Eine Archäologin in eigener Sache
Der Literaturnobelpreis geht an die Französin Annie Ernaux. Ausgezeichnet wird das autofiktionale Werk einer feministischen Ikone der ersten Stunde.
Der Literaturnobelpreis geht an die Französin Annie Ernaux. Ausgezeichnet wird das autofiktionale Werk einer feministischen Ikone der ersten Stunde.
Sten Nadolny brachte mit „Die Entdeckung der Langsamkeit“ 1983 einen der größten Erfolgstitel der deutschen Literaturgeschichte heraus. In den Roman über den Polarforscher Sir John Franklin ging die Ausbildung des Historikers ein. Jetzt feiert Nadolny seinen 80. Geburtstag.
Er hat Claus Peymann nach Frankfurt geholt, um Handkes „Publikumsbeschimpfung“ zu inszenieren und einen Theaterverlag gegründet, der bis heute erfolgreich ist: Karlheinz Braun wird 90 Jahre alt.
Peter Handkes jüngstes Buch: „Zwiesprache“ ist ein konsequentes Beispiel seiner peteresken Prosa.
Die Aleksandar-Tisma-Stiftung in Novi Sad schreibt einen Literaturpreis aus. Der Jury gehören unter anderen Peter Handke und Mathias Énard an.
Eine grandiose Doppel-Lesung in München entlarvt Peter Handkes „Winterliche Reise“ als das, was es ist: ein zynisch-kitschiges Werk. Als Kontrast dient Ivo Andrics „Brücke über die Drina“.
Achterbahn der Gefühle: Dieses Gedicht beschwört die Liebe als beständig – allen Anfechtungen und Irrungen zum Trotz. Nicht immer wurde die Botschaft verstanden.
Der „Bison“-Mann im Capitol. Deutsche Politiker in Windjacken. Milliardäre im Weltall. Karneval in Köln. Clubhouse. „Impfmüdigkeit“. Und Dennis Scheck zu Pferd: Das F.A.S.-Feuilleton verabschiedet sich vom Jahr 2021 - mit einer Liste.
Helmut Böttiger schreibt ein Epochenporträt der deutsche Literatur der Siebzigerjahre – ein auch in der Belletristik „öffentliches Jahrzehnt“, in dem jede Empfindung ein politisches Gefühl war.
Rita Thiele ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Dramaturginnen. Was genau macht sie in dieser Funktion im Schauspielhaus Hamburg? Und was haben Elfriede Jelinek, Karin Beier und Claus Peymann damit zu tun?
Große Überraschung: Frank Castorf inszeniert „Zdeněk Adamec“ von Peter Handke am Burgtheater erstaunlich zugewandt und textempfindlich. Das hätte man von diesem Regieberserker nicht erwartet.
Keine Garantie auf den Ruhm, aber auch kein Schicksal: Eine Marbacher Tagung erkundet den Literaturnobelpreis.
Georges-Arthur Goldschmidt begann als Übersetzer. Heute, mit 93 Jahren, ist er das, wozu er sich nie berufen fühlte: ein Schriftsteller mit einer bewegten Vergangenheit.
Ein Film über Kriegsverbrechen, kaltblütige Bestien und die Solidarität verwitweter Frauen: Jasmila Žbanić klagt in ihrem neuen Film „Quo vadis, Aida?“ Srebrenica an. Ein Gastbeitrag.
1975 machte sich der Philosoph Bazon Brock mit Hubert Burda, Michael Krüger und Peter Handke auf zum Mont Ventoux – um dort an die unerhörte Tat des Dichters Petrarca zu erinnern.
Klimafreundliche Bahn +++ Stromerzeugung +++ E-Auto +++ Aachener Pilgerzeichen +++ Peter Handke +++ Professor Kielmansegg +++ Sakrament der Ehe +++ Schöpfungsordnung +++ Lippische Rose +++ Cancel Culture +++ EU-Wiederaufbaufonds
Wissenswerter als die Fragen nach einzelnen Äußerungen: Was sagt Peter Handkes Erwiderung auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe aus?
Eine Fußnote zum Nobelpreis: Der Schriftsteller nimmt Preise entgegen und geht auf Jubeltournee bei den serbischen Freunden.
„Außergewöhnliche Verdienste bei der Darstellung Serbiens“ habe der österreichische Autor sich erworben. Der Präsident persönlich überreichte die Ehrung. Seit Jahrzehnten zieht der Nobelpreisträger mit pro-serbischen Aussagen Kritik auf sich.
Maul halten, Amseln! In Peter Handkes „Mein Tag im anderen Land“ wird ein Obstgärtner seine Dämonen los und gründet im Jenseits eine Familie.
Paul Cézanne hat die Montagne Sainte-Victoire bei Aix-en-Provence siebenundachtzig Mal gemalt. Warum? Eine Annäherung an das berühmteste Massiv der Kunstgeschichte.
Wohin geht’s wirklich? Hans-Jürgen Heinrichs legt mit „Der kürzeste Weg führt um die Welt“ eine enervierend-faszinierende Autobiographie vor.
Das Beuys-Jahr hat begonnen, Museen planen große Ausstellungen. Nicht so einig ist man sich bei der Frage: Wofür steht Joseph Beuys, und was will man heute von Deutschlands einflussreichstem Künstler?
Begriffe ordnen und erklären das Leben - oder? Bei Kataplomben, Erektolollern und Steuerbraterinnen ist das nicht gesagt. Zur Poetisierung der Welt trägt Monika Rincks Online-Projekt „Begriffsstudio“ jedenfalls bei.
Ein sanfter Blick zurück auf schreckliches Geschehen: Ein Gedicht des Büchnerpeisträgers Jan Wagner, 25 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica.
Dürfen Blinde nicht über Farben schreiben und Asketen nicht über Sex? Und was ändert sich, fragt sich der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz in seinem Gastbeitrag, wenn die meiste Erfahrung virtuell geworden sein wird?
Eine Französin zieht von Paris nach Berlin. Sie will ein Buch über Frauen, Sex und Weiblichkeit schreiben. Zwei Jahre arbeitet sie in einem Bordell. Ein Gespräch mit der Autorin Emma Becker über „La Maison“.
Wahrhaftig aus dem Volk hervorgestiegen? Hofmannsthals „Jedermann“ ist einer der größten Erfolge auf dem Theater – und einer der rätselhaftesten.
Bei den Salzburger Festspielen wird Peter Handkes Märtyrer-Szene „Zdeněk Adamec“ uraufgeführt. Der Text ist groß, die Inszenierung wirkt hilflos. Nur einer malt inbrünstig Fluchtwege in die Luft.
Ist Sport der feindliche Bruder der Literatur oder selbst eine Kunstform, für die es keine Worte gibt? Tendenz: unentschieden. Eine Spurensuche dort, wo die Welt des Fußballs und die des Geistes sich berühren.
Die 82 Jahre alte Lyrikerin Elke Erb bekommt die wichtigste deutsche Literaturauszeichnung. In Hinsicht auf Qualität wie auf Quote eine kluge Entscheidung.
Marcel Reich-Ranicki war ein zivilisatorischer Faktor – in der Literatur und mehr noch in der deutschen Nachkriegsgesellschaft. Ein Gastbeitrag.
Mit dem Cheflektor des Suhrkamp-Verlags, Raimund Fellinger, ist einer der ganz Großen des deutschen Literaturbetriebs gestorben. In die Öffentlichkeit drängte es ihn nicht, aber er wirkte mit an Werk und Nimbus einiger der berühmtesten Schriftsteller.
Schreiben lernte er in der Achtundsechziger-Bewegung, aber Dogmatik war nie etwas für diesen weltneugierigen Schriftsteller: Peter Schneider wird achtzig.
Wenn die Widerworte leiser werden: Peter Handkes metafiktionale Maigeschichte „Das zweite Schwert“ macht aus Fremden lauter gute Menschen.
Beim Bachelor heißen diverse Kandidatinnen „Jenny“, Hubert Burdas Doktortitel vergisst sein Verlag so schnell nicht, und Thomas Anders würde für seine Frau George Clooney zum Weihnachtsdinner einladen – die Herzblattgeschichten.