Die Schaukel bleibt leer
Buchmessen-Skizzen
Buchmessen-Skizzen
Der belgische Autor erhält den Geschwister-Scholl-Preis. Die Jury urteilte, er schildere die Befreiung Indonesiens aus der Kolonialherrschaft als packende Globalgeschichte von überraschender Aktualität.
Marion Poschmann, frühere Stadtschreiberin von Bergen, kehrt als „halbe Frankfurterin“ mit ihrem neuen Roman ins Literaturhaus zurück.
Michael Krüger analysiert das Gedicht „Jerusalem“ von David Rokeah.
Nachricht aus dem Heiligen Land: Ein Gedicht des ersten israelischen Dichters, der im Deutschland der Nachkriegsjahre wahrgenommen wurde.
Muss man, wenn man Literatur liebt, auch nach Literatur aussehen und riechen? Er fürchtete, Nobody zu sein, er ist längst Somebody: Meinem Freund und Verleger Joachim Unseld zum siebzigsten Geburtstag
Wie die französische Erinnerung an den Weltkrieg auch die Theoriebildung durchwirkt: Éric Marty, Herausgeber von Roland Barthes, legt die Quellen von dessen Begriff des Neutrums frei.
Er ist und bleibt ein Frankfurter Verleger: Am 20. September wird Joachim Unseld 70 Jahre alt.
Nur keine Angst in Frankfurt, das Haupthaus bleibt am Main: Der Verlag S. Fischer weiht seine neuen Räumlichkeiten in Berlin ein.
Ernst-Wolfgang Böckenförde sollte über den Atheismus der CDU schreiben und der „Sex-Rummel“ für ein ganzes Heft gut sein: Robert Spaemann und Heinrich Böll konzipierten 1966 eine katholisch inspirierte Kulturzeitschrift für dtv.
Vermitteln nur die plötzlichen Umschwünge ästhetischer Erfahrung eine Ahnung vom Spannungsbogen gelingender Emanzipation? Ein Frankfurter Kolloquium über Christoph Menkes „Theorie der Befreiung“.
Er selbst unterzeichnet seine Lyrik gerne mit „Dichter und Nationalheld“. Doch zuletzt ist Ko Un in seiner Heimat sexueller Übergriffe beschuldigt worden. Der ewige Nobelpreiskandidat Koreas aber ist er geblieben.
In den letzten fünfzehn Jahren habe ich ein nie abreißendes Gespräch mit Martin Walser geführt: über die jiddische Literatur und natürlich auch über seine. Erinnerungen an Begegnungen ganz spezieller Art.
Von den Schwierigkeiten, Ideen zu arrangieren: Morten Paul legt eine lehrreiche und dabei auch recht unterhaltsame Geschichte von Suhrkamps „Theorie“-Reihe vor.
Lutz Seiler hat auf selbstausgelegten Schienen den Zug vom Gedicht zum Roman genommen, der Stationen unserer Zeitgeschichte verbindet. Der Büchnerpreis dafür ist hochverdient.
Eine hoch entzündliche Politik der Triggerpunkte: Es heißt oft, unsere Gesellschaft sei ständig in Kulturkämpfe verwickelt. Nicht ohne politisches Risiko hält der Soziologe Steffen Mau empirisch dagegen.
Rückblick in zwei Etappen: Eine vor fast sechzig Jahren erschienene Quellensammlung zum Antisemitismusstreit im Kaiserreich in einer gelungenen neuen Edition.
Bei einem dem Gedenken an Hans Magnus Enzensberger gewidmeten Abend tragen Christoph Ransmayr, Durs Grünbein, Lutz Seiler und Ralf Rothmann die immerjunge Lyrik des Schriftstellers vor. Und Ulrich Enzensberger lässt den Bruder auferstehen.
Der Jüngste ist der Älteste: Erst zwei Personen wurden jenseits ihres neunzigsten Geburtstags in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste gewählt. Auf Annette Kolb folgt jetzt Jürgen Habermas.
Wie man sich den Schrecken des Alltags durch Anverwandlung vom Leibe hält: Ralf Rothmann wird siebzig und gibt mit gesammelten Notizen Einblick in seine Schreibwerkstatt.
Ein Roman über die Kellerkinder einer Stadt und die Erhabenheit eines Industrieparks: Deniz Ohdes Roman „Streulicht“ eröffnet die Lesereihe „Frankfurt liest ein Buch“ im vollbesetzten Vortragssaal der Deutschen Nationalbibliothek.
Der Historiker Reinhart Koselleck, der heute hundert Jahre alt geworden wäre, fand für seine stärksten Erinnerungen das Bild der geronnenen Lava: Schließt es sein wissenschaftliches und politisches Wirken auf?
Zur Kritik übereignet, mit Schweigen benotet: Post von Koselleck und Blumenberg.
Die gute alte Idee vom Leben als Schriftsteller, Deniz Ohde hat sie verwirklicht. Ihr Debütroman „Streulicht“ wurde gefeiert. Jetzt kommt sie für zwei Festivalwochen nach Frankfurt zurück.
Schwer verdaulich: Gerd-Peter Eigners autobiographischer Entwicklungsroman „Der blaue Koffer“ wanderte von Verlag zu Verlag und blieb unpubliziert. Aus dem Nachlass des sperrigen Autors wurde er nun doch veröffentlicht und kommentiert.
Die Esoterik seines Lehrers Jacob Taubes übersetzte er in populäre Medientheorie: Norbert Bolz, der seine Wahrheit neuerdings auch in Aphorismen bei Twitter verbreitet, wird siebzig Jahre alt.
Ach so, er war Professor? Das liest man ihm aber nicht ab: Der Frankfurter Literaturkritiker Martin Lüdke feiert seinen 80. Geburtstag.
Krieg und Unterdrückung, Klimawandel, aussterbende Arten und bedrohte Demokratie – die Konkurrenz der Krisen führt zu einer Konjunktur der Krisendiagnosen. Ein Blick in neue Sachbücher.
Von lebhafter Phantasie und psychischen Störungen: Mit Suhrkamp und Blumenbar veröffentlichen zwei renommierte deutsche Verlage die Übersetzungen der neuen Graphic Novels von Nick Drnaso und Jordan Crane.
Als Erster in der Familie auf dem Gymnasium, heute ein Weltendeuter: Philosophen können über alles nachdenken, sagt Rainer Forst.
Umstritten von Beginn seiner Laufbahn als Schriftsteller an: Zum achtzigsten Geburtstag von Peter Handke steht uns der größte Teil seines Werks noch bevor.
Der Neugierige, der schnelle Denker, der Kenner, der Freund: Fünfzehn Weggefährten – von Anita Albus bis Jan Wagner – erinnern sich an Hans Magnus Enzensberger.
Die literarische Welt reagiert auf den Tod von Hans Magnus Enzensberger
Zur Erinnerung an den großen Essayisten drucken wir einen Auszug aus seiner Abrechnung mit der F.A.Z. von 1962 nach.
Der Traditionsverlag S. Fischer will in Zukunft seine Aktivitäten auch von Berlin aus steuern. Nach den Wegzügen von Suhrkamp und Eichborn bedeutet das für seinen bisherigen Hauptsitz einen weiteren Schlag. Ein Gastbeitrag.
Nach Jahrzehnten der Geheimhaltung erscheint der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Max Frisch. Rückt er das Leben und das Werk der Schriftsteller, so wie wir es bisher kennen, in ein völlig anderes Licht?