Bischof von Münster will „Macht abgeben“
Der katholische Bischof von Münster, Felix Genn, gesteht Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein.
Der katholische Bischof von Münster, Felix Genn, gesteht Fehler im Umgang mit Missbrauchsfällen ein.
Nicht nur die Kirchen haben Angst vor einer Dunkelfeldstudie. Politiker und Sportfunktionäre haben noch mehr zu fürchten.
In katholischen Gemeinden wussten manche, dass ihr Pfarrer Kinder missbraucht. Dennoch haben sie die Justiz und die Verantwortlichen im Bistum oft nicht eingeschaltet, zeigt jetzt eine Studie für das Bistum Münster.
Der Tod eines hohen Würdenträgers im Bistum Limburg zeigt, wie sehr Fehlverhalten und Missbrauch der Kirche zusetzen. Sie ist längst in ihren Grundfesten berührt.
Christof May, ein ranghoher Geistlicher des Bistums Limburg, hat sich das Leben genommen. Zuvor waren Vorwürfe sexuell übergriffigen Verhaltens bekannt geworden.
Beim Katholikentag in Stuttgart geht es um Pandemie und Krieg. Vor allem aber ringen die Gläubigen um die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch.
Nicht nur Kleriker, sondern auch Laien müssten sexuelle Gewalt in der Kirche entschiedener aufarbeiten, mahnt die neue Missbrauchsbeauftragte. Bisher gebe es nur wenige Beispiele für eine gute Betroffenenbeteiligung.
Sagen wir unentschieden? Der Erzbischof von Köln siegt vor Gericht einmal gegen „Bild“ und unterliegt einmal. Betrachtet man das Ganze, erweist sich Kardinal Woelkis juristische Strategie der Bekämpfung des Missbrauchsskandals als gescheitert.
Der Staat muss endlich sein Wächteramt gegenüber Kindern und Jugendlichen wahrnehmen. Einen Beauftragten dafür zu ernennen, darf nicht zum Alibi werden, nichts zu tun oder rechtliche Schritte zu verzögern.
Missbrauchsskandal +++ Energieimporte +++ Verteidigung demokratischer Werte +++ Putin
In Italien gibt es zum Missbrauch in der Kirche ein regelrechtes Kartell des Schweigens. Neue Schätzungen kommen auf mehr als 825.000 Fälle. Auch der Papst hält sich mit Forderungen nach Aufklärung zurück.
Es war eine Forderung von Betroffenen: Eine neue Internetseite des Bistums Limburg soll es Missbrauchsopfern erleichtern, Hilfe zu finden.
Kardinal Woelki wies ihnen die Tür, dafür brachten sie den vormaligen Papst Benedikt zum Sprechen. Jetzt sollen die Münchner Juristen der Kanzlei WSW sogar in Spanien aushelfen.
Lange wollte die katholische Kirche in Spanien nichts von den Missbrauchsvorwürfen wissen. Jetzt hat sie eine Kanzlei mit einem Gutachten betraut. Die lässt sich von den Autoren des Münchner Gutachtens beraten.
Der vormalige Papst Benedikt XVI. trägt zur Aufklärung der Missbrauchsfälle in seiner Zeit als Erzbischof von München und Freising wenig Sachdienliches bei. Bei einem „Irrtum“ ist es nicht geblieben.
Als anderswo schon die Aufklärung des Missbrauchs in der katholischen Kirche begonnen hatte, wurden die Opfer in Spanien noch zum Schweigen gebracht: Jetzt aber wächst der Aufklärungsdruck auf die Bischöfe.
Joseph Ratzinger hat nach seiner Zeit in München viel unternommen, um den Missbrauch in der katholischen Kirche zu bekämpfen. Zu spät, zu wenig? Sein Motiv war vor allem ein theologisches. Ein Gastbeitrag.
Zwölf Jahre nach der Enthüllung des Missbrauchs-Skandals am Canisius-Kolleg in Berlin hat die katholische Kirche ihre Glaubwürdigkeit nicht zurückgewonnen: Ein Gespräch mit Pater Klaus Mertes SJ, dem Zeugen der ersten Stunde.
„Katholische“ Richter verhängten milde Strafen gegen Pädokriminelle, Strafverfolger gaben Hinweise auf bevorstehende Ermittlungen. Ein Richter in Köln macht es endlich anders.
Es verdichten sich die Indizien dafür, dass die Personalverantwortlichen des Erzbistums Köln weitere Missbrauchstaten eines Priesters hätten verhindern können. Das Ausmaß der Taten übersteigt die Zahl der zunächst angeklagten Delikte um ein Vielfaches.
Wo ist die Empirie? Martin Mosebach widerspricht der gängigen Erklärung für den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche.
In Portugal will die Bischofskonferenz reinen Tisch machen. Für die Untersuchung des sexuellen Missbrauchs öffnet sie ihre Diözesanarchive. So weit ist Spaniens Kirche noch lange nicht.
Enttäuscht bis entrüstet: Das sind die meisten Reaktionen auf einen Brief Benedikts XVI., in dem er sich für Fehler im Umgang mit Missbrauchsopfern entschuldigt. Nur sein Privatsekretär springt ihm bei.
In Italien wird interessiert verfolgt, wie sich die deutsche Kirche mit der Untersuchung von Missbrauchsfällen quält. Im eigenen Land hat die Kirche eine systematische Aufarbeitung bisher gescheut.
Nicht jeder Fakten-Check ist ein Lügen-Check: Der emeritierte Papst Benedikt äußert sich zu seinem Fehler in der Missbrauchsdebatte.
Der frühere Papst bestreitet, „wissentlich und willentlich“ die Unwahrheit gesagt zu haben. Seine Aussage, dass er als Münchner Erzbischof am 15. Januar 1980 nicht an der Ordinariatssitzung teilgenommen habe, sei ein Irrtum gewesen.
Aus Protest gegen den Umgang der Kirche mit sexuellem Missbrauch setzt die Aschaffenburger Pfarrgemeinde Maria Geburt an drei Sonntagen den Gottesdienst aus – und öffnet den Kirchenraum stattdessen für die Berichte von Betroffenen.
Angesichts des Missbrauchsskandals fordert die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, drastische Veränderungen in der katholischen Kirche. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter mahnt eine zügige Aufarbeitung an.
Beim Synodalen Weg wird auch über Missbrauch debattiert. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz verweist auf das Erreichte – dennoch hagelt es Kritik.
Der Prälat Lorenz Wolf hat sich für seine Rolle im Missbrauchsskandal im Bistum München und Freising im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks entschuldigt. Den Vorsitz des Gremiums gibt er nicht ab. Das fordert Kritik heraus.
In Spanien war die Zeitung „El País“ die treibende Kraft hinter der Aufarbeitung, die die Kirche ausbremste. Jetzt machen der Vatikan und die Politiker Druck. Und die Justiz fordert alle Akten an.
Ein Regierungssprecher sagt, man werde die Aufarbeitung nicht allein der Kirche überlassen.
Der Limburger Bischof Georg Bätzing traut dem emeritierten deutschen Papst ein Schuldeingeständnis zu. Das könne aber an den Beratern von Joseph Ratzinger scheitern, die nicht immer die besten seien.
SPD-Politiker Lars Castellucci wirbt dafür, die Kirchen und andere Institutionen beim Thema Missbrauch in die Verantwortung zu nehmen, sie gleichzeitig aber auch nicht alleine zu lassen.
Zuletzt stand Papst Benedikt XVI. im Fokus. Aber auch Franziskus kann im Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche keine gute Bilanz vorweisen.
Nach den Wirren um Benedikts Aussage zu einem Missbrauchsfall richten sich die Blicke auf dessen engsten Vertrauten. Wer ist Georg Gänswein?