grossmutters Porzellan kann das Töcherchen beim Studium ruinieren, und eine alte S-Klasse findet immer einen Liebhaber in Afrika - aber wohin mit den Landsergemälden, den arischen Frauen auf Öl und den braunen Bannerträgern aus Zinn? Schwierig. Vielleicht ist Verbrennen eine Lösung - Versteigerungen taugen offensichtlich weniger zur Entsorfung des braunen Kulturmülls.
Die Nuller Jahre: Ein Jahrzehnt macht schlapp. Was war, was wird bleiben. Außerdem: Eine Schmähung des Stilmittels „Liste“, sowie zwei völlig unnötige Erwähnungen David Bowies.
Fotoalben sind oft nicht sonderlich phantasievoll, dafür aber umso liebevoller gestaltet und mitunter die einzige Möglichkeit, längst verblichene Verwandte kennenzulernen. Allerdings nie im Alltag, denn der wird völlig ausgeblendet. Film ist schließlich teuer und nur etwas für Festtage. Und was hat sich eigentlich seit der Erfindung der Digitalfotografie geändert?
Ein Bilderbuch für die Großeltern? Das klingt seltsam. Doch Beate Wolf und Thomas Haubold wollen mit „Daran erinnere ich mich gern!" ein Therapiewerkezug an die hand geben. Demenzkranken soll durch die Heraufbeschwörung von Erlebnissen aus ihren jungen Jahren geholfen werden. Und die Bilder dienen dabei als höchst subtil eingesetzte Erinnerungsstützen.
Es regnet seit Tagen in Istanbul. Nur die Straßenverkäufer freuen sich. Sie machen das Geschäft ihres Lebens.
Was tun, fragt Eric Pfeil diesmal in seinem Pop-Tagebuch, wenn die Lieblingsband eine schlechte Platte veröffentlicht? Und kommt zu der Erkenntnis: Nicht weiter schlimm, wenn die Lieblingsband The Flaming Lips heißt.
Woran erkennt man als Popmusik-Fan, daß man in die Jahre kommt? Das Pop-Tagebuch klärt auf. Außerdem: Alles über den Pop-Nobelpreis, die Aktion „Junge Menschen musizieren für ältere Menschen“ und die kulturellen Gepflogenheiten linksbürgerlicher Fourtysomethings...
Diesmal: Sind wir auf das Grunge-Revival vorbereitet? Kann die Wissenschaft schnell genug einen Impfstoff produzieren? Und was treibt eigentlich die Jugend so für Sachen beim Disco-Besuch? Außerdem: hässliche Popkritiker-Formulierungen im Schnelldurchlauf und eine kurze Kritik der amerikanischen Rocktexterei
Am 30. August 2006 erschien in der F.A.Z. meine Reportage über eine Exhumierung zweier Bürgerkriegstoter in Navalcán (Toledo). Fast auf den Tag drei Jahre später war ich wieder bei einer Totenausgrabung dabei, diesmal in Lario (León). Je kleiner die Dörfer, desto unheimlicher die Vorgänge. Lario hat im Winter 42 Einwohner. Auch Navalcán ist nicht groß. Und es bleiben so viele Tote, dass man bei dem gegenwärtigen Tempo noch weit mehr als hundert Jahre zu tun hätte.
Sind Die Beatles die beste Oasis-Coverband der Welt?? Kann Johnny Marr die Oasis-Auflösung abwenden? Braucht die Welt aufgemotzte Beatles-Aufnahmen? Und überhaupt: Wie war das damals mit den Beatles und Eric Pfeil??
Gross sind die Klagen wegen jenes kleinen Essens, das die Kanzlerin für den Chef der deutschen Bank gab; eine Petitesse jedoch ist der Aufwand gegen den Schaden, den nun das bankenfeindliche Geplärre anrichtet. Frau Merkel darf sich jedoch historisch auf der richtigen Seite wissen, denn sie hat sich exakt so verhalten, wie es das alte Herkommen verlangt. Alldieweil und sintemalen wir hier grössten Wert auf Anstand und Sitte legen, betrachten wir es als angebracht, uns als Palladin für die Ehre und Tugend von Frau Merkel auf der Wallstatt der Publizistik zu verwenden - wenngleich wir auch finden, dass es ruhig etwas mehr hätte sein können
Oft sind es ja die kleinen Dinge, die unscheinbaren Verbindungen, an denen sich die Risse in der Gesellschaft am deutlichsten zeigen, wenn man nur genauer hinschaut. Zwetschgendatschi war immer eine einigende Erfahrung aller Kinder; zumindest in meiner Jugend, als es in dieser Jahreszeit keine bessere Möglichkeit gab, die Last der übervollen Bäume zur Last der übervollen Mägen zu machen. Für mich hat sich das nicnt geändert, aber andere müssen zahlen - wenn sie überhaupt noch in den Genuss kommen.
So einfach kam ich noch nie nach Nablus: kein Checkpoint mehr auf meiner Strecke. Doch nicht zu früh gefreut: an den anderen Barrieren herrschen noch die alten Sitten: ein deutscher Freund darf nicht passieren – die Soldatin will ein bißchen spielen.
Nablus im Westjordanland ist eine Stadt, die man eher mit Intifada und Selbstmordattentätern assoziiert als mit Zirkus. Doch seit einigen Jahren laufen dort Clowns durch die Straßen; mit roten Nasen statt Sprengstoffgürteln. Noch nie schien das Westjordanland so friedlich – doch der Terror steht bevor, analysiert ein israelischer Journalist angesichts des Fatah-Parteitages in Bethlehem.
Man sollte wirklich nicht jedem Dementi glauben. Diese Woche hat es wieder gezeigt. Was hat man im Hause Porsche nicht alles dementiert? Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Immerhin: Ein gewisser Unterhaltungswert bleibt.
Ich wollte unbedingt noch die Sache mit dem Kölner Dom erzählen. Also. Vor ein paar Jahren kündigte mir ein spanischer Bekannter an, er fahre zum erstenmal in seinem Leben nach Köln und freue sich sehr darauf. Besonders der Kölner Dom, der interessiere ihn. Er habe viel von ihm gehört. Auch, dass er sehr schön sei. Ich nickte dazu. Der Kölner Dom ist sehr schön. Ich kann es nicht anders sagen.
Ohne Rücksicht auf seine körperliche Unversehrtheit begibt sich Eric Pfeil auf die Comet-Verleihung, wo er Ähnlichkeiten zwischen Jeanette Biedermann und Heinz Rudolf Kunze beobachtet. Außerdem: Ein knirschender Lanzenbruch für musizierende Roadies und die Frage, warum auf Aftershow-Parties immer „Insomnia“ von Faithless läuft
Der Eurovision Song Contest ist entdemokratisiert worden: Jury-Wertungen sollen das Votum des Publikums relativieren, an der Vorauswahl des deutschen Vertreters waren die Zuschauer gar nicht erst beteiligt. Vielleicht liegt es daran, dass die Nation dem bizarren Fernsehhighlight so wenig entgegen zu fiebern scheint - ein persönlicher Erklärungsversuch.
Diesmal: Eine persönliche Meditation über Bewegungskultur im Pop und Hamburger Aufruhr-Elektronik. Dazu die Fragen: Wird uns das Tanzen aus der Krise befreien? Müssen Köpfe rollen? Und welcher Körperteil muss zuerst befreit werden? Eric Pfeils Pop-Tagebuch versucht sich an Antworten.
Thema diesmal: Wenn es Köln wird in der deutschen Popmusik. Außerdem: Minderjährige unter der Knute des HipHop, der korrekte Umgang mit den Hörgewohnheiten jugendlicher Kinder, alles über die Zukunft des Death-Rap und die brennende Frage: Wie viele Musiker braucht man um eine Gruppe zu sein? Eric Pfeils Pop-Tagebuch klärt auf.
Warum reden die Menschen auf Konzerten soviel? Wie wichtig sind Led Zeppelin? Ist der Mensch ein musikalisches Phasenwesen? Brennende Fragen, auf die nur höchst persönlich geantwortet werden kann. Dazu: 10 Pop-Rituale, an denen der Autor noch nie teilgenommen hat. All dies in Eric Pfeils „Pop-Tagebuch“.
Tel Aviv wird 100 Jahre alt. Die Stadt feiert sich selbst und dessen Bewohner ihren Livestyle: Die Metropole am Meer ist alles außer politisch – hier trägt man große Sonnenbrillen statt Flugblätter, ein Leben wie in einer großen Seifenblase. Doch manche wollen sie gerne zerplatzen lassen, mit Kunst auf grauem Beton.
Nach dem Hongi kommt das Hangi. In Tamaki wollen Touristen die Geschichte der Ureinwohner Neuseelands erfahren, ihre Tänze sehen, ihre Gesänge hören und schließlich ein traditionelles Essen aus Fleisch und Gemüse genießen, das in Erdöfen zubereitet wird. Sie wollen ein bisschen Maori-Folklore für knapp 60 NZD.