Von der schwarzen Nacktschnecke überholt
Doris Runges Lyrikband „die schönsten versprechen“ spricht vom Abschied und schlägt Charon ein Schnippchen.
Doris Runges Lyrikband „die schönsten versprechen“ spricht vom Abschied und schlägt Charon ein Schnippchen.
Auf dem Matzleinsdorfer Friedhof kann man Gräber mieten – um Obst und Gemüse anzubauen. Inzwischen ähneln 20 der 8600 Grabflächen einem Mini-Gemüsegarten.
Über Leib, Seele und Verlorene: Hans-Ulrich Treichel wurde mit seinem Roman „Der Verlorene“ über seinen 1945 in den Kriegswirren verschwundenen Bruder bekannt. Nun wird der Schriftsteller und Literaturlehrer siebzig Jahre alt.
Persönliches Erleben und Politik liegen bei ihr nie weit auseinander: Die französische Rabbinerin Delphine Horvilleur erzählt von eindringlichen Erfahrungen mit dem Sterben und dem Tod.
Vor siebzig Jahren fielen fünf jiddische Schriftsteller dem antisemitischen Furor Stalins zum Opfer. Einer von ihnen war Dovid Hofstein. So mancher seiner Texte erlangt durch die aktuellen Ereignisse neue Dringlichkeit. Ein Gastbeitrag.
Schicksal einer Exilantin: Verse über eine Rückkehr in das zerstörte Berlin nach dem Ende der NS-Diktatur, Verse über eine fremd gewordene Heimat.
Senthuran Varatharajahs provozierend brillanter Roman „Rot (Hunger)“ erzählt von Liebe und Kannibalismus. Auch wenn der Autor tatsächlich bis ins brutale Detail geht: die literarische Extremerfahrung lohnt sich.
Mit „The Sound of Musik“ wollte Falco sich neu erfinden, weg von den alten Klischees. Der Song erschafft ein neues, faszinierendes Sounduniversum, doch in die Zukunft wies er für Johann Hölzel nicht.
Otfried Preußler schuf mit „Krabat“ und dem „Räuber Hotzenplotz“ Figuren des kulturellen Gedächtnisses. Der Literaturforscher Carsten Gansel nähert sich dem Schriftsteller in einer Biographie. Leider trübt die Nähe den Blick auf sehr schwierige historische Hintergründe.
Bernd Loebe hat in Erl die Opernrarität „Le roi Arthus“ von Ernest Chausson aufs Programm gesetzt. Titus Engel dirigiert Brahms nach historischem Aufführungsmaterial. Man hört und staunt.
Gesungen wird bei der „Walküre“ in Bayreuth hinreißend, nur die Regie wird immer wirrer. Doch die Aufführung überschattet ein Unfall des Sängers Tomasz Konieczny.
Rückblick auf eine poetische Jugend: Rüdiger Görners frühe Gedichte sind versammelt in dem Band „Dichterlos“.
Tanz in der Lagune: Wayne McGregor öffnet der Biennale Danza künstliche Räume und neue Perspektiven. Da gibt es virtuelle Tänzer und echte. Zuschauer bekommen eine Helmbrille.
Seit der Amtseinführungszeremonie für Joe Biden ist sie der poetische Liebling nicht nur der Amerikaner: Nun erscheint ein dicker Gedichtband der erst vierundzwanzigjährigen Amanda Gorman.
Wer sich umschaut an den hiesigen Grundschulen, sieht unglaubliche Erfolgsgeschichten. Warum es essenziell ist viel Geld und Zeit in die staatlichen Grundschulen zu stecken.
Volha Hapeyeva schreibt, was sie liest, hört, sieht und was sie nervt.
Ein Hang zur „Beschlagnahmung der Existenzen durch die Politik“: In einem viel diskutierten Buch geht die Philosophin Bérénice Levet mit den französischen Grünen hart ins Gericht.
Wenn begnadete Ruinenmaler auf Komponisten treffen: Das Mémorial de Verdun zeigt mit „Grabenkunst“ seine erste Schau.
Der Krieg verwandelt die ukrainische Erinnerungskultur. Der russische Nationaldichter Puschkin wird als imperialistisch wahrgenommen. Tatsächlich blüht in den russisch besetzten Gebieten ein offiziöser Puschkin-Kult. Ein Gastbeitrag.
Vor fünfzig Jahren fand in Temeswar die „Aktionsgruppe Banat“ zusammen, um die deutschsprachige Literatur in Rumänien zu modernisieren. Ihre provozierenden Texte und Auftritte riefen die Securitate auf den Plan.
Wie stark eine Solistin den Klang eines Orchesters beeinflussen kann, zeigte Julia Fischer im Konzert mit den Bamberger Symphonikern beim Rheingau Musik Festival eindrücklich.
Sachliche Melancholie: Zum neunzigsten Geburtstag Jürgen Beckers erscheinen seine „Gesammelten Gedichte“ und der neue Band „Die Rückkehr der Gewohnheiten“
Beim Kissinger Sommer gelangen neue Lieder von Wolfgang Rihm nach Uwe Grüning zur Uraufführung, und dann wird Brahms gespielt, dass die Haare fliegen.
Christian Ebbertz macht deutschen Lesern die gesamte Lyrik der großen Dichterin Karin Boye zugänglich – ohne Schwedisch zu können.
Einerseits soll der Literaturkanon an Schulen erweitert werden, andererseits verschwinden Studiengänge für englische Literatur: In England vermengt sich interventionistische Hochschulpolitik mit den Interessen der Wirtschaft.
Botschaft an alle, die im Land des Feindes leben: Ilya Kaminskys Lyrikband „Republik der Taubheit“.
Sie schreibe voller Nachdenklichkeit und Verve, heißt es in der Begründung der Jury: Ob Lyrik oder Prosa, Marion Poschmann gehört zu den angesehensten deutschsprachigen Autoren. Jetzt wurde ihr der Berger Stadtschreiberpreis zugesprochen.
Wolfgang Matz erinnert sich in seinem schönen Bändchen „Vom Glück des poetischen Lebens“ an drei von ihm bewunderte französischsprachige Dichter.
Michel Houellebecq, der sich im deutschen Literaturbetrieb rarmacht, liest in einem Hörsaal in Münster. Gerade der akademische Rahmen der Veranstaltung dürfte ihn gereizt haben.
Klimaschutz +++ Knochen-Dünger +++Evangelische Kirche +++ Allgemeine Dientspflicht
Der ukrainische Schriftsteller und Musiker Serhij Zhadan wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Geehrt wird ein literarisches und ein humanitäres Werk.
Ein rieselnder, strömender, schlendernder Erzählfluss: Das Prosawerk „Inland“ des australischen Schriftstellers Gerald Murnane ist eine große Herausforderung.
Romane kann man nicht nur lesen, sondern auch besprechen. Das Literaturhaus Frankfurt war eines der ersten seiner Art. Jetzt feiert es 30 Jahre im Dienst an Werk und Publikum.
Pir Sultans Lyrik löste einst Aufstände im Osmanischen Reich aus. Noch heute identifizieren sich die Aleviten mit ihm. Zu Besuch beim Nachkommen des Barden in einem kleinen Bergdorf.
Nach fast einem halben Jahrhundert wird der in Frankreich zum Klassiker der Dichtkunst avancierte Band „Garder le mort“ von Jean-Louis Giovannoni erstmals ins Deutsche übersetzt.