Die Überflüssigen
Die Entlassung von Staatsbediensteten war in Griechenland bisher ein Tabu. Unter dem Druck der Umstände ist nun selbst dieser Grundsatz ins Wanken geraten.
Die Entlassung von Staatsbediensteten war in Griechenland bisher ein Tabu. Unter dem Druck der Umstände ist nun selbst dieser Grundsatz ins Wanken geraten.
Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität der französischen Banken Crédit Agricole und Société Générale wegen ihres hohen Engagements in Griechenland gesenkt. Die BNP Paribas hat unterdessen angekündigt, risikoreiche Geschäfte zurückzufahren.
Griechenland spürt immer mehr Druck, stärker als bisher zu sparen. 20.000 Bedienstete in staatlichen Unternehmen sollen entlassen werden - beim Fernsehen, der U-Bahn und den Eisenbahnen.
Merkel geht auf Distanz zu Röslers und Seehofers Spekulationen über eine Insolvenz Griechenlands. „Was wir nicht brauchen, ist Unruhe auf den Finanzmärkten.“
Bankanalysen halten einen Verbleib im Euroraum für Griechenland für vorteilhaft. Ein Austritt aus dem Euro müsste mit dem Austritt aus der EU einhergehen.
Wer in Deutschland laut über den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion nachdenkt, der wird schnell und scharf belehrt, dass es juristisch gar nicht möglich sei. Wo aber waren die Belehrer, als mit dem ersten Rettungspaket das Bail-Out-Verbot gebrochen wurde?
Die Spekulationen über eine griechische Umschuldung nehmen zu. Während die Politik weiter versucht zu beruhigen, kauft die Europäische Zentralbank wieder Anleihen. Und die Bankaktien sind die großen Verlierer.
Das griechische Finanzministerium greift im Kampf gegen die Schulden zu neuen Mitteln: Alle Berufszweige werden liberalisiert, neue Steuern erfunden. Die existieren zwar längst auf dem Papier, haben aber bisher keine Einnahmen gebracht.
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank geht von Bord. Seine Gründe sollen persönlich sein, doch das, woran er glaubte, könnte sich ohnehin überlebt haben.
Politiker der CDU haben die Aussagen Wirtschaftsminister Röslers über eine „geordnete Insolvenz“ Griechenlands zurückgewiesen. CSU-Chef Seehofer äußerte sich zufrieden, dass „diese Gedanken jetzt ausgesprochen werden“.
Der Staatsbankrott Griechenlands ist zur realen Möglichkeit geworden. Ob es dazu kommt, hängt auch vom Besuch der Experten von EU, EZB und IWF am Mittwoch ab.
Der Historiker Heinrich August Winkler über Europas Ideale, die Lehren aus früheren Krisen und die Rückständigkeit der Griechen.
Société Générale will Stellen streichen und mit Verkäufen 4 Milliarden Euro einnehmen. Doch wegen des Engagements in griechische Anleihen droht eine Herabstufung.
Die Bundesregierung ist offensichtlich nicht gewillt, sich von Griechenland länger als nötig erpressen zu lassen. Das Finanzministerium prüft Szenarien einer Staatspleite. Athen führt unterdessen eine weitere befristete Immobiliensteuer ein.
Der Präsident bekommt einen Wutanfall. Der Chefvolkswirt wirft hin. Wie konnte es mit der Europäischen Zentralbank nur so weit kommen? Chronik einer Eskalation.
Die EZB sollte so sein wie die Bundesbank, nur größer. Jetzt finanziert sie die Schulden der Südeuropäer. Die Enttäuschung ist gewaltig.
Der von der Pleite bedrohte Schuldensünder Griechenland gerät immer tiefer in die Rezession. Finanzminister Schäuble forderte das Land erneut eindringlich auf, die Zusagen für Finanzhilfen einzuhalten. Papandreou will wie ein Titan kämpfen.
Wie soll man in der Krise sein Geld richtig anlegen? Wir geben Hinweise, wie Sie Ihr Vermögen vor dem Crash retten können: Antworten auf 30 drängende Fragen.
Soll Griechenland sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen? Wenn selbst die Vordenker den Überblick verlieren, ist der einzelne Abgeordnete erst recht aufgeschmissen.
Seit einigen Tagen wird rhetorisch scharf geschossen gegen Athen, die Mutter aller Euro-Pleitestaaten. Die griechische Regierung wehrt sich gegen die Drohungen mit dem Ausschluss aus der Euro-Zone, indem sie sie ignoriert.
EU-Kommissar Oettinger will EU-Beamte in Griechenland Steuern eintreiben lassen. Sein Vorschlag, Fahnen von Schuldenländern auf halbmast zu setzen, findet keine Zustimmung.
Finanzminister Schäuble warnt die griechische Regierung: So lange die Troika-Mission nicht fortgesetzt werde, gebe es kein Geld. Es sei eine „ernste Situation“.
Roland Koch leitet jetzt den Baukonzern Bilfinger Berger. Im F.A.Z.-Gespräch spricht er darüber, wie sich Europas Schuldenkrise auf das Unternehmen auswirkt.
Irland gewinnt Vertrauen zurück - mit harten Einsparungen. Anders als Griechenland gilt das Land nicht mehr als hoffnungsloser Fall.
Die Debatte um den Umgang mit der Verschuldung Griechenlands und anderer Euro-Staaten berührt die Grundlagen der europäischen Wirtschaftspolitik.
Die Slowakei hat schon das erste Hilfspaket für Griechenland abgelehnt. Parlamentspräsident Richard Sulík spricht im F.A.Z.-Interview über die fragliche Mehrheit für den Euro-Rettungsschirm im Parlament und über den Ratifizierungsprozess.
Finanzminister Schäuble ruft Griechenland zum Sparen auf. Spielraum gebe es nicht, sagte er im Bundestag. Athen will die Hilfe schneller verbrauchen.
In den Koalitionsfraktionen demonstrieren 25 Abgeordnete ihren Unmut über das Euro-Krisenmanagement. Schäuble wirbt um Vertrauen und warnt Griechenland.
Am Mittwoch urteilen die Verfassungsrichter über die Klage gegen Griechenlandhilfen. An den Rettungsschirmen werde Europa zerbrechen, sagt jetzt eine Klägergruppe.
EU-Kommissionspräsident Barroso will beruhigen. Europa rutsche nicht in die Rezession, sagte er in Australien: „Die EU und der Euro sind stark und widerstandsfähig.“
Die Hoffnungen, die die Befürworter von Euroanleihen hegen, werden durch die Klarstellung von Standard & Poor's gedämpft: Die Ratingagentur würde sich in der Bonitätsbewertung an Griechenland orientieren.
Die Europäische Union bekommt ihre Finanzen nicht in den Griff. Der Zusammenhalt wird brüchig. Und am Ende hassen alle die Deutschen. Ein Szenario.
Nobelpreisträger Robert Mundell fordert im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eine Weltwährung: „Langfristig sollten Euro, Dollar und chinesischer Yuan aneinander gekoppelt werden.“
Nach dem alarmierenden Schuldenbericht des griechischen Parlaments werden Zweifel an der Wirksamkeit der bisherigen Hilfsmaßnahmen laut: Bundestagsvizepräsident Solms befürwortet in der F.A.S. das Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone. Die Bundeskanzlerin hält dagegen: Das sei mit ihr nicht zu machen.
Im Falle der Einführung von gemeinsamen Anleihen der Euroländer würden diese mit dem Rating des schwächsten Mitgliedslandes bewertet werden. Das teilte die Ratingagentur S&P am Samstag mit.
Die von EU und IWF verordnete Kur für Griechenland schlägt offenbar nicht an. Eine griechische Parlamentskommission sieht die Staatsschulden „außer Kontrolle“ geraten. Finanzminister Venizelos hingegen zweifelt an der Kompetenz der Kommissionsmitglieder.