Ein grenzenloses Versagen
Als die Staatengemeinschaft scheiterte: Susanne Heim hat ein verstörendes Buch über die verzweifelte Suche europäischer Juden nach Schutz und Zuflucht geschrieben.
Hier ist Verfassungspatriotismus gut durchblutet: Wenn Jürgen Habermas in den Vereinigten Staaten auftrat, gewann er seine Gesprächspartner durch Freude am Streit und Gespür für Verletzbarkeit.
Als die Staatengemeinschaft scheiterte: Susanne Heim hat ein verstörendes Buch über die verzweifelte Suche europäischer Juden nach Schutz und Zuflucht geschrieben.
Massenhafte Vervielfältigung sollte Kunst demokratisieren. Stattdessen führte sie zu regressiven Rezeptionsformen. Der Kunsthistoriker Joseph Imorde seziert, wie aus Emanzipation Empfindsamkeit wurde.
Uwe Neumahr erzählt gekonnt und aus vielen Quellen schöpfend die Geschichte zweier Buchhandlungen im besetzten Paris.
Recht, Schicksal, Erlösung, Hoffnung: Walter Benjamins Essay „Goethes Wahlverwandtschaften“ erscheint nun in der material- und kommentarreichen „Kritischen Ausgabe“ seiner Werke.
Wieviel Hermetik steckt in der Hermeneutik? Jan Philipp Reemtsma spricht in Berlin über die kommentierte Ausgabe von Walter Benjamins Aufsatz über Goethes „Wahlverwandtschaften“.
Martin Warnke legt die sprachwissenschaftlichen Wurzeln der KI-Modelle frei und erklärt, warum sie nie zu wirklicher Intelligenz führen werden.
Das Buch „Die Bibelübersetzung von Buber-Rosenzweig“ dokumentiert die Geschichte eines Projekts, über das Intellektuelle wie Walter Benjamin und Siegfried Kracauer heftig stritten. Zur Diskussion standen nicht weniger als die zentralen Themen der Moderne.
Man kann Neapel, diese lärmende, chaotische, und gleichzeitig herzzerreißend schöne Stadt, nur hassen oder lieben – oder ungläubig staunend daran verzweifeln, dass nun etwas mit ihr geschieht, womit niemals zu rechnen war.
Im September 1940 nahm sich der Philosoph Walter Benjamin in Spanien auf der Flucht vor den Nazis das Leben. Die Oper „Benjamin in Portbou“ von Antoni Ros-Marbà erinnert nun an ihn. In Barcelona wurde sie uraufgeführt.
Über Chaim Nachman Bialik, die prägende Gestalt der jüdischen Literatur im ersten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts.
Walter Benjamin schrieb 1940 einen berühmten Text über Paul Klees Aquarell „Angelus Novus“. Derzeit ist es im Berliner Bode-Museum zu sehen. Klees Bild und Benjamins Deutung sind angesichts heutiger Kriege und Debatten bedrückend aktuell.
Walter Benjamin verfasste über Klees Aquarell „Angelus Novus“ 1940 einen Text, dessen abgründiger Geschichtspessimismus bis heute seinesgleichen sucht. Das Bild ist derzeit im Berliner Bode-Museum zu sehen.
Da war noch mehr als Paul Klees „Angelus Novus: Eine bislang unerkannte Bildquelle zu Walter Benjamins Thesen „Über den Begriff der Geschichte“ dürfte Arthur Kampfs im Berlin der Jahrhundertwende populäre Darstellung „Die Vertreibung aus dem Paradies“ gewesen sein.
Walter Benjamin gilt als rätselhafter Philosoph. Über seine Zeit in Paris ist eine aufschlussreiche „Biographie des Exils“ erschienen, die Licht bringt in die Vorstellung vom einsamen und isolierten Denker.
Kriegsverbrechen und ihre Opfer nach 1945 im Historischen Museum, der schwarze Beuys im Guggenheim und verzauberte Stoffgestalten im Berliner Hamburger Bahnhof. Der kuratierte Ausstellungskalender des F.A.Z.-Feuilletons.
Ein Adressbuch lesen: Georg Wiesing-Brandes legt die die gründlichste, vielfältigste, farbigste Darstellung von Benjamins Pariser Jahren vor.
Eine verschwurbelte Sprache ist hier sichtbares Warnzeichen: Die Erben des Architekten Hans Scharoun prägen bis heute die Stadtplanung Berlins. Es ist Zeit für eine Wende.
Hat irgendjemand das fest entschlossene, weder überseh- noch überhörbare Auftreten der US-Kulturindustrie in der Oscar-Nacht gegen Trump bemerkt? Nein? Weil’s keins gab. Was bedeutet das jetzt wieder?
Kunst und Kommerz fließen auf auf der Bangkok Art Biennale ineinander. Dem ästhetischen Genuss tut das aber keinen Abbruch. Ein Rundgang.
Zur postumen Genese eines Werks: Robert Pursches Geschichte des Nachlebens von Walter Benjamin ist das seit langer Zeit gewichtigste Buch über den Kritiker und Philosophen.
Er glaubte, dass Benjamin ihm auch nach dessen Tod noch auf die Finger schaute: Eine Erinnerung an den Suhrkamp-Lektor und Schriftsteller Friedrich Podszus.
Finnlands Nationalgalerie präsentiert die wohl gewagteste Ausstellung des Jahres. Dort wird behauptet, die moderne Kunst entstamme der Gotik. Das verblüfft – und überzeugt.
Wie mich Siegfried Unseld in seinen Orden aufnahm: Zum hundertsten Geburtstag des Verlegers am 28. September 2024 erinnert sich der Suhrkamp-Autor Thomas Meinecke an den Mann, seinen Verlag und seine Häuser.
Hinter den Echos der großen Tradition: Ein Band der Kritischen Gesamtausgabe Walter Benjamins versammelt die Erzählungen und Gedichte. Leidenschaftlicher Gehalt trifft hier auf allerstrengsten Formzwang.
Man nimmt es mit Zitaten und Tatsachen nicht so genau, weil man bloß nicht reproduktiv herüberkommen möchte: Markus Gabriel und Luisa Neubauer eröffnen mit zwei Reden das Bonner Beethovenfest.
In Moskau sieht man die Schuld heute beim „Westen“. Eine Ausstellung im Museum Berlin-Karlshorst widmet sich den Folgen des Hitler-Stalin-Pakts in den „Bloodlands“ Osteuropas.
Verbündete im Widerstand gegen das Establishment: Ein unbekannter Brief von Walter Benjamin an den Literaturwissenschaftler Jonas Fränkel.
Regimetreue russische Universitätsgelehrte rechtfertigen die Ukraineinvasion. Besonders tut sich ein früherer Humboldt-Stipendiat hervor. Während die Hochschulcurricula militarisiert werden, scheuen Forscher eine allzu klare Positionierung.
Sein Stammbaum liest sich wie ein Romananfang: Zum siebzigsten Geburtstag von Gary Smith, dem Gründungsdirektor der American Academy in Berlin.
Das politische Bewusstsein liegt in ihrer Unbestechlichkeit, in ihrer Hinwendung dorthin, wo auf den ersten Blick nichts erkennbar scheint: Über die Schriftstellerin Esther Kinsky.
Ohne Girls ging es nicht: Wie Walter Benjamins berühmte Prosasammlung „Einbahnstraße“ zu ihrem Titel gekommen sein könnte. Ein Gastbeitrag.
Mal sechshundert Quadratmeter auf einer Buchseite, mal vierhundertfünfzig Quadratzentimeter: Wie die Reproduktion von Gemälden in Büchern unsere Wahrnehmung verändert.
Als Walter Benjamin 1924 nach Capri kam, stellte die Begegnung mit der süditalienischen Kultur die Weichen für seine künftige Arbeit. Ein Gastbeitrag.
Albert Cohens autobiographisches Buch „Ô vous, frères humains“ erscheint endlich auf Deutsch. Was bedeutet es für unser Verständnis von Antisemitismus?
Ein Regisseur als „missing link“ zwischen den Epochen: Der britische Musikjournalist Ian Penman nähert sich Rainer Werner Fassbinder in Notaten.
Mann von irgendwo, Reisender und Fremdling auf Erden: Julien Green war ein Solitär der französischen Literatur. Nun hat Wolfgang Matz seinen Roman „Treibgut“ neu übersetzt.