Zustimmung des griechischen Parlaments zum Sparpaket treibt Aktienkurse
Die Zustimmung des griechischen Parlaments zu dem umstrittenen Sparpaket lässt Anleger am Montag zu Aktien greifen. Analysten warnten allerdings vor zu viel Optimismus.
Die Zustimmung des griechischen Parlaments zu dem umstrittenen Sparpaket lässt Anleger am Montag zu Aktien greifen. Analysten warnten allerdings vor zu viel Optimismus.
Die Abstufung der Bonitätsnoten einiger europäischer Staaten durch die Ratingagentur Moody’s belastet die Aktienkurse. „Der Markt hat realisiert, dass es noch keine Lösung für die Schuldenkrise gibt“, heißt es
Das griechische Parlament hat den von EU, EZB und IWF geforderten Sparmaßnahmen zugestimmt und damit eine wichtige Voraussetzung für weitere Finanzhilfen erfüllt. In Athen kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen. Es gab zahlreiche Verletzte, Dutzende Gebäude gingen in Flammen auf.
Das Leben auf Pump geht weiter: Der Süden druckt einfach das Geld, das er für Rechnungen braucht. Warum soll sich Griechenland ändern, wenn es doch immer wieder neue Kredite gibt?
Die griechische Regierung muss weiter auf die Zusage des dringend benötigten neuen 130-Milliarden-Euro-Hilfspakets warten. An den Finanzmärkten fallen die Kurse.
Politiker werden Getriebene einer neuen Zeit: Das Internet macht selbst Handelsabkommen zu Aufregerthemen. Am Freitag verschob auch das Auswärtige Amt die Unterschrift unter das Abkommen gegen Produktpiraterie. Was wird jetzt aus dem Urheberrecht?
Der Parteichef der nationalistischen „Laos“-Partei greift Kanzlerin Merkel an: Deutschland bluffe nur, sagt er. „Laos“ will am Sonntag im Parlament gegen die Sparmaßnahmen stimmen.
Waren die EU-Subventionen ein süßes Gift für das Land? Das sagt der griechische Wirtschaftsminister. Auch Ökonomen kritisieren eine fehlgeleitete Dauerförderung. Die EU-Kommission weist die Kritik hingegen zurück.
In Berlin sorgt ein Youtube-Video für Unruhe. Wolfgang Schäuble stellt darauf seinem portugiesischen Kollegen offenbar weitere Hilfen in Aussicht - nachdem man sich um Griechenland gekümmert habe.
Griechenlands Finanzminister Venizelos hat das neue Sparprogramm seiner Regierung in Brüssel als „stark und glaubwürdig“ gepriesen. Seine Kollegen im Euroraum wollten ihm indes nicht recht glauben und verweigerten dem taumelnden Land schnelle Zusagen. Den hehren Worten müssten zunächst Taten folgen.
Noch mehr Kredit löst die Strukturprobleme Griechenlands nicht. Das hilft nicht gegen Korruption, Steuerhinterziehung, unfähige Verwaltung und Klientelpolitik. Wenn stattdessen weiter nur Renten und Gehälter gekürzt werden, droht der große Knall.
Zentralbank-Präsident Mario Draghi will verhindern, dass sich EZB an einer Umschuldung für Griechenland beteiligt. Auch „Tricks“ zur Umgehung der monetären Staatsfinanzierung lehnt er ab.
Die griechischen Gewerkschaften bleiben bei ihrer Frontalopposition: Obwohl die Koalitionsparteien in Athen keineswegs alle verlangten Sparmaßnahmen beschlossen haben, ist den Arbeitnehmervertretern schon das bislang Zugesagte zu viel. Für Freitag und Samstag haben sie zum Generalstreik aufgerufen.
Die Vorsitzenden der griechischen Koalitionsparteien haben sich dem Spardiktat der Troika weitgehend gebeugt, zu den verlangten Rentenkürzungen rangen sie sich aber nicht durch. Die Troika gibt dem Land noch 15 Tage Zeit, um diese zu beschließen.
Michalis Chrysochoidis hat im F.A.Z.-Gespräch die europäische Subventionspolitik der vergangenen Jahrzehnte für den wirtschaftlichen Niedergang seines Landes verantwortlich gemacht. Seine Landsleute warnt der griechische Wirtschaftsminister.
Anke Schäferkordt rückt an die Spitze von RTL und in den Vorstand von Bertelsmann. Eine Quotenfrau? Mitnichten. Schäferkordts Berufung hat in allererster Linie mit ihren bisherigen Verdiensten zu tun.
Die Verhandlungen in Athen nähern sich dem Ende, doch das Ergebnis wagt niemand vorherzusagen. FDP-Fraktionschef Brüderle betont vorsorglich, dass der Euroraum eine Insolvenz Griechenlands verkraften könnte.
Die Verhandlungen in Griechenland werden an diesem Mittwoch fortgesetzt - eine Einigung ist offenbar in Sicht: Nach Angaben des staatlichen Rundfunks ist eine 15-seitige Sparliste fertig, die Kürzungen in allen Bereichen vorsieht.
Der deutsch-französische Vorstoß zum Schuldenabbau ist in Athen verhallt. In Brüssel wird mittlerweile offen darüber geredet, dass Griechenland aus dem Euroraum austreten könnte.
Griechenlands Ministerpräsident Papademos ist dieser Tage nicht zu beneiden: Die Banken muss er für einen Schuldenverzicht gewinnen, die internationalen Geldgeber für neue Kredite. Seine Landsleute wiederum sollen weiteren Kürzungen zustimmen. Ein Teil des Volkes streikt.
Griechenlands Ministerpräsident Papademos ist in einer ähnlichen Lage wie Reichskanzler Brüning in der Weimarer Republik, sagt Albrecht Ritschl, Wirtschaftshistoriker an der London School of Economics. Haushaltsdisziplin war auch damals unpopulär - und rief Extremisten auf den Plan.
An den Finanzmärkten hat man Griechenland längst aufgegeben. Die wichtigere Frage lautet, ob der Niedergang auf andere Länder in der Euro-Peripherie ausstrahlt .
Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy fordern die Einrichtung eines Sonderkontos für die Tilgung der griechischen Schulden. Athen hat unterdessen der Entlassung von 15.000 Staatsdienern noch in diesem Jahr zugestimmt.
In Griechenland sind die Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern abermals ohne Ergebnis vertagt worden. Sie sollen nun am Montag fortgesetzt werden. Die Angst vor einer Insolvenz des Landes steigt.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hat der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bank, Ackermann, vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone gewarnt. Noch in der Nacht zum Sonntag wollte er nach Athen fliegen.
Was Griechenland braucht, ist kein Marshall-Plan, sondern gute Institutionen. Mit Geld kann man Vertrauen nicht kaufen. Rechtssicherheit ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass unternehmerische Investitionen sich lohnen.
Das Misstrauen steigt: Aus Angst vor Bankenpleiten und staatlichen Zugriffen leeren viele Griechen ihre Konten und lagern Geld zu Hause. Griechenlands Finanzminister spricht von 50 Milliarden Euro, die seine Landsleute „unterm Bett versteckt“ hätten.
Politische Korrektheit verlangt, Europas Einheit als Wert an sich anzusehen. Doch dass die Folgen der Einheit immer positiv sein müssen, kann nur glauben, wer Europa-Politiker für Übermenschen hält.
Bislang hatte Griechenland vehement gegen den Vorschlag eines europäischen Sparkommissars protestiert. Nun aber will Athen Berichten zufolge einen Landsmann mit radikalen Befugnissen ausstatten, um den Haushalt zu ordnen.
Die südeuropäischen Länder versinken immer tiefer in dem Strudel aus Schuldenanstieg, Sparprogrammen, schrumpfender Wirtschaft und steigender Arbeitslosigkeit. Deutschland dagegen hält sich gut.
Fielmann verzeichnet ein Umsatz- und Gewinnplus, Swatch einen Rekordgewinn, Toyota hebt die Gewinnprognose an. Der Gewinn der UBS bricht ein, der von Arcelor-Mittal geht zurück, Roth & Rau rutschen tief in die roten Zahlen und wollen ebenso wie die Lufthansa Stellen abbauen. Oracle will das Gerichtsverfahren gegen SAP wieder aufrollen, Griechenland stimmt der Entlassung von 15.000 Bediensteten zu, derweil sich die Staaten nun an der Umschuldung beteiligen sollen.
Gea hebt nach einem Gewinnsprung die Dividende an, General Motors hat 2011 angeblich 8 Milliarden Dollar verdient. Glencore bietet den Xstrata-Aktionären einen Aufpreis, die Deutsche Börse setzt nach der gescheiterten Fusion auf Allianzen, Tui verkauft Hapag-Lloyd an Ballinn, Solar Millennium die amerikanischen Projekte an Solarhybrid, um Douglas wird gepokert. Der neue RWE-Chef Terium plant einen verschärften Sparkurs, der IWF senkt die Wachstumsprognose für China.
Gerresheimer verfehlt die Erwartungen, Singulus’ Auftragseingang ebenso. BHP verzeichnet einen größeren Gewinnrückgang als erwartet, Thomas Cook höhere Verluste. Sanofi stellt sich auf einen Gewinnrückgang ein. Vinci erfüllt die Erwartungen, der Verlust von Heidelberger Druck ist kleiner als befürchtet, Disney und Syngenta steigern den Gewinn. Die deutschen Exporte fallen stärker als erwartet, der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe sinkt ebenso wie Japans Leistungsbilanzüberschuss.
Die Deutsche Bank hat Ende 2011 wegen der Schuldenkrise überraschend rote Zahlen geschrieben. Im Gesamtjahr verdiente das größte deutsche Institut vor Steuern 5,4 Milliarden Euro. Angepeilt hatte der scheidende Vorstandschef Ackermann zehn Milliarden Euro Gewinn.
Die offenbar näher rückende Einigung in den Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen Gläubigern schiebt den Dax an. Der Leitindex gewinnt am Donnerstag im frühen Handel.
Die Anleger haben auch am Donnerstag wieder bei Aktien zugegriffen. Der Dax kann seine positive Entwicklung vom Mittwoch fortsetzen.