Mit uns spricht seit sechs Monaten keiner
Das Erste und Arte zeigen nun doch den Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“. Ein Gespräch mit Joachim Schroeder, dem Regisseur der zunächst abgelehnten Arte-Dokumentation.
Das Erste und Arte zeigen nun doch den Film „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“. Ein Gespräch mit Joachim Schroeder, dem Regisseur der zunächst abgelehnten Arte-Dokumentation.
Arte, der WDR und die Dokumentation über Judenhass in Europa: Ein Film als überspitzte, teilweise nachlässig gearbeitete und doch notwendige Provokation – denn sein Fazit ist verheerend.
Dem Nationalsozialismus war es in den frühen 1930er Jahren gelungen, Ortsgruppen und Stützpunkte in vielen Städten der Schweiz einzurichten. Selbst die Hitler-Jugend war präsent, in Bern etwa unter dem HJ-Führer Richard von Weizsäcker, dem Sohn des deutschen Gesandten Ernst von Weizsäcker.
Die umstrittene Antisemitismus-Doku, die Arte zurückgewiesen hatte, kommt jetzt im Ersten. Auch darüber hinaus will sich die ARD mit dem Thema befassen.
Seit jeher sind Diskussion und Verbrennung die Antipoden im Umgang mit Häresien. Mit Internet und Meinungsfreiheit wurde das Verbrennen schwieriger, aber dafür kann man Bücher unabsichtlich zum Bestseller machen.
Deutsche Beamte haben den gesuchten Rechtsextremisten Horst Mahler am Budapester Flughafen abgeholt. Mahler hatte zuvor vergeblich Staatschef Orbán um politisches Asyl ersucht.
Sein Fach hilft, die Wurzeln der Fragen zu erkennen, die wir uns zu stellen haben, sagt der Historiker Robert Gerwarth. Unlängst hat er ein Buch über die Verlierer des Ersten Weltkriegs veröffentlicht. Ein Besuch in Dublin.
Obwohl Arte und WDR die Dokumentation über Antisemitismus in Europa in Auftrag gegeben hatten, wollen sie sie nicht senden. Jetzt nutzen andere das öffentliche Interesse.
Der Journalist, der „Finis Germania“ auf die Sachbuch-Bestenliste gesetzt hat, ist aus der Jury ausgetreten. Aber was hat ihn geritten, rechtes Gedankengut so zu propagieren?
Ein Buch mit rechtsextremen Inhalten steht auf der Empfehlungsliste von NDR und Süddeutscher Zeitung. Nun gibt ein Redakteur zu, dass er den Tipp verantwortet.
Charlotte Knobloch schreibt an die Chefs von Arte, SWR und WDR. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Bayern bittet, einen Film über Antisemitismus zu senden. Der WDR entgegnet.
Wie besetzt ist der Besitz? Auf der Documenta fordert Maria Eichhorn in einer Installation zur Auseinandersetzung mit der Geschichte nationalsozialistischen Raubguts heraus.
Für ihre Dokumentation „Der Hass auf Juden in Europa“ hatten die Autoren einen Auftrag, doch senden wollten Arte und WDR nicht. Jetzt formuliert der Zentralrat der Juden eine Bitte.
Eine Dokumentation über Antisemitismus in Europa wird vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Auftrag gegeben, aber nicht gezeigt. Die Sender lehnen sie mit formalen Argumenten ab. Könnte es sein, dass sie kneifen?
Schon vor Jeremy Corbyn war die Labour Party von antisemitischer Fäulnis zersetzt, aber jetzt stinkt diese schlimmer als je zuvor. Eine einstmals große Partei verwechselt den demokratischen Sozialismus mit einem Sozialismus von Irren. Ein Gastbeitrag.
Es war ein Konflikt, der den Nahen Osten für immer veränderte: Der Sechstagekrieg vor fünfzig Jahren hat Israelis und Palästinenser zusammengeführt – und doch einander fremder gemacht denn je. Eine Zeitzeugen-Reportage.
Ein Dokumentarfilm über neue Formen des Antisemitismus wird sehr gelobt. Aber Arte und der WDR wollen ihn nicht zeigen, weil er nicht „ausgewogen“ sei. Die Autoren verstehen die Welt nicht mehr.
An den Universitäten Frankfurt und Gießen sind erste Holocaust-Professuren eingeführt worden. Das erfreut auch die Landtagsfraktionen. „Sie sind ein Zeugnis gelebter Erinnerungskultur“, heißt es dort.
Zum Jahrestag der Deportation Hanauer Juden berichtet der Enkel des einstigen jüdischen Kantors über die Verfolgung seiner Eltern und Großeltern.
Eine amerikanische Jüdin, die mit dem Fundamentalismus ihrer Kindheit gebrochen hat, begibt sich auf die Suche nach Identität: Deborah Feldman setzt ihre Lebensmitschrift in dem faszinierenden Buch „Überbitten“ fort.
1970 gedenkt Willy Brandt auf Knien der toten Juden Europas. 2017 legt Frank-Walter Steinmeier einen Kranz für Arafat ab und Sigmar Gabriel interpretiert den Holocaust neu. Warum passieren einigen Sozialdemokraten solche Versehen, wenn es um Juden, um Israel geht?
Eine Demokratie muss nicht deswegen scheitern, weil sie Gegenwind bekommt. Sie scheitert nur dann, wenn sie keinen Rückenwind bekommt, etwa von Politikern und den Medien. Das zeigt das Beispiel der Weimarer Republik.
Der Besuch Donald Trumps in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem schlägt in Israel auch nach seiner Abreise noch Wellen. Der Spott entzündet sich am Eintrag des Präsidenten in das Gästebuch.
Trump blieb länger als zunächst geplant in der Gedenkstätte Yad Vashem. Er will, wie er in Bethlehem sagte, alles dafür tun, den Friedensvertrag zwischen Israel und Palästina zu ermöglichen.
Der amerikanische Präsident Trump setzt seine Auslandsreise fort. In Israel spricht er von einer seltenen Chance auf Frieden und Stabilität im Nahen Osten – und droht einem potentiellen Gegner.
In Christian Gerlachs außerordentlicher Studie ist keineswegs allein von der Ermordung der Juden Europas, sondern in umfassender Weise von dem entfesselten deutschen Vernichtungswillen in allen seinen Ausformungen die Rede, der den alten Kontinent vor bald acht Jahrzehnten heimsuchte.
„Der Islam hasst uns“ – das hatte Donald Trump noch im Wahlkampf gesagt. In Saudi-Arabien schlägt der amerikanische Präsident differenziertere Töne an. Sein Auftritt wird gerade in Amerika aufmerksam verfolgt.
In Jerusalem verdichtet sich eine politische Problemlage, deren realistische Lösungsperspektiven verschwunden sind. Wie lässt sich in dieser Stadt unter permanenter existentieller Bedrohung leben?
Der Holocaustleugner Horst Mahler war am Montag gefasst worden, jetzt kommt er vor ein Budapester Gericht: Er muss in Abschiebehaft – sein Asylantrag ist nicht angekommen.
Horst Mahler hoffte, in Ungarn sicher zu sein vor der deutschen Justiz. An diesem Mittwoch entscheidet ein Gericht in Budapest über seine Auslieferung. Der Holocaust-Leugner hat sich verspekuliert – womöglich wegen eines Missverständnisses.
Vom RAF-Gründer zum NPD-Anwalt: Horst Mahler sollte wieder wegen Holocaustleugnung ins Gefängnis und trat die Flucht an. Sie endet im ungarischen Sopron – mit einer Festnahme zur Frühstückszeit.
Der Rechtsextremist und verurteilte Holocaust-Leugner Horst Mahler sei auf der Flucht vor einer Haftstrafe in Ungarn festgenommen worden, sagt die Münchner Staatsanwaltschaft. Doch das Büro von Ministerpräsident Órban weiß davon offenbar nichts.
Götz Aly hat seinen früheren widersprüchlichen Thesen von Sozialneid und interessengeleiteter Gleichheitssucht Europa übergestülpt. Sein Deutungsmodell des Antisemitismus wird weder der umfassenden Verwandlung der Welt im 19. Jahrhundert noch der Komplexität der darauffolgenden Entwicklungen gerecht.
Das eigentliche Schlüsselereignis war wohl die Ermordung Zar Alexander II. am 1. März 1881 gewesen. Unter den vielen Gerüchten, die sich in Russland verbreiteten, war auch eines, das „den Juden“ die Schuld daran gab – verbunden mit der Drohung, dass sie dafür noch würden büßen müssen.
Wer zum Surfen nach Israel reist, spürt Spannung nicht nur auf dem Brett. Aber er lernt, dass Menschen, die miteinander surfen, auch miteinander leben können
War der Kauf des Welfenschatzes durch den preußischen Staat im Jahr 1935 ein räuberischer Akt? Darüber wird gerade vor einem amerikanischen Gericht gestritten.