Wenn Geister aufeinanderplatzen
Zensurpraktiken in der Reformation – ein Blick in den Spiegel.
Hinter der Alkoholdebatte steht ein verkürzter Gesundheitsbegriff. Das wusste schon Luther: „Ich fresse wie ein Böhme und saufe wie ein Deutscher, das sei Gott gedankt. Amen.“
Zensurpraktiken in der Reformation – ein Blick in den Spiegel.
Kommunisten, Nazis und Bundespräsidenten beriefen sich auf sie: Die Bauernkrieger von 1524/25 gelten fast allen Deutschen als Helden. Was, wenn sie gar nicht so heldenhaft waren – und gar nicht so deutsch?
Als Albrecht Dürer 1520 nach Antwerpen und Brüssel reiste, sah er dort wunderbare Importobjekte, die er für seine Sammlung erwarb, aber nicht für seine Bildproduktion nutzte. So lehrt uns ein verschwenderisch begabter Meister den ökonomischen Umgang mit den Dingen: Dankesrede zum Einhard-Preis.
Was Luther und auch Paulus über den Tod sagten, ist der Theologie fast schon lästig geworden. Jetzt sieht sie sich durch ein Interview des Altachtundsechzigers Rainer Langhans herausgefordert.
Die kostbarste Gabe der Erde: Wein war jahrtausendelang ein Kulturgut und hochgeschätzter Genussgarant. Warum wird er plötzlich als Teufelszeug verdammt? Ein Plädoyer gegen neumodischen Prohibitionsfanatismus.
Schluss mit der Romantik, jetzt kommt die Theologie: Im Horrorfilm „Heretic“ spielt Hugh Grant einen finsteren Machtmenschen. Die Rolle ist ein Geschenk. Nicht nur für ihn. Eine Begegnung.
Migranten hätten ein höheres Gewaltpotential, schuld am Klimawandel sei das Bevölkerungswachstum außerhalb Europas – und Merkel verantworte den Aufstieg der AfD: In Berlin hat Thilo Sarrazin sein neues Buch vorgestellt.
Die Kirche hat ein eigenes Strafrecht: Heute gilt diese katholische Tradition als Skandal. Der Missbrauchsprävention hat der evangelische Verzicht darauf allerdings auch nicht geholfen. Die Essener Gespräche loten das Dilemma aus.
Provokation durch Selbstbezug: Mit dem „Lob der Torheit“ rief Erasmus von Rotterdam die Cancel-Kultur seiner Zeit auf den Plan.
Der Begriff der Nation ging ihm nicht so leicht von der Zunge: Heinz Thomas hielt sich an die Tatsachen und las Quellen genau. Im Alter von 88 Jahren ist der Bonner Historiker gestorben.
Von den Merseburger Zaubersprüchen zu den Schrecken des Zweiten Weltkriegs: Dieses Gedicht handelt von Kindheitswunden und den heilenden Kräften der Poesie.
Das Deutsche scheint die sprachliche Wiedergabe von Zahlen besonders schwierig zu machen. Woher kommt das und kann oder sollte man das ändern?
Im Westen wie im Osten des geteilten Deutschlands dominierte lange ein Bild der ersten Republik, das von dem Wunsch nach Abgrenzung geprägt war – freilich mit jeweils anderen Vorzeichen. Heute ist die Erinnerung an Weimar bedrängender denn je. Ein Gastbeitrag.
Manch einer glaubt, die evangelische Kirche verliert viele Mitglieder, weil sie sich oft einseitig politisch positioniert. Stimmt das?
Nicht die Kirche, sondern Staat und Gesellschaft waren es, die ein genuines Interesse an der akademischen Theologie besaßen. Noch heute hat sie mehr denn je ein Existenzrecht an der Universität. Ein Gastbeitrag.
Sieben Anwohner klagen gegen die Umbenennung der Mohrenstraße in Berlin-Mitte. Unter ihnen der Historiker Götz Aly. Sie sehen ihre Argumente ignoriert. Das Gericht folgt ihnen nicht.
Kaum einer kann hohe moralische Standards immer selbst einhalten, aber sollte man sie deshalb gar nicht erst vertreten? Psychologen haben darauf eine klare Antwort.
Warum die „Judensau“ von Wittenberg nicht entfernt werden darf: Über deutsche Erinnerungskultur und eine aktuelle Debatte. Ein Gastbeitrag.
Einem Reformator ins Glas und Dichtern über die Schulter schauen: Bei den Auktionen von Handschriften, Büchern und Drucken bei Stargardt, Venator & Hanstein und Koller gibt es für Sammler wieder viel zu entdecken.
Wer Hugo Ball, den Initiator des Dadaismus, zum Antisemiten abstempelt, wird ihm nicht gerecht. Sein Fall zeigt: Wir können unsere kulturelle Vergangenheit weder umerziehen noch durch Verwerfungsgesten abschütteln. Ein Gastbeitrag.
Scholz verteidigt Bürgergeld +++ Steinmeiers Grundsatzrede +++ Rituale als Event +++ Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments +++ Kolonialismusdebatte
Nützlicher Völkerhass? +++ Martin Luthers Übersetzung des Neuen Testaments +++ Eventkirchen +++ Finanzierung Parteistiftungen +++ Termin Kohleausstieg
Martin Luthers vollständige deutsche Übersetzung des Neuen Testaments war längst nicht die erste – aber die bei Weitem wirkmächtigste. Dafür bürgte allein die Höhe der Auflagen. Ein Gastbeitrag.
Hier steht kein Luther und kann nicht anders: Beim Synodalen Weg geht es um die Signalwirkung. Die Reformen selbst können bis zum Sankt Nimmerleinstag dauern. Bis dahin brummt der nationalkirchliche Apparat.
Gelobt sei das Schisma: Heinz Schilling schreibt in einem neuen Buch weiter an seiner großen Erzählung von der modernisierenden Kraft der neuzeitlichen Kirchen.
Den amerikanischen Kongress hat Wolodymyr Selenskyj beeindruckt. Die Presse verharrt im Grabenkampf. Das jämmerlichste Bild gibt der Sender Fox News ab.
Es muss nicht gleich ein Apfelbäumchen sein, es gibt noch andere Möglichkeiten, ein Symbol der Solidarität oder des Friedens zu pflanzen, aktuell bevorzugt in Blau-Gelb.
Essen und Trinken hielt schon die Reformation zusammen. Da wird das doch auch heute noch taugen: Jena betreibt zum Jubiläum von Luthers Besuch im Jahr 1522 neue Traditionspflege.
Das Haus der Wannseekonferenz, wo die Nazis 1942 den Holocaust planten, wurde erst 1992 zur Gedenkstätte. Vor allem die SPD war dagegen – das Haus wurde als Landschulheim genutzt.
Zweitausendmal Erfolg, trotzdem anonym: Lübeck stellt den bisher fast unbekannten Cranach-Schüler Hans Kemmer als eigenständigen Maler vor.
Martin Luthers Urteil, die Priesterweihe befestige „alle Ungeheuerlichkeiten“, hat in der jüngsten Kirchengeschichte eine geradezu erschütternde Bestätigung gefunden.
Er galt als „Vergil der Musik". Auch für Martin Luther war er der Größte: Vor fünfhundert Jahren starb der Komponist Josquin Desprez. Das Festival „Laus polyphoniae“ feiert ihn mit einer eigenen Ausgabe.
Diese Strahlkraft verspricht einen Platz im Himmel: Markus Kleinert führt durch fünfhundert Jahre der Verwendung des Begriffs Verklärung.
Worms im Jahr 1521: Ein Mönch erschüttert die alte Ordnung. Lukas Bärfuss beschreibt in seinem neuen Theaterstück „Luther“ eine Welt im brutalen Umbruch.
Ob ein umstrittenes Kirchenfenster in Hannover wirklich eingebaut wird, muss noch ein Gericht entscheiden. Künstler Lüpertz und Stifter Gerhard Schröder haben sich das fertige Werk vorsorglich schon einmal angesehen – und sind zufrieden mit sich.
Die Nibelungen-Festspiele sollen im Juli stattfinden. Das hat der Intendant Nico Hofmann fest vor. Die Proben sind im Gange. Hofmann nennt auch schon prominente Namen der Besetzung. Sunnyi Melles spielt einen Papst.