Peter Sloterdijk Alle Nachrichten und Informationen der F.A.Z. zum Thema

Blogs | Antike und Abendland

Nachgelesen (II): Sloterdijks stummer Aristoteles

Vor knapp einem Jahr war an dieser Stelle von Peter Sloterdijks tänzelnder Idee die Rede, die moralisch unterfordernden und den Gemeinsinn aushöhlenden Zwangssteuern zumal für Reiche durch freiwillige Abgaben zu ersetzen. Das antike Modell eines solchen Gedankens, den sog. Euergetismus, habe ich seinerzeit an praktischen Beispielen aus dem städtischen Leben der römischen Kaiserzeit illustriert.

Uwe Walter
22.08.2010 08:47 Uhr
Blogs | Stützen der Gesellschaft

Fussfaule Millionäre oder der Bürgerkrieg, der nicht kommt

Die einen auf der Linken wollen die bösen Millionäre schröpfen, die anderen fragen sich in der FAZ, warum es eigentlich noch keinen Bürgerkrieg der Leistungsträger gegen den Staat gibt, der ihnen so viel nimmt. Beiden gemein ist, dass sie nicht am Tegernsee wohnen, sonst wüssten sie es besser. Obwohl wir hier zwar alle der Überzeugung sind, dass die "uns ois nemma", gibt es wirklich andere Probleme, die wichtiger sind. Einerseits, weil die grössten Millionärshalunken aus dem nächsten Millionärsdorf kommen, andererseits, weil man doch eher träge und gut eingerichtet ist. Und weder so reich, wie das die Linke glaubt, noch so geschröpft, wie man das gerne auf der Terrasse mit See- und Bergblick behauptet.

Don Alphonso
12.06.2009 11:07 Uhr
Blogs | Chaos as usual

Eigentum ist männlich

Peter Sloterdijk bezeichnete den Bremer Professor Gunnar Heinsohn einmal als „höchst anregenden Gelehrten, der die engeren Fachdisziplinen immer wieder zu wissenschaftlichem Nutzen überschreitet". Und damit hat er wohl recht. Wer sich vergegenwärtigen möchte, was das in der Praxis bedeutet, sollte Heinsohns Doktorarbeit aus 1983 lesen - er wird zweifellos auf seine Kosten kommen, Satisfaction guaranteed! - Inhaltlich von schier unglaublicher Breite wie auch Tiefe, liest sich das Opus mit dem zugegeben sperrigen Titel „Privates Grundeigentum, Patriarchalische Monogamie und Geldwirtschaftliche Produktion - Eine sozialtheoretische Rekonstruktion zur Antike" spannend; sogar sehr spannend für ein Traktat zu diesem Thema, und ich übertreibe wohl nicht, wenn ich sage, dass ich mich bei der Lektüre von Dan Browns „The Da Vinci Code" kaum besser unterhalten habe. Im großen Unterschied zu letzterem handelt es sich bei Heinsohns Dissertation aber nicht um reine Fiktion, sondern die tatsächliche Antike - aus seiner ganz persönlichen Sicht. Und die ist - wie könnte es anders sein - auch schon anno 1983 alles andere als Mainstream. Heinsohn „rekonstruiert" - der Titel macht da keine falschen Versprechungen: Die Geschichte des Altertums erzählt er auf die ihm eigene Art und Weise, damit gleichzeitig die Geschichte des Patriarchats, der Entstehung des Eigentums und der Geldwirtschaft - alle drei topoi sieht er kausal miteinander verknüpft. Wenn man so will, dann ist diese Arbeit der Ausgangspunkt für alles Weitere, was Heinsohn gemeinsam mit seinem Kollegen Otto Steiger in den 80ern und 90ern zu Papier bringen wird. Und weil er bei seiner Promotion vor den beiden post-keynesianischen Großkalibern Hajo Riese und Jan Kregel offenbar der Meinung war, dass die Neuschreibung der Geschichte von sowohl Patriarchat als auch Geldwirtschaft für die Erlangung eines zweiten Doktortitels ja womöglich ein wenig mickrig sei, schob er im Appendix als Goodie noch schnell die Begründung nach, warum die Sumerer in Wahrheit die Chaldäer waren, und nicht schon 3000 v.Chr. sondern erst 2000 Jahre später durch das sonnige Mesopotamien spazierten. Und da sage noch mal einer, Nationalökonomie könne nicht spannend sein!

Thomas Strobl
27.05.2009 21:00 Uhr
Blogs | Chaos as usual

The Great Transformation des Weltinnenraums

Im „Weltinnenraum des Kapitals" gibt es eine Stelle, an der Peter Sloterdijk den Finger des Philosophen in eine klaffende Wunde legt; dies mag dem flüchtigen Leser bei der Lektüre entgangen sein, denn leichtsinnigerweise montiert Sloterdijk den betreffenden Passus im Nachgang zu seitenlangen Zitaten von Adam Smith und Rainer Maria Rilke, die des Lesers Konzentrationsfähigkeit zu diesem Zeitpunkt womöglich gänzlich konsumiert haben, und unmittelbar nachfolgende Passagen daher mit einem schweren Handicap in Sachen Aufmerksamkeit belegen. - Wie dem auch sei, Sloterdijk schreibt an besagter Stelle folgendes:

Thomas Strobl
04.03.2009 16:10 Uhr

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