Der Countdown läuft
Während bei Maybrit Illner nicht viel Spannendes passiert, berichten die amerikanischen Medien über eine nie dagewesene Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Der Countdown läuft für Trump und gegen Biden.
Während bei Maybrit Illner nicht viel Spannendes passiert, berichten die amerikanischen Medien über eine nie dagewesene Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen: Der Countdown läuft für Trump und gegen Biden.
Sahra Wagenknecht legte vor, ihre Ko-Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali bei „Maybrit Illner“ nach: Mit der AfD teilt das BSW die Auffassung, der Ukrainekrieg müsse enden – auch zu Putins Bedingungen. Und es gibt weitere Überschneidungen.
Schön erklären reicht nicht: Bei Maybrit Illner liefern sich Friedrich Merz und Robert Habeck ein Rededuell, bei dem der CDU-Vorsitzende ein Handlungsdefizit beim Wirtschaftsminister ausfindig macht. Eine brachiale Vorführung
Bei Maybrit Illner verurteilt man einhellig den Antisemitismus bei propalästinensischen Protesten. Das ist löblich, aber wenig aufschlussreich.
Militärische Stärke und Diplomatie sind keine Gegensätze: Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil mühte sich bei Maybrit Illner, der Einfrier-Vokabel Rolf Mützenichs doch noch etwas abzugewinnen.
Zwei Vertreter der sogenannten etablierten Parteien, zwei Vertreterinnen sogenannter Populisten oder von etwas Schlimmerem: Geballte Talkshow-Erfahrung traf im ZDF aufeinander. Und produzierte vor allem Geschnatter.
Bei Maybrit Illner spricht sich auch Friedrich Merz für Neuwahlen aus, erhebt also Anspruch auf die Kanzlerschaft. Was genau er will, sagt er aber nicht. Nur was die anderen nicht können.
Der Migrationsdruck auf den Gesellschaftskessel steigt. Bei Maybrit Illner wird deutlich: Der Verweis auf europäische Regelungen und mittelfristige Verbesserungen hilft nicht weiter, um vor die Welle rechtspopulistischer Wahlsiege zu kommen.
Bei Maybrit Illner wünscht sich Finanzminister Christian Lindner mehr Toleranz für Dissens, nachdem lange zu wenige Unterschiede sichtbar waren. Dann bemüht er sich erfolglos, den Eindruck einer Chaos-Regierung zu zerstreuen.
Die Influencerin Leonie Plaar behauptet, die Unschuldsvermutung sei „nur ein juristischer Begriff“, während die Politikwissenschaftlerin Düzen Tekkal darauf beharrt, dass Sprache und Lebenswirklichkeit zwei Paar Schuhe sind.
Die Repräsentationslücke wird geschlossen, der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland sitzt mal wieder in einer Talkshow. Bei Maybrit Illner plädiert er – mitten im Krieg – für ein starkes Russland.
Weissage uns die militärische Zukunft: Während Sigmar Gabriel wie ein Wahrsager aus entrückter Sphäre agierte, gab es bei Maybrit Illner entsetzliche Nachrichten zur erwarteten ukrainischen Offensive.
Mutet die Ampelkoalition sich zu viel zu, wenn sie in der Flüchtlingspolitik Einigkeit zeigen will? Stephan Weil entzog sich diesem Dilemma bei „Maybrit Illner“ pragmatisch und empfahl sich als Stellvertreter des Bundeskanzlers.
Die blockierte Kommunikation der „Letzten Generation“: Bei Maybrit Illner wurde Luisa Neubauer mit den Falschen in einen Topf geworfen. Ein philosophisches Buch geriet zum Stein des Anstoßes.
Maybrit Illner diskutiert mit ihren Gästen über die geplante Frühjahrsoffensive der Ukraine und die Bedeutung deutscher Munitionslieferungen. Auffällig dabei ist, was alles unbeantwortet bleibt oder Spekulationen auslöst.
Seit ChatGPT wird über die Fähigkeiten von Künstlicher Intelligenz debattiert und werden Regeln gefordert. Erwächst da ein Werkzeug, das wir nicht mehr kontrollieren können? Das fragen sich auch die Gäste von Maybrit Illner.
Wer von FDP, SPD und Grünen musste denn nun Federn lassen im Koalitionsausschuss? Bei Maybrit Illner konnten die Probleme in der Ampel tiefenpsychologisch aufgearbeitet werden. Am Ende des Tages aber ist ja sowieso der Bürger schuld!
Boris Palmer hatte die Streichhölzer im Hotel gelassen. Im Gespräch über die Flüchtlingspolitik bei Maybrit Illner wurde nicht gezündelt und kaum gestritten.
Kann er kommunizieren oder kann er es nicht? Kritische Nachfragen erlebt Olaf Scholz als Bedrohung seiner Psychohygiene. Da bleibt er lieber ganz bei sich. Bei Maybrit Illner war der Kanzler in Einzelsitzung zu Gast.
Wenn es nach der Talkrunde von Maybrit Illner geht, ja: Hier wird gelassen und unterhaltsam über Wohlstandssicherung diskutiert und gefragt, wie wichtig sie überhaupt ist.
Aber bitte keine Alleingänge: Deutschland wird Schützenpanzer in die Ukraine liefern. Ob bald Kampfpanzer folgen könnten, diskutierte Maybrit Illner mit ihren Gästen.
Bei Maybrit Illner erhielt der Philosoph Julian Nida-Rümelin den Zuschlag fürs Große und Ganze. An seinem Auftritt macht sich die Teilhabe-Psychologie der Talkshow fest.
Wie groß ist das Vertrauen der Bürger in die Regierung? Diese Frage diskutierte Maybrit Illner mit ihren Gästen Vizekanzler Robert Habeck und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Ausgerechnet Letzterer lieferte Antworten.
Bei Maybrit Illner soll die Frage beantwortet werden, ob Deutschland durch Krieg und Krise überfordert ist. Wie es um Deutschland steht, wird nicht ganz klar, wohl aber, dass die Fragestellung das Format überfordert.
Putin ist nicht irrational: Bei „Maybrit Illner“ machte die SPD keine gute Figur, auch wenn Lars Klingbeil sich in der Kunst des hochtrabenden Drumherumredens bewährte.
Schlechte Scherze und hektische Fragen: In ihrer Sendung zur Energiekrise lässt Maybrit Illner ausgerechnet die einzige echte Expertin nicht ausreden. Die missglückte Sendung mit Jens Spahn und Hubertus Heil erlebt zum Schluss den passenden Höhepunkt.
Bei Maybrit Illner stellt sich Bundeskanzler Olaf Scholz den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Doch Ukrainekrieg, Klimawandel, steigende Energiekosten und Absturzangst sind zu viel für eine einzige Sendung.
Werden wir an der Katastrophe knapp vorbeischrammen oder mitten in sie hineinsteuern? Nach Ausrufung des Gas-Alarms flossen bei Maybrit Illner Fakten und Befürchtungen zusammen.
Schauen russische Diplomaten deutsche Talkshows, um Putin über die Lage an der hiesigen Meinungsfront zu unterrichten? Wenn ja, dürften ihnen die Zweifel an unserem Durchhaltevermögen, die bei „Maybrit Illner“ laut wurden, gefallen haben.
Bei Maybrit Illner stehen die Waffenlieferungen nicht zur Disposition. Sogar Gregor Gysi ist dafür, solange sie nicht aus Deutschland kommen. Auch bei den anderen Themen herrscht traute Einigkeit.
Bei Maybrit Illner ist man sich weitgehend einig, dass Frieden aktuell mit Waffen geschaffen werden muss. Der Offene-Brief-Unterzeichner Ranga Yogeshwar stört die Einigkeit ein bisschen, aber sehr friedlich.
Bei Maybrit Illner ging es kaum noch um Krieg und Frieden, sondern um die Trägheit des Kanzlers und ein paar wichtige Vokabeln: zum Beispiel „Verhandlungstisch“ und „ertüchtigen“.
Vier wohlständige Herren diskutieren besserwisserisch über die Lage der Ukraine. Eine geflüchtete ukrainische Kulturschaffende sitzt als moralische Anstandsdame dabei. Bericht von einem zweifelhaften Talkrundenabend.
Je dürftiger die Informationslage, desto entschiedener das Urteil: Der narrative Betrieb rund um das Kriegsgeschehen lässt die Talkrunde bei Maybrit Illner zur frei schwebenden Redekur werden.
Maybrit Illner hat Corona, Theo Koll sprang ein. Auch sonst überraschte die Sendung: Die Gäste verkniffen sich rhetorische Schneidigkeit und Betroffenheitslyrik. Stattdessen wurde die frustrierende Komplexität der Lage ausgeleuchtet.
Christian Lindner und Annalena Baerbock zeigten uns Zuschauern gestern Abend bei Maybrit Illner ihr herzliches Einvernehmen: Wir waren fast schon gerührt. Norbert Röttgen dokumentierte dagegen das Elend der CDU.