Leere Ränge, leerer Stream
Kulturlosigkeit ist auch eine Frage der medialen Darreichung: Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht in Darmstadt ihre Preise, aber fast niemand schaut per Livestream zu.
Kulturlosigkeit ist auch eine Frage der medialen Darreichung: Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht in Darmstadt ihre Preise, aber fast niemand schaut per Livestream zu.
In diesem bewegende Gedicht feiert der amerikanische Poet die freien Wahlen. Doch sein Buch über die kränkelnde amerikanische Demokratie von 1871 liest sich wie eine Vorahnung der Präsidentschaft Donald Trumps.
Der Mythos Amerika ist zerfallen, das Land wird nach der Wahl ein anderes sein. Wie steht es um unser Amerikabild – und das Selbstbild der Amerikaner? Ein Streifzug in Schlaglichtern.
Er war ein Mann von Behutsamkeit und Geschmack. Und er hat die Erneuerung des Bolschoi Theaters in Moskau vorangetrieben. Zum Tod des Dirigenten Alexander Wedernikow.
In Minsk sitzt der belarussische Dichter Dmitri Strozew, ein Vertrauter von Swetlana Alexijewitsch, im Gefängnis. Mit seiner Lyrik protestiert er seit Jahren gegen das Regime von Präsident Lukaschenka.
Am Celan-Abend beim Festival „Enjoy Jazz“ verweigerte sich das Ensemble Modern jeglicher Melodie und jeglichem Rhythmus. Eine Provokation ganz im Sinne des Werkes?
„Melusine Huss“, den Namen gab sich Frankfurts legendäre Buchhändlerin einst selbst, galt als Kulturinstitution in Frankfurt. Vor 100 Jahren wurde sie geboren.
Ein Computerprogramm lernt Texte perfekt zu vervollständigen und kann dann plötzlich noch viel mehr. Wie schafft es das? Und was passiert, wenn die KI zu gut wird?
Verbrechen finden auch dort statt, wo vermeintlich nichts ist: James Anderson tourt in seinem Krimi „Lullaby Road“ durch die Wüste Utahs.
Mit dem gleichnamigen tausendseitigen Werk über seine Heimatstadt Frohburg kam der Durchbruch: Guntram Vesper schuf einen Gedächtnisort, der bleiben wird. Zum Tod des Schriftstellers.
Ist Religion ein Relikt aus der Welt von Gestern oder eine Kraft, die Welt zu überwinden? Katharina Thoma verknüpft an der Oper Frankfurt „La serva padrona“ und das „Stabat mater“ von Giovanni Battista Pergolesi zu einem schönen, sinnfälligen Abend.
Als Frankfurt stillstand, ist die Fotografin Anna Meuer durch die Stadt gezogen und hat ihre Eindrücke festgehalten. Ihre Serie „Ohne Worte“ ist nun mit Texten hessischer Autoren als Buch erschienen.
Die dritte Jahreszeit ist eine bacchantische: Fülle, Ernte, strahlende Farben. Zugleich liegt Blühen und Verwelken nah beieinander. Unser Autor über den Garten im Herbst.
60 Autoren aus dem Main-Taunus-Kreis erzählen von den ersten Monaten der Pandemie – fiktiv oder ganz persönlich. Zusammengekommen sind 80 Geschichten, Gedichte und Reflexionen, die in einem Band gesammelt sind.
Die große Leere und der Versuch, sie zu füllen: Am ersten Tag der Buchmesse verteilen sich in der Festhalle 12 Zuschauer auf knapp 100 Stühle – aber es wird tapfer gegen die Pandemie angeredet.
Brexit und Corona: Die schottische Autorin A. L. Kennedy schreibt ein bewegendes Klagelied über ein kaputtes Britannien
Er ließ sich in der DDR nicht vereinnahmen und erreichte die Leser in Ost und West: Zum Tod des Schriftstellers Günter de Bruyn.
Lustbringend, nicht lehrreich: Der Literaturnobelpreis für die Dichterin Louise Glück würdigt eine Dimension der Weltsprache Englisch, die zwischen Twitter und Popsong schnell übersehen wird: ihre schillernde Kraft kultureller Erinnerungsstiftung in größter Modernität.
Die Schwedische Akademie überrascht: Nach dem Doppelschlag vom vergangenen Jahr mit den internationalen Berühmtheiten Olga Tokarczuk und Peter Handke geht der Preis des Jahres 2020 an die amerikanische Lyrikerin Louise Glück.
Nach den Preisen für Medizin, Physik und Chemie hat die Schwedische Akademie nun den Nobelpreis für Literatur vergeben. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr die Amerikanerin Louise Glück.
Scharf die Zunge, weiblich die Perspektive: Zum Tod der Autorin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger, die ihr Leben lang gegen Diskriminierung aufbegehrte.
Was tun gegen die alles verschlingende Zeit? Diese Verse spiegeln die Vergänglichkeit, der das Ich ausgesetzt ist. Nur die Poesie kann etwas von unserem Leben festhalten.
Die amerikanische Bloggerin, Komikerin und Autorin Samantha Irby schreibt über Dinge, die andere peinlich finden. Ist sie deshalb so beliebt?
Das Rezept der „Gartenlaube“: Von der Erfolgszeitschrift der Reichsgründungszeit könnten heutige Medien lernen, dass man Leser beteiligen muss und sich Unterhaltung zu Lasten des Bildungsauftrags nicht unbedingt lohnt.
Aus dem Staatlichen Institut für Musikforschung sollen das Instrumentenmuseum in die Staatlichen Museen integriert, der Rest abgewickelt werden. Es wäre ein Fehler, dieser Empfehlung des Wissenschaftsrates zu folgen.
Weg vom Beistelltisch der europäischen Literatur: Wie sich eine junge portugiesische Schriftstellergeneration ihren inneren Widerständen und der kolonialen Vergangenheit stellt.
Ein Kindheitstraum wird wahr: Ich werde für eine Nacht im Buchladen eingeschlossen. Aber droht bei dem Lektüreangebot nicht eher ein Erwachsenentrauma? Ein Gastbeitrag.
Ist Singen mit Maske wünschenswert? Das beantwortet die Oper Frankfurt in einem Vorprogramm mit Chormusik von Schubert, Brahms und Lutosławskis negativ. Zum Glück folgt eine Kurzoper ohne Maske.
Iris Hanikas neuer Roman „Echos Kammern“ erzählt von den Spiegelspielen des Narzissmus, in all seinen privaten und öffentlichen Varianten, die zumal in den Großstädten ihren fruchtbaren Nährboden haben.
Die Wüste bei Isfahan leuchtet in der Abenddämmerung, am Terminal mühen wir uns durch die singende, hingebungsvoll jubelnde Fantraube des FC Persepolis: Fünf Mondpostkarten aus Iran.
Das neue Buch von Max Czollek heißt „Gegenwartsbewältigung“. Aber muss die deutsche Gegenwart wirklich „bewältigt“ werden? Und wie soll das gehen? Ein Gespräch.
Warum wirkt dieses unordentliche Gedicht so frisch und übermütig? Der slowenische Dichter Tomaž Šalamun beherrscht zahlreiche Tonlagen, die hohe, die schrille, die sarkastische.
Die Schriftstellerin Andrea Paluch hat früher Bücher gemeinsam mit ihrem Mann Robert Habeck geschrieben. Im Interview erzählt sie, wie es ist, ohne ihn zu arbeiten.
Haben Literatur und Pandemie-Gegenwart Einfluss aufeinander? Und warum fällt es Autoren so schwer, einen Roman zu den Fragen der Gegenwart zu schreiben? Schriftsteller Kurt Drawert über „Dresden. Die zweite Zeit“.
Sie sind endgültige Satiriker geblieben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn trotzen als Titanic Boygroup im Frankfurter Palmengarten Regen und Corona.
Die Umweltaktivistin und Regierungsberaterin Maja Göpel kämpft gegen Überflussgesellschaft und Klimawandel. Sie streitet mit Redakteur Georg Meck über ihre Vorstellung von Ökonomie.