Messe und Macht
Im Mai erklärte die Frankfurter Buchmesse, sie werde nicht absagen. Nun, fünf Wochen vor Beginn, die Kehrtwendung: Im Zentrum der Absage und der Verlegung der Leipziger Buchmesse stehen die Verlage.
Im Mai erklärte die Frankfurter Buchmesse, sie werde nicht absagen. Nun, fünf Wochen vor Beginn, die Kehrtwendung: Im Zentrum der Absage und der Verlegung der Leipziger Buchmesse stehen die Verlage.
Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer spricht in Frankfurt über Verschwörungstheorien. „Integrationsprozesse und Anerkennungsdefizite“ spielen eine entscheidende Rolle für ihn.
Die Gastronomen Remi und van Zuylen holen eine moderne Interpretation der Grands Cafés ihrer holländischen Heimat nach Berlin. Ihr neues Lokal „Remi“ macht einfache Speisen so gut, dass selbst Salat so interessant wird wie Kuchen.
Hier wird alles auserzählt: Elena Ferrante zeigt in ihrem neuen Roman „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ recht aufdringlich, wie wenig sie ihrem Publikum zutraut.
Die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2020 setzt in ihrer Auswahl auf das, was wir uns alle wünschen: Normalität.
Vor 75 Jahren wurde in Berlin der Aufbau-Verlag gegründet. Wie will er weiter deutsche Literaturgeschichte schreiben? Ein Gespräch mit dem Eigentümer Matthias Koch.
Viele große Verlage haben die Frankfurter Buchmesse 2020 abgesagt. Suhrkamp, Aufbau, Klett-Cotta und Beck wollen nun doch ausstellen – gemeinsam. Das ändert einiges.
Realität ist, was unsere Erwartungen enttäuschen kann: Zum hundertsten Geburtstag von Hans Blumenberg erscheint ein weiterer Band aus seinem Nachlass.
„Seid ihr nass?“: „Katapult“-Chefredakteur Benjamin Fredrich zürnt und wirft dem Verlag Hoffmann und Campe vor, zusammen mit „Zeit“-Autoren ein Buch seines Teams kopiert zu haben.
Was können wir verstehen? Im doppelten Gedenkjahr mit hundertstem Geburts- und fünfzigstem Todestag erscheinen zahlreiche neue Studien und Erinnerungen an den Dichter Paul Celan.
Seinen Autoren war er ein Literaturdiener auf Augenhöhe. Sein letztes Lebensjahr hätte von Thomas Bernhard erfunden werden können. Zum Tod des Suhrkamp-Cheflektors und Literaten Raimund Fellinger. Ein Gastbeitrag.
Mit dem Cheflektor des Suhrkamp-Verlags, Raimund Fellinger, ist einer der ganz Großen des deutschen Literaturbetriebs gestorben. In die Öffentlichkeit drängte es ihn nicht, aber er wirkte mit an Werk und Nimbus einiger der berühmtesten Schriftsteller.
In mehrfacher Hinsicht ist dieser Bürger und Bewohner des 18. und 19. zum ausschließlichen Autor des 20. Jahrhunderts geworden: Wie die Philosophie und Literaturwissenschaft der Moderne Hölderlin wieder- und neu entdeckt hat.
Judith Butler hält an der TU Berlin einen Festvortrag über die Genderforschung. Sie demonstriert die Produktivität des Feldes, indem sie die Phantasiebilder seiner Gegner untersucht.
Sprachkünstler erkennen einander: Die Geschichte des Übersetzens ist geprägt von Dialogen und Zusammenarbeit. Nachlässe wie der von Peter Urban geben wertvolle Einblicke in das Handwerk und die Menschen dahinter. Ein Gastbeitrag.
Zwei von drei Deutschen haben schon einmal ein gebrauchtes Buch gekauft. Immer mehr Second-Hand-Titel finden auf die Gabentische – und beruhigen das Öko-Gewissen. Über das zweite Leben gelesener Bücher.
Für den sinnlichen Einsatz eines Kleidungsstücks präsentiert Bertolt Brecht hier, in typisch ironischer Weise, eine Art Gebrauchsanleitung. Das Gedicht war einst an die eigene Gattin adressiert.
Wenn etwas komisch klingt, liegt es am Übersetzer, sagt einer, der sich auskennt. Günter Ohnemus schreibt, übersetzt und versucht, den richtigen Ton zu treffen
Das große Alterswerk des Philosophen Jürgen Habermas liegt vor: Eine immens belesene Abhandlung über die Frage, wie viel vom Glauben in Wissen überführt werden kann – und bereits überführt worden ist.
Der Suhrkamp Verlag stellt Argumentationshilfen zur Verfügung, um der Kritik an seinem Autor Peter Handke etwas entgegenzusetzen. Ein Helden- oder ein Bubenstück?
Ein bis heute nachwirkendes Vakuum: In den Neunzigern wurde im Osten zu viel in geschlossenen Räumen nachgedacht und nicht im öffentlichen Raum. Was wir daraus für heute lernen können.
Manfred Bartl ist arbeitslos, für seine monatliche Freizeitgestaltung bleiben ihm 40 Euro. Für eine „Peter Handke Bibliothek“ reicht das nicht. Von unserem Autor fühlte er sich deshalb provoziert. Also trafen sie sich auf der Buchmesse.
Der Suhrkamp Verlag hat in Berlin nun zwar ein Haus, aber keine Adresse, weil er an drei Straßen gleichzeitig liegt und die Behörde sich nicht entscheiden kann. Das ist fast ein bisschen metaphorisch.
Die Stimmung in der Verlagsbranche scheint so schlecht zu sein wie nie; die Bestürzung über die Buchkäuferstudie hält an. Aber einer sieht die Lage ganz anders: Klett-Cotta-Verleger Tom Kraushaar.
An Elektrokabeln und Zementeimern vorbei beziehen an diesem Dienstag 135 Suhrkamp-Mitarbeiter ihre neue Arbeitsstätte. Der Verlag kommt im Berliner Scheunenviertel an. Eine Bleibe mit Zukunft?
Der Suhrkamp Verlag hat viele Turbulenzen hinter sich. Nach dem Umzug von Frankfurt nach Berlin und der überstandenen Insolvenz bezieht das Haus heute seinen neuen Verlagssitz. Ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Jonathan Landgrebe zur Zukunft des Verlags.
Podiumsdiskussion zu Adornos 50. Todestag: Im überfüllten Großen Saal der Evangelischen Akademie Frankfurt ging es um einen Vortrag von 1967. Der zeigt, dass Adorno alles andere als ein weltabgewandter Denker war.
Heute vor 50 Jahren starb Theodor W. Adorno, Gründungsvater der Kritischen Theorie und Haupt der Frankfurter Schule. Kein anderer Philosoph ist so eng mit der Stadt verbunden, für die er eine geradezu zärtliche Zuneigung empfand.
Hier liest man sich gerne fest: Karlheinz Brauns Erinnerungsbuch macht die deutsche Bühnen- und Kulturgeschichte von 1945 bis heute lebendig.
F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: der Australier Garry Disher setzt sich souverän an die Spitze. Und dazu: Nazis in der DDR, brennende Engel und unbewohnte Zimmer.
F.A.S. und Deutschlandfunk Kultur präsentieren die besten Krimis: Der „Berlin Prepper“ lässt sich nicht von der Spitze verdrängen, und ein alter Maigret erscheint jetzt zum ersten Mal.
Er hat mit Carl Schmitt diskutiert und die Eigenart der Antike wie kein Zweiter begreifbar gemacht: Ein Gespräch mit dem Althistoriker Christian Meier, der an diesem Samstag neunzig Jahre alt wird.
Eine Frage der Suada: Thomas Bernhards Bücher bewähren sich auch als Vorlagen für Comics. Jetzt kam erstmals ein anderer Zeichner als Nicolas Mahler zum Zuge – und ein anderer Verlag als Suhrkamp.
Er war ein hellwacher Beobachter, streitbarer Intellektueller, brillanter Stilist: Zum Tod des israelischen Schriftstellers Amos Oz.
Das Werk von Peter Kurzeck wird künftig bei Schöffling erscheinen. Für den insolventen Stroemfeld-Verlag macht das die Lage noch schlimmer.
In einem offenen Brief kritisiert der Schriftsteller Uwe Tellkamp die politische Debattenkultur. Er wendet sich damit gegen die „Erklärung der Vielen“.