Das Geräusch, das dem Beben vorausgeht
Italien im Jahr der Erdbeben, als Hunderte Menschen starben: In ihrem Roman „Rombo“ wagt sich Esther Kinsky an eine seismische Erinnerungsfotografie.
Italien im Jahr der Erdbeben, als Hunderte Menschen starben: In ihrem Roman „Rombo“ wagt sich Esther Kinsky an eine seismische Erinnerungsfotografie.
Wie viele Dichter schreibt sie mit mehreren Sinnen zugleich, aber am wichtigsten sind ihr Neben-, Hinter- und Widersinn: Der amerikanischen Lyrikerin Mary Ruefle zum Siebzigsten.
Uwe Kolb analysiert das Gedicht „Buchzeichen“ von Klaus Merz.
Lyrik des Anthropozäns: Der Dichter Mikael Vogel macht seinem Namen alle Ehre und gibt den Tieren das Wort zurück, das ihnen die Menschen bei der Eroberung der Welt mit den Fluchtwegen abschnitten.
Kultur ist das Einzige, was die Menschen daran hindert, einander abzuknallen: Der ukrainische Schriftsteller Sergej Gerassimow ist im beschossenen Charkiw geblieben. Ein Gespräch über das Leben im Krieg und russische Literatur.
Er war ein Schöngeist mit dem Willen, sich einzumischen, sobald es um seine Heimatstadt ging: Jetzt ist Thomas Rosenlöcher in Dresden gestorben.
Ein Genuss, doch auffallend ist der Mangel an einem weiblichen lyrischen Ich: Ulrich Tukur und Christian Redl lesen Lieblingsgedichte. Das verrät auch viel über die Interpreten selbst.
Er ist der Fixstern der deutschsprachigen Literatur des Banats: Zum siebzigsten Geburtstag des Schriftstellers Richard Wagner.
Die Hersteller von Fernsehgeräten werben mit neuen technischen Ideen, verpackt in kryptische Kürzelsprache. Was bedeuten sie im Detail? Wir sortieren die Botschaften.
Er jonglierte mit Silben und Sätzen und wurde zum Wegbereiter einer ganzen Generation: Jetzt ist der Dichter Franz Mon mit 95 Jahren gestorben.
Ein exemplarischer Fall für jene, die ihre Eltern in der alten Heimat zurückließen: Was den jiddischen Schriftsteller Salman Schneur zum Schreiben treibt.
Georgi Gospodinov schreibt mit seinem Roman „Zeitzuflucht“ ein erschreckend zeitgemäßes Buch über die Sucht nach Geschichtsklitterung.
Harmonie ist ihm verdächtig: Dieser Autor verstimmt seine Klaviere, bevor er darauf spielt und unterläuft Lesegewohnheiten mit Leichtigkeit. Dem Schriftsteller Bora Ćosić zum Neunzigsten.
Oleksiy Breus war als junger Atom-Ingenieur bei der Explosion in Tschernobyl im Reaktor Nummer 4 der letzte Mann im Kontrollraum. Was heißt es, jetzt in Kiew abermals in tödlicher Gefahr gewesen zu sein? Ein Gastbeitrag.
Herrliche Untergänge: Die Red Hot Chili Peppers haben mit „Unlimited Love“ ihr melancholischstes Album aufgenommen. Dessen musikalische Revue überrascht unter anderem mit Retro-Surfsounds.
Auf dem ersten Platz der viermal im Jahr zusammengestellten Bestenliste liegt Damon Galguts südafrikanischer Roman „Das Versprechen“. Es folgt Prosa aus aller Welt und Lyrik aus China und Chile.
Fremdenhass und Zivilisationsmüdigkeit: Der Rias-Kammerchor bringt das Oratorium „Die Vertreibung des Ismael“ von Jüri Reinvere zur fulminanten Uraufführung.
Wie muss das Herz eines großen Heerführers beschaffen sein? Ein Dichter, der seinen Lebensunterhalt als Söldner verdiente und auf dem Schlachtfeld starb, hat dazu seine eigenen Ansichten.
Nach einem Jahrhundert endlich wiederaufgelegt und glänzend kommentiert: Oskar Loerkes Roman „Der Oger“.
In Russland hat man sich nicht wirklich bemüht, Geschichte und Kultur der Ukraine zu studieren. Man pflegte ein hegemoniales Verhältnis. Ein Gespräch mit dem ukrainischen Literaturwissenschaftler Petro Rychlo.
Auch in Czernowitz in der Westukraine kommt der Krieg immer näher. Doch der Kulturkrieg ist schon seit Jahren da. Die Ukrainer trennen sich von den Resten der russischen Welt.
Was lesen, sehen, hören Sie gerade? Was nervt Sie? Autor Tomer Gardi beantwortet unsere vier Fragen und erzählt von seinen ganz speziellen Ängsten
Lesen für die Ukraine: Neue Reihe der Klassik Stiftung Weimar
Nach der Pandemie wollen die Bengalen wieder ihrer großen Liebe frönen: dem Vortrag und Austausch von Gedichten.
Prosaische Gemüter haben für Gedichte wenig übrig: Dabei lohnt sich der Blick auf Verse, die so durchdacht sind wie Zeichnungen eines Ingenieurs.
Von Judith bis zu den Inglourious Basterds – die neue Schau im Frankfurter Jüdischen Museum befasst sich mit der dunklen Seite der Gerechtigkeit: der Rache. Davon kann man sogar vor Ort kosten.
Das Theater Regensburg bringt die dystopische Opernfarce „Wir“ des Russen Anton Lubchenko heraus. Das Werk klingt wie ein Kommentar zu Putins System und seinem Krieg in der Ukraine.
Auch in ihrem lang erwarteten neuen Roman schreibt Berit Glanz weiter vom schöpferischen Austausch zwischen analogem und digitalen Leben: „Automaton“
Ein schmales und doch großes Buch: Hamid Ismailov erzählt in „Wunderkind Erjan“ einfach, aber kunstvoll über eine Kindheit im Atomtestgebiet Kasachstans.
Autor Seep Jakobs blickt für Schülergeschichten in die Siebziger zurück. Leser, die jene Tage erlebt haben, merken bald: Diese Zeit ist nicht wirklich vergangen. Sie lebt in ihnen.
Pier Paolo Pasolini wandte sich Zeit seines Lebens gegen die intellektuelle Verachtung des Sports. Ein Buch zu seinem 100. Geburtstag zeigt den Regisseur als Fan und Fußballphilosophen.
Zwei Brüder sollen ihre ältere Schwester getötet haben, weil sie mit ihrer Lebensführung nicht einverstanden waren. Den Leichnam schafften sie in einem Koffer fort.
In Krisenzeiten kann Mehrsprachigkeit missbraucht und falsch ausgelegt werden. Die Literatur der Ukraine verdankt einiges der Vielsprachigkeit. Dies ist ein großer gesellschaftlicher Gewinn.
Im neuen Videospiel „Horizon Forbidden West“ schlägt sich eine einsame Kämpferin durch eine postapokalyptische Welt. Dort gibt es viel Natur – und die romantischen Ruinen einer untergegangenen Kultur.
Alexej Porvin ist ein junger Lyriker aus Sankt Petersburg, der seit vielen Jahren an einer poetischen Reflexion des Russland-Ukraine-Konflikts arbeitet.