Künstlerisch geht’s steil bergab
Wolfgang Amadé Mozarts „La clemenza di Tito“ unterschreitet an der Wiener Staatsoper szenisch, sängerisch und dirigentisch weit das Niveau, für das dieses Haus einmal berühmt war.
Opernstar Rolando Villazón feiert Mozarts 270. Geburtstag mit einer Tour: In der Alten Oper Frankfurt ist das Publikum begeistert und Villazón bekommt den Rheingau Musik Preis.
Wolfgang Amadé Mozarts „La clemenza di Tito“ unterschreitet an der Wiener Staatsoper szenisch, sängerisch und dirigentisch weit das Niveau, für das dieses Haus einmal berühmt war.
Mozarts große Messe c-Moll blieb ein Torso. Luca Guglielmi hat nun die Komplettierung versucht. Sie macht den Schmerz über das Unvollendete nicht wett, aber Jordi Savalls Interpretation lässt die Musik strahlen.
Auch wer kein Wunderkind war, kann als Erwachsener Großes erreichen. Worauf es ankommt.
Für den Mozartforscher Ulrich Konrad wirft die ARD-Serie „Mozart/Mozart“ brisante Fragen auf. Vor allem: Wer soll sich das eigentlich ansehen?
Während „Amadeus“ auf Sky/Wow das Feuer von Mozarts Musik entfacht, betreibt „Mozart/Mozart“ in der ARD Mobbing von Hochkultur: finanziert durch den Rundfunkbeitrag.
In wenigen Tagen gibt die Klarinettistin Sabine Meyer ihr letztes öffentliches Konzert. Sie will abtreten, so lange sie im Vollbesitz ihrer Fähigkeiten ist – und endlich den Druck zur Vollkommenheit loswerden.
Wolfgang Amadé Mozart war vierzehn Jahre alt, als er „Mitridate“ schrieb. An der Oper Frankfurt ist das empfindungstiefe Werk in der Regie von Claus Guth mit unentrinnbarer stimmlicher Überredungskunst zu erleben.
Nahezu ideal: Mit 84 Jahren debütiert der Dirigent Jordi Savall bei den Berliner Philharmonikern. Der Spezialist für Alte Musik zeigt sich nicht als Dogmatiker, sondern bringt das Orchester bei Mozart zum Blühen.
Gepfefferte Grazie: Der Dirigent Maxim Emelyanychev ist ein kluger Extremist. Seine Neudeutung des symphonischen Schaffens von Wolfgang Amadé Mozart kennt Wucht und Zartheit gleichermaßen.
Bei den Mendelssohn-Festtagen in Leipzig wurden Elena Bashkirova und Michael Blumenthal geehrt und die Schönheit des Lebens in dessen Gefährdung gefeiert.
Sie eröffnen die Opernsaison in Frankfurt: Regisseurin Mariame Clément und Generalmusikdirektor Thomas Guggeis haben Premiere mit Mozarts „Cosí fan tutte“.
Verführung ist kein körperlicher Gewaltakt: Der Dirigent Iván Fischer übt mit seiner Inszenierung von Mozarts „Don Giovanni“ in Budapest Kritik an der gängigen Praxis von Opernregie. Im Dezember kommt die Produktion nach Baden-Baden.
Aber die Italiener haben keinen Geschmack. Im 18. Jahrhundert tobte zwischen Italien und Frankreich unablässig Krieg, wer die bessere Musik schrieb.
Mozarts Musik wird bei den diesjährigen Salzburger Festspielen stiefmütterlich behandelt. Eine glanzvolle Ausnahme ist Roberto Gonzáles-Monjas und seinem bestens gelaunten Mozarteumorchester zu danken.
Beim Sommeropernfestival in Grange Park gibt es „Les indes galantes“ von Jean-Philippe Rameau als immersives Spektakel aus Rokoko und Hip-Hop, während man in Glyndebourne über Mozarts „Figaro“ endlich wieder lachen kann.
Das Mozartfest erkundet in Würzburg mit William Youn und Nils Mönkemeyer, was für ein Freund Wolfgang Amadé Mozart gewesen sein könnte und wie wichtig ihm selbst Freundschaft gewesen sein mag.
Mozart und Berlioz fügen sich mit dem London Symphony Orchestra vor und in der Frankfurter Alten Oper zu einem anregenden Abend. Die Violinsolistin Lisa Batiashvili sorgt gezielt für Irritationen.
Früher gab es keine zuverlässige Statistik. Mit ungewöhnlichen Methoden versuchen Ökonomen, die Wirtschaftsleistung früherer Tage immer genauer zu schätzen.
„Ich singe diesen Titel nur unter größtem Widerstand und auf Druck meines Managements“, hatte Falco 1985 gesagt. „Rock Me Amadeus“ machte ihn zum Superstar. Die Gründe verstanden andere besser als er.
Er stellte mit seinen Opern den Sklavenhandel und ein rückständiges Frauenbild in Frage. Antonio Salieri war Mozarts Ko-Autor, Lehrer Schuberts und Liszts. Vor zweihundert Jahren starb dieser erstaunliche Komponist.
Der Dirigent Ádám Fischer begeistert an Hamburgs Staatsoper mit Mozarts „Mitridate“. Die abgründig-witzige Inszenierung wandert im Sommer zu den Salzburger Festspielen.
Ob bei Mozart, Strauss oder Brahms – sie machte das Singen zur sinnlichen Erscheinung des Geistigen. Jetzt ist die Sopranistin Edith Mathis mit 86 Jahren gestorben.
Krise des Regietheaters: Das Bühnengeschehen hat sich immer weiter von der Musik entfernt. Der Dirigent Iván Fischer macht da nicht mehr mit. Er entwirft sein eigenes Theater.
Welche zehn Opernproduktionen waren in diesem Jahr herausragend? Der Blick geht nach Bayreuth und Berlin, nach Frankfurt und Frankreich, nach Italien, Dänemark, Tschechien und Österreich.
Der Deutschen Oper Berlin gibt er künstlerische Stabilität, und seine Empathie kennt keine Stilgrenzen: Jetzt wird der Dirigent Donald Runnicles 70 Jahre alt.
Die Violinistin Julia Fischer und der Pianist Jan Lisiecki überzeugen in Frankfurt mit Sonaten von Mozart, Beethoven und Schumann.
Das Lied mit dem Titel „Prüfung des Küssens“ bleibt leider verschollen, aber die Bearbeiter der Neuausgabe des Köchelverzeichnisses haben ihre Prüfung ebenso bravourös bestanden wie 1862 der Namensgeber der Gesamtübersicht der gar nicht so leicht auf den Begriff zu bringenden Werke von Wolfgang Amadé Mozart.
Zwölf Minuten Mozart: Ein bisher unbekanntes Musikstück aus der Jugend des Komponisten wurde in Leipzig entdeckt. Wie man die Aufmerksamkeit des Publikums bannt, wusste er schon damals.
Fabian Müller hat im Wiesbadener Kurhaus seinen Zyklus mit allen Klavierkonzerten Mozarts beim Rheingau Musik Festival fortgesetzt, dabei bestens unterstützt von der Camerata Salzburg.
Die Audi Jugendchorakademie hat mit der Akademie für Alte Musik Berlin im Kloster Eberbach die c-Moll-Messe und das Requiem von Mozart eindrucksvoll gegenübergestellt.
Manchmal fuhr sie lieber Traktor, als Klavier zu spielen. Aber wenn sie Mozart, Schumann oder Schubert spielt, erleben die Hörer Wunder der Weisheit. Jetzt wird die Pianistin Maria João Pires 80 Jahre alt.
Der Dirigent René Jacobs stieß in der Urfassung der Oper „Carmen“ von Georges Bizet auf lauter Überraschungen: zensierte Texte, andere Stimmlagen und einen Hit, der gar nicht drin war.
Während Mozarts „Così fan tutte“ an der Wiener Staatsoper sowohl szenisch als auch musikalisch ein Flop ist, überzeugt die Volksoper mit John Adams' Oratorium „The Gospel According to the Other Mary“.
Die russische Dominanz bei pianistischen Spitzenbegabungen ist ungebrochen, aber der Ukrainekrieg könnte den Rang des Schweizer Géza-Anda-Klavierwettbewerbs verändern.
3150 Gulden zahlte Johann Anton André am 9. Januar 1800 für 273 Mozart-Autopgraphe an dessen Witwe Konstanze: Es war der größte Coup in den 250 Jahren einer erstaunlichen Offenbacher Kulturinstitution.
Während Cecilia Bartoli und Daniel Behle sängerisch bei den Pfingstfestspielen in Salzburg bezaubern, lassen die Dirigenten Gianluca Capuano und Paavo Järvi die denkerische Brillanz von Wolfgang Amadé Mozart funkeln.