Unter Tränen
Angela Merkel will den Fall Christian von Boetticher nutzen, um ihre Prinzipientreue zu beweisen. Anstatt das Privatleben ihres Spitzenkandidaten zu schützen, statuiert sie ein Exempel am falschen Ort.
Angela Merkel will den Fall Christian von Boetticher nutzen, um ihre Prinzipientreue zu beweisen. Anstatt das Privatleben ihres Spitzenkandidaten zu schützen, statuiert sie ein Exempel am falschen Ort.
Angela Merkel hatte viel Aufwand getrieben, um ihrer Partei die neuen Sitten zu lehren. Mit Tausenden von Unterschriften machte die Wissenschaft gegen die Zwei-Körper-Theorie der Kanzlerin Front. Aber die blieb hart, erklärte, sie ...
Wenn Medien in Echtzeit agieren, verstellen sie den Blick auf das, was sie erklären sollen. Sie werden zu sinnlosen Meldungsautomaten. Die Berichte zur Börse sind das beste Beispiel.
Martin Heidingsfelder gründete „Vroniplag“, und er suchte die Öffentlichkeit. Anfangs sollte es nur um die Plagiate gehen. Doch am Ende steht er im Mittelpunkt - und die Community gegen ihn.
Seinem großen Ziel, der Nachwelt in Erinnerung zu bleiben, ist Martin Heidingsfelder in den vergangenen Wochen ein ganzes Stück näher gekommen. Kürzlich noch war er Goalgetter, ein Pseudonym ohne Gesicht, der Mann, der Ende März ...
Aufgescheucht durch eine Recherche der "Bild", hat sich der bis dato anonyme Gründer der Plattform "Vroniplag" gegenüber "Spiegel Online" offenbart: Martin Heidingsfelder heißt er, ist Programmierer und leitet das Marktforschungsunternehmen ...
Wiesbaden / Freiburg (lhe). Sogenannte Ehrenmorde werden in Deutschland vor allem von Zuwanderern begangen, die niedrig qualifiziert und wenig gebildet sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches ...
nem romantisch-verklärten Journalistenthriller stammen: Der junge Reporter steht in der Türkei an der Grenze nach Syrien und sagt seinem Chef, der in Hamburg am Schreibtisch sitzt, er gehe da jetzt rein.
Dieser Film hinterlässt Ratlosigkeit: Lutz Hachmeister zeigt in seiner Dokumentation „Sozialdemokraten - 18 Monate unter Genossen“ unfreiwillig, was den Berliner Politikbetrieb vom Rest des Landes trennt.
HAMBURG, 24. Juli (dpa). Es wird ernst für die ehemaligen Vorstände der krisengeschüttelten HSH Nordbank: Die Hamburger Staatsanwaltschaft will nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Anklage wegen Untreue erheben.
Eine Explosion und ihre Interpreten: Die Fernsehberichterstattung erwies sich einmal mehr als verheerende Kombination aus dem Zwang, Inhalte zu produzieren, und dem Wunsch des Publikums nach unmittelbaren Antworten.
E-Books verkaufen sich in Deutschland schleppend, denn sie haben ihre Wandlung zu einem sozialen Ereignis noch lange nicht vollzogen. Das restriktive Rechtemanagement der Verlage legt die elektronischen Bücher in "digitale Handschellen"; sie verfehlen so die Erwartungen der Leserschaft.
Braucht es das Internet und mobile Apps, um sportlich auf Touren zu kommen? Eine gemäßigte Gegenrede zum Blogbeitrag von Teresa Maria Bücker.
Der Tod mag unumgänglich sein - wie man der Toten gedenkt und ihr Werk am Leben erhält, ist dagegen ganz Sache derer, die sich darum kümmern. Vergessen ist kein Schicksal, bleibende Erinnerung ist möglich, und solange das Internet läuft, ist es kaum schlechter als gemeisselter Stein.
Brauchen wir Netzbürger unbedingt einen Club von Campaneros zur Interessensvertretung? Der Versuch von Markus Beckedahl, der digitalen Gesellschaft eine Stimme zu geben, stößt in der Netzöffentlichkeit jedenfalls nicht nur auf Gegenliebe.
Kommentare in Online-Medien sind nicht immer die reine Freude. Aber abzüglich einer variablen Idiotenquote bleiben die Lesermeinungen unter dem Strich doch ein Gewinn.
Das Netz hat zu Guttenberg nicht gestürzt, aber einen massiven Stolperstein geliefert. Via Facebook formiert sich nun auch die Fankurve des Ex-Ministers - aber sie kriegt ihre PS nicht auf die Straße.
Man muss den traurigen Realitäten ins Auge schauen: In Nordafrika ist man offensichtlich nicht mehr bereit, sich den freundlichen Empfehlungen für das Gemeinwohl unterzuordnen, die bislang von den Eliten so treusorgend ersonnen wurden. Natürlich werden jetzt überall die Islamisten an die Macht kommen und dem gerechten Krieg gegen den Terror mit irgendwelchen demokratischen Menschenrechtsforderungen behindern, aber noch schlimmer ist die Vorstellung, sie könnten eventuell auch manche europäische Habenichtse auf die Idee bringen, freche Forderungen zu stellen.
Kaum ein Begriff, den man in besseren Kreisen oftmals bemüht, ist so überbewertet und mit falscher Bedeutung überfrachtet wie "Weltstadt". Stadt ist in Ordnung, wenn sie sauber ist, und südlich des Mains liegt, aber bitteschön: Welt? Von welcher Welt reden wir? Von dieser Welt mit ungarischen Nazis und Bürgerkriegen, mit Finanzkrisen und globalem Elend? Diese Welt soll eine Stadt definieren? Schlimme Vorstelling, das.
Endlich nur noch Werbung, die den User auch wirklich interessiert - das versprechen die Online-Werber schon seit Jahren. Aber trotz Targeting, Tracking und Profiling regiert doch zumeist noch das Prinzip Gießkanne.
Frauen sind auf Internet-Konferenzen so selten wie der sibirische Tiger, denn ihr Fell scheint interessanter als ihr Knurren. Für eine gemeinsame Sprache braucht es jedoch nicht mehr Wissen über Technik, sondern einen Crash-Kurs in modernem Leben.
Medienpolitik muss in der digitalen Gesellschaft Strukturen für Kinder zu schaffen, die sie dabei unterstützen ihr Wissen zu mehren. Der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag hingegen legt offen, dass Erwachsene den Log-in für die Welt der Kinder längst verloren haben. Der Staatsvertrag schützt lediglich das Befinden des guten Gewissens von erwachsenen Medienmachern.
Anstatt sich relevanten geschlechterpolitischen Themen zu widmen, biss sich eine inhaltsarme Debatte an den Kontrahentinnen Schröder und Schwarzer die Zähne aus. Das hat den Begriff des Feminismus nicht verbraucht. Im Gegenteil: der "Feminismus 2.0" beginnt in diesem Moment.
Direkt nach Modeln ist der begehrteste Beruf aller Deutschen zwischen zehn und vierzig: Kabelschleppen beim WDR. Denn wenn man erst einmal ein Bein drin hat, dann ist man ganz nah am Nirwana der deutschen Geisteselite, dem Job, aus dem die Träume sind: Was mit Medien.
Worin es der Autor mit eynem Expertiten und es der Expertite mit eynem ungnädigen Haus=Verwalter fürtrefflich zu thun bekömmet.
Glücksspiel, Drogen und Prostitution sind die drei Verhaltensweisen, die im bürgerlichen Rahmen anbsolut nicht zu akzeptieren sind. Oder besser: Nicht zu akzeptieren wagen. Gerade das Glücksspiel jedoch hat inzwischen Karriere gemacht, es glotzt von Werbebanden und schreit aus der Glotze. Höchste Zeit, ihm zu sagen, dass es einem nicht vorgestellt wurde, und auch nicht erwünscht ist.
Schlummern tuth es nie, das Netz und so declarirt das Gesetz, dasz der Mensch soll sein gehetzt. Doch der Mensch hat nur zwei Händ‘, zwei Ohren und zwei Äugelein. So sieht er nur ein tausendstel von all den Online-Sauerein. Und siehe da! Er steht auf und proclamieret: Ich bin süchtig. Dabei ist er nur frusthrieret.
Denken wir Sarrazin ruhig mal zu Ende. Und zwar weg von den Migranten, Hartz-IVern und anderen, auf die man gerne zeigt. Reden wir über uns, die Klugen, Reichen und Gebildeten mit dem tollen Genmaterial in den schönen Häusern. Von uns, heisst es indirekt, sollte es mehr geben. Wir sind die einzigen, die das machen könnten. Und wenn wir diesem Herrn recht geben würden, müssten wir eigentlich jetzt sofort damit anfangen.
Haben Sie sich nie gewundert, warum neben besseren Vierteln niemals Militärflughäfen, Giftmülldeponien, Autobahnen, petrochemische Werke und besonders keine Kernkraftwerke stehen? Ich muss zugeben, dass ich mir darüber auch noch nie Gedanken gemacht habe. Aber aufgrund eines Missgeschicks bem Radeln über idyllische Almwiesen geht mein Hirn gerade so schnell wie das Entziffern englischsprachiger Promiberichte bei manchen Mitarbeitern von Spiegel Online, und in diesem traurigen Zusatnd fallen mir sehr komische Fragen ein.
Erstaunlicherweise gilt Bildung nicht nur als Tugend, sondern auch als beständiger Wert gegen die Unwägbarkeiten der Zeitläufe. Investitionen in Bildung gehören untrennbar zu jeder politischen Sonntgagsrede, aber heute ist Dienstag, und da sei es erlaubt, ein paar kritische Gedanken über den Realwert der angeblichen Wissenschätze vorzutragen.
Früher galt Fleischverzehr als Privileg der Reichen und Adligen, heute ist Kadaver nicht mehr unbegrenzt erwünscht. Es gibt einen Trend zum Vegetarismus. Aber wie alle schlechten Eigenschaften der Reichen ist auch das Fleisch ein willkommener Anlass weniger Bevorzugter, in oberschichtlichen Marotten zu posieren.
Dem ZDF missfällt ein Werbeengagement der Sportmoderatorin. Die entschuldigt sich, beendet ihre Tätigkeit für eine Molkerei, verheddert sich aber in Widersprüchen.